Christian von Koenigsegg über Elektroautos und was er Tesla verdankt

Koenigsegg gilt als eine der Bastionen, die nicht auf das reine Elektroauto setzten. Im schwedischen “Framgångspodden” von Alexander Pärleros erzählt Christian von Koenigsegg (CvK) über die Perspektive von Elektroautos für seine Marke. Und über das, was er Tesla verdankt. “Framgångspodden” ist in Schweden ein Erfolgsformat mit einem Publikum von 2,5 Millionen Menschen im Monat.

Koenigsegg Regera
Koenigsegg Regera

Koenigsegg und Elektroauto

Bislang weigert sich Koenigsegg auf rein elektrische Antriebe zu setzen. Der Mix aus einem Hochleistungsverbrenner und E-Motoren scheint der bessere und ökonomischer Weg. Koenigsegg zelebriert das überzeugend mit dem neuen Regera. Der fährt mit erneuerbaren Kraftstoffen (E85), was Christian von Koenigsegg als optimaler für Leistung und Spaß sieht, ohne dabei den Umweltgedanken aus den Augen zu verlieren.

Doch das könnte sich ändern.

Wie Koenigsegg im “Framgångspodden”, auf Deutsch “Erfolgspodcast”, eingesteht  könnte Koenigsegg in 5 oder 6 Jahren gezwungen sein, seine Strategie zu ändern. Per Gesetz könnte dem Verbrenner das Licht ausgeblasen werden, was aber Koenigsegg nicht ohne Gegenwehr hinnehmen würde.

Ein Elektroauto zu bauen wäre für Koenigsegg leicht. Bereits jetzt wären 700 elektrische PS im Regera vorhanden, würde man den V8 Verbrenner entfernen. Mehr Elektromotoren und mehr Batterien, und man hätte 2000 PS. Doch das Gewicht wäre sehr hoch, was CvK als Lösung für seine Hypercars sichtlich widerstrebt. Und es ist die emotionale Komponente, die fehlen würde.  Der originäre Klang des hauseigenen V8 Motors.

CvK und Werks-Testfahrer Sonny Person vor dem Regera
CvK und Werks-Testfahrer Sonny Person vor dem Regera

In 5 oder 6 Jahren könnte Koenigsegg dennoch diesen Weg gehen müssen. Oder auch wollen, wenn Batterien viel leichter und leistungsfähiger geworden sind.

Was Christian von Koenigsegg Tesla verdankt

Koenigsegg hat das Kunststück vollbracht und aus dem Nichts heraus einen profitablen Hersteller aufzubauen. Seine Produkte erfüllen Träume, Koenigsegg verdient damit Geld. Doch bei weitem nicht so viel, wie Christian von Koenigsegg (CvK) bisher mit Tesla verdient hat.

Elon Musk, so erzählt er in “Framgångspodden”, ist sein großes Idol. Als Musk den Bezahldienst PayPal verkaufte, begann er sich für seine Ideen zu interessieren. Am Tag nach dem Börsengang holte CvK seine Ersparnisse von der Bank und investierte sie in Aktien von Tesla. Der Kurs betrug damals 23 US $ pro Aktie. Die ersten Aktien, CvK kaufte immer wieder mal nach, seien jetzt unter Einberechnung des Splits rund 2.000 US $ pro Stück wert. So viel Geld hätte er sich als CEO von Koenigsegg niemals auszahlen können.

Der Podcast ist über eine Stunde lang und leider nicht in Deutsch oder Englisch verfügbar.

Mit Bildmaterial von Koenigsegg

3 thoughts on “Christian von Koenigsegg über Elektroautos und was er Tesla verdankt

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    Christian hat eine gute Nase gehabt wen er entschieden hat, ganz am Anfang, zu investieren in Tesla.

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    Abschied vom Verbrenner

    Ich tröste mich damit, dass der emotionale und vielleicht sogar der Marktwert aller Verbrenner vermutlich steigen wird, sobald man keine neuen mehr kaufen kann.

    Da erleidet eine ganze Gattung das Schicksal Saabs. Und das in atemberaubenden Tempo. Bei Daimler soll schon 2025 der Verbrenner zu Grabe getragen werden. Das ist quasi übermorgen und ausgerechnet bei Benz, die den Verbrenner im Namen tragen …

    Auf die Feier bin ich sehr gespannt.

    Ich prognostiziere allen zwischen 2010 & 2025 neu mit Verbrennern zugelassen MB jedenfalls über viele Jahre eine hohe Werthaltigkeit – zumal es 2025 und weit darüber hinaus für die Mehrheit noch immer einfacher sein wird, Benzin oder Diesel zu organisieren, als eine Ladung …

    Auch werden der Politik mit dem Verbot und dem teilweise freiwillig vorzeitigem Verzicht der Hersteller die Argumente ausgehen, den Betrieb von Verbrennern weiter einzuschränken, fiskalisch zu erschweren und die Förderung der E-Mobilität wird an finanzielle und soziale Grenzen stoßen.

    Es ist etwas völlig anderes, die Antriebswahl einer Neuzulassung – die sozial unvergänglich ist –mit Prämien staatlich zu beeinflussen, als sozial schwächeren Schichten ihre (Auto-) Mobilität zu entziehen.

    Wer es möchte oder finanziell gar nicht anders kann, wird Verbrenner noch sehr, sehr lange fahren können. Es ist vielleicht gerade die Hektik des Abschieds von ihm, die dafür sorgen wird, dass die jüngeren, aktuellen und die letzten ihrer Art uns mit einer ungeahnten Lebensdauer und Werthaltigkeit überraschen werden.

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      unverfänglich statt “unvergänglich”
      Autokorrektur

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