Ein Denkmal für den Rallye Sport – Master of the Wheel Teil 2

Im Jahr 1991 drehte Saab die Fortsetzung zu Master of the wheel. Zwei Jahre waren seit dem ersten Film vergangen, aber die Geschichte blieb unvollständig. Sie fertig zu erzählen war eine gute Entscheidung. Auch im Rückblick. Denn der zweite Teil setzte der Rallye Historie von Saab ein Denkmal.

Geheim! Die Rally Abteilung schiebt einen Saab 99 EMS aus der Halle!
Geheim! Die Rally Abteilung schiebt einen Saab 99 EMS aus der Halle!

Der Film beginnt da, wo Teil 1 endete. Eric Carlsson war Vergangenheit und zog sich vom aktiven Geschehen zurück. Neue Fahrer wie Simo Lampinen, Per Eklund und Stig Blomqvist betraten die Bühne. Sie waren würdige Nachfolger, auch wenn ihre Legende eine ganz andere ist.

Die Gegner sind Lancia Stratos und Porsche 911

Mit dem Ende von Eric Carlssons aktiver Laufbahn kam auch die Zweitakt-Ära zu ihrem Ende. Der V4 Viertakt Motor zog in der Stallbacka ein und wurde Rallye tauglich gemacht. Das Motorsport-Department holte alles aus dem Antrieb, was zu bekommen war, am Ende waren es sogar mehr als 140 PS. Beachtlich, und doch fuhr Saab stets gegen Mitbewerber, die erheblich besser motorisiert waren.

Der kleine Saab 96 kämpfte gegen Porsche 911, Fiat 131, und Lancia Stratos, den Platzhirschen der Szene. Oft gewann er, aber nicht immer. Es zeichnete sich mehr und mehr das Ende ab. Der V4 Motor war komplett ausgereizt, die Zeit reif für einen Wechsel. Der Saab 99 betrat die Bühne und mit ihm die sportliche EMS Version. Die Rallye Abteilung verpasste ihm einen Zylinderkopf mit 16 Ventilen, zum ersten Mal in einem Saab. Mit 220 PS war Saab nun wieder auf Augenhöhe mit den Großen im Rallye Sport.

Ein letztes Mal Geschichte schreiben

Nach dem 16-Ventiler kommt der Turbo, und die ersten Resultate waren vielversprechend. Ein allerletztes Mal schreibt man Geschichte. Als weltweit erstes Rallye Auto mit einem Turbo Motor gewinnt der 99 einen Lauf der Rallye World Championships. Ein weiterer Meilenstein! Doch die Zeiten änderten sich und die Epoche der getunten Serienfahrzeuge im Rallye Geschäft driftete unweigerlich ihrem Ende entgegen. 1980 war es so weit und das Ende aller Motorsportaktivitäten von Saab war die Folge. Mit dem geringen Budget, das stets einen Bruchteil der großen Marken betrug, war das zukünftige Engagement nicht mehr finanzierbar.

Spezielle Rallye Boliden wie der Lancia Rally 037 betraten jetzt die Bühne, nach ihnen kamen die Quattros von Audi. Aber das ist eine komplett andere Geschichte.

Für Saab ging eine Epoche zu Ende. Die Rally Abteilung wurde 1980 aufgelöst, die Marke hatte über Jahrzehnte viel von ihr profitiert. Der erste 16 Ventil Motor entstand dort, früh wurde mit dem Turbo experimentiert. Was im Motorsport gut und haltbar war, das floss später in die Serie ein. Die Geschichte war damit eigentlich fertig erzählt, aber nicht ganz.

1986 flogen drei Saab 9000 über den Talladega Speedway in den USA. Sie stellten neue Rekorde auf und brachten Saab viel Aufmerksamkeit. Ohne die langjährige Motorsport-Erfahrung der Rally Veteranen im Hintergrund wäre dieser Triumph nicht möglich gewesen. Ein letztes, versöhnliches Nachspiel.

Was bleibt am Ende? Die Erinnerung an eine großartige Marke, an Helden hinter dem Lenkrad, die ohne Computerhilfe mit kleinen, engen Autos von Sieg zu Sieg fuhren. Eine vergangene Zeit, die nicht besser, aber irgendwie ehrlicher war. Als die Kleinen noch die Chance hatten gegen die Großen zu punkten und Perfektion nur die langweilige Schwester von Spannung war.

3 thoughts on “Ein Denkmal für den Rallye Sport – Master of the Wheel Teil 2

  • Was ein super Zusammenfassung, von Teilnahmen von Saab im Rally-Sport, gibt diese Video.
    Danke dafuer.

  • … 250 healthy HP in a Saab 99.

    Zur Einordnung: Die dt. Motorpresse hat noch Dekaden später 240 PS in einem sehr schweren Porsche mit nur 4 Sitzplätzen bejubelt (Panamera Diesel). Der Einstieg mit Benzin lag bei 300 PS trotz mehr Zylindern und Hubraum auch nicht viel höher.

    Wenn ich mir einen der drei aussuchen dürfte, um damit einen Tag lang Spaß auf (gesperrten) Strecken meiner freien Wahl zu haben, was würde ich wohl wählen?

    Richtig, es wäre ein schwerer Porsche auf einer langen, asphaltierten, geräumten, trockenen und dreispurigen Geraden.

    Wer bitte wollte sich mit einem 99 und 250 PS auf Schotter, Schnee und im Sandkasten vergnügen,
    wenn es so dermaßen aufregende und über alle Maßen spannende Alternativen gibt ? ? ?

    2
    3
  • Es ist wirklich unglaublich was diese kleine Firma zu leisten in der Lage war! Mit den richtigen Leuten an Bord hätte Saab……
    Ihr wisst schon!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.