Die legendäre Sportwagenmarke Spyker versucht den Neustart

Ein neues Jahr, alt bekannte Akteure und ein nicht mehr ganz so taufrischer Plan. Die legendäre Sportwagenmarke Spyker versucht wieder den Neustart. Wie immer ist es der ehemalige Saab Frontman Victor Muller, der die Fäden zieht. Unterstützt von Freunden aus Russland, deren Namen ebenfalls nicht unbekannt sind. Wird der neue Anlauf gelingen, um Spyker zurück in die Gegenwart zu holen?

Neustart - Spyker B6 Venator Spyker Concept
Neustart – Spyker B6 Venator Concept

Geplantes Spyker Comeback 2.0

Wir erinnern uns. 2020, im Herbst, plante Spyker ein Comeback. Im Frühjahr schien bereits alles vorbei gewesen zu sein, aber auf wundersame Art und Weise entkam die Marke dem endgültigen Ende. Mit dem russischen Finanzier und Putin Freund Boris Rotenberg sollte der Neustart gelingen. Die Pläne klangen fantastisch gut, eine Produktion in Deutschland, der Showroom in Monaco, und vor allem russisches Geld ohne Ende.

Denn Finanzier Rotenberg soll so etwas wie der größte Fan der Marke sein und eine große Spyker Kollektion besitzen.

Das Comeback versandete irgendwo im Dreieck Monaco, London, St. Petersburg. Ein paar Monate später, im Januar 2021, war die Sause bereits wieder vorbei. Statt Partystimmung mit russischem Kaviar zog der Insolvenzverwalter ein und Spyker schien dieses Mal das letzte von seinen mindestens 9 Leben verbraucht zu haben.

Die Leichengesänge ertönten, die Website ging offline, und die letzten Wertsachen wurden verkauft. So fast, denn wichtige Aktivposten gingen vorsorglich an eine englische Gesellschaft, und waren so dem Zugriff des Gerichtsvollziehers entzogen.

Nur für den Fall, dass zu den 9 verbrauchten Leben noch ein paar Bonusrunden dazu gebucht werden könnten.

Nie realisierte Luxus. Spyker B6 Venator Spyker Concept.
Nie realisierte Luxus. Spyker B6 Venator Concept.

Neustart mit bekannten Akteuren im Hintergrund

Man ahnt es fast, dass im Gespann mit Boris Rotenberg Spyker 2022 aus der Asche steigen soll. Mit kleinen Änderungen im Programm im Vergleich zu 2019. Die Produktion soll jetzt in Russland und Deutschland, die Endmontage in den Niederlanden stattfinden. Monaco gilt weiter als gesetzt, Cannes als geplant, irgendwo zwischen Frankreich, Deutschland und Luxemburg soll noch ein zusätzlicher Verkaufsraum entstehen. Finanziell soll von Luxemburg aus operiert werden und 3 verschiedene Spyker Modelle werden im Angebot sein.

Das ist nett und man wünscht viel Erfolg. Denn, Geschichten von alten legendären Marken, die aus der Asche emporfliegen, braucht die automobile Seele im Zeitalter seelenloser asiatischer Hochvolt Produkte.

Die Sache hat, man will ja nicht kleinlich sein, leider einen kleinen Haken.

Über Putin Freund Boris schwebt immer noch die Zorneswolke der Amerikaner. Die Sanktionen, die seinen alten Judo Freund aus Moskau betreffen, sind auch für Boris Rotenberg gültig. Seine unternehmerischen Freiheiten im Westen sind aktuell limitiert. Die Sanktionen laufen noch (mindestens) bis zum März 2022.

4 thoughts on “Die legendäre Sportwagenmarke Spyker versucht den Neustart

  • Ich kann es nicht wirklich beurteilen. Denke aber auch das er schon für Saab gebrannt hat.

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  • VM ist eben durch und durch Jurist …

    Ich habe einige näher kennengelernt. Das war sehr interessant und aufschlussreich …
    Es gibt tatsächlich den Typus des „Handwerkers“. Also Juristen, die sich ihr Geld ehrlich mit guter und harter Arbeit verdienen, sowohl Anwälte, Staatsanwälte und Richter …

    Viele Juristen sind aber Glücksritter und geben das privat auch zu. Einer sagte mir offen, er habe Jura studiert, weil er dem Staat (das sind auch seine Mitbürger) nicht einen Cent schenken wolle. Ein anderer (ein Mitinhaber und CEO), dass er Probleme hätte, sich einen „Volljuristen“ zu nennen. Das spiele aber gar keine Rolle. Er hätte ja alles drauf, was ihm privat und geschäftlich von Vorteil wäre …

    Ich könnte noch rund 20 andere Beispiele nennen.

    Ich hatte lange Zeit viel Respekt vor VM, aber das war durch die Saab-Brille gesehen und pures Wunschdenken. Er, Spyker und seine fragwürdigen Freunde haben von mir keinerlei Symphatie mehr.

    Fortschritt und Technik interessieren VM nicht die Bohne. Geistig hat er wenig mit Saab am Hut. Wenn er mit Leder und Blattgold ein Auto verkaufen kann, sind ihm der Motor, Bremsen und Fahrwerk egal. Das alles kauft der Jurist aus dem Regal …

    Wirklich wichtig ist nur, dass das Privatvermögen sicher ist und der persönliche Handlungsspielraum, es noch zu mehreren, durch ältere Ambitionen (wie etwa Saab) nicht in Mitleidenschaft gerät.

    VM hat nie wirklich für Saab gebrannt. Es ging ihm immer nur um sich selbst. Ich glaube, es ist Zeit, es so nüchtern zu sehen …

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    • Ich würde das nicht so beurteilen wollen, in Bezug auf Saab. In Trollhättan, bei Ex-Saab Mitarbeitern, gilt VM als der „Eine“, der es zumindest versucht hat. Ich denke, das wird seiner Rolle gerecht.

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      • Ja, das ist gerecht. Er ist der Eine, der es wenigstens versucht hat …

        Ein Glücksritter – allem voran in eigener Sache –ist er gleichwohl. Das widerspricht sich ja nicht per se.
        Er hat sein Glück mit Saab versucht und der Belegschaft und uns noch etwas Produktion und noch viel mehr Hoffnung beschert. Ich will das nicht missen, seine Person und Persönlichkeit aber auch nicht mehr ausschließlich durch diese Brille sehen.

        Saab ist nur eine kurze Episode im Leben des VM, war ein Abenteuer unter anderen. Er hat noch ganz andere Facetten und hatte schon zu seiner Saab-Zeit fragwürdige Konten in Insel-Staaten …

        Ich denke einfach, dass man ihn nicht weiter huldigen muss. Das macht er selbst. Meinen Respekt haben „seine“ Angestellten aus „seiner“ Zeit. Die haben gewissenhaft die Saab gebaut, die nach GM noch kamen …

        Tolle Autos. Dank an alle, die da einen Finger oder gar den Rücken gekrümmt haben. Das sind meine Helden. Bei VM habe ich keinen Zweifel, dass er weiß, wie man Austern und Champagner schlürft oder wie man Verträge aufsetzt und wo man sein Konto einrichtet. Aber viel mehr traue ich ihm auch nicht zu …

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