Bella Italia – ein traumhafter Saab 9000 Aero

Italien, das Land der legendären Automarken. Aber auch das Land der merkwürdigen Gesetze. Fahrzeuge mit mehr als 2 Litern Hubraum konnten früher nicht von der Steuer abgesetzt werden. Das führte zu speziellen Modellen, die es nur für dieses wunderschöne Land gab. Manche davon waren traumhafte Verführungen.

Bella Italia - ein Saab 9000 Aero
Bella Italia – ein Saab 9000 Aero

Bella Italia – filigrane Kunstwerke

Alfa Romeo – die Mutter sagenhafter Motoren – komponierte mit nur 2 Litern Hubraum, einem Turbolader und 6 Zylindern ein Kunstwerk, das es in mehreren Modellen zu genießen gab. Sportwagen Ikone Ferrari domestizierte sogar unglaubliche 8 Zylinder in der 2 Liter Klasse. Heraus kam eine hochdrehende Komposition, welchen den Ferrari 208 befeuerte.

Und die Schweden?

Für Saab war Italien immer wichtig. Der klassische 900 verkaufte sich jenseits des Brenners traditionell gut. Ein Umstand, der vor allem an dem engagierten Importeur lag. Dass der 9000 mit seinen italienischen Genen ebenfalls punkten konnte, versteht sich fast von alleine.

Schwarz steht dem Saab sehr gut
Schwarz steht dem Saab sehr gut

Auf den 9000 mit 2.3 Liter Motor verzichtete man für Italien und auch den V6 bot erst gar nicht an. Die Stückzahlen wären zu gering gewesen. Stattdessen lies man sich für die Kunden jenseits des Brenners etwas Spezielles einfallen. Einen 9000 Aero – mit nur 2 Litern Hubraum. 185 PS Leistung waren für das Saab Leichtgewicht ausreichend. Ein Tempolimit gab es im ganzen Land. Was zählte, das war die Beschleunigung aus mittleren Drehzahlen. Und die war stets eine Saab Domäne.

Bella Italia – Made by Sweden

Der schwedische Italien Aero lieferte Daten, die in den 90er Jahren beeindrucken konnten: Der B204L Motor lieferte 263 Nm Drehmoment bei nur 2.100 Umdrehungen. Die reichten aus für eine Höchstgeschwindigkeit von über 230 km/h.

Die Farbkombination Nero/Nero setzt sich im Innenraum fort
Die Farbkombination Nero/Nero setzt sich im Innenraum fort

In Turin steht eines dieser speziellen Fahrzeuge zum Verkauf. Ein 9000 Aero aus dem Jahr 1995, in einer äußerst stimmigen Farbgebung. Nero/Nero steht jedem Aero gut, die speziellen Sitze und das Interieur des sportlichen Saabs erscheinen in einem sehr guten Zustand.

Kein Wunder, denn laut Angabe des Verkäufers hatte der Schwede in 25 Jahren nur 3 Besitzer.

Speziell für Italien: Aero mit B204L Motor
Speziell für Italien: Aero mit B204L Motor

Diese scheinen das Auto stets gut behandelt zu haben. Wenn die Aussagen stimmen, dann verfügt der 9000 immer noch über den ersten Lack. Nur die Stoßstangen und die Fronthaube wurden nachlackiert. Das spricht für einen Garagenwagen, der sich wenig mit UV Einstrahlung auseinandersetzen musste.

Bella Italia für das tägliche Leben

Der Reiz des Besonderen trifft auf die wenigen Kilometer, die nachweisbar sein sollen. 89.000, Fahrzeuge mit so geringer Laufleistung muss man mit der Lupe suchen. Der Preis für den Italien Aero ist fair.

7.650 € sind nicht spekulativ, sondern dürften sogar zu günstig sein, stimmt seine Beschreibung.

Gutes Design - 16" Felgen
Gutes Design – 16″ Felgen

Der schwarze Italiener könnte heute noch Vergnügen bereiten. Wie der erste Espresso am Morgen, eine Schönheit die Freude auf den täglichen Weg zur Arbeit schenkt.

Die mit wertigen Materialien und ihrem Design erfreut, und die nicht schon vor dem Antritt der Fahrt Bescheid weis, wohin die Reise gehen soll.

Ein Sportwagen mit 4 Türen und, na, nur 4 Sitzen
Ein Sportwagen mit 4 Türen und, na, nur 4 Sitzen

Denn der Weg ist das Ziel und das Leben vermutlich zu kurz, um es mit einem fahrenden Computer zu verbringen, der meint den Weg bestimmen zu müssen.

Mit Bildmaterial von Tomini

28 thoughts on “Bella Italia – ein traumhafter Saab 9000 Aero

  • Ciao, vengo dal Regno Unito, perdona Google Translate! Sto cercando di aggiornare il mio B204E a un B204L: hai menzionato una velocità massima di oltre 230 km / h, ma conosci il tempo 0-100 km / h?

    Grazie

  • @’Ebasil (längst überfällige Assoziation mehrfach hergestellt)

    Das muss ich für mich verneinen. Ich habe Hergé zwar allgemein mehrfach erwähnt, aber eine konkrete Assoziation zu Saab hatte ich erstmalig heute.

    Dass Tom & Blog zu dem Thema bereits in Sondierung sind, kommt mir fast wie Asterix auf Zaubertrank vor, erwischt mich völlig unerwartet und haut mich aus
    den Socken.

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  • Volvaab – Hergés Autozeichnungen

    Als Kind hatte ich auch ganz fasziniert die sehr detailgetreu gezeichneten Autos in der Diktatur “Bordurien” (oder war es doch “Syldavien”?) bewundert, die alle an Kühler und Heck (über dem Nummernschild) mit dem Schnurrbart des Diktators verziert waren (wie sonst auch alles in diesem Balkan-Staat). Das sah höchst stimmig aus und auf so eine herrlich-bekloppte Idee muss man ja auch erstmal kommen! 🙂

  • Tom – Tim und Struppi im (?) / und Saab

    Fantastisch, das wäre die ultimative Kombi!!! Ich bin die zweite von der Spannung Gefolterte!! Hoffentlich werden wir ganz bald erlöst! 🙂

    Wie schön, dass Volvaab und meine Wenigkeit durch das ganze freie Assoziieren in den Kommentaren diese – ja längst überfällige – Kombination schon mehrfach hergestellt hatten. 😉

  • @ Tom,

    gespannt bin ich ja immer, was hier kommt.
    Auch auf die Folter …
    Jetzt (Hergé & Saab) sitze ich auf dem elektrischen Stuhl und im falschen Film. Du bist wahrlich auch ein Folterknecht …

    Genial ! ! !

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  • @Volvaab Driver Tim & Struppi, in dieser Hinsicht habe ich eine kleine Überraschung. Es gibt Saab (xy) + Tim + Struppi im Paket. Ich bin nicht sicher, ob man das auf dem Blog publizieren darf und muss mich erst rückversichern. Bleib gespannt 😉

  • @ Ebasil – Hergé etc.

    Weinrot ist richtig. Übrigens auch insgesamt herrlich, wie Hergé mit Automobilen im “Fall Bienlein” aber auch in anderen Abenteuern von Tim & Struppi umgeht.

    Er muss ein ausgeprägtes Faible für die Automobilität besessen haben. Für das Markenimage, die Eigenschaften einzelner Modelle, Eigenarten und Klischees von Fahrern und Fahrzeugen und Herstellern.

    Wie so oft ist Haddock der Leidtragende. Ihm selbst gelingt es nicht, ein Verdeck zu schließen, bevor der Regen schon wieder aufhört, ihm platzen (Schlauch-) Reifen in der Sonne, klappern die Zähne im Aurelia, werden brennende Kippen aus einem diplomatischen Benz an die nackte Hand geschnippst und Schloss Mühlenhof wird von den Heckflossen eines amerikanischen Straßenkreuzers beschädigt, dessen Fahrer das überdimensionierte Auto nicht im Griff hat.

    Insgesamt kommen US-Cars bei Hergé nicht gut weg, richten Schaden an, werden vom Lancia überholt oder verunglücken samt Bösewicht, kurz bevor sie eingeholt worden wären …

    Schulze & Schultze fliegen fast durch das Textildach einer 2CV, die hinten sehr weit aus und vorne sehr weit einfedert.

    Man könnte endlos so weitermachen. Unter dem Strich steht für mich, dass die Comics von Hergé im Verkehr (auch Busse, LKW, Lokomotiven, Motorräder, Wasserfahr-und Flugzeuge spielen neben Automobilen tragende Rollen) eine sehr starke und bislang weder hinreichend gewürdigte noch angemessen analysierte Komponente haben.

    Aber wie dem auch sei, was Leser dieses Blogs und zugleich Anhänger Hergés wohl am liebsten gesehen hätten, wäre ein Abenteuer von Tim & Struppi, in dem – und sei es am (Straßen-) Rande – auch noch ein Saab aufgetaucht wäre …

    So wie ich den Zeichner & Autor einschätze, hätte er den 900 und/oder 9K sicherlich auch noch in seinem Werk verewigt, wenn sie denn in seine Lebens- und Schaffensphase gefallen wären.

  • ein wirklich schöner 9000, das einzige was ich vielleicht ändern würde wären die orangen Blinker vorne, ich hätte lieber die weißen.
    Hat nicht ein deutschprachiger Leser mit Hilfe eines italienischen Saabblog Leser Lust, diesen außerhalb Italiens zu bringen, wobei ich auch jedem Italiener dieses schöne Auto gönne und dann eine weitere spannede Geschichte wie das Projekt Gentleman daraus zu machen?

  • Volvaab – Hergé, Haddock, der halsbrecherische Fahrer und der herrliche Lancia!

    Wunderbar, danke für diese Recherche! 🙂 Habe gleich geg….lt und ja, sofort sehe ich diese Szenen aus dem “Fall Bienlein” in einem weinroten (?, muss ich nochmal nachschauen) wunderschönen Lancia Aurelia vor mir!! Klasse!! Übrigens sitzt der rasante Fahrer mit einer ähnlich windschnittigen Silhouette in dem Lancia hinterm Steuer, die selbiger von außen hat. Toll gezeichnet, man fliegt fast mit durch die Kurven …

  • @ GP362 & Tim Weber,

    stimmt, zwischen dem 2.3 Turbo und dem 2.3 Ecopower gab es meines Wissens nix und darunter bis mind. 1995 nur die Sauger 2.3 und 2.0.
    Zum Schluss gab es noch einen 2.0 Turbo als Ecopower mit 150 PS, glaube ich.

    @ Hans,

    auf deine Italiener bin ich neidisch. Hätte ich einen davon, würde ich wöchentlich italienische Feinkost kaufen. Kenne einen exzellenten Markt mit Parkplatz vor der Tür. Dort hin im klassischen Lancia, das hätte was …

  • @Tim Weber
    Den B204L gab es in Deutschland nicht, da wurde der 2,3L-Niederdruck-Turbo mit 170PS und 260Nm angeboten. Liegt von der Leistung etwas unter dem B204L, aber eben zu dicht dran und ist vermutlich sparsamer. Ich finde einen 9000CS mit dem spritzigen B204L sehr reizvoll. Wie schon erwähnt, kenne ich diesen Motor aus dem 900 II – klasse!

  • Gab es den B204L mit 185PS in Deutschland denn nicht im 9k? Ich habe ihn ja im 9-3 I und weiß auch, dass er im 900II war bzw daher kommt. Super Motor, meiner hat 320tkm gelaufen und läuft wunderbar.

  • Ich habe vor drei Jahren auch den Schritt gewagt und einen 9000 Aero aus der Region Mailand blind importiert. Das Auto sieht, bis auf die Blinkergläser vorne, exakt gleich aus. Es handelt sich aber um den guten B234R. Der Vorbesitzer war verstorben und hatte den Wagen an die örtliche Polizei vererbt. Die haben den Wagen nur kurz genutzt und dann an den Händler des Vorbesitzers zurück gegeben. So jedenfalls die Geschichte des Händlers. Die leichten Kratzer vom Magnetblaulicht auf dem Dach und die Dokumente lassen die Geschichte insgesamt plausibel erscheinen.
    Der Wagen hat jetzt knapp 100.000km gelaufen und sieht entsprechend gut aus. Der Lack ist komplett original und der einzige Rost war bislang unter dem Heckklappenschloss zu finden.
    Ich kann das also grundsätzlich nur empfehlen, auch wenn ein akuter Wartungsnotstand erst einmal einiges an Geld verschlungen hat. Aber ein derartig umsichtig genutztes und rostarmes Auto konnte man hier einfach nicht finden.
    Für ernsthaft interessierte Personen, der Transport hat 1.100 € gekostet….

  • @Volvaab Driver, Lancia Aurelia, ein wunderbares Fahrzeug! Man schaue sich nur die Preise an die für gute Coupes verlangt und auch bezahlt werden.

    Ich besitze drei Lancia, Appia Lusso, Fulvia Berlina und Delta HF 1.Serie. Ich kann Ihnen versichern, es sind Fahrzeuge die alle ein gewisses Etwas haben, so wie Saab eben auch. Und allen Unkenrufen zum trotz konnten auch die Italiener zuverlässige Autos bauen. Die Fulvia Berlina z.B. ist seit 10 Jahren bei mir und gibt mir keine Probleme. Läuft ganz wunderbar mit seinem kleinen 1300 ccm V4 Motor. Der wäre auch etwas gewesen für in den Saab 96, aber das ist eine andere Geschichte!

    Schönen Sonntag an alle und bleibt gesund!

  • @ Ebasil (Hergé),

    endlich, endlich und im 4. Anlauf (wir hatten das Thema ja schon), habe ich das flotte Auto, dem zum Leidwesen Haddocks und etlichen anderen Randfiguren ein so wundervolles Denkmal gesetzt wurde, recherchiert bekommen …

    Es ist ein Lancia Aurelia B 20 GT.

    Tatsächlich steckte der Aurelia voller Innovationen, technischer Premieren und gilt als Startblock für Lancias Erfolge im Rallye-Sport.
    Lancia selbst genoss damals den Ruf eines Herstellers, bei dem Ingenieure das Sagen hatten und sich frei entfalten konnten.

    Eine ähnliche Sternstunde ist dieser 9K, der hoffentlich trotz Corona und während ich mich mit Autos in Comics und deren genialer Darstellung tröste, einen würdigen Käufer findet.

  • @ Tom,

    das ist interessant. Vielen Dank.
    War 1984 sogar zufällig das letzte Jahr, in dem diese Regel noch Bestand hatte?

  • @Volvaab
    Tempolimit Autostrada, Stand 1984:
    Bis 599 ccm Tempo 90
    Bis 900 ccm Tempo 110
    Bis 1300 ccm Tempo 130
    1300 plus X Tempo 140

  • Volvaab – feine italienische Autos und keine Tempolimits …

    … und da wären wir wieder einmal bei dem maßgeblichen literarischen Zitat “Ich werde Ihnen zeigen, dass italienische Autos und Fahrer sind beste von Welt!” … und der Feststellung, dass das klappernde Geräusch nicht die Ventile, sondern die klappernden Zähne von Kapitän Haddock auf dem Rücksitz waren!

    In diesem Sinne: Schönes Wochenende! 🙂

  • Turbostaat – Italienische Eigenarten

    Sehr verdächtig war mir mein eigener Kommentar. War es Halbwissen und zudem falsch und überinterpretiert? Sieht ganz so aus …

    Das Thema ließ mich nicht los. Heraus kam, dass Maserati unter dem Eindruck der Gesetzgebung (eine Verdopplung der MwSt. für PKW mit mehr als 2,0 Hubraum) den Maserati 420 Biturbo 1981 der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Die Entwicklungszeit habe 3 Jahre betragen …

    Somit ist die Steuer irgendwann vor 1978 auf den Weg gebracht worden, vermutlich im Zusammenhang mit der Ölkrise.

    Dass andere italienische Hersteller schon lange zuvor relativ kleine und feine Motoren bauten, hat mit der Gesetzgebung also nichts zu tun. Es gab viel mehr ein ungeschriebenes Gesetz, nahezu feinmechanisch und kunsthandwerklich vorzugehen, eher aus 2,5 bis 4,2 Litern das Maximum rauszuholen, als einfach größere Motoren zu bauen.

    Da unterscheidet sich der italienische Automobilbau auch vor der Ölkrise spürbar von deren zeitgenössischen Stuttgartern, Nobelbritten und den USA.

    Und es ging spannend weiter. Nach Inkrafttreten der erhöhten MwSt. waren Turbos klar im Vorteil und Saab profitierte. Volvo hatte keine 2,0er im Regal und zog mit eigens für Italien modifizierten und etwas schwächeren Motoren nach. Die Krone holten sich die Italiener aber selbst. Biturbo. Bis zu 100 PS mehr, als der eine oder andere Schwede. Und das in Autos, die Teils unter 1.200 Kg leicht waren. Turbostaat eben, sogar Bi-Turbo …

    Hinweise auf vom Hubraum abhängige Tempolimits, habe ich aber keine gefunden. Außer für kleine Motorräder, was mir auf Anhieb einleuchtet.

    Überladene und kleine Krafträder, die mit unbehelmten Piloten und halbnackten Grazien wild im Wind flatterten, habe ich lebhaft in Erinnerung.

    Ein Tempolimit für PKW je nach Hubraum, kann ich hingegen weder erinnern, noch recherchieren. Und wenn es je eins gegeben hätte, dann sicherlich nicht für 2,0 in einem Ferrari, Maserati, Saab oder Volvo …

    So oder so ein spannendes Kapitel im Automobilbau und diesen 9K hätte ich verdammt gerne ! ! !

  • @Tom
    ja, das wäre auf jeden Fall eine tolle Aktion – ich mag Norditalien – und wenn wir dann noch 9000er mitbringen…. 🙂

  • Das war eine große Überraschung, habe ich ja genau denselben Wagen in Cayennerot, mit Holzarmatur und Holz-Lederlenkrad., auch aus Italien importiert. 2,0 16 Turbo CSE, 185 PS, 1996. Was mich stutzig macht hat der angebotene Wagen aber auch nur 185 PS und hat auf dem Kofferraum das Aero-Emblem. Aero fängt bei mir aber erst ab 220 PS an. Ein echter Aero wird auch im Autoscout.CH angeboten mit 225 PS um CHF 33.500. Er wurde neu aufgebaut und es wurden 60.000 CHF investiert. Bin schon neugierig auf die Fortsetzung vom spanischen Gentleman und hoffe auf ein baldiges Happy-End.

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  • Zum Haare raufen ! ! !

    Wunderschön. Will-haben-Reflex ausgelöst.
    Aber die Geschichte zum Gentleman und Corona ist da vor dem aktuellen Hintergrund immer neuer Höchststände doch sehr abschreckend. Die ist ja auch noch nicht bis zu einer Ankunft in D erzählt …

    @ Ebasil,
    die – meines Wissens inzwischen historische – italienische Regelung kann man natürlich hinterfragen,
    aber sie hatte ihr Gutes. Es sind damals bei Einführung (lange vor dem 9K) sehr feine Motoren entstanden, für relativ kleine, leichte und fahraktive italienische Autos, die heute wie Kunstwerke anmuten.

    Umweltschutz war kein erklärtes Ziel dieser Maßnahme.
    Es ging wohl eher um eine Luxussteuer für Reiche, die größere Autos und Motoren wollten und deren Reichtum zum Teil auf Steuerhinterziehung beruhte. Beim Autokauf konnte man sie bequem zur Kasse bitten – oder hätte können, wenn Ferrari, Maserati & Co dieser Klientel damals keine fiskalisch attraktive und nationale Alternative gebaut hätten.

    Gleichzeitig ergab sich aus der Regelung also zumindest zeitweise ein gewisser Protektionismus für die eigene Autoindustrie, denn für Sportler und Luxuskarossen setzten Hersteller anderer Nationen zunehmend auf Hubraum.

    So ganz nebenbei und am Rande hat vielleicht auch die Umwelt davon profitiert, da kleinere und leichtere Autos mit einem filigranen Motor bei gleicher Fahrleistung in aller Regel weniger verbraucht haben, als die internationale und vergleichsweise grobschlächtige Konkurrenz.

    Ich bin für den italienischen Sonderweg dankbar. Ohne diesen wäre die Geschichte des Automobilbaus um ein Kapitel ärmer. Oder auch um diesen schönen 9K.

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  • @Ebasli Die Aeros haben nur 4 sportliche Sitzmulden. Man hasst sie – oder liebt sie. Hingucker sind sie auf jeden Fall.

    Ähnliche Regelungen gab es in Italien auch auf den Autobahnen – Tempolimit nach Hubraum. Wer mehr hatte, durfte schneller fahren. Ist sehr lange her, ich glaube die Regel gab es bis in die 80er oder 90er Jahre. Heute ist alles anders, Italien heute nach Verbrauch und PS-Leistung. Zusätzlich ist der Sprit recht hoch belastet,

  • @GP362 Ja, die Fragen stellen sich. Ich denke, der Blinker ist durch Demontage/Montage bei Lackieren in die Position gerückt. Zumindest wäre das eine Erklärung. Die Reserverad-Mulde ist merkwürdig. Könnten die Fotokünste sein – oder was auch immer. Ein Kurztrip nach Turin wäre toll – ich wäre dabei und würde mich freuen – wären die Zeiten besser.

  • Ein Traum – und völlig gemein den hier zu präsentieren! Wie kommt man aktuell nach Turin und ohne Probleme zurück?

  • Noch etwas zum Dazulernen – auch mein aus Griechenland importierter 9-3X, über welche wir ja gestern ausführlich lesen konnten, ist nach Umschreibung auf die deutsche Zulassung nur ein Viersitzer. Keine Ahnung, ob die für den deutschen Markt produzierten XWDler eine Zulassung für fünf Personen hatten, vielleicht weiß ja Tom (oder das Web) mehr darüber 🙂

    Die Beschränkung auf vier Sitzplätze ist im Prinzip auch konsequent, denn hinten in der Mitte zu sitzen ist nur auf kurzen Strecken und für kleinwüchsige Personen zumutbar, richtig entspannt sitzt man dort nicht.

    Dieser spezielle 9000 ist schon ein echter Hingucker, und ein Schnäppchen dazu. Manche Wünsche müssen eben einfach unerfüllt bleiben…

  • Ohne Zweifel ein toller 9000!
    Ein Fragezeichen habe ich allerdings beim Blinker VR und der Reserveradmulde?! Muss man in Natura sehen – und da sind wir wieder bei dem C-Problem. Kein Barcelona, kein Italien 🙁
    Ich habe schon länger ein Auge auf die italienischen 9000er geworfen, die es in D leider nicht gibt. Genaugenommen seit ich den 900 II mit dem B204L habe. Der macht richtig Spaß, ein Turbo vom alten Schlag.
    Eine Alternative wäre noch einen 2,0t mit diesem Steuergerät und APC aufzurüsten, ist ja der gleiche Motor. Aber auch das ist sicher nur in Italien erhältlich…

  • Man lernt ja nie aus! Wieso hat dieser 9000er nur vier Sitze? Die sehen aber sehr luxuriös und nach “Staatskarosse” für ein höchst entspanntes Reisen einer Vierer-Gruppe aus. Tolles Leder!

    Die Idee, bei den – von allen Steuerzahlern mitfinanzierten – Dienstwagen eine Grenze nach oben zu setzen, finde ich gar nicht so schlecht, damit nicht, wie hierzulande, Luxuskarossen einiger Weniger von anderen bezahlt werden müssen. Auch aus Umweltgründen keine schlechte Idee. Allerdings dürfte da der Hubraum insoweit der falsche Ansatz (gewesen) sein. Besser vielleicht beim Preis, dem Verbrauch, dem Schadstoffausstoß oder jedenfalls bei den PS eine Grenze setzen? Hat Italien jetzt noch ähnliche Regelungen?

    Allen Saab-Freunden ein schönes Wochenende!

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