Hybridmotor. Der Start in die elektrische Zukunft

Verbrennungsmotor oder doch die elektrische Variante? Eine Frage, die wahrscheinlich so alt wie das Automobil selber ist und heute aktueller denn je erscheint. Doch vor knapp 25 Jahren nimmt das Thema in der Branche plötzlich Fahrt auf. Prototypen werden vorgestellt, der Wettlauf um die Serienreife des Hybridmotors hat begonnen.

Der Hybridmotor. Saab arbeitete früh daran. Doch Detroit verhinderte die Zukunft.
Der Hybridmotor. Saab arbeitete früh daran. Doch Detroit verhinderte die Zukunft.

Mit Audi, VW und Toyota mischen die üblichen Verdächtigen auf dem Parkett der technischen Innovationen mit. Auch in Schweden verfolgt man das Thema, hat man mit der Turbotechnik doch schon mal bewiesen, dass man mit den Großen mitspielen kann. Der Wettlauf um die nächste große Sache aus Trollhättan beginnt!

Hybridmotor. Auf Augenhöhe mit den Großen

Anfang der 90er Jahre befindet man sich auf dem vielleicht technisch höchsten Niveau, auf dem man in Trollhättan jemals war. Der 9000 ist ein Technologieträger, der 900 Turbo kann von der Leistung, aber auch vom Preis her mit Autos aus Zuffenhausen mithalten. Zu dem Zeitpunkt forschen Automobilriesen wie VW oder Toyota jedoch auch an neuen Techniken.

Irgendetwas mit elektrischen Antrieben sollen es werden, die Zukunft ist offen, die Ergebnisse vielfältig. Auch in Trollhättan will man auf dem Parkett der großen Hersteller mit mischen, und startet Anfang der 90er Jahre mit der Forschung und Entwicklung von Hybridmotoren.

Während auf den Bändern Autos wie die kraftvollen 900 16S oder 9000 Turbo gefertigt werden zerbricht man sich im Forschungszentrum den Kopf, wie man die Motoren aus 900 und 9000 um eine elektrische Lösung ergänzen kann. In Schweden zeigt man sich innovativ und findet eine Lösung. Eine kleine exklusive Testwagenflotte wird gefertigt und ausgiebig getestet, bis sich die Ingenieure in Trollhättan irgendwann einig sind. Das Ergebnis ist überzeugend, der Antrieb so gut wie serienreif.



Schlechte Stimmung in Detroit

Mit den Testergebnissen im Gepäck macht sich eine kleine Delegation aus Trollhättan auf den Weg nach Detroit. Die Saab Ingenieure glauben das Sie die nächste große Innovation nach dem Turbomotor geschaffen haben. Doch in Amerika zeigte man sich wenig begeistert über die Versuche der Schweden. Man hält nicht viel von der Idee und die Daumen für die Hybridmotoren zeigen schon nach kurzer Zeit nach unten, was nicht unbedingt verwerflich ist. Folgt man doch dem Trend in der Branche, dass Lösungen mit Elektroantrieben keinen Markt haben werden.

Denn Audi erleidet mit VW das gleiche Schicksal. 1997 bringt man in Ingolstadt den Audi 80 duo in der dritten Hybrid-Version raus. Gepaart mit einer 1,9 Liter Maschine setzt man im Süden der Republik auf Vorsprung durch Technik. 80 km reine elektrische Fahrt hätte es wohl sein sollen, sogar das rekuperieren war möglich. Doch die Meinung in Wolfsburg ist die Gleiche wie in Detroit. Nach 90 Exemplaren ist Schluss, der Audi wird eingestellt. Das Modell war schlicht weg zu teuer. Viel zu teuer. Bei VW sieht man keine Zukunft in der elektrischen Spielerei aus Ingolstadt und beschließt, das der Konzern sich auf die Diesel-Direkteinspritzung konzentrieren soll. Es wird eine Entscheidung sein, die knapp 20 Jahre später Ihre Folgen haben wird.

Das Ende der Zukunft

In Trollhättan nimmt man die Entscheidung aus Detroit hin. Das Thema Hybrid wird zu den Akten gelegt, sämtliche Prototypen werden verschrottet. So verliert sich auch die Spur der Entwicklung von damals, lediglich aus Erzählungen ehemaliger Ingenieure lassen sich die Ereignisse von damals rekonstruieren. Zu exklusiv war die Forschung an eben solchen Motoren. So bleibt auch verborgen in welchem Auto eine Hybridvariante am Ende in Serie hätte gehen können. Ein 9000 im elektrischen Gleitflug wäre wahrscheinlich noch komfortabler gewesen als er es ohne hin schon gewesen ist, und vielleicht hätte der 900/2 ein ganz anderes Image haben können, wenn er in einer Hybridversion zu den Händlern gerollt wäre.

Elektrische Zukunft. Saab war weit. Doch das Rennen ging verloren.
Elektrische Zukunft. Saab war weit. Doch das Rennen ging verloren.

Stattdessen setzt man bei GM auf den V6 Motor von Opel, der wenig später auch in 9000 und 900/2 zu finden sein wird. Ein Aggregat das nie wirklich zu Saab und der damaligen Zeit passte.

Den Wettlauf um den Hybridmotor kann am Ende Toyota für sich entscheiden. 1997 stellt man der Öffentlichkeit den ersten Prius vor. Er wird wenig später das Sinnbild des Hybridautos, verkauft sich über elf Millionen Mal und beschert Toyota ein (mehr oder weniger) grünes Image.

Die Sache mit dem Hybridmotor. Sie hätte Saab Mitte der 90er Jahre auf ein neues Level heben können. Stattdessen ging es bergab, die Jahrgänge 94‘ und 95‘ sind die letzten, in denen Saab noch einmal Gewinn einfahren wird, danach wird man der Chefetage in Detroit bis zum Schluss Jahr für Jahr ein konsequentes Minus erklären müssen.

Der große Wurf – ein letzter Versuch

In der deutschen Automobilindustrie kommt das Thema Hybrid erst 2009 wieder mit der Einführung des W221 von Mercedes auf. Die Oberklasselimousine wird das erste hybrid angetriebene Fahrzeug aus Deutschland sein. In Trollhättan rührt man das Thema nie wieder an. Warum sollte man auch? Ist man in 2009 doch schon mit der Entwicklung eines reinen E-Autos beschäftigt – während man sich in Deutschland noch für die Marktreife des Hybridmotors feiert.

20 Gedanken zu „Hybridmotor. Der Start in die elektrische Zukunft

  • Wahnsinn, was alles hätte sei können. Was mit einem 9000 Elektro Allrad hätte fahren können Wenn das damals alles geklappt hätte, was können wir heute alles von Saab fahren? Wahrscheinlich hätte es einen elektrischen 9-5NG auf Tesla Niveau gegeben.

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  • Tom,

    vielen Dank für einen weiteren, sehr guten Artikel über die unglaublichen Entwicklungen unserer kleinen Autoschmiede. Konnte man sich 1976 noch mit dem Turbo gegen den beauftragten V8 SAAB intern durchsetzen, gelang das in Detroit nicht mehr. Ich kann aus dem damaligen Kontext der Zeit eine Entscheidung weder verurteilen noch verstehen. Mir zeigt es aber einmal mehr auf, wie kreativ man bei SAAB Zukunftsthemen angepackt hat. Die Aufgabe der Eigenständigkeit und damit die Beteiligung von GM hat in der Retrospektive einen zu hohen Preis gehabt, auch wenn SAAB sicher davon profitiert hat und mindestens mal noch weitere 20 Jahre Autos bauen durfte.

    Das sind die Artikel, die den Blog und SAAB so einzigartig machen. Nochmal Danke.

    Gruß vom Eric

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    • Danke, ich reiche das Lob gerne an Jan weiter. Der Artikel ist von ihm, er hatte während des Saab Festivals ein interessantes Gespräch mit einem Saab Veteranen, der damals mit dem Projekt betraut war.

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  • Archäologie

    Faszinierend und irritierend, dass eine derart junge Geschichte, die von SAAB und seinen Hybriden, heute kaum mehr rekonstruiert werden kann …

    Da machen wir (die Menschheit) uns mit Fug und Recht Sorgen um die Konservierung von Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden alten Menschheitswissens und vernichten leichtfertig vergleichsweise junge Prototypen und technische Unterlagen?

    Na ja, es ist so, wie es nunmal ist, aber verstehen tue ich das nicht. Selbst der konventionelle 9000 ist ja noch erstaunlich aktuell. Wie kann da ein zukunftsweisender SAAB-Hybrid gleichzeitig schon wieder der Gegenstand archäologischer Bemühungen sein?

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  • Tesla-Niveau? Hoffentlich nicht. Mit 15 Jahren Vorsprung läge da eine Welt dazwischen. Tesla mag innovativ sein – ein seriöser Autohersteller ist Tesla aber nicht.

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  • Saab war eine unglaublich innovative Autoschmiede. Soweit ich weiß hatten die auch schon einen SUV auf dem Skizziertisch bevor andere daran gedacht haben. Leider waren viele Innovationen für die Zeit damals zu früh. Saab hätte viel mehr an Gewinn abgeworfen wenn GM nicht viele Rechnungen auf Saab gebucht hätte die mit Saab überhaupt nichts zu tun hatten. Genauso bei Opel. Nur ein Jahr bei einem anderen Hersteller und Opel macht Gewinn. Weil GM hier genau das Gleiche gemacht hat. Verluste und Rechnungen auf die europäischen Töchter abgewälzt.

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    • Das trifft zu. Es gab ein 9-3 SUV, das nie auf den Markt kam. Eine verschenkte Möglichkeit.

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  • Das Saab das Thema Hybridantrieb danach nie wieder aufgegriffen hat, passt zwar gut in die Geschichte, nach dem Motto, einmal von GM Prügel beziehen hat gereicht, stimmt aber so nicht.
    Da hat es wenigstens ein Konzeptfahrzeug gegeben, zu dem sich noch ein paar Infos finden lassen, z.B. hier: https://www.heise.de/autos/artikel/Die-Kraft-der-Regeneration-Saab-BioPower-Hybrid-Concept-415375.html?view=bildergalerie&bild=2

    Ich glaube mich zu erinnern, dass es damals auch Gerüchte gegeben hat, Saab hätte sich in dem Zusammenhang auch mit dem Thema Plug-In-Hybrid befasst.
    Falls sie das wirklich getan haben, sind sie eventuell auch darauf gekommen, dass es geschickter wäre, das Thema anders herum anzugehen, nämlich als E-Fahrzeug plus eventuell einen kleinen Range-Extender. Sonst hat man zwei schwere Antriebe, die sich doch nicht optimal ergänzen.
    Was erklären würde, warum sie mit ihrem E-Fahrzeug relativ früh dran und auch ziemlich weit waren.

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    • Die Geschichte stimmt schon. Der Antriebsstrang der Studie kam von GM und hat mit Saab wenig zu tun.

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  • Gibt es darüber auch mehr Infos? Ein kleines Saab SUV, und nicht nur der 9-3X wäre sicher was sehr interessantes geworden und hätte sicher einige Käufer gefunden, die jetzt einen XC40 oder XC60 fahren.

    Antwort
    • Das SUV ist leider das sprichwörtliche „schwarze Loch“. Es soll bereit für die Serie gewesen sein, wurde aber auf Anordnung von GM gestoppt. Kein Prototyp hat überlebt, zumindest nicht offiziell. Zeitlich muss das 2005 gewesen sein. Wenn man überlegt, dass Volvo erst 2008 mit dem XC60 kam, und nur durch dieses Auto überlebte, dann hat die Geschichte einen bitteren Beigeschmack.

      Antwort
  • @ Jan_HH, Tom & Eric900,

    faszinierend. Ich hätte auch schwören können, dass dies Toms Artikel sein müsse.
    Nach ein paar Jahren Leserschaft bildet man sich ein, Stil und Autor eindeutig identifizieren zu können.
    Eines Besseren belehrt sage ich also Dank an Jan_HH und Tom. Dank an den Autor und an den Herausgeber.

    Der Artikel ist mal wieder großartig und anregend.

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  • @ StF,

    danke für den Link. Schade, dass der „Artikel“ (es ist eher eine Meldung) so schwammig bleibt.
    Mir erschließt sich nicht, um welche Art Hybrid es sich hier handeln soll und wie genau er funktioniert.

    Da heißt es, der Verbrenner schicke seine Energie ins elektrische Antriebssystem, was den fetten Turbo ja auf einen Generator reduzieren würde. Dann ist aber auch von einem Drehmoment Boost die Rede, was wiederum dafür spräche, dass der Verbrenner und die 3 E-Motoren auch mal gleichzeitig auf die Räder wirken könnten …

    Ich werde leider nicht schlau aus dem Heise-Geschreibsel …

    Spannend ist die Frage nach GM und der bezogenen Prügel. Einen Diebstahl unter der Androhung oder Ausübung von Gewalt nennt man einen Raub. Wo sind bloß all die Patente und Dokumente hin? Hatte der NEVS-Gründer vielleicht doch gute Gründe, als er sich in einem Interview öffentlich beklagte, man habe bei SAAB viel weniger Technologie als erwartet vorgefunden?

    Vielleicht passt das Fahrzeug von 2006 da ja doch wieder gut ins Bild und zur Geschichte?

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  • Für mich sieht das BioPower Hybrid Concept Cabrio aus, als hätte es eine elektrisch angetriebene Hinterachse, beim Vorderradantrieb kann es sich durchaus um die Frontantriebsversion von GMs 2-Mode-Hybridantrieb handeln (die es, soweit mir bekannt, nie in die Serie geschafft hat), unter dem Strich also einen Allradantrieb ohne mechanische Verbindung zwischen den Achsen. Das wird auch durch diesen Link (http://news.bio-based.eu/saab-biopower-hybrid-concept-auf-dem-pariser-autosalon/) gestützt.

    Mit solchen Ideen ist mir GM jedenfalls nicht in Erinnerung geblieben. Sowas kenne ich aus der Zeit um 2006 nur von Lexus und später von Volvo und PSA. Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass GM darüber nachgedacht und eventuell Saab damit beauftragt hat, so etwas mal umzusetzen. Es aber als reinen GM-Antriebsstrang zu bezeichnen, scheint mir den Anteil von Saab kleiner zu machen, als er war.
    Saab ist für mich einer der Pioniere bei der Entwicklung der elektrisch angetriebenen Sekundärachse, GM würde mir in dem Zusammenhang eigentlich so gar nicht einfallen.

    Für BMW und Mercedes hat es Allradversionen des GM 2-Mode-Hybridgetriebes für Heckantrieb von Allison gegeben, bei denen der Allradantrieb durch zwei Kardanwellen realisiert wurde. Das riecht für mich nach GM, elektrischer Allrad eher nicht.

    Antwort
  • @ StF,

    abermals Dank für Link, Recherche und Auskunft. Es ist schon auch auffällig, dass der Artikel bei Heise und der des jüngsten Links wortgleiche Passagen aufweisen. Das klingt nach mehr oder weniger gründlich umformulierter Pressemeldung aus der PR-Abteilung von SAAB oder seiner Rabenmutter.

    Da ist seitens der Medien wohl niemand tiefer in die Materie eingestiegen, als sie aktuell war …

    Schade, dass es so ist, aber es sind wohl wirklich die Zeitzeugen (die Jan_HH getroffen hat), welche heute die einzig glaubwürdige und zuverlässige uns verbliebene Quelle zum Thema SAAB-Hybriden darstellen. Das ist faszinierend und verstörend …

    Ich hätte gedacht, dass die letzten 25 Jahre besser und umfangreich dokumentiert wären. Das Internet feiert seinen 50. Geburtstag und kann bei dieser Gelegenheit gleich mitfeiern, dass es ganz gründlich darin versagt hat, Geschichte und Geschichten zu konservieren und zu dokumentieren …

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  • Tatsächlich gehen die Entwicklungen von Hybridmotoren im Zusammenhang mit GM bis in das Jahr 1972 zurück. Das Interesse an elektrischen Antrieben aus Sicht der Amerikaner war also durchaus vorhanden.

    Der Antriebsstrang des BioPowerHybridConcept ließt sich sicherlich interessant, und man würde dies – allein aus Sicht des Pioniergeistes- den Ingenieuren aus Trollhättan zuordnen. Ich vermute jedoch, dass das Concept mit dem Voltec Antrieb zusammenhängt. Dieser entstammt aus der Hand eines deutschen Ingenieurs, der für Opel und GM arbeitete und später zu BMW wechselte und zur gleichen Zeit veröffentlicht wurde. Das Prinzip ist ähnlich bzw erweiterbar, GM benutzte diesen Antrieb bei Chevrolet, bei Opel setzte man den Antrieb für den späteren Ampera ein. Wahrscheinlich ist das Cabrio so lediglich die schwedische Interpretation im Zusammenspiel mit einem BioPower Motor.

    Auch wenn das Konzept sicherlich interessant ist, so dürfte der Anteil aus schwedischer Sicht eher gering gewesen sein.

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  • Ich vermute, dass es an der absoluten Exklusivität des Projektes lag. Das Team welches mit dieser Aufgabe betraut wurde, war sehr sehr klein, selbst intern wussten nicht alle darüber bescheid. Das zeigt, das gewisse Dinge schon damals nicht an die Öffentlichkeit durften.

    Die Einzigen, die heute noch darüber berichten können, sind die Motoringenieure von damals.

    Antwort
  • TEASER & ZEITZEUGEN

    Jan_HH, das müssen wirklich spannende Gespräche gewesen sein. Mich hat dein Artikel angefixt wie ein guter Teaser. Ach wäre das schön, wenn die Beteiligten von damals das Thema aufbereiten würden. Im SAAB-Museum wäre in der Halle der Prototypen jedenfalls Platz für eine Stellwand zur Hybrid-Entwicklung …

    Nach einem Rundgang durch die Haupthalle, in der sich die Fahrzeuge ja tatsächlich im Wortsinn und mit Hilfe der eingezogenen Galerie stapeln und man einer Flut an Eindrücken und Informationen fast erliegt, wirkte die Präsentation von Aero X & Co in der anderen Halle auf mich nicht etwa gekonnt großzügig, sondern eher bedrückend leer …

    Beim Thema der Prototypen und interessanter Entwicklungen hat das Museum, so sehr ich es auch mag, meines Erachtens Luft nach oben. Dein Artikel bestärkt mich in dieser Sicht. Hoffentlich liest der Kurator hier mit und hoffentlich hat er einen ehrgeizigen Charakter. Vielleicht glänzt das Museum beim nächsten Festival ja mit neuen Informationen über ehedem gut gehütete Geheimnisse und geheime Entwicklungen der SAAB-Ingenieure?

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  • @ Herbert Hürsch

    Es heißt zwar immer, das Netz vergisst nichts, aber vermutlich wandern Sachen, die kaum aufgerufen werden, im Ranking nach unten, bis der Speicherplatz für anderes gebraucht und dafür freigegeben wird.
    Erschwerend kommt bei Saab hinzu, dass eben auch keine Saab-Server mehr Informationen zu deren Projekten bereithalten, da schon lange abgestellt.

    Auch über das Archiv der Wayback Machine habe ich keine Saab-Presse-Informationen zum BioPower Hybrid Concept Cabrio gefunden. Ein bisschen wahlloses Arrangieren der Suchbegriffe in Google hat dann noch zwei englischsprachige Seiten zutage gefördert, die sich ein wenig zur Technik des Konzeptfahrzeugs auslassen.

    Es hat anscheinend zwei Versionen davon gegeben, die beide die elektrisch angetriebene Hinterachse hatten. Die erste Version hatte einen Mild-Hybridantrieb mit Riemen-Starter-Generator an der Vorderachse (https://www.greencarcongress.com/2006/03/saab_unveils_e1.html), bei der zweiten Version war dort das FWD-2-Mode-Hybridgetriebe verbaut (https://www.greencarcongress.com/2006/07/gm_adds_twomode.html).

    Und wenn man gerade so am suchen ist, findet man noch etwas zu einer Hybridversion des 9-5 NG, die vermutlich mit dem Verkauf an Spyker obsolet war (https://www.autocar.co.uk/car-news/new-cars/saab-9-5-get-baby-hybrid).

    Es wäre eventuell viel möglich gewesen, wenn die Strukturen im Konzern andere gewesen wären …

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  • Interessanterweise haben sich auch schwedische Wissenschaftler mit der Zeitperiode im Hinblick auf die Entwicklung von Hybridfahrzeugen befasst:

    https://www.researchgate.net/publication/299986256_Multilevel_governance_and_innovation_system_functionality_Hybrid-electric_vehicle_technology_in_Sweden_1990-2009

    Falls man nicht besonders an Wirtschaftswissenschaft oder -politik interessiert ist, lohnt es sich vermutlich nicht, sich durch den ganzen englischen Text zu quälen, obwohl er ein durchaus interessantes Bild zeichnet.
    Dann ist höchstens Abschnitt 4 interessant, der die Herstelleraktivitäten in diesem Zeitraum auflistet, bei denen Saab allerdings, im Vergleich zu Volvo und Scania, deutlich weniger erwähnt wird.

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