So reagieren Volvo, Scania, NEVS auf die Corona Krise

Das Coronavirus breitet sich auch in Schweden rasant aus. Scania, Volvo und NEVS reagieren darauf. Während die großen Hersteller ihre Fabriken schließen und tausende Mitarbeiter in die Zwangspause schicken, beschreitet NEVS einen ganz anderen Weg. Es bietet erstmals schwedischen Bürgern eigene Dienstleistungen an und verrät etliches über die Pläne für das Jahr 2020.

Corona Krise in Schweden

Scania wird in der kommenden Woche die Produktion in allen schwedischen Werken einstellen. Das Unternehmen gehört mit rund 9.000 Mitarbeitern zu den großen Arbeitgebern im Land. Betroffen sind die Fabriken in Södertälje, Oskarshamn und Luleå. Der Stopp soll für vorerst 2 Wochen gelten. Hauptgrund ist ein Mangel an Komponenten durch unterbrochene Lieferketten,  berichtet der Sender Sverigesradio. Die Schließung wirkt sich auf die geschätzt 500 bis 600 Lieferanten in Schweden aus. 40- bis 50.000 Mitarbeiter dieser Firmen dürften zusätzlich in den Zwangsurlaub gehen.

Volvo Cars fährt währenddessen nach langem Stillstand die Produktion in den vier chinesischen Werken langsam wieder hoch. Anders entwickelt sich die Lage in der Heimat. Das schwedische Hauptwerk auf Hisingen und das Motorenwerk in Skövde werden ab Montag bis zum 14. April schließen. Betroffen sind 25.000 Mitarbeiter. Die Corona Krise macht auch vor dem Standort in Belgien nicht halt. Das Werk in Gent schließt aufgrund eines zunehmenden Mangels an Personal seine Tore.

Mit 25.000 Mitarbeitern ist die AB Volvo der größte Arbeitgeber in Schweden. Der Hersteller von Nutzfahrzeugen hat seine 4 französischen Fabriken bereits geschlossen. Am kommenden Montag wird die LKW Produktion in Tuve, nördlich von Göteborg, heruntergefahren. 1.500 Mitarbeiter sind betroffen, der Stillstand ist für zunächst mindestens 15 Tage geplant. Weitere Stilllegungen sind noch nicht veröffentlicht, sie werden aber auch nicht ausgeschlossen.

Mobility Service von NEVS zur Corona Krise

Einen anderen Ansatzpunkt zur Bewältigung der Corona Krise hat NEVS. Der Mobilitätsdienstleister lanciert überraschend in der schwedischen Hauptstadt erstmals einen Car-Sharing-Service. Die Dienstleistung wurde um einige Monate vorgezogen, die App für den Mobility Service ist national zum Download im Apple Store und bei Google Play verfügbar. Der Service richtet sich an Autobesitzer in Stockholm, die ihre Fahrzeuge für Car-Sharing freigeben wollen, und an Menschen, die nicht auf den öffentlichen Nahverkehr zurückgreifen wollen und kein Auto besitzen.

NEVS hält diese Personengruppe mobil und erspart ihr das Risiko der Ansteckungsgefahr in öffentlichen Verkehrsmitteln. Über die Mobilität-App werden Treibstoffkosten, Maut und Versicherung abgerechnet. Zusätzlich versorgt der Anbieter die Teilnehmer fürsorglich mit Desinfektionsmittel für die Fahrzeuge. Für NEVS steht dahinter viel mehr als ein spontaner Beta-Test. Die App ist ein Bestandteil des zukünftigen Mobilitätskonzepts. Das Unternehmen plant zum Ende des Sommers die Einführung eines autonomen Elektroautos in der schwedischen Hauptstadt, weitere europäische Städte sollen folgen.

In Trollhätten arbeitet man mit Hochdruck an einem Robotertaxi, das auf dem 2017 vorgestellten InMotion Concept basiert. Zurück in der Stallbacka ist für dieses Projekt Designer Simon Padian, der die letzten Fahrzeuge von Saab wie den 9-4x und den 9-5 gestaltete. Er ist federführend am Robotertaxi Projekt beteiligt.

4 thoughts on “So reagieren Volvo, Scania, NEVS auf die Corona Krise

  • Von jeder Hoffnung würde ich abraten. Padian arbeitet nur Projekt-bezogen in der Stallbacka und der Kurs von NEVS geht eindeutig in Richtung Mobilitätsdienstleister.

  • @ Schwarzer Saab,

    interessant ist die Frage, wer oder was NEVS außerhalb der Corona-Zeit tatsächlich oder vermeintlich von was auch immer abgehalten haben sollte ? ? ?

    Da hat jetzt eine Praktikantin eine APP auf ihrem Smartphone erstellt, mittels derer ein paar Menschen in den wenigen und kleinen Ballungsräumen Schwedens ihre alten Autos (von denen kein einziges ein NEVS ist) miteinander teilen könnten, wenn sie das überhaupt wollten …

    WOW.

    Wenn das schon alles ist, dann ist NEVS weder ein Automobilhersteller, noch ein Mobilitätsdienstleister. Aber in den Zeiten von Corona braucht es ja auch nicht mehr viel, um positive Schlagzeilen zu generieren. Kostenloses Klopapier für Mitarbeiter hätte es auch getan.

    Aber das wäre viel zu analog und auch viel zu anal gewesen. Da ist es total genial und digital, wenn man stattdessen die Funkstille und Produktionspausen verantwortungsbewusster Unternehmen ausnutzt, um endlich mal wieder ein oder zwei Zeichen zu setzen.

    Und wenn man sonst nichts zu bieten hat, dann stürzt man sich eben auch auf solche Optionen …

    Dear NEVS,
    shame on you ! ! !

    9
    3
  • Lässt die Rückkehr von Simon Padian vielleicht noch ganz andere Hoffnungen zu??? 🙂 Oder sind das nach über acht Jahren bloße Luftschloss-Phantasien?

    2
    2
  • Ein Lebenszeichen von NEVS wenn man es nicht vermutet. Also ein Robotertaxi aus Trollhättan. Ich bleibe weiterhin gespannt.

    3
    1

Kommentare sind geschlossen.