Saab Fahren im Corona Jahr 2020

Mitte 2019 schrieb ich für die Rubrik Saab Fans und Ihre Autos einen Artikel wie es sich mit zwei Saab 9-3 im Jahr 2019 verhält, jetzt nutze ich die Zeit im Lockdown Nummer 3, um zu schreiben wie es sich im Corona Jahr 2020 mit den Saabs und für mich verhielt.
Mein 9-3 mit Turbinenfelgen
Mein 9-3 mit Turbinenfelgen

Im Jänner war das Thema Corona in Österreich noch weit entfernt. Man hielt es für ein Problem außerhalb Europas. In den österreichischen Medien wurde über die neue Bundesregierung berichtet und andere Themen standen im Vordergrund.

Mitte Jänner ging dann die Saab Support Konvoi 2020 über die Bühne. Es war wie berichtet, ein sehr nettes Treffen, auf dem man gemeinsame (Saab) Pläne schmiedete, sich gegenseitig Tipps gab, überlegte, wo hin man fahren könnte und Saab Verkaufsanzeigen besprach.

Ende Jänner bekam der Diesel Saab das obligatorische Jahresservice, ein neues Flex Rohr und das Pickerl/TÜV Prüfung bekam er anstandslos.

In den Semesterferien im Februar war ich einige Tage in Tschechien und besuchte dort auch Saab Freunde.

Ich habe in meinem Umfeld viele Künstler und daher bekam ich die ersten Tourneeabsagen, die in China hätten stattfinden sollten, relativ früh mit und dennoch hielten viele das Thema Corona für ein von Österreich weit entferntes.
Hier wurde noch Hände geschüttelt, Faschingsumzüge wurden besucht, Abstand halten kannte man nur vom Fahrschulunterricht und Desinfektionsmittel kannte man auch eher nur Krankenhaus als auf dem Einkaufswagen.
Anfang März gab es dann die ersten Corona Fälle in Österreich, aber beunruhigt war immer noch niemand.

Am 12. März wurde dann in einer Pressekonferenz der Bundesregierung, die kommenden Schutzmaßnahmen verkündet. Ich verfolgte diese am Laptop und sah wie auch meine Mitmenschen um mich herum alle gebannt in ihre Bildschirme starrten. Es gibt Ereignisse, an die man sich immer erinnern kann, wo man in dieser Situation war. Diesen Tag werde ich wie viele wohl auch nie vergessen und mich immer erinnern können wo ich war.

Nach der Verkündung, dass öffentliche Leben komplett runterzufahren, kamen natürlich auch die ganzen Absagen der Veranstaltungen, Konzerte, Theatervorstellungen wurden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Wie hier schon von einigen geschrieben, mussten auch die zahlreichen Saabaktivitäten aufgeschoben oder zur Gänze abgesagt werden. Sei es das gemeinsame Parkplatztreffen zum Pizza essen, Saab Händlerfeste oder unsere beliebten Ausfahrten. Alle Veranstaltungen bekamen einen großen Balken vorgesetzt.

Schnell wurden noch die notwendigsten Sachen erledigt, bis das Leben zum fast vollständigen Erliegen kam. Ich wohne in unmittelbarer Nähe des Flughafen Wiens und daher war es hier für uns alle völlig normal, dass je nach Wochentag und Windsituation die Flugzeuge im Minutentakt über unsere Dächer flogen. Für die meisten hier, war der Fluglärm so normal, sodass ihn keiner mehr richtig war nahm.

Als dann neben dem Umgebungslärm, auch der Fluglärm verschwand, spürte man die Stille, es waren so viele Vogelarten zu hören wie noch nie. Und wenn dann doch mal ein Flugzeug zu sehen und zu hören war, blickte man in den Himmel und versuchte die Linie zu erkennen. Man überlegte, ist das einer der wenigen noch verbliebenen Linienmaschinen, ist das ein Rückholflug oder bringt die Maschine notwendige Versorgungsgüter.

Der erste Lockdown verlagerte auch für mich alles nach Hause, ich erledigte alles von zu Hause aus.
Neben dem Homelearning nutze ich die Zeit auch für ausgiebige Spaziergänge in meinem Wohnumfeld. Obwohl ich hier schon seit meiner Geburt wohne, entdeckte ich einiges neu.

Es ist ja oft so, dass man sich durch sein Umfeld bewegt, aber weil man immer mit einem Ziel fährt, nicht so genau auf die Umgebung achtet. Fährt man mit dem Auto, konzentriert man sich auf den Verkehr, nutzt man die Straßenbahn, hat man meist auch andere Dinge im Kopf. Ist man aber zu Fuß unterwegs und hat Zeit, kann man sich die Zeit nehmen und auch auf viele Details achten. Straßenabschnitte, auch die Hinweistafeln lesen, warum die eine Gasse so heißt, wie sie eben heißt, Gartengestaltungen betrachten und Details der Häuser.

Während der zahlreichen Spaziergänge konnte ich auch eine interessante Saab Sichtung machen, parkte doch hier ein Saab 9-5 mit schwedischen Kennzeichen.

Saab mit schwedischen Kennzeichen
Saab mit schwedischen Kennzeichen

Die noch notwendigen Wege, die mit dem Auto erledigt wurden, wurden auch mit Bedacht gewählt. Um eine zu schwache Batterie oder ähnliches zu vermeiden, wurden die Autos abwechselnd bewegt, man fuhr einen kleinen Umweg oder nahm den Supermarkt, der etwas weiter entfernt ist als der nächstgelegene.

Als dann die ersten kleineren Lockerungen auftraten, konnten auch Ausflüge in die Natur unternommen werden, die etwas weiter liegen. Auch hier ergab sich die Gelegenheit wieder neues kennenzulernen.

Im Mai wurden dann bei beiden Autos die Sommerreifen aufgezogen, der Kombi bekam auch die neuen Turbinenfelgen aus der Orio Aktion vom letzten Jahr. Sie lassen das Auto wesentlich frischer wirken, füllen die Radhäuser schön aus und die silberne Farbe passt auch sehr gut zu den silbernen Dachrelings.

Anfang Juni wurden dann auch wieder einige Grenzöffnungen angekündigt. Parallel dazu sah ich wie einige Freunde von mir eine kleine Ausfahrt rund um Bratislava planten. Ich schrieb ihnen, wenn es mir möglich ist zu kommen, dann werde ich das auch tun. Die Grenzbalken öffneten sich endlich und am nächsten Tag traf ich mich am Vormittag in Bratislava auf einem Supermarktparkplatz ein. Es tat gut nach langer Zeit wieder auf bekannte Gesichter zu treffen. Teilweise mit Maske und großem Abstand winkten wir uns zu. Nachdem dann auch der letzte eintraf fuhren wir dann gemeinsam zur Schleusenanlage nach Gabčíkovo.

Es war ein schönes Gefühl, bei Sonnenschein, offenem Schiebedach und Saabs vor der Windschutzscheibe und im Rückspiegel über Landstraßen entlang der Donau zu fahren. Beim Schleusenparkplatz konnten wir die Schleusenanlange in Arbeit sehen und unterhielten uns über die vergangenen Monate.

Über die Sommermonate wurde dann das warme Wetter für viele Ausflüge in die Natur und neuen Aktivitäten im freien genutzt.

Im Juli nahm ich dann Kontakt mit Matthias auf, um ihn einige Tipps für eine Corona sichere Ausfahrt zu geben. So konnten wir dann auch eine weitere größere Ausfahrt absolvieren, neue Gesichter und neue Gegenden kennenlernen.

Im August und September ergaben sich dann auch noch weitere schöne Gelegenheiten, um mit gleichgesinnten Saab Fahrern zusammenzukommen. Es war jedes Mal schön sich zu treffen, nach vielen Einschränkungen, und Vermeidung von größeren Ansammlungen war jeder froh, sich auf großen Flächen mit Abstand sehen zu können und dem gemeinsamen Hobby nachzugehen.

Dazwischen wurde die Zeit auch genutzt, um einige kosmetischen Verbesserungen für die beiden Autos nachzuholen.

Der Lockdown Nummer 2 ging dann vergleichsweise leichter über die Bühne, die Maßnahmen kannte man ja schon und dementsprechend konnte man sich schon alles einrichten. Zeitmäßig und wettermäßig blieb ich auch mehr zu Hause, schaute aus dem Fenster auf den vor dem Haus parkenden Saab und dachte über die Fotoarchive und die Aufkleber der vergangenen Treffen, konnte man über die Zeit zurückdenken, wo wir uns noch frei und ohne Sorge bewegen konnten.

Zwischen dem zweiten und dritten Lockdown gab es keine Nennenswerten Vorkommnisse und jetzt im Lockdown Nummer drei und den daraus resultierenden Beschränkungen nutzte ich die Zeit, um meinen Saab Corona Beitrag 2020 zu schreiben.

Ich wünsche allen Blog Lesern, alles Gute, Erfolg, Sicherheit in jeglicher Hinsicht und Gesundheit für das Jahr 2021. Ich hoffe, dass wir uns dann auch bei der einen oder anderen Gelegenheit auch wieder persönlich sehen können.

Text und Bilder Ken-Daniel Sikuta

4 thoughts on “Saab Fahren im Corona Jahr 2020

  • Wow, der rote Saab mit den Turbinen-Felgen sieht echt klasse aus.
    Auf dem Foto steht hinter dem Saab eine dunkle Limosine. Die sieht auch richtig gut aus. Weiß jemand, was das für ein Fahrzeug ist?

  • Schöner Beitrag, schöne Kommentare …

    Ich kann leider nix Positives beitragen, Corona nix mehr abgewinnen und auch mein Saab macht Zicken. Also schweige ich – aber nicht ohne Dank ! ! !

    Tendenziell hebt Ihr meine Laune. Dank an alle Autoren und Kommentatoren.

  • Der Bericht zeigt wunderbar auf, wie sich die Welt zu unser aller Nachteil verändert hat.

    Den ersten Lockdown im letzten Frühjahr habe ich unfreiwillig in Sparta in Griechenland verbracht.

    Eigentlich wollte ich nur meine Freunde George und Jehny im März für einige Wochen besuchen. Einige geschäftliche Dinge für die Firma von meinem Sohn vor Ort regeln und dann wieder gemütlich nach Hause fahren.

    Doch dann wurden die Fähren plötzlich angewiesen, dass keine Personenautos mehr transportiert werden dürfen.

    So bin ich halt in diesem schönen Land geblieben und habe viele tolle Dinge erlebt und ganz viele liebe Menschen kennen gelernt.

    Mit dem, was jetzt momentan in der Schweiz abgeht und die panische Angst, welche so viele Menschen in ihrem Handeln lähmt, wären mein Auto und ich wohl besser in Griechenland geblieben.

    Mein treues 9-3 Cabrio ist heute in der Garage aus seiner Winterruhe kurz aufgewacht und hat mich noch schläfrig gefragt, wann wir losfahren, denn es hätte da eine stolze 9-5er Limousine, die einem Mann namens George in Sparta gehört, kennengelernt…..

  • Der Bericht wiederspiegelt gut die momentane Situation, danke dafür.

    Und ich möchte eine Lanze brechen für einen roten Saab. Der sieht ganz toll aus und die Felgen sind 1A!

    Rot steht den Saab ja eigentlich nicht so gut. Warum eigentlich? Ich gucke immer wieder die zwei, drei roten 9-5er Kombis an, welche momentan auf mobile sind. Ich finde sie jedesmal wie verlockender. Aber im Moment bekommt lockt ja eine ganz andere Bedeutung…..

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