Ist er schick? Ein Saab Cabriolet mit weniger als 10.000 Kilometern!

Das ist der Stoff, aus dem automobile Träume sind. Ein Saab Cabriolet, kaum Kilometer, eine gute Ausstattung. Da könnte man schwach werden. Denn dieser offene Saab ist definitiv kein schnöder Gebrauchtwagen. Er versprüht das Flair eines Neuwagens und er verspricht viele Jahre Fahrfreude.

Selten - ein 9-3 Jubiläumscabriolet
Selten – ein 9-3 Jubiläumscabriolet

Saab Cabriolets sind wertstabil

Eines kennen Saab Cabriolet Fahrer so gut wie nicht. Das Wort Wertverlust. Ein offener Saab ist wertstabil, wenn man das richtige Modell und das passende Baujahr fährt. Noch niemals im Tal der Tränen befand sich die zweite Ausgabe des 9-3. Zwar sind die ersten Baujahre nicht ganz so begehrt wie späteren Versionen, aber auch hier gibt es kleine Unterschiede.

Wie es am Göta Älv üblich war, pflegte Saab die Modellpalette in penibel abgestimmten Dosierungen. Das hier gezeigte Cabriolet ist eines der gesuchten Zwischenmodelle. Das Außendesign entspricht der dezenten, ursprünglichen Form. Im Innenraum ist aber das aufgeräumte Armaturenbrett verbaut. Es beendete den Krieg der Knöpfe im 9-3, was damals bei einigen Fans bedauert wurde.

Noch wichtiger aber war die Technik dahinter. Das alte Bussystem flog aus, Konzerntechnik ein, der Saab entledigte sich seiner Kinderkrankheiten. Zusätzlich gab es weitere Maßnahmen, welche Qualität und den Geräuschkomfort verbesserten. Ab dem Modelljahr 2007 gilt der 9-3 als so richtig gut, wobei die Vorgänger nicht schlecht waren.

Ein Saab 9-3 Jubiläumsmodell

Im Jahr 2007 feierte Saab Geburtstag. 60 Jahre Autos aus Trollhättan, da gab es wieder Geschenke für die Fans. Saab 9-5 und 9-3 wurden als Jubiläumsmodelle angeboten, dieses Cabriolet ist eines davon. Leicht zu erkennen an den speziellen Felgen, dem Saab Schriftzug eingeprägt in die Bi-Color Ledersitze, und der kultigen Eisblauen Lackierung.

Für den Antrieb sorgt der 175 PS starke 2 Liter Turbo. Einer der empfehlenswerten Motoren für das Cabriolet, der stark und trotzdem genügsam ist. Mit ein wenig Aufwand kann er dem Saab Flügel verleihen, er ist die optimale Basis für die Hirsch-Leistungssteigerung. Aus 175 PS zaubert der frühere Saab Werkstuner 195, aus 265 Nm macht er 310.

Damit bleiben keine Leistungswünsche mehr offen, zusätzlich sinkt durch die optimierte Motorsteuerung der Verbrauch. Eine Empfehlung wäre die Leistungskur aus der Schweiz auf jeden Fall, denn sie stimmt auch das automatische 5 Gang Getriebe harmonischer ab.

Warum gerade dieses Cabriolet?

Weniger als 10.000 Kilometer sind eine Rarität. Die Ausstattung als stimmig zu beschreiben wäre zu wenig. Als Jubiläums-Modell ist der offene 9-3 natürlich eine ganz besondere Verlockung. Wenn man die Automatik mag, und es spricht wenig gegen sie, dann findet sich kein Detail, das gegen diesen Schweden aus dem Magna Werk in Österreich sprechen würde.

Denn auch die kleinen, feinen Nebensächlichkeiten stimmen. Die Turbonadel im Armaturenbrett zum Beispiel. Sie ist bei den Aero Modellen immer dabei, bei den Basisversionen fehlt sie. Und wird von den echten Fans mit weinendem Herzen vermisst.

Der Saab steht in Hilden zum Verkauf. Bliebe nur noch die Sache mit dem Preis. Fast 30.000 € kann auf den ersten Blick für Herzrasen sorgen. Ist aber ein nicht ganz ungewöhnlicher Preis, wenn man das gültige Preisniveau näher beleuchtet. Verhandeln kann man ja immer noch. Und was ist schon Geld, wenn man dafür ein Jubiläums-Modell von Saab fahren darf?

Bilder: AG Autopark Hilden

13 thoughts on “Ist er schick? Ein Saab Cabriolet mit weniger als 10.000 Kilometern!

  • Zahlenspiele

    Vorweg, für 30 K finde ich ihn auch zu hoch angesetzt und das sagte ich schon so oder so ähnlich.
    Aber wie Alter Schwede richtig schreibt, kosten solche Autos mit 100- bis 150-tausend noch immer um 10 K.

    So oder so ähnlich sehe ich das auch für dieses Saabrio. Genau dort könnte er mit der selben Laufleistung einmal landen. Dann hätte man einen Wertverlust von 15 bis 20 Cent je Kilometer – und das ist das Negativszenario.

    Weniger ist durchaus möglich. Das Maximum (20 Cent) ist gesetzt. Dafür müsste man das Fahrzeug unverhandelt kaufen und mit 150-tausend für 0 € wieder verkaufen.

    Man darf also hoffen, dass es auch günstiger geht.

  • Ich mag mich (gerne) täuschen, aber ich glaube nicht das der Wagen, so schön er auch ist, den geforderten Preis Wert ist. Ich glaube auch nicht das er eine solche Begehrlichkeit als Sammlerfahrzeug auslösen wird das in jemand eingeschweißt in eine Halle packt. Diese Modelle sind zum fahren und genießen da, ob nun täglich oder als Saisonfahrzeug, egal. Sie gehören auf die Straße! Und da geht auch eine mit 100 und 150 Tsd KM, für knapp unter 10 Scheinen.

  • @ Ken-Daniel S & saab_owl,

    die Argumente verstehe ich nicht. Warum ist der Preis ein Grund, diesen Saab nicht zu fahren?
    Müsste man dann nicht nahezu jeden Neuwagen, jede Tages- und Kurzzulassung wegstellen?

    Die sind doch großteils deutlich teurer und werden trotzdem gefahren. Und sie verlieren aller Regel nach auch im Stand an Wert, weshalb ja auch kaum jemand auf die Idee käme, sie wegzustellen …

    Vielleicht ist das bei diesem Schmuckstück potentiell ein wenig anders? Vielleicht. Aber seine relative Seltenheit und Exklusivität ermöglichen eben auch viele Kilometer mit einem vergleichsweise geringen (!) Wertverlust.

    Das kann kaum ein Audi, BMW oder was auch immer sonst noch ohne Limit aktuell vom Band läuft und spricht doch eher für ein Fahrvergnügen – ein relativ preiswertes noch dazu …

    Was ich auch nicht verstehe ist, warum man – wenn man ihn wegstellen wollte – die Betriebsflüssigkeiten ablassen sollte? Ich dachte immer, man macht es umgekehrt, füllt alles bis Oberkante Unterlippe, damit Kondensation und Rost möglichst wenig (Spiel-) Raum haben?
    Und dass man erst bei Inbetriebnahme wieder alles ablässt und gegen frische Betriebsflüssigkeiten tauscht.

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  • @Ken-Daniel S
    Genau dieser Aspekt treibt mich auch um. Ein Einsatz als daily driver ? Zu diesem Preis sicher undenkbar. Als Saisonfahrzeug ? Da wäre sicher ein gepflegtes Exemplar mit “normaler” Zweit-/Drittwagenfahrleistung um die 100 TKM die bessere Wahl. Wer Zeit hat, findet immer mal wieder solche Exemplare. Daher könnte ich mir nur vorstellen, ein solches Exemplar fachgerecht einzulagern, alle Flüssigkeiten ablassen, temperierter Stellplatz – für einen ganz besonderes Ereignis. Vielleicht stellt sich jemand so ein Fahrzeug weg für den 17./18. Geburtstag seines Kindes ? Aber wer weiß, was sich die Politik in den nächsten Dekaden an Schikanen ausdenkt und schlimmstenfalls eine Wiederzulasung unmöglich macht. Schwierig…

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  • Wenn ein Auto so wenig Kilometer hat, dann würde ich ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn ich damit mehr als 3000km im Jahr fahre, obwohl man eigentlich mehr fahren will weil es so Spaß macht

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  • Leider werden immer wieder die Sondermodelle durcheinander gebracht. Hier mal ganz offiziell, da ich beider Kataloge vor mir liegen habe, die Richtigstellung, Tom liegt hier absolut richtig. Ich beschränke mich mal auf das 9-3 Cabriolet. Die Sondermodelle “60 Jahre Saab Automobile” für das Modelljahr 2007 gab es in folgenden Metallicfarben : Iceblue, Silber, Pergament, Saphirblau, stahlgrau, jetblack, rauchgrau. Ein Jahr zuvor gab es das Sondermodell “Anniversay 2006” mit den drei Farben Electricblue, Jetblack und Pergament. Wer noch Fragen zu den Sondermodellen hat, darf sich gerne melden.

  • Das Cabrio ist Hammer, ohne Zweifel. Der Preis auch……

    Das Bonmot “sportlicher Preis” ist jetzt schon oft gefallen. Ist der Preis sportlich oder doch eigentlich ziemlich unverschämt?
    Wer könnten denn die potenziellen Käufer sein? Die Meute der Schnäppchenjäger? Die Grossfraktion der Leasingnehmer? Oder gar der coole Jungfahrer? Ich denke wohl eher nicht. Und Hand aufs Herz, wer kauft sich heute noch einen Saab ohne Saab Freak zu sein? Eben. Und bei den Saab Freaks ist es doch so, es stehen nicht Ein oder Zwei im Stall, nein oft sind es vier, fünf oder mehr Autos. Braucht es jetzt da unbedingt noch einen? Die meisten werden jetzt sagen, eher nein.

    Ist es nicht so, dass der Saab Stern mehr und mehr am verblassen ist? Das “ja aber” überwiegt doch und man kauft dann eher nicht, ohne halt je zu erfahren wie unglaublich toll es ist einen Saab zu fahren. In meinen rund 20 Jahren als Saab Fahrer konnte ich zwei Kollegen auf Saab bringen. Viele haben sich interessiert gezeigt und am Schluss dann doch einen, na ja, ihr wisst schon, gekauft.

    Ich denke die Luft für den Verkauf dieses schönen Cabrios ist sehr dünn. Wir werden sehen und ich bin der letzte der sich nicht freuen würde wenn der 93er in gute Hände kommt.

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  • 3 Fotos, 3 Farben

    Rätsel gelöst. Danke, Saabantium. Schick ist er. Wertstabil? Eher jein. Hängt von seiner kommenden Nutzung ab. Auch in einer Sammlung ist er wohl eher kein Anlageobjekt mit Rendite.
    Was ich sehe, ist ein cooles Auto, das man entsprechend gepflegt mit geringem Wertverlust fahren könnte und auch sollte. Wäre doch schade, wenn nicht …

    Und ich finde den Preis auch sportlich. Ganz egal, wie gut und fachgerecht er bislang gelagert wurde, Autos altern auch im Stand und ohne Salz, Wasser, UV, Kälte, Hitze oder was auch immer.
    Es reicht ja leider schon, dass Weichmacher sich aus Kunststoffteilen verflüchtigen. Eine Dampflokomotive war leichter zu konservieren.

    Gut verhandelt sehe ich in dem Angebot ein ganz phantastisches Auto, das man mit geringem Wertverlust und großem Vergnügen fahren kann. Das ist schon auch eine spannende Option.

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  • Schöner Wagen und sportlicher Preis….eher ein Wagen für eine Sammlung
    und laut VIN Decoder ist die Farbe ‘Ice Blue’

  • @Ebasli – Ich glaube Dir. Habe aber in der Erinnerung, und bin mir sehr sicher, dass alle Farben bestellbar waren. Und das Eisblau die Sonderfarbe für die Jubiläumsmodelle war. Denn ich hatte damals einen 9-5 Biopower Anniversary in Eisblau bestellt. Aber nie bekommen, was eine andere Geschichte ist.

  • Tom – Farbe

    Ich habe noch den damaligen Werbeprospekt hier, wonach es das Anniversary Modell 2007 nur in Electric Blue und zusätzlich für die Farbmuffel in Schwarz gab. Soll ich den mal scannen und mailen?

    Zu erkennen ist es auf dem Foto allerdings wirklich schwer bis fast gar nicht, es sieht heller aus als die Farbe in Wirklichkeit ist.

    LG

  • @Ebasli – Ich bin mir mit der Farbe nicht sicher, war es auch nicht beim Schreiben des Beitrags. Die Bilder sind nicht optimal – die Lichtverhältnisse variieren. Ice Blue erschien und erscheint mir wahrscheinlich.

  • Definitiv SEHR schick! Ich habe damals ein solches Jubiläumsmodell Probe gefahren, mir dann aber den Neuwagen in dem etwas dunkleren “Saphirblau” (auch eine tolle, leider sehr seltene Farbe) bestellt, das mir besser gefiel. An der 2007er Zwischenversion mit dem bedienungsfreundlicheren und m.E. auch hübscheren, weil besser strukturierterem Innenraum hatte ich viel Freude! Dem neuen Besitzer dieses seltenen Schmuckstücks wird es ganz sicher auch so gehen!

    Ich bin mir – als größter Fan der Farbe Blau 🙂 – allerdings sehr sicher, dass dieses Blau der Anniversary-Modelle “Electric Blue” hieß. Das “Ice Blue” war deutlich heller – siehe das vor ein paar Tagen hier vorgestellte Cabrio des Lesers Michael B. mit dem großartigen hellblau-grünen Foto.

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