Saab in den Medien und E85 Petition für Klimaschutz

Was für eine Woche! Ich hatte endlich einen Terminplaner, der nicht so prall gefüllt wie gewöhnlich war. Entschlossen nutzte ich die Gelegenheit, ließ kurzerhand den Dienstwagen stehen und fuhr Saab. Die Reaktionen darauf waren absolut positiv. Ein älterer Saab weckt Sympathien – immer noch. An den Autos kann es also kaum gelegen haben, dass es die Marke nicht mehr gibt.

Saab Aero unterwegs in der Rhön
Saab Aero unterwegs in der Rhön

Für die Marke war es eine gute Woche. Saab Kiel war mit Heft 35 in der Autobild vertreten, was der Kieler Website einen enormen Traffic verschaffte. Aber es kam noch besser. Am Donnerstag erschien der Artikel auch in der Online Ausgabe der Bild-Zeitung. Die demonstrierte einmal wieder, was sie für ein unglaubliches Potenzial besitzt. Die Zugriffszahlen der Kieler Website gingen endgültig durch die Decke. Eine bessere Werbung für die Marke mit Breitenwirkung kann man sich kaum wünschen.

Schön dabei: Nicht nur Kiel profitiert. Die Webadresse von Orio als Lieferant für Saab Original Ersatzteile fand auf diese Weise auch ihren Weg in die Presse. Die Botschaft ist eindeutig. Ein älteres Auto einer nicht mehr produzierenden Marke zu fahren stellt kein Risiko dar.

Der Gralshüter in der Autobild
Der Gralshüter in der Autobild

Eigentlich hätten ältere Fahrzeuge einen ganz anderen Stellenwert verdient. Zumindest dann, wenn die Umweltpolitik der Regierung nachhaltig wäre. Was sie aber auf keinen Fall ist. Oder wenn sie auf Anreiz und Belohnung basieren würde, was auch nicht zutreffend ist.

E85 Petition für Klimaschutz

Ein schneller, effektiver und kostengünstiger Weg zur sofortigen Reduktion von CO2 Emissionen im Straßenverkehr wäre der Einsatz von E85. Eine Art Soforthilfe für unser Klima, die umgehend greifen würde. Unsere französischen Nachbarn beschreiten diesen unkonventionellen Weg und sind, im Gegensatz zur Bundesrepublik, recht erfolgreich mit ihren Klimazielen. Viele ältere Fahrzeuge, und vor allem Saabs, sind mit kleinem Aufwand auf den Biokraftstoff umrüstbar. Klimaschutz, den jetzt und hier fast jeder leisten könnte, und der alten Autos eine längere Nutzung ermöglichen würde.

In der Realität ist E85 in Deutschland nicht mehr verfügbar, die Diesellobby hat diese für das Klima positive Übergangslösung erst erfolgreich medial bekämpft, dann mithilfe der Regierung von den Zapfsäulen verbannt. Im August startete eine Online Petition für die ziemlich unwahrscheinliche Wiedereinführung von E85 als sofortige Maßnahme für den Klimaschutz.

Die Sache scheint hoffnungslos und ist, nach mehr als 2 Wochen, Lichtjahre von den angestrebten 50.000 Unterschriften für den Petitionsausschuss des Bundestages entfernt. Woran kann es liegen? Vielleicht weil Elektroautos in aller Munde sind und, mal wieder, als alternativlos präsentiert werden. Wenigstens etwas Technologieoffenheit für den Klimaschutz und Nachhaltigkeit wäre gerade jetzt gut für die anstehenden Diskussionen.

25 Gedanken zu „Saab in den Medien und E85 Petition für Klimaschutz

    • Alles hat eben seine Zeit und muss in das Leben passen.

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      • Solange der Blog weiterläuft ist für mich alles in Ordnung 🙂

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        • Keine Bange! Dienstwagen sind temporäre Lösungen. Saabs aber bleiben.

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          • Punkto E85 kann ich Tom nur beipflichten. Leider haben hier auch die Schweizer Politiker total versagt! Und wie umweltfreundlich wäre erst ein E85 Motor mit Hybrid?

  • Hallo, ich habe eine Fragwort Ich habe einen Saab 900.Ich möchte ihn verkaufen. Was kann ich wohl dafür verlangen. Ich würde ihn auch TÜV fertig machen. Es wäre nett wenn ich eine Antwort bekomme.

    Gruss

    Conni Bürks

    Antwort
    • Sehr geehrte Frau Bürks,
      was Sie für Ihren Saab 900 noch erhalten können, lässt sich nicht pauschal sagen. Das ist insbesondere abhängig vom Alter und Zustand des Fahrzeugs und der Kilometerleistung. Das praktikabelste Vorgehen dürfte sein, wenn Sie sich auf den gängigen Verkaufsseiten (z.B. mobile.de oder autoscout24.de) informieren, was hier für vergleichbare Fahrzeuge für Preise aufgerufen werden.

      Antwort
  • Das ist genau das was ich ja meinte. Man sollte Technologie offen sein und nicht nur die E Mobilität als einzigen Weg sehen. Bei der Politik bin ich mir nicht sicher ob die das Klima retten wollen, oder eigentlich nur Kasse machen wollen.

    Antwort
    • Ich bin mir da inzwischen sicher.

      Erst kommt die (Staats-) Kasse und dann kommen ganz weit hinten (nach Wahlgeschenken, Klientelpolitik und Lobbyisten) der Klima- und Umweltschutz. Biokraftstoffe durften sich in D schon allein deshalb niemals durchsetzen, weil es eigentlich überhaupt keinen Sinn ergibt, auf pflanzliche Erzeugung und Abfallverwertung (!) eine Mineralölsteuer (!) zu erheben …

      Zweitens würde auch eine CO2-Steuer für einen geschlossenen und klimaneutralen Kreislauf nachwachsender Rohstoffe keinen Sinn ergeben. Der Einbruch an bereits liebgewonnenen oder den perspektivischen Einnahmen des Staates wäre enorm gewesen …

      Ein Ex-Finanzminister (Schäuble) kann nur deshalb heute ungestraft öffentlich seine Phrasen dreschen (Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif), weil er zuvor fleißig daran mitgewirkt hat, eben jene Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ihm später einmal ermöglichen würden, einen solchen Satz unterhalb des journalistischen und bürgerlichen Radars abfeuern zu können.

      Immerhin ist das alles sehr geschickt eingefädelt. Wir wissen bloß nicht, wem dieses Lob letztlich gebührt.
      Wir wissen nicht, ob diese fiskalische und privatwirtschaftliche Weitsicht in den Parteien oder den
      Think Tanks der Lobbyisten angesiedelt war und ist …

      Aber vielleicht muss man auch nicht immer alles ganz so genau wissen,
      um sich doch auch eine Meinung erlauben zu dürfen ? ? ?

      Antwort
  • PETITION UNTERSTÜTZEN!

    Leute, unterschreibt die Petition und macht dafür Werbung im Bekanntenkreis!

    Die meisten wissen ja gar nix von E85, weil die deutsche Automobillobby immer dagegen polemisiert (und es für sich selbst ignoriert) hat. Man konnte damit halt keine neuen Autos verkaufen (und hat damit das Klima weiter geschädigt).

    Einfach die guten Argumente von Tom (danke dafür) kopieren und weiterleiten. Der Verweis auf Frankreich ist sehr hilfreich, dort sind gerade in den letzten beiden Jahren über 1.000 neue Zapfpunkte installiert worden. Linienbusse fahren mit Abfällen aus der Weinerzeugung.

    Wichtigste Argumente: E85 emittiert überhaupt kein fossiles CO2. Also: CO2- Ausstoß = 0,0! (Abgesehen vom 15prozentigrn Benzinanteil.) Eine Herstellung aus Forst- und Bioabfällen ist möglich. Statt der div. Biogasanlagen auf den Höfen könnte auch E85 produziert werden (wenn es denn genauso steuerlich gefördert würde). Eine günstige Alternative auch für ältere Benziner (Nachrüstsatz siehe Frankreich), die nicht so fortschrittlich wie Saab waren. Das klimafreundlichste Auto ist und bleibt ein bereits produziertes (Zitat Tom). E10 tanken wir ja ohnehin schon alle!

    Hier einige nützliche Links von 2018 (danach hat E85 in Frankreich einen großen Aufschwung hingelegt):

    https://www.motor-talk.de/news/ein-paar-liter-bordeaux-fuer-den-bus-t6433522.html

    https://www.passioncereales.fr/presentation/actualites/le-super%C3%A9thanol-e85-passe-le-cap-des-1000-stations-en-france

    https://www.bdbe.de/tanken/e85

    Danke! 🙂

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    Antwort
    • Danke dafür! Das spricht mir aus dem Herzen!

      Antwort
    • DEMOKRATIE 2.0

      Habe unterschrieben. Ihr Kommentar ist eine schöne Ergänzung zum Artikel und gelungene Zusammenfassung zum Thema.
      Vielen Dank.

      Das Mittel der Petition gewinnt an Bedeutung. Bürgerinnen und Bürger aller Jahrgänge ziehen die Lehren aus dem Umstand, dass politische Mehrheiten zu einzelnen Sachfragen ganz offenbar (und seit Dekaden) frei verhandelt werden …

      Frei und ohne jegliche Rücksicht auf Sachrichtigkeit oder Wählerwillen zwischen mehr oder minder bedeutenden Koalitionären unter dem Einfluss von Lobbyisten und unter Schlafentzug verhandelt. Was soll dabei auch anderes rauskommen, als beispielsweise eine PKW-Maut und hohe Schadenersatzforderungen an den Staat – letztlich an uns Steuerzahler? Oder eben die sinnlose und kurzsichtige Abschaffung von E85 und BioDiesel?

      Petitionen sind eine feine Sache, sind ur- und basisdemokratisch und online sind sie zudem auch bequemer und zeitgemäßer als der lokal oder postalisch printmedial durchgeführte Wahlakt oder als ein Hard-Cover-Parteibuch mit Nadelstichheftung und Goldschnitt.

      Einzig die Historie der Petition und die Etymologie dieses Synonyms (für eine Bittschrift) blendet man beim Unterschreiben besser aus. Es ist Zeit für bürgerliche Forderungen. Bitten und Betteln haben ausgedient. Sollten es zumindest …

      Antwort
  • Es kam ja immer das Argument, Pflanzenanbau für Spritherstellung E85 würde Fläche für den Anbau von Nahrungsmitteln wegnehmen. Ich denke, dass die Flächen für die Herstellung von billigem Tierfutter wie weitaus schlechtere Flächennutzung ist. Jedenfalls würde ich es absolut begrüßen, wenn wir unser 2008er Cabrio wieder mit E85 betanken könnten. Billiger und mehr Power!

    Antwort
    • Wenn dieses Argument je gültig gewesen wäre, hätten wir heute kein gesetzlich verordnetes E5 und E10.
      Wir hätten weiterhin reine Mineralölprodukte. Stattdessen verbrennen wir aber mehr Ethanol als jemals zuvor.

      Der Deal (zwischen Lobbyisten und Politik) hatte mit der Ernährung der Weltbevölkerung ungefähr so viel am Hut,
      wie BASF mit Unkraut, Insekten oder der Gesundheit von Farmern und Konsumenten …

      Es ging um zwei Dinge und die Interessenlage passte gut zusammen:

      • Den Einsatz und Konsum von (mind. 90 bis 95%) Mineralöl langfristig abzusichern (im Interesse der Lobby)
      • 100% der Mineralölsteuer auf jeden einzelnen Liter zu erheben (fiskalisch politisches Interesse)

      Man brauchte nicht viel Phantasie, um den Deal dieser Konstellation und das Ende von E85 vorherzusehen.
      Und doch bin ich überrascht, wie desillusioniert – ja regelrecht zynisch – man dafür hätte sein müssen …

      E85 war eine Perspektive und ein Zukunftsprojekt. Es ging um lokale und nationale Abfallverwertung. Frankreich zeigt uns heute, dass dieser Gedanke richtig, gut und sogar richtig gut war. Es funktioniert.

      Die Konkurrenz zu einem gut gefüllten Teller in der Hand eines Menschenkindes war niemals Teil der Vision.

      Ironischerweise steht Deutschland heute aber genau dort. Lokalen und nationalen Erzeugern für Ethanol oder dieseltaugliche Pflanzenöle wurde der Garaus gemacht. Die Billionen Tonnen an Beimischungen beziehen wir jetzt lieber auf dem Weltmarkt und tatsächlich in Konkurrenz zu dem einen oder anderen Kindeswohl. Zynischer geht es ja gar nicht. Ich schäme mich für unser Land und unsere Klimakanzlerin …

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      Antwort
      • Hast ein Teil meiner Frage zwischen Lobbysten und Politik beantwortet: fiskalisch politisches Interesse der GROSSEN!

        Die intensiv interessante Bio-Power-100 Motorentechnologie die damals unsere geliebte Marke Saab weiterforschen wollte, hätte mit Sicherheit ein anstrebendes Beispiel für die Konkurrenz sein können, um nebst der immer mehr „unersättlichen“ zielstrebenden Leistungs- und Drehmomentsteigerungen der Motorisiereungen, dass die Automobilindustrie für die heutigen aktuelle Fahrzeug anbietet, hätte gleichzeitig sehr nützlich sein können in gutem Gewissen unserer Umwelt einen „grünen“ Schritt entgegenzukommen! Aber dieser Zug ist leider abgefahren, vorallem „Dank“ GM’s negativer Mithilfe die Schweden ums überleben zu kämpfen.

        Es hatte damals einige Motoringenieuren von namenhaften Fahrzeughersteller die wohl Interessen aufwiesen, ihre Motorleistungssteigerung mit Bio-Ethanol im Fuel-Flex-System in Angriff zu nehmen, da es sich nicht nur um ein Kraftstofferzeugnis handelt, dass nur europaweit sondern weltweit „einfach, sauber und günstig“ hergestellt werden kann; aber nein, die grossen Minealoellobbyisten in Absprache mit der Politik, die grösstenteils leider unsere Automobilindustrie beeinflussen, sahen darin zu grosse Verlustrisiken, die dem „kleinen“ Umweltverschmutzungsproblem keinen kommerziellen Sinn erzielen und somit Angst haben nicht mehr die Weltpolitik in ihrem Reich regieren zu können.

        Dieses Umdenken kostet der Wirtschaft heute mehr, als wenn man es damals schrittweise ein- und weitergeführt hätte und wir wären heute betr. Luftverschmutzung im terrestrischen Mobilverkehr vermutlich ein kleiner Schritt voraus gewesen; vielleicht nicht ganz sauber, aber einwenig sauberer als wir jetzt stehen! Nun wird es wohl zu spät sein und wir werden in Kürze zukünftig zu grosse Schritte mit zu hohen vielleicht gar umüberschaubare Kosten in Angriff nehmen müssen. In erster Linie Dank unserer „Weltpolitik“, die wegen eigenen Interessen versagt hat, früh und rechtzeitig die Züglen in die umweltgerechte Richtung zu führen!

        Antwort
  • Moin!
    86, jetzt 87 Unterstützer der Petition, das ist noch ein (zu) langer Weg. Ich werde meinen BioPower 9-3 wohl nicht mehr „artgerecht“ betranken können.

    Grüße aus Bad Salzdetfurth
    Uli

    Antwort
    • Die Rolle der Medien

      Immerhin, als ich zeichnete waren es nur 49 Unterstützer. Wenn sich rund alle 48 Stunden die Anzahl der Unterstützer nahezu verdoppelt, könnte es was werden …

      Man denke an die mathematische und sagenumwobene Aufgabe mit dem Schachbrett und dem Reiskorn (nur eines auf dem ersten Feld, gerade mal zwei Esslöffel [128 Körner] auf dem achten. Aber dann nach 56 weiteren Verdoppelungen und einem erzürnten Monarch später …). Man kennt das Ergebnis.

      Aber das ist natürlich Zweckoptimismus und ich teile Ihre Befürchtung. Gestern fragte mich jemand, was E85 überhaupt sei. Und die von Leserin Ebasil geposteten Links (eine in D verfügbare Liste französischer Ethanol-Tanken, eine .fr-Domain und etwas dt. Motor-Talk) sind eher ein Beleg für die journalistische Abstinenz gegenüber alkoholischen Biokraftstoffen als im Zuge einer bürgerlichen Petition ermutigend …

      Unser Freund und Nachbar denkt und handelt nachhaltig. Bereits über 1.000 Zapfsäulen entsprechen bezogen auf die Bevölkerungszahl mal eben dem Faktor 100 dessen, was im Großraum Berlins (vor dem Garaus) je an E85-Tanken pro Einwohner zur Verfügung stand.

      Das Thema – das Beispiel Frankreichs und unsere Petition – müsste eigentlich in den Leitmedien sein. Wäre dies der Fall, würde ich mir um den Erfolg der Petition auch keinerlei Gedanken machen.

      So wie es nunmal ist, bleibt uns aber immerhin ein Rest an Hoffnung. Ebenfalls gestern hatte ich ein weiteres Gespräch mit jemanden, der Kenntnis von E85 und auch vom französischen Leitbild, aber nicht von der Petition hatte. Er – Fahrer eines nagelneuen dt. Diesel-SUVs – war sofort begeistert und sagte, dass er diese unbedingt zeichnen wolle …

      Wer Kontakte hat, sollte sie auch nutzen. Multiplikatoren (Medien) wären großes Kino.
      Letztlich wird aber jede Unterschrift einzeln gezählt und wir können alle und wir sollten alle etwas machen.
      Wir sind die Reiskörner, die einen Monarchen (oder Finanzminister) bis zur Weißglut treiben können.
      Und wir sind viele und wir sind nie allein. Selbst VW-Kunden stehen uns und der Umwelt bei ….

      Antwort
    • Wenn man sich das Profil des Initiators (https://www.openpetition.de/user/profile/329150317842) ansieht, so hat er es 2015/16 beim Auslaufen von E85 schon mal mit einer Petition pro E85 versucht, die damals etwas über 2000 Personen unterzeichnet haben.
      Wenn es schon damals relativ wenig Befürworter gab, lag es entweder an zu geringer Bekanntmachung der Petition, oder zu geringem Interesse bei den Angesprochenen, da E85 wahrscheinlich während der ganzen Angebotszeit nur für einen relativ kleinen Kreis von Nutzern interessant war.
      Das waren zum einen die, die ein Flexible-Fuel-Fahrzeug gekauft haben und zum anderen die, die für ihre Benziner Ottokraftstoff und E85 so gemischt haben, dass sie damit relativ problemlos gelaufen sind.
      Die Idee, es wegen der Klimadebatte noch einmal zu probieren ist zwar gut, aber vermutlich wird die Resonanz wieder nicht so groß sein, wie sie müsste, um bei den Entscheidungsträgern wahrgenommen zu werden.

      Vielleicht gäbe es aber über die potentiellen Fahrverbote einen anderen Ansatz, um einen Ethanolhaltigen Kraftstoff einzuführen. In diesem Artikel (https://www.focus.de/auto/ratgeber/kosten/e10-statt-e5-bioethanol-sprit-soll-schadstoffe-und-co2-emissionen-deutlich-reduzieren_id_10597901.html) wird ausgeführt, dass E10 weniger klimaschädlich sein soll als E5, wogegen diese Untersuchung (https://www.git-labor.de/forschung/umwelt/emissionen-von-ethanolkraftstoffen-im-strassenverkehr) sagt, der Unterschied zwischen E5 & E10 ist marginal, aber E85 ist deutlich besser.
      Wenn nun höhere Ethanolgehalte den Kraftstoff klimafreundlicher machen, aber 85% zu hoch für ein breites Interesse ist, wie wäre es dann zum Beispiel mit E25?

      Das sollte ohne größere Probleme in allen E10-tauglichen Benzinern mit Saugrohreinspritzung und Lambdaregelung gefahren werden können, so dass die potentielle Nutzergruppe viel größer sein müsste. Die, die kein E10 fahren wollen, wird man so natürlich auch nicht überzeugen, aber vielleicht bekommt man die Städte mit ins Boot, die ja ein Interesse daran haben sollten, die Stickoxidemissionen zu reduzieren, was ein Kraftstoff mit höherem Ethanolgehalt ja leisten soll.

      Für einen finanziellen Anreiz zur Unterstützung wird es aber vermutlich ohne das Bundesfinanzministerium nichts werden. Daher ist mir ehrlich gesagt auch nicht klar, wo man eine solche Idee wie platzieren muss, um vielleicht einen Stein ins Rollen zu bringen?

      Antwort
      • PROZENTE

        Einzig der Staatshaushalt ist der Schlüssel. Deshalb ja auch die Petition.
        Im Prinzip eine unwürdige Bettelei um (rein fiskalische) Vernunft, Gerechtigkeit & Klimaschutz.

        Mineralölsteuer hätte auf pflanzliche Treibstoffe und Beimischungen niemals oder eben nur anteilig
        erhoben werden dürfen. Auf E85 also max. 15% statt 100%. Da man in D aber den Hals nicht voll
        genug bekommt, hatte E85 keine Chance.Wohlgemerkt aus rein fiskalischen Gründen …

        Umwelt- und klimapolitisch ist die Sache eindeutig. Und fiskalisch macht F uns vor, wie und dass es geht.
        Das in den letzten Tagen vielfach wiederholte Mantra, Umweltschutz gäbe es nicht zum Nulltarif, muss
        für beide Seiten gelten. Der Staat müsste bei pflanzlichen Kraftstoffen auf Mineralölsteuer verzichten.
        Das will er nicht. Wenn der Bürger schon Umweltschutz möchte, dann soll er dafür auch zahlen …
        Es kommt schon fast einer Entführung und erpresserischen Lösegeldforderung gleich, wenn
        ein Staat sich so derart dreist zwischen die Bürger und eine sinnvolle Maßnahme stellt.

        Im Übrigen ist deshalb auch E10 so unbeliebt und E25 wäre noch schlimmer.
        Wer 100% Mineralölsteuer zahlt, will mit jedem Liter Sprit so weit wie möglich kommen.
        Nicht allein der Staat hat einen Haushalt, jeder Bürger lebt in einem, muss ebenfalls rechnen.
        Da macht Ethanol im Tank (je 1% Anteil im Gemisch ein um ca. 0,4% geringerer Brennwert) eben
        nur dann Sinn, wenn das EX je Liter entsprechend günstiger ist, je größer das X …

        So sind wir Bürger nunmal. Sei es in F oder D. Es liegt an den jeweiligen Regierungen,
        ob sie fiskalisch in Richtung Klimaschutz steuern (F), oder sich als nimmersatte Raubritter
        zwischen Mensch und Umwelt stellen (D) …

        Antwort
  • @ Tom,

    kann man den Kontakt zur Autobild nicht aktivieren?

    (Motor-) Journalistisch ist das Thema Ethanol ein attraktives und dankbares.
    Die Recherche ist denkbar simpel, der Artikel schnell geschrieben und trotzdem gut.

    • Geringe Bekanntheit – ergo eine echte Story, echte News für 90% oder mehr Leser
    • Historische Bezüge ohne Ende: dt. Monopolin*, Henry Ford**, Brasilien*** und der Rennsport****
    • Brandaktuell und bislang hier nahezu unbekannt: das französische Vorbild und die dt. Petition
    • Umwelt-, wirtschaftspolitische und geostrategische Relevanz*****

    Das Thema ist bzw. sollte aus (motor-) journalistischer Sicht so heiß sein, wie kaum ein anderes …

    * s.g. Kartoffelsprit der gesetzlich verordnet 25% Ethanol enthielt, um von Importen unabhängiger zu werden
    ** schon Ford postulierte, dass der Sprit der Zukunft von den Feldern stammen würde
    *** Auch hier ging es um wirtschaftliche Unabhängigkeit. Interessant ist die Rolle VWs in Brasilien
    **** Höhere Oktanzahl und mehr Leistung – für jeden Petrol Head spannend und das reinste Lesevergnügen
    ***** Von allen flüssigen Kraftstoffen der, der den geringsten Anteil an Kohlenstoff und den höchsten an Wasserstoff hat. Ergo der, der am wenigsten CO2 und am meisten H2O emittiert (Umwelt). Hinzu kommt die Möglichkeit einer vollständigen CO2-Neutralität im Zuge der Erzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen (etwa land- und forstwirtschaftlichen Abfällen), sowie die immense wirtschafts- und geopolitische Attraktivität von Ethanol.

    Für (Motor-) Journalisten und Petrol Heads dürfte aber besonders attraktiv sein, dass es somit gute Argumente für den Verbrenner gibt. Und ausgerechnet der Verbrenner, der höhere Oktanzahlen tankt und leitungsfähiger ist, wäre in vielfacher Hinsicht der bessere (umwelt- und wirtschaftspolitisch sowie geostrategisch) als der, der sich weiterhin vergeblich daran abmüht, mit konventionellen (fossilen und importierten) Brennstoffen die Quadratur seines eigenen Radsatzes hinzubekommen.

    Und immerhin hatte selbst Bentley noch „kürzlich“ einen besonders fahrdynamischen Flexi-Fuel-Continental mit V8 im Programm. Das alles zusammengenommen sollte doch eigentlich für ein oder zwei Artikel und eine Erwähnung der Petition in einem der Leitmedien reichen?

    Antwort
    • Aktivieren kann ich den gerne. Die Frage wäre mit wie viel Herzblut man sich des Themas annehmen wird und wie groß man das bringt, wenn überhaupt. Ich würde mir davon nicht zu viel versprechen.

      Antwort
      • Ausser einem besser als nix, verspreche ich mir von einem Versuch gar nix.
        Ein jeglicher ist meines Erachtens schon aller Ehren wert.

        Dieser Blog ist niemanden irgendetwas schuldig. Ganz im Gegenteil ist schon allein die
        Veröffentlichung der Petition und die wiederholte Thematisierung von E85 ein untrügliches
        Zeichen dafür, dass man hier an der richtigen und einer fortschrittlichen Adresse ist …

        Bitte weiter so. Und bitte weiterhin frei von jeglichem Druck. Nur so wird es so
        gut bleiben, wie es schon lange ist. Für mich gehört der Blog zu meinen
        persönlichen Leitmedien.
        Und das wird auch so bleiben, ganz egal wie diese Petition ausgeht …

        Antwort
  • Eine großartige Idee! Wir (bzw. das Klima und die Umwelt und die Nachhaltigkeit) brauchen Multiplikatoren (wie Herbert schon jüngst richtig schrieb). Es gibt ja sicherlich auch Autobild-Leser, die nicht dauernd Neuwagen kaufen oder zumindest verunsichert sind, für welche Antriebsart man sich z.Z. entscheiden sollte. Für die wäre das 1.000 Euro-Nachrüstkästchen für ihre älteren Benziner sicher auch interessant.

    Zusätzlich wäre ein prominenter oder bekannter „Social Media Aktivist“, der mal darauf hinweist, eine gute Sache. Die treuen „Follower“ würden dann schon folgen… Ich kenne bloß keinen, den ich umgarnen könnte.

    Ich werde aber in den nächsten Tagen die Argumente sorgfältig zusammenstellen und einem Freund schicken, der Mitglied bei der (Berliner) Nicht-Regierungspartei ist, die sich seit jeher der Umwelt als erstem Ziel verschrieben hat. Soweit ich weiß, sind die ja zwar auch total auf den klimaschädlichen Batterie-Hype abgefahren, aber hier im Norden (anders als in BW) gehören sie jedenfalls nicht zur Autolobby. Und der Freund ist rationalen Argumenten sehr zugänglich und vielleicht kennt er ja jemanden in der Partei, der das auch ist. Einen Versuch ist es jedenfalls wert!!!

    Antwort
  • Hallo Frau Ebasil, alle Leser & Tom,

    dem Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V., den Sie (Ebasil) vorstehend verlinkt hatten, habe ich eben eine E-Mail gesandt. Kaum zu glauben, aber auf deren Seite finde ich auf Anhieb keinen Link zur Petition …

    Der schleppende Start der Petition (Stand gestern 137 Unterzeichner) und der vorgenannte Umstand legen die Vermutung nahe, dass ausgerechnet der Verband selbst bislang überhaupt keine Kenntnis von der Petition hat. Wie auch sonst kaum ein Mensch in D …

    Der Initiator scheint die Petition gänzlich ohne Kommunikationskonzept, Partner, Mitstreiter und Multiplikatoren gestartet zu haben. Aber immerhin hat er diese gestartet. HELFEN WIR IHM. Es kann noch etwas werden! Zumindest aber kann es nur besser werden.

    Je geringer der Bekanntheitsgrad bis dato ist, desto leichter ist es eben auch diesen zu erhöhen.
    Je geringer die Zahl der Unterzeichner noch ist, desto leichter lässt sie sich vervielfachen.
    Ebenso die Zahl der Unterstützer und Multiplikatoren.

    Wer eine eigene Webseite hat (bevorzugt mit Bezug zu FFVs – etwa Skandix, [Ex-] Saabhändler, Volvohändler etc.) könnte und sollte den Link zur Petition veröffentlichen – am besten direkt zur Petition und nicht etwa auf e85-go, wie in diesem Artikel. Vermutlich steht dort nämlich der deutschlandweit bislang einzig direkte Link.
    Wir alle können dazu anregen, dass es anders wird.

    Ich werde jedenfalls weiter darüber nachdenken, an wen ich und wie ich herantreten kann. Bislang:

    • Freunde, Familie, Kollegen
    • Radio Berlin-Brandenburg (ÖR)
    • Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.

    P.S.
    Schade, dass die Kieler die Petition nicht auf ihrer Seite hatten, als die Zugriffszahlen durch die Decke gingen …

    Antwort
  • Nachtrag:

    • Go & Sprint, deutsche Geschäftsführung

    Antwort

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