Elektroauto? Oder doch lieber einen Youngtimer fahren?

Das Jahr schlendert so langsam seinem Finale entgegen. Und weil die Wochen schnell verfliegen, kommt immer drängender ein Thema auf den Tisch. Neue Firmenwagen stehen an, Entscheidungen müssen jetzt getroffen werden. Ein Thema war das bereits im Sommer, aber eines, das erfolgreich verdrängt wurde. Mittlerweile ist Ende Oktober, mein Neubau ist fast fertig, und zumindest das Erdkabel für die Ladestation ist verlegt. Reicht alleine dieser Indikator aus, um auf ein kommendes Elektroauto zu schließen?

Saab 9-3 OG Youngtimer
Saab 9-3 OG Youngtimer

Subventionen und Euphorie

Subventionen und Steuervorteile, das klingt erst mal gut. Sehr vordergründig dann die Vermutung, man könnte mit einem Elektroauto der Welt etwas Gutes tun. Die Euphorie hält so lange an, bis man mit den Fakten vertraut ist und Klarheit hat, dass man sich einen Haufen Elektronik und ein riesiges Batteriepaket vor die Haustüre stellt.

Ist das hilfreich für die Umwelt? Ernsthaft? Die Werbung sagt ja, die Politik auch. Sogar die Partei, die umweltschützend sein möchte, befürwortet das Elektroauto. Ohne Vorbehalt. Dabei haben wir ein riesiges Problem, das eigentlich nicht das CO₂ ist. Sondern das Problem hinter der CO₂ Problematik, seine Ursache sozusagen.

Es trägt den Namen Überkonsum.

Wir konsumieren schlicht und einfach zu viel (Definition Überkonsum). Zu viele Smartphones und Tablets aus China, billige Textilien aus Südostasien. Die Welt baut zu viel mit Beton (weshalb ich Holz als Baustoff gewählt habe). Fast jede 10. Tonne CO₂ wird so emittiert, dabei gäbe es längst Alternativen. Die Einfachste wäre, wir würden uns beschränken. Kein Elektroauto kaufen, kein neues Smartphone. Sondern Dinge, die wir besitzen und die bereits produziert wurden, erst einmal aufbrauchen. (Interessanter Beitrag zum Thema auf Heise)

Jeder neue Gegenstand, der produziert wird, benötigt Ressourcen. Ein Elektroauto benötigt besonders viele davon und die Einsparung von CO₂ im Vergleich zum Verbrenner besteht nur, wenn man einen neuen Verbrenner mit einem Elektroauto vergleicht. Anders sieht die Rechnung aus, wenn man ein altes Auto nimmt. Eines, das schon 10 oder 15 Jahre fährt. Es hat während seines Lebens dann schon ein oder zwei Neuwagen überflüssig gemacht.

Wäre man ehrlich, was wir natürlich nicht sind und nie sein werden, dann verfügt es über ein CO₂ Guthaben.

Vergleicht man diesen Youngtimer dann mit einem Elektroauto, sieht es plötzlich völlig anders aus. Weil, egal um welchen Gegenstand es geht, Aufbrauchen fast immer besser als neu kaufen ist.

Es wird keinen neuen Verbrenner geben

Mittlerweile treiben die Gedanken in diese Richtung. Trotz der Subventionen, die im Hintergrund den bitteren Beigeschmack des Zwangs tragen. Generell steht fest, dass es sicher keinen neuen Verbrenner mehr geben wird. Warum auch? Das, was uns die Industrie an Dreizylindern und Kleinstmotoren servieren möchte, macht fast immer keinen Spaß. Der Verbrenner ist draußen.

Ein 9-3 OG käme als Youngtimer in Betracht
Ein 9-3 OG käme als Youngtimer in Betracht

Plan A: Youngtimer sind die bessere Option

Die Youngtimer Karte zu spielen ist eine sehr spannende Option. Je nach finanzieller Bereitschaft kann man den Wunsch-Youngtimer in der Farbe lackieren, die gefällt. Man kann die Innenausstattung verändern, andere Polster, Leder und kann technische Optionen nachrüsten. Eine Rückfahrkamera wäre die leichteste Übung, Freisprecheinrichtung und Navigation könnten auch auf der Liste stehen.

Das Beste aber ist, man entscheidet selbst, was an Bord kommt. Ob Alexa mitfährt, Google, ob man seine Daten in die Cloud legen will und wenn ja, dann in welche. Man hat den Vorteil, dass man alleine das Heft in der Hand behält und grundlegende Entscheidung selbstständig treffen darf.

Youngtimer haben den Vorteil, dass deren Technik überschaubar ist. Damit bleibt auch der Aufwand auf einem bezahlbaren Niveau, die Unterhaltskosten ebenso, wenn man ein paar grundlegende Dinge von Anfang an beherzigt.

Der eigentliche Clou aber ist: Es muss kein Neuwagen produziert werden. Und man gibt das Geld regional aus, in der Saab Werkstatt seines Vertrauens, dem Lackierer in der eigenen Stadt und dem Sattler im Nachbarort.

Mittlerweile, und trotz bereits vorhandenem Erdkabel für die Ladestation, steuert unsere Diskussion genau in diese Richtung. Natürlich, dort liegt das Problem, muss man erst den passenden Youngtimer finden. Die Auswahl ist nicht riesig, gepflegte Saab sind leider Mangelware.

Zum Glück steht im Hangar der 9-5 aus Spanien, der auf mich wartet. Der im März 2022 meinen Firmenwagen ablösen wird. Doch wir brauchen noch (mindestens) ein weiteres Auto. Die Suche nach einem Objekt läuft. An ihrem Erfolg hängt auch die Antwort auf die Frage, ob der Verzicht auf einen Neuwagen gelingen wird.

Das Design des Youngtimers ist typisch Saab - der Nutzwert ist hoch
Das Design des Youngtimers ist typisch Saab – der Nutzwert ist hoch

Plan B: Wenn Elektroauto – dann bitte intelligent

Obwohl alles in Richtung Plan A steuert, ist das Elektroauto noch nicht komplett vom Tisch. Aber, es gibt gewisse Parameter, die sich herauskristallisiert haben. Wenn schon elektrisch, dann bitte intelligent. Mit einem Ressourcen schonend kleinem Akku, denn das Auto soll leicht sein und wenig Strom verbrauchen. Statt Allradantrieb, was gerne genommen wird, würde eine angetriebene Achse ausreichen.

Weil, es genügt nicht, nur die Antriebsart zu wechseln, und dann weiterzumachen wie bisher. Groß, schwer und durstig. Nur eben mit Strom statt Benzin oder Diesel. So ändert man nichts.

Die Marke, das war eine überraschende Feststellung im Laufe der Diskussion, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Elektrisch ist wie ein neues Smartphone kaufen. Die Karten werden neu gemischt.

Sehr wahrscheinlich würden wir sogar einem Produkt aus Asien den Vorzug geben. Warum auch nicht? Ganz provokant gesprochen, ist die Lage doch so: Die Akkupakete, die Elektronik bis hin zu dem unvermeidlichen LCD Display im Cockpit – der Großteil der Wertschöpfung findet in Asien statt. Die Software schreiben Inder, Vietnamesen, manchmal kommt sie aus Bulgarien. Mit etwas Glück.

In Deutschland montiert man. Fügt zusammen, was zuvor in China produziert wurde, und klebt ein Logo auf das fertige Auto. Das ändert sich gerade. Zumindest im Bereich Software und Batterien. Aber bis die neuen Einsichten greifen werden, dauert es noch. Vielleicht ist Europa aber auch zu spät dran, hat Deutschland zu viel auf das Monopoly der Globalisierung gewettet. Die Zukunft wird es zeigen.

Also ein Auto aus Korea oder China? Vielleicht, wir nähern uns dem Thema demnächst mit einer Probefahrt an. Eventuell bin ich sogar mutig, und wage mich an ein chinesisches Elektroauto. Trotz aller Bedenken, die ich habe. Der MG Agent ein paar Orte weiter würde sich freuen.

23 thoughts on “Elektroauto? Oder doch lieber einen Youngtimer fahren?

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    E-Fuel & E-Wood

    Ich registriere mit Verwunderung & Entsetzen, wie Politik & Wirtschaft zuverlässig auf einen erhöhten technischen Aufwand und Einsatz von Energie und Ressourcen im Namen der Umwelt und Einsparung setzen.

    E-Fuel (hier in mehreren Kommentaren ersehnt) ist ein gutes Beispiel dafür, wie man mit maximalem Aufwand den minimalen Nutzen anstreben kann – getriebenen von dem Irrglauben, dass die technisch komplexere Lösung immer die bessere und aufwendig industrielle Prozesse effizienter als natürliche Abläufe wären.

    Zum Thema E-Fuel muss man nur kurz querlesen. Herstellung und Nutzung münden in einen unterirdischen Wirkungsgrad. Wozu ein solches strom- und somit flächenintensives Verfahren?

    Kohlenwasserstoffe produziert die Natur überall. Öle, Gase, Alkohol – alles ohne Strom. Mir leuchtet nicht ein, an welcher Stelle seiner Produktionskette E-Fuel einem Bio-Fuel überlegen sein sollte.

    Ist das E vor jedem Nomen so sexy und so sehr zum Dogma geworden, dass wir gar nicht mehr anders können?
    Fehlt nur noch E-Wood für Möbel, Kamin und Hausbau.

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    Eine wunderbare Diskussion! Sowas mag ich sehr.

    Im Grunde genommen wird uns doch die Wahl so gut wie genommen. Jemand entscheidet für uns beziehungsweise hat es schon getan; und setzt das auch mit üppiger Förderung (aus Steuergeldern von allen) durch. Jede der vielzitierten Kassiererinnen zahlt über ihr Lohnsteuer mit dafür, dass…..mehr brauche ich dazu nicht sagen, oder? Ich hätte gerne eine eigene Wahl getroffen. Die würde dann lauten: mit E85 und synthetischem Benzin schon jetzt den CO2-Ausstoß verringern. Ein Elektroauto käme fü rmich wegen des Fahrprofils nicht in Frage.

    Das bringt mich auch gleich zum Thema Langlebigkeit. Die Mechanik mag es vielleicht mitmachen, aber: künftige Autos und erst recht E-Autos sind so langlebig wie ihre Steuergeräte und deren Software. Schauen wir da in den Bereich der mobilen Kommunikation, dürfte klar sein, wohin die Reise geht. Wem das noch nicht reicht, der möge einen Blick auf den Bereich der Fotografie werfen. Nicht nur die Bildsensoren und deren Software ändern sich; es kommen für Kameras mit Wechselobjektiv auch immer wieder neue Objektivanschlüsse hinzu. Die natürlich nicht rückwärtskompatibel sind, wenn man einmal von den Geräten von Pentax absieht.

    Theoretisch wäre es möglich, die Software stets zu verbessern und neue Funktionen hinzuzufügen. Aber die Automobilhersteller verstehen sich als….Automobilhersteller, nicht als Mobilitätsanbieter, bei denen die Software Teil dieses Pakets ist.

    Für mich sind zu viele Fragen offen, es sind zu viele Möglichkeiten, sich in Abhängigkeiten zu bringen, die ich zu wenig einschätzen kann. Und damit verbindet sich der Aspekt, dass ich es nicht mag, wenn man etwas „wegwerfen“ muss, nur weil die Software nicht mehr unterstützt wird. Zumindest nicht schon nach 15 Jahren, wenn alles andere noch gut ist. Da bin ich etwas konservativ. Und um das zu unterstreichen: mein Fernseher ist von Metz, meine Stereoanlage mit Plattenspieler, Verstärker, Radio und Boxen von DUAL aus den Jahren 1977 bis 1979; aufgearbeitet durch einen Fachbetrieb, der – mit Unterstützung durch einen Tischler – Plattenspieler und Boxen ein optisch wie akustisch passendes, neues Holzgehäuse spendierte. Da passt es in die Linie, dass ich den SAAB weiterfahre und gespannt darauf warte, was denn da in Zukunft noch passiert.

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    Beton & Holz – Immobil & Automobilien

    Finde ich gut, dass der Neubau aus Holz ist. Der speichert CO2 über Dekaden schon im Werkstoff, statt es bei der Herstellung von Baumaterial zu emittieren und nie wieder einzusparen. Bin nun gespannt, wie die Entscheidung zum Auto ausfällt. Ich unterschreibe jedes Wort im Artikel.

    Wir hätten heute in D einen anderen ökologischen Fußabdruck, wenn man Umwelt- und Klimaschutz frühzeitig (wir haben das Thema seit 50 Jahren) als eine Frage der Nachhaltigkeit begriffen und ergo Gesamtbilanzen zum Maßstab für politische Steuerung erhoben hätte.

    Stattdessen fördern wir Verschrottung, Abriss und Konsum. Prämien, Subventionen und fiskalische Steuerungen haben wir reichlich. Auch nur eine einzige zu finden, die im Sinne einer Gesamtbilanz sinnvoll wäre, wird aber immer mehr zum Kunststück. Und dazu all diese Labels und das professionelle Greenwashing …

    Es gibt längst Konsumenten, die keinen Sack Zwiebeln mehr kaufen, weil da weder die Prädikate vegan oder vegetarisch noch ein Nutri-Score oder ein Tierwohllabel drauf sind. Die kaufen lieber die laktosefreie TK-Pizza mit Soja-Palmöl-Käse …
    Auf deren Umverpackung haben alle Labels Platz, die der „mündige“ Konsument begehrt und dessen TK Zuhause ist ja A+++.

    Da hat die Zwiebel mit einem bereits produziertem Verbrenner (der mit Biosprit aus Abfall laufen würde) und einem Bestandsgebäude (das man mit Ökostrom, mit Holz oder einer sinnvollen Mischung CO2-neutral heizen könnte) etwas gemeinsam. Es fehlt das Label.
    Der Neubau aus Beton und Styropor oder das EV kriegen es unbenommen der Herstellungskosten (gemeint ist, Herstellung auf Kosten der Umwelt). Sie sind die vegane und laktosefreie TK-Pizza, die man kaum mehr hinterfragen kann und darf.

    Ich glaube, wir haben einen Punkt erreicht, an dem viele Wähler, Mitglieder und Abgeordnete von so genannten Umweltparteien einen elektrischen A+++ Weinschrank, der ihnen regelmäßig Temperatur, Luftfeuchtigkeit und hoch auflösende Fotos vom Zustand der Korken auf das Smartphone schickt, für umweltfreundlicher als den vorhandenen Erdkeller des eigenen Hofes halten. Das ist echt smart. Aber sowas von …

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    wieder ein nachdenklicher Artikel von Tom geschrieben über unseren unmäßigen Konsum
    und die Wegwerfmentalität. Es entstehen auch immer mehr Startups, wie in der „Höhle der
    Löwen“ zu sehen, die viel Verzichtbares in den Markt werfen. Man siehts an den Sperrgut-
    abfuhren, wenn die Leute Ihre Billigmöbel nach wenigen Wochen Gebrauch auf die Straße stellen.
    Qualität und Haltbarkeit vor Quantität und Kurzlebigkeit sollte das Motto sein.
    Auch der Kommentar von „Der Fischkopf“ spricht mir aus der Seele.
    Keine Unterstützung von autoritären Regimen wie z.B. Türkei oder China.

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    Bin eigentlich komplett einverstanden. Ausser, auch die kleinen, hochtourigen Motörchen mit mit nur 3 Zylindern und 1 Liter Hubraum (Mietwagen von letzter Woche) machen durchaus Spass. Man muss sie einfach ganz anders fahren als einen Saab. Nämlich sehr, sehr hochtourig. Während ich meinen 3 Liter, 6 Zylinder eher schaltfaul und niedertourig kaum mal über 2500 Touren drehen lasse.

    PS Mein Cabrio hat am Sonntag am Maloyapass eben die 200 000 Grenze geknackt! Als Geburtstagsgeschenk wurden es auch mal über 2500 Touren!

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    Kürzlich habe ich mir tatsächlich genau über dieses Thema Gedanken gemacht und dabei einen PLAN C in Erwägung gezogen. Mit einer fahrenden Überwachungsdrohne will ich definitiv nicht fahren, viel lieber mit einem Youngtimer. Allerdings wird uns genau das zunehmend vermiest werden durch überbordende Spritkosten. Mein Plan C bestünde darin einen meiner SAABs von Benzin auf Elektro umbauen zu lassen. Das lässt sich im vertretbaren 5-stelligen Bereich finanzieren und ist damit günstiger als die neuen Dinger und ich führe weiter SAAB (im Prinzip jedenfalls).

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      Es gibt auch jetzt ein Projekt von Porsche und Siemens die E-Fuel producieren wollen.
      Mit diese E-fuel koennte man weiter komplett CO2 Neutral Verbrennungsmotoren weiter fahren lassen.
      Das heisst; Old Timer, LKW, Bus und Flugzeug koennen mit diese E-Fuel fonktionieren.
      Und Kost sollte rundum 1 bis 2 Euro/Liter sein.
      So ich will dies eine Chance geben bevor ich mich an Elektro Autos wagen wird.

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    Danke für diesen „Rückspiegel“.
    Weniger ist mehr, könnte auch der Titel heißen.
    Meine Frau und ich werden weiterhin defektes reparieren (lassen) und „abgerocktes“ ersetzten. Egal, was die Politik dazu sagt. Wir versuchen unseren CO2-Abdruck weiter zu reduzieren und bleiben dabei lebensfroh :-)!

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    Tja – diese Entscheidungen…
    Ich hab noch drei Saabs im Stall… das Cabrio und der 9-5ng werden im Sommer, der 9-3 im Winter gefahren… dank gutem Büro und Home Office Mix und guter Pflege wird das noch einige Zeit gutgehen…
    Voll auf das Thema Elektro Auto zu setzen, halte ich persönlich für eine fatale Fehlentscheidung, die ökologisch und ökonomisch böse Folgen haben werden… Monokulturen waren schon immer schwierig…
    Technisch gibt es viele interessante Alternativen – ich für mich hoffe, dass sich Wasserstoffverbrenner als wirtschaftliche Alternative etablieren…
    Mal sehen… bis dahin werden die alten Schweden, inzwischen um ein Paar Alltagskätzchen verstärkt, gehegt, gepflegt und genossen…

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    Danke für diesen Artikel in dem also wohltuenden Blog………es macht schon nachdenklich, wenn wir heute wie mein Opa weitsichtig vor 50 Jahren von der „Gelben Gefahr“ reden (ist diese Aussage eigentlich rassistisch?)……….wir sehen an dem schönen Hinweis meiner Vorredner, dass wir vermutlich denselben Fehler machen wie vor ein paar Jahren zu dem Thema Biodiesel und Ethanol….zu schnell auf eine „heilsbringende Technik“ zu setzen. Meine Bitte an Dich Tom……….kannst Du ergänzend noch etwas Licht ins Dunkel bringen zum Stand von alternativen Kraftstoffen? Ich möchte eigentlich nicht, so wie Berta Benz am Ende meines (Verbrennerfahrer-)Lebens in der Apotheke den Sprit kaufen müssen.

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    Seit 2014 darf mein geliebter 9000 Anni nun schon in mäßiger Ruhe „reifen“, weil in diesem Jahr ein BMW i3 seine Ablöse im täglichen einerlei antrat. Gerade dieses Modell würde ich Dir sehr ans Herz legen. Bei dem Projekt ging BMW nämlich beinahe SAABig vor, was sehr sympathisch ist und ausserdem stimmen da die Nachhaltigkeitsparameter wie Carbon-Karosserie, Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen, extremer Leichtbau u.s.w. Ausserdem passt auch der für uns SAAB-verwöhnte Komfort-Faktor. Zum Punkt „nette und gediegene Ausstattung“ muss man in Asien nämlich erstmal fündig werden. Ausserdem verzichtet der i3 noch auf die allgegenwärtige Touch-Bedienung, die ich in der Alleinigen Bedien-Form für einen Irrweg halte. …jedenfalls solang die Kisten noch nicht voll-autonom fahren.

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    Ich stand vor gut einen 1/4 Jahr auch vor der Entscheidung. Ich habe mich von 2 Dienstwagen meines Unternehmens getrennt und fahre nun einen 2003er 9-5.
    Aktuell möchte ich keine Entscheidung zur neuen Mobilität treffen müssen. Selten hat mich ein Thema so genervt und gleichzeitig der öffentliche/politische Umgang damit genervt. Diese angebliche Alternativlosigkeit ist erschreckend – vor allem im Ingenieursland Deutschland.

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      „Selten hat mich ein Thema so genervt und gleichzeitig der öffentliche/politische Umgang damit herbe enttäuscht!“
      Sorry für den Fehler.

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    Der Beitrag ist sehr gut, denn es sind exakt diesen leisen, nachdenklichen Töne, die in der öffentlichen Diskussion gar nicht mehr zu der breiten Öffentlichkeit kommen.

    Der Link zu Heise (sehr gut geschrieben) hat mich betroffen gemacht. Ich habe mein Konsumverhalten erkannt und mich ertappt gefühlt. Wir alle sind manipulierbar und werden weiterhin manipuliert, das ist beängstigend.

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    Lieber Blogger,

    zunächst und stets aufs Neue verbindlichen Dank für diesen Blog. Zum aktuellen Artikel: Bis zu der Aussage, dass es vielleicht auch ein Auto aus China werde, hatte ich ihm nichts hinzuzufügen und las auch ihn dankbar. Doch bitte kaufen Sie so wenig wie irgend möglich aus China. Das Land und seine Politik tritt alles mit Füßen, was uns etwas bedeutet: Freiheit, Menschenrechte, Uiguren, Tibet und Taiwan, Naturschutz, Tierschutz ganz besonders, Ressourcenschutz sowieso. Nach meiner Kenntnis sind allein in China zur Zeit etwa tausend neue Kohlekraftwerke in Planung oder im Bau. Ist das Klima- und Umweltschutz? Nein.

    Bei dem Thema Ressourcenschonung und Klimaschutz im Zusammenhang mit Elektromobilität muss bitte auch beachtet werden, dass die Rohstoffe der Akkus oft aus Regionen stammen, in denen darüber wertvoller Regenwald steht. Der muss zur Gewinnung des Lithiums und des Kobalts zunächst abgeholzt werden. Schützt man so das Klima? Nein.

    Soeben durfte ich, nachdem das 9-3 Coupé zur Jahresinspektion in der Saab-Werkstatt landete, einen ausschließlich elektrisch fahrenden Kia Soul als Ersatzauto mitnehmen. Sein einziger Vorteil beim Fahren gegenüber dem recht genau 20 Jahre alten Saab liegt in der Stille im Innenraum, wobei auch der Saab eine hohe Laufkultur aufweist.

    Herzliche Grüße aus Hamburg vom Fischkopp.

    p.s. zu „Weil, es genügt nicht…“: bitte bitte verzichten Sie auf diesem wirklich guten Blog auf das „Sendung-mit-der Maus“-Deutsch. Gemeint ist die Benutzung des Wortes „weil“ mit anschließendem Hauptsatz. . Danke.

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      Das „Sendung-mit-der-Maus“ kann ich ab. Permanente Verbesserungen müssen sein. Was China angeht, stimmt natürlich alles, was Sie schreiben. Nur ist dann das Elektroauto per se tot, denn eines ohne Komponenten aus der Volksrepublik gibt es nicht.

      Interessant ist, dass MG (SAIC und damit Staatskonzern) mit dem Thema sehr sensibel verfährt. SAIC achtet die DSGVO ausdrücklich und speichert europäische Nutzerdaten nur auf europäischen Servern. Im Gegensatz zu Tesla, wo die Daten in den USA gespeichert werden und der Konzern permanent und massiv gegen die DSGVO verstößt. Was Gutachter immer wieder anmahnen, aber niemanden bei den zuständigen Stellen interessiert.

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        Danke für die Antwort – wir sind und bleiben uns einig. Die Sache mit der Maus ist meiner Sprachaffinität geschuldet und sollte kein Affront sein – ein eventuell mögliches Missverständnis bitte ich zu entschuldigen. Im Hinblick auf Datentechnik bin ich ein Laie und freue mich über Ihre kenntnisreichen Beiträge.
        Herzlich grüßt
        der Fischkopp.

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        Interessanter Hinweis auf SAIC und Tesla. Sollte man sich vielleicht merken. Mich regt es auf dass immer wieder auf die Datenkrake Tesla hingewiesen wird, sich aber nichts ändert. Der große Bruder in USA darf nach wie vor nicht verägert werden. Im Gegenteil. Wir blättern Elon Musk die Steuermilliarden in sein sicher klimaneutral errichtetes Werk in Brandburg nur so hin.

        Übrigens verkauft Tesla hier auch vorwiegend China Ware. Wo ist also der generelle Unterschied?

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    Ich tendiere mehr zum Youngtimer, gibt mehr Spaß.

    Noch mal zum Elektroauto: Wichtig, das kam im Text nicht vor, ist es so ein Ding nicht zu kaufen. Das Elektroauto von heute ist der Computermüll von morgen. Innovationen kommen so schnell, da darf man nur leasen, mieten, was auch immer.

    Und ich stimme Tom zu: kein deutsches Elektroauto, es sei denn, man steht auf einen Porsche 🙂 Die Innovationen kommen aus Asien, vielleicht ändert sich das ja wieder. Aber im Moment ist es einfach so.

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    Mit meinem Laufpartner haben wir das durchgespielt und auch Testfahrten gemacht. Bei ihm wurde es der ID3 in kleinster Ausstattung mit Heckantrieb, aber auch der wiegt schon 1,7to. Bei mir bleibt alles beim alten, der 9-7x und 9-5xwd machen weiter. Auch wenn der 9-5 einen neuen Auspuffstrang braucht und der 9-7x mal Rostvorsorge. In meinem Arbeitstier dem 9-7x werkelt eine 2DIN Unit mit carplay + Dashcam + Rückfahrcam das in Verbindung mit iPhone ist schon toll. Das die Politik das Autogas verteuert hat, soll wohl auch hier den Druck erhöhen auf E-umzusteigen. Aber immer noch nicht so schlimm wie die Abschaffung des E85 in Deutschland.
    Ich schließe E-Auto für mich nicht aus, möchte aber nicht Pionier sein, die Angst vor einem großen Haufen E-Schrott ist doch ganz schön groß!
    Was mich ärgert ist die alles oder nichts Politik hier in Deutschland, hat schon mal jemand kalkuliert wieviel Strom gebraucht wird wenn alle fosilen Energieträger substituiert werden sollen? Und da meine ich nicht nur für Autos sondern auch Heizen, Industrie, Luftfahrt,…
    Mit E-fuels sind auch unsere Verbrenner Klimaneutral, …ok auch der Strom hierfür muß wo herkommen.
    Naja wie auch immer, ich bin froh grad nicht entscheiden zu müssen! 😉

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      Alles oder nichts …

      Das ärgert mich auch massiv, ist zum Haare raufen. Im Kielwasser dieser elektrischen Volldampf voraus Ideologie ertrinken sinnvolle Lösungsansätze so massenhaft, wie die Passagiere der Titanic bei ihrem Untergang.

      Und richtig, Ethanol und Bio-Diesel haben wir politisch den Stecker gezogen. Und zwar so früh und rechtzeitig, dass wir gar nicht mehr darüber reden …

      Dass wir alle trotzdem 5 bis 10% davon im Tank haben, ist der Mehrheit heute schon nicht mehr bewusst. Würde mich nicht wundern, wenn mind. ein Mitglied des dt. Bundestages im festen Glauben, da sei E-Fuel drin, gerne E10 tankt.

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      Ja, in der Schweiz hat man das kalkuliert und herausgefunden, dass ab 2025 Knappheit an Elektrizität herrschen wird und sich die Industrie frühzeitig darauf einrichten soll.
      Nachdem bis dann aber noch grosse Mengen Elektroautos hinzukommen, dürfte es wohl noch früher als 2025 werden. Hoffentlich gibt’s bis dann keine Super-Vulkanexplosion, welche die Sonnenenergie ganz massiv beeinträchtigen könnte für geraume Zeit. Mal sehen, ob wir unsere Saabs bis 2030 oder noch länger fahren können….

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        Länger fahren, warum nicht? Bisher habe ich noch von keinem absoluten Verbrennerverbot gehört.
        Längere Strecken vermutlich aber nicht. Wenn die Elektrizitätsversorgung wirklich Engpässe zeigen sollte, wird das auch einen negativen Einfluss auf die Produktionsmenge von Raffinerien haben …

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