Traumauto in der Schweiz. Saab 9-4x in Mooreland Bronze!

Die Saab 9-4x Story ist höchst spannend. Nur 673 Stück wurden in Mexiko in einer Kurzzeitproduktion gebaut. Nicht alle kamen in Kundenhand. Ein großer Teil verschwand in den Weiten der GM Galaxie, die Fahrzeuge entsorgte oder intern zum Verbrauch freigab. Dadurch wurde der Bestand noch weiter limitiert. Fast zwangsläufig gibt es daher viele Einzelstücke und Farbkombinationen, die es nur ein oder zwei Mal auf der Welt gibt. Nicht ganz so rar ist der 9-4x 3.0i, der in der Schweiz angeboten wird.

Schweizer Traumauto, ein Saab 9-4x
Schweizer Traumauto, ein Saab 9-4x

Zwar sind in der Eidgenossenschaft tatsächlich nur zwei identische Exemplare bekannt, die 2014 bereits kurz gesichtet wurden, aber dann wieder verschwanden. Von den Bändern liefen aber 65 in diesem Farbton und damit 10 % aller jemals hergestellten 9-4x. Eine genaue Aufstellung der gebauten Fahrzeuge liefert der Production Report von Michèl Annink.

Ein Traumauto mit sehr wenigen Kilometern

Auch etliche Jahre nach dem Ende der Produktion bleibt der 9-4x ein Traumauto für die Fans. Wie fast immer bei kleinsten Auflagen ist er stabil im Preis. Ein sicheres Investment und in Zeiten der SUV Flut ein äußerst individuelles Fahrzeug in seiner Gattung. Angenehm zu fahren, auch heute noch mit einem schönen V6 Motor. Das Angebot aus der Schweiz ist bemerkenswert, da es gerade einmal 15.000 Kilometer auf dem Zähler hat. Für Saab Verhältnisse  schon fast unglaublich, eine Art Vorführwagen,  der schon 2011 produziert wurde. Der Kaufpreis von 25.000 CHF ist für einen 9-4x nicht zu hoch, Interessenten in der Europäischen Union müssen aber mit zusätzlichem Zoll und Mehrwertsteuer kalkulieren. Der 3.0i Basismotor reicht völlig aus und macht aus dem Saab einen angenehmen Reisebegleiter.

Viele Verschleißteile sind, da sich der 9-4x Basis und Produktionsstandort mit dem Cadillac SRX teilt, günstig zu erhalten. Spezifische Teile sind rar, schon aufgrund der geringen Stückzahlen. Hier kümmern sich seit Jahren das Saab Zentrum in Kiel mit Markus Lafrentz um Nachschub,  und sie tun dies mit Erfolg.

Saab 9-4x, der zweite Versuch

Was viele Saab Fans nicht wissen, der 9-4x ist nicht der erste seiner Art. Ich schreibe hier auch nicht über den 9-7x, der für das erste Saab SUV überhaupt gehalten wird. Aber vom 9-4x gab es einen Vorgänger, der seine Plattform und Technik ebenfalls mit dem Cadillac SRX gemeinsam hatte. Dessen 1. Generation kam 2003 auf dem Markt und wurde eines der beliebtesten SUV in Amerika überhaupt. Die zweite Generation ab 2010 setzte den Erfolg fort und teilte sich für einige Tage die Bänder in der mexikanischen GM Fabrik mit seinen schwedischen Verwandten.

Nur den 9-4x der 1. Generation, entwickelt unter dem Saab Projektcode 265,  hat man nie gesehen. Sie wurde 2002 kurz vor Produktionsstart auf Anordnung von GM zurückgezogen und verschwand für immer in der Versenkung.

10 Gedanken zu „Traumauto in der Schweiz. Saab 9-4x in Mooreland Bronze!

  • In der Anzeige wird er als XWD beschrieben.

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  • Der letzte Absatz ist gut geeignet, mir die Laune zu verderben …
    Trotzdem Dank auch für die Zeilen zum Unverwirklichten.

    Es gibt wohl keinen 2. Konzern in dieser Branche, der seine eigenen Marken so eifersüchtig, misstrauisch und auch missgünstig behandelt hätte, wie GM.

    Man stelle sich vor, der VW-Konzern würde Skoda und Seat bestimmte Modelle, Plattformen und Motoren, den Zugang zu Märkten und finanzielle Mittel verweigern, weil ansonsten schwarze Zahlen, Wachstum und Gewinne drohen würden. Undenkbar.

    GM hat dieses Kunststück wiederholt mit mehreren Marken vollbracht. Ist ja auch eine Art, sich gesund zu schrumpfen …
    Wer klein genug oder gar komplett verschwunden ist, bietet auch keiner Krankheit mehr Platz. Möge GM diesen Weg konsequent und zügig gehen. Ich werde sie nicht vermissen.

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  • Deswegen kommt mir NIE erwas aus der GM Welt ins Haus. Ehr gehe ich zu Fuß oder nehme ein Fahrrad.

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  • Tom, genau diese Berichte sind es warum ich sehr gerne jedes Jahr den Blog unterstütze. Kommentare zu nicht bekannten/produzierten Modellen (irgendeine Chance da mehr zu erfahren?). Wieder mal einen Link über den Blog Tellerrand hinaus zu dem Production Report.

    Chapeau

    Und ja, ich habe es erfolgreich geschafft, meinen 9-4X, AERO, XWD, Vollausgestattet mit allem was es seinerzeit gab und mit 40TKm ebenfalls mit kleiner Laufleistung im vergangenen Jahr NICHT zu verkauft zu bekommen. Das hätte ein weinenedes und lachende Auge bedeutet. Jetzt ist er raus aus der Verkaufsidee und bei mir bleiben zwei lachende Augen und freue mich auf die nächste Ausfahrt mit einem doch sehr sporadisch auftauchenden Fahrzeug.

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    • Projekt 265 ist für mich bisher terra igocnita. Ob dazu was kommen wird, wage ich nicht zu versprechen. Aber ein anderes geheimes und nie realisiertes Saab Projekt, dem ich Jahre völlig ohne Erfolg hinterherlief, klärt sich auf. Schwedische Dokumente liegen auf dem Schreibtisch, ich übersetze fleißig. Es geht also immer irgendwie weiter, man muss nur hartnäckig bleiben.

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  • Der letzte Hinweis macht in der Tat traurig, wundert mich bei GM aber in keiner Weise. GM hat es nur seiner unglaublichen Größe in den Staaten zu verdanken überhaupt noch existent zu sein. Und sicherlich auch der simpel denkenden US Kundschaft. Gibt es denn Zeichnungen von dem nie gebauten “Vorgänger”?

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  • Der Saab 9-4x hätte in der Anfangszeit des SUV-Booms wirklich noch mal eine Trendwende bewirken können – schade, dass ihm diese Chance verwehrt blieb!

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  • Der 9K bekommt einen Nachfolger! Limo, Fließheck, Kombi und Coupe… gebaut wird er mit Koenigsegg in der Saab-Fabrik und die SAAB AB gibt den Namen für das Projekt frei!
    Sorry Tom wenn ich etwas verraten habe, dich das musste raus. 🙂

    Schöne Ostern Euch allen… Ciao Alex

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  • Ich würde da einen Zusammenhang zwischen Projekt 265 und dem Saab 9-7x vermuten. Möglicherweise hat das Projekt-Controlling bei der wahrscheinlich relativ teuren Cadillac Plattform und vermutlich niedrigen prognostizierten Stückzahlen der Saab-Variante keine gute Gewinnmarge gesehen, was mit einer günstigeren Plattform schon besser ausgesehen haben dürfte.

    Als dann irgendwann klar war, dass der Chevrolet Trailblazer Bruder Oldsmobile Bravada wegen der Einstellung der Marke Oldsmobile auslaufen würde, hat man wohl die Chance gesehen, Projekt 265 auf eine günstigere Plattform umzubiegen und die bestehenden Oldsmobile-Fertigungskapazitäten weiter auszulasten und damit insgesamt Kosten zu sparen.

    Ob das erfolgreich war, müsste man GM fragen, aber selbst die wissen das wohl nicht wirklich, da sie nur Prognosen mit echten Zahlen vergleichen können. Das waren vielleicht schon die ersten Rückzugsgefechte zur Insolvenzvermeidung, von denen wir allerdings definitiv wissen, dass sie nicht erfolgreich waren.

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