Die letzte Ruhestätte…

Wir schreiben das Jahr 2083, NEVS ist schon lange Pleite. Knapp 10 Jahre nach Bestehen musste man sich dem schnelllebigem Automobilmarkt beugen. Zu alt das Design, zu groß der Druck der Anteilseigner, den auch Tesla zu spüren bekam und einer hoch dotierten Aktie nicht länger gerecht werden konnte.

Letzte Ruhestätte für einen Saab 900?
Letzte Ruhestätte für einen Saab 900?

Die deutsche Autoindustrie hat Ihren Platz behauptet und so rollen nun E-Golfs und Porsches durchs Land, abhängig von Ladekabel und Stationen.

 

Irgendwo in der Republik rauscht lautlos ein elektrisch angetriebenes Automobil durch eine kleine Ortschaft. Der Wagen, ein deutsches Premium-Produkt, kommt kurz vor dem Ortsschild zum Stehen, auf dem Rücksitz regt sich der Kopf eines kleinen Jungen, der erstaunt aus dem Fenster guckt.

Was er in diesem Moment erblickt, hat er noch nie gesehen. Er kennt nur lautlose, wie Ufos aussehende Autos, die jede Nacht aufs neue verkabelt werden müssen, um am nächsten Tag wieder funktionieren zu können. 

Verbrenner? Werden allerhöchstens noch im Geschichtsunterricht thematisiert. Was das ist fragt er seinen Vater, der ebenso erstaunt wie interessiert guckt.

Das, mein Sohn, sind SAABs. S-A-A-B, formt der kleine Junge mit seinen Lippen nach und bestaunt den Ort mit gebanntem Blick. Einen Ort, der vor Jahrzehnten verlassen wurde, wo sich die Natur das zurückholt, was ihr einst genommen wurde. Und wo zig SAABs stehen, die das letzte Erbe der Marke tragen und Ihre letzte Reise dabei schon lange hinter sich haben.

Zurück in die Gegenwart, der Beginn dieser Story ist natürlich nur fiktiv, und ob das Geschriebene jemals eintreten wird, und das Ende der Marke darstellen könnte? Unwahrscheinlich, jeder Leser darf für sich selber entscheiden was richtig oder falsch erscheint. 
Den beschriebenen Ort mit den zig SAABs allerdings, den gibt es tatsächlich. Der Ort hat lange die SAAB-Fahne im Land hochgehalten, war mehr als 20 Jahre bis 1994 Vertragspartner und Werkstatt bei SAAB-Deutschland, wurde nach der Übernahme von GM aber aus dem Vertriebsnetz gekickt.

Der viel zitierte SAAB-Spirit schwebt aber noch bis heute über dem Gelände, auf dem sich im Laufe der Zeit unzählige Modelle angesammelt haben. 



Die unglaubliche Anzahl von 31 SAABs ist hier über die Jahre zusammengekommen, und müsste man jemand Fremden die Produktpalette der SAAB-Scania AB zeigen, an diesem Ort würde man zumindest fast alle produzierten Automodelle vorfinden.

Vom giftgrünen 96 bis hin zum 9000 Aero ist mehr oder weniger jedes Auto mindestens einmal vertreten. Ersterer steht vermutlich schon seit fast 30 Jahren an der gleichen Stelle, zumindest lässt die TÜV-Plakette von 1989 darauf schließen, und stellt so den Ursprung der seltsamen Sammlung dar. Er wurde irgendwann hier abgestellt und nie wieder abgeholt. Ein trauriger Fakt der seit 30 Jahren Realität ist. So wie ihm ergeht es auch den unzähligen Turbos, zumeist natürlich 900er. Aber dazu im weiteren Verlauf mehr.

Der schwarze Aero hingegen hat „nur“ einen Motorschaden erlitten. Mit wenig Öl fährt es sich bekanntlich schlecht, und noch schlechter wenn man mit Null Litern im Block auf der Autobahn alles aus dem 2,3 Liter Turbo rausholen möchte. Folglich legte ein Motorschaden die schwedische S-Klasse lahm. Der Besitzer aber hängt an seinem Aero und so ist der 9000 wieder repariert, und wird aller Voraussicht nach in Kürze wieder einem TÜV-Prüfer vorgeführt werden. Was beide Autos verdeutlichen sollen? An diesem Ort gibt es solche Fahrzeuge, für die jede Rettung zu spät kommt, denen entweder nur die letzte Ruhe oder die Presse eines Verwerters bleibt, aber auch Fahrzeuge, die durch aus zu retten sind.

Ein Beispiel? Gerne!

Seit knapp zwei Jahren wartet ein 9000 auf seine Rettung. In der Ausstattungsvariante CD und mit Turbo, der von einem 4-Gang Automatikgetriebe gezügelt wird, hat er gerade einmal 171.000 KM absolviert. Sein anthrazitfarbener Lack hat unter der Sonne und dem letzten heißen Sommer etwas gelitten, seine blaue Innenausstattung aber sieht wie unberührt aus, das Holzdekor wie bei Auslieferung und das große SAAB-Soundsystem aus vergangener Zeit wartet nur darauf, klassisch analog mit neuen CD’s gefüttert zu werden. Wagen wie diese verdienen es einen neuen Besitzer zu finden, für sie kommt eine Ausschlachtung viel zu früh, der Weg zur Presse sowieso.

Handelt es sich doch um (schwedisches) historisches Automobilgut. 9000er die zu retten wären gibt es hier viele. Ein weiterer CD, mehrere CS und CSE mit und ohne Turbo, mit manuellem oder automatischen Getriebe. Alle kommen mit Holzdekor daher und zumeist mit Lederlenkrad und großer Sound-Anlage. Die Wagen, die hier stehen, verkörpern genau das, was damals beim Händler alles möglich gewesen sein muss und vermitteln den Eindruck, dass Sie dort einst sorgfältig zusammengestellt worden sind. Und doch stehen Sie nun hier.

Genauso wie die vier CC Modelle, worunter sich sogar einer der ersten Turbo’s verbirgt. 



Hat man die fast schon unzähligen 9000ner auf dem Gelände hinter sich gelassen, stößt man in den Bereich der 900 Sedans, GLs und Turbos vor. An ihnen ist der Zahn der Zeit teilweise deutlich zu erkennen. Verrostete Türen, Motorhauben oder Schäden durch Vandalismus. Wer die (Rost-) Krankheiten der früheren Autos im absoluten Endstadium betrachtet möchte – Bitteschön, hier bietet sich eine einmalige Gelegenheit.

An ihnen wird erstmals so richtig deutlich was sich hinter diesem Ort verbirgt. Die Autos sehen teilweise wie frisch eingeparkt aus, die Räder noch eingeschlagen als seien sie erst vorgestern hier abgestellt worden und würden morgen wieder abholt. Die Realität aber zeigt: Auch diese Autos stehen mindestens schon 10 Jahre hier. Vor einem 900er wachsen die ersten Frühlingsblumen, bei einem anderen hat sich zwischen Stoßstange und Kühlergrill ein kleiner Baum seinen Weg gesucht.

Der Wagen, so scheint es, ist im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Ort fest verwurzelt. 
In einem weiteren KfZ wächst ein Weiden ähnliches Gewächs. In allen Autos hängt der Himmel, auch 20 Jahre später eben typisch SAAB.

Der ein oder andere Wagen weist zu dem die ersten Ausschlachtungen auf. Mal fehlt hier ein Kotflügel, am Turbo die heiß begehrten Lüftungsgitter hinten, oder dem Wagen fehlt eine Felge und er steht auf dem Ersatzrad. An anderen wiederum finden sich seltene Teile, wie ein Windabweiser für das Schiebedach an einem 900 Gls, oder ein Heckspoiler für den 99.

Und obwohl die Autos schon fast vergessen sind, erzählt jedes so seine eigene Geschichte. 
So wie der rote rechtsgelenkte 99 aus Irland. Auch er ist dem Verfall nahe, die Innenausstattung sieht typisch nach SAAB aus, auch hier ist der Rost Herr der Zeit geworden. Über 500.000 km wurde er einst von seinen Besitzern in Irland und Großbritannien gefahren. Auf der Rückbank liegt Kartenmaterial aus einer anderen Zeit, auch eine Deutschlandkarte liegt daneben, der Dachgepäckträger kommt von IKEA und hätte der Wagen einen Flux-Kompensator könnte man meinen, er kommt gerade von einer langen Reise aus einer anderen Zeit daher. Was Ihn letztendlich hier stranden ließ bleibt reine Spekulation. Vielleicht versagte der Motor nach 500.000 km irgendwo auf einer Urlaubsreise in Deutschland, und der Besitzer sah keine Chance mehr den Wagen zu retten.

Ob dem wirklich so ist, wird schwer belegbar sein. 



Angekommen im hintersten Teil des Geländes stehen wir zum Abschluss wieder am Anfang der Story. Da steht er also, umschlossen von Sträuchern und Hecken, der grüne 96, leicht eingesunken in den Boden
. Der Ursprung des Ganzen, man könnte Ihn fast als Wächter dieses Ortes bezeichnen. Er hat alle kommen sehen, einige sind zwar wieder gegangen aber viele sind geblieben und haben ihm Gesellschaft geleistet, auf seinem langen Weg des Verfalls. Kotflügel, Türen oder der Scheibenrahmen. Überall zeugt der Rost von einem jahrzehntelangem Vergessen.

Wir tauschen einen letzten Blick aus, und haben positive wie negative Gedanken im Kopf. 



Egal ob Marken-Fan oder nicht, dieser Ort beeindruckt ab der ersten Sekunde. 
Dieser Ort, umgeben von kompletter Ruhe, zieht einen sofort in den Bann. Diese schier unendlichen Varianten von alten schwedischen Autos begeistert im ersten Moment, einen wahren Liebhaber der Marke aber stimmt er im zweiten Moment traurig. 



Knapp 8 Jahre nach dem Ende der Marke ist dieser Ort wie ein Stich ins Herz.

Irgendwann ist mal jemand zum Händler gegangen weil er genauso ein Auto haben wollte, hat sich mit dem Zubehörkatalog auseinander gesetzt und holte seinen neuen Saab irgendwo ab. Und trotzdem wurden diese Autos größtenteils bewusst oder unbewusst hier stehen gelassen. Sie zeigen die lange Tradition der Marke und sind trotz ihres Verfalls kleine Botschafter der Marke. Sie zeigen was passiert wenn wir die Marke vergessen, wie sie endet wenn wir nichts in Ihren Erhalt investieren.

Der Tag nähert sich langsam dem Ende, wir stapfen wortwörtlich vom 96 einmal quer über das Gelände zurück zu dem SAAB der uns herbrachte, ein letzter Blick dann steigen wir ein. Wie die beiden Protagonisten vom Anfang der Geschichte rauschen auch wir irgendwann weiter, im Gegensatz zur Lautlosigkeit eines E-Mobils blubbert der 9-3 Turbo aber noch einmal leise aber kernig auf, dann rauschen wir los. Der SAAB kriegt nach Stunden des Wartens wieder Drehzahl, der Turbo dankt es und mit dem typischen SAAB Sound verschwinden wir hinter der letzten Erhöhung, das letzte bisschen Turbo blubbern hallt noch nach, dann kehrt wieder komplette Ruhe ein und der Ort verschwindet wieder im Vergessen.

Text: Jan / Video: Justus


Diese Story war in erster Linie dazu da, den Lesern einen der wohl besondersten SAAB Orte in Deutschland zu zeigen und ihm einen Platz in der Community zu widmen. Auch wir sind immer noch ein wenig ratlos wie es dazu kommen konnte, hat dieser Ort doch jahrelang dazu beigetragen, dass der SAAB-Spirit sich überhaupt in Deutschland ausbreiten konnte. Eventuelle Schuldzuweisungen an ehemalige Besitzer, die Ihre Autos dort haben stehen lassen sollten daher unterbleiben.

Und ja, die Story bestand zu größten Teilen aus den alten Fahrzeugen, die sicherlich in keinem guten Zustand mehr sind, was schlussendlich aber auch ein wenig der Dramaturgie geschuldet ist. Über SAAB’s, die nur einen Platten oder einen kaputten Auspuff haben, lässt sich halt schlecht schreiben.

Auch wollen wir diesen Artikel dazu nutzen, um einem Teil dieser Autos wieder ein neues Zuhause und damit eine Chance auf ein zweites Leben zu verschaffen. Denn über kurz oder lang sollen diese Autos den Ort endgültig verlassen. Ob der Weg in die Presse oder in die Hand eines Liebhabers, wir hoffen das wir mit diesem Text den Anstoß zum Retten gegeben haben.

Die erwähnten 9000er sind dabei tendenziell alle in einem Zustand, der sich sicherlich wieder retten ließe. Zwar müssten die Fahrzeuge definitiv viel Liebe genießen und eine gewisse finanzielle Aufwendung ist auch erforderlich, aber sie haben das Potenzial ein lebenslanger Begleiter zu werden.

Wer also noch einen 9000 oder einen anderen SAAB zum Wiederaufbau sucht, der kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen, wir würden dann vermitteln!

Neben der Story und den unzähligen Bildern, haben wir zu diesem Ort auch zwei filmische Beiträge produziert.
 Wer in den Videos also ein Auto seiner Begierde entdeckt, darf sich sehr gerne bei uns melden!

Im ersten Video gehen wir nochmal auf die Autos ein und zeigen diese, Justus kommentiert dabei das Gesehene. 



Das andere Video ist ein kleiner cinematischer Zusammenschnitt und soll als 
filmischer Beitrag zu dem Text die ganze Geschichte abrunden.

Wir bedanken uns am Ende wirklich vielmals bei dem Besitzer für die Dreh-Erlaubnis und hoffen, dass durch unseren kleinen Beitrag der ein oder andere Wagen vielleicht doch noch einen neuen Besitzer findet und irgendwann wieder frischen Asphalt unter seinen Rädern spüren wird.

22 Gedanken zu „Die letzte Ruhestätte…

  • Wo soll den dieser „Saabfriedhof“ sein? Mir sind mindestens zwei weitere Orte bekannt wo ähnlich viele, wenn nicht sogar mehr Saabmodelle „geparkt“ sind.

    2
    1
    Antwort
    • Der Ort bleibt auf Wunsch des Besitzers erst einmal geheim, so war es für diese Story abgemacht! Deswegen fängt die Story auch irgendwo in Deutschland an. Mir selber ist auch noch ein weiterer Ort bekannt.

      Antwort
  • Sehr emotional! Eine echt traurige Geschichte. Hoffentlich können ein paar Fahrzeuge noch vermittelt werden.

    Antwort
  • sehr gut geschrieben, und macht natürlich schon wieder Appetit auf Saab retten …..

    Antwort
    • Vielen Dank ! Vielleicht darf es ein CD mit Turbo sein ? 😉

      Antwort
  • Hätte diesen Friedhof nicht im dicht besiedelten D vermutet. Eher in S oder DK oder Finnland …

    Wenn ich richtig verstanden habe, stehen da lauter SAABs, die ein Käufer des Grundstücks im Anschluss oder der Verkäufer zuvor eines Verkaufs kostenpflichtig entsorgen müsste?
    Stattdessen darf man sie kaufen und der aktuelle Grundstücksinhaber hofft noch auf ein paar Euro?

    Bei aller Liebe zur Marke, aber ich glaube kaum, dass diese Rechnung so aufgehen wird …

    4
    4
    Antwort
    • Einen solchen Ort hätten auch wir nicht vermutet, und doch gibt es ihn. Leider !
      Um kurz für Klarheit zu sorgen:
      Das Grundstück steht nicht zum Verkauf und der Besitzer hofft auch nicht darauf das man Ihm die Autos als Last abnimmt bzw. mit den Autos noch Gewinn zu machen. Wie erwähnt sind auch einige Autos dabei, für die eine Rettung definitiv zu spät kommt.
      Die wenigen, die auf jeden Fall zu retten sind, hoffen wir so vielleicht an den Mann zu bringen. So wie den beschriebenen 9000.
      Erstmal geht es nur darum die Wagen zu retten, die in einem viel zu guten Zustand für die Presse sind. Wenn Sie keiner nimmt werden Sie geschlachtet, was mindestens genauso schade wäre !

      Antwort
      • Vielen Dank für die Klarstellung. Auch euer Engagement finde ich super und das Video gestern große Klasse!

        Aber so ein Ort in D und eure Geschichte heute erzeugt bei mir noch immer mehr Fragezeichen als Verständnis. Zu viele Fragen, als dass ich diese jetzt tippen wollte. Ohnehin habe ich das Gefühl, dass ihr Gründe habt, bestimmte Fragen offen zu lassen. Ansonsten hättet ihr die Geschichte ja anders erzählen können und ich wüsste jetzt, warum die rettbaren Fahrzeuge nicht einfach kostenlos annonciert werden. Oder ich wüsste, warum …

        Na ja, ich wünsche viel Erfolg und drücke den SAABs in jedem Fall die Daumen, dass sich rettende Ritter ohne Furcht (vor Fragezeichen) und ohne Tadel anfinden.

        Antwort
        • Das stimmt, gewisse Fragen wurden bewusst nicht beantwortet/ offen gelassen.
          Aber so viel kann ich sagen:
          Die Autos waren einst alle einmal dafür vorgesehen wieder aufgearbeitet zu werden. Am Ende sind es aber einfach zu viele geworden und das Ganze nahm seinen Lauf.

          Ich kann aber versichern, auch bei uns sind noch einige Fragen offen.

          Antwort
  • eine sehr emotional geschriebene spannende und literarische Geschichte. Vielen Dank für diesen Bericht. Kenne auch einen Ort an denen noch ziemlich viele alte Saabs stehen die vor sich hin rosten. Viele davon könnte man noch retten, aber sie verkaufen die Autos nicht, sagte man mir

    Antwort
  • Warum soll man sich mit der Restauration eines solchen Fahrzeuges abgeben.
    Das Risiko und die Kosten sind unkalkulierbar selbst wenn man das Fahrzeug geschenkt bekommt.
    Ich kenne einen 9000er Bj 1990 mit 40T km der wie Fabrikneu aussieht.
    Wenn man so ein Fz. verkaufen will wundert man sich wie wenig dafür geboten wird.
    Da lohnt sich die Suche nach einem Fz. im besseren Zustand.

    3
    4
    Antwort
    • Sehe ich genau so. Wir reden hier über Saab und nicht über einen VW T1 Samba. Brauchbare Teile ausschlachten, der Rest dann entsorgen. Vor kurzem wurde der komplette Teilebestand von SAAB Tischendorf auf ebay versteigert. Das waren mehrere Hallen voll. Die wollte auch niemand wirklich haben. Allein der Abtransport hätte wohl mehrere Wochen gedauert.
      Wenn man die Fahrzeuge noch irgendwie verwerten will, müsste man eine Art „Schlachtwochenende“, oder auch zwei veranstalten. Man kommt vorbei, schraubt ab was man braucht und zahlt dem Besitzer was einem die Teile wert sind. Was übrig bleibt ist nicht gefragt und kann weg.

      3
      1
      Antwort
      • Die Preis für die gehypten Samba Busse sind seit Monaten auf dem Weg nach unten. Oder stehen wie Blei. Nur so viel mal dazu.

        Einer von den gezeigten 9000 könnten für ein Paar Scheine der Einstieg in die Saab Welt sein. Für jemanden der die Marke liebt, und der nicht das große Geld investieren kann/will. Vielleicht jemand der jung ist und seine Erfahrungen sammeln will. Ich kann mir nichts besseres als einen robusten 9000 dafür vorstellen.

        Ich würde das alles nicht gleich so negativ sehen. Gebt der Sache doch eine Chance bevor mal wieder alles runtergerschrieben wird.

        Antwort
      • Bevor ich die verrostete Karkasse eines T1 ohne Achsen, ohne Motor und ohne Interieur für 30.000 Euro oder eben ein fahrfähiges Model für 100.000 € plus kaufe, kaufe ich mir doch lieber noch 2 oder 3 Schweden und dazu noch gleich einen frame off restaurierten Ami – und sei es nur, damit dieser verdeutlicht, wie smart die Schweden waren …

        Mit Verlaub, aber ein Samba ist ein blödes Beispiel, wenn man den Markt realistisch einschätzen und Fehlentwicklungen vorbeugen möchte …

        Antwort
        • Ja aber der Oldtimermarkt besteht eben nicht nur aus einem Herrn Herbert Hürsch…Es gab und gibt eben noch genug Leute die nur wegen der Fahrgestellnummer eines ansonst völlig weggerosteten T1 oder 911 mehr Geld auf den Tisch legen als ein top restaurierter 901 kostet. Das bedeutet nicht, dass ich diese Entwicklung gut finde. Man muss sich nur mal anschauen aus welchen Gründen selbst gefragte Modellreihen bei Saab teilweise verkauft werden: Zylinderkopfschaden? Übersteigt ja den Restwert, also weg damit.

          Es gibt de facto keinen „Markt“ für völlig verostete Saab die 10 Jahre oder länger auf einer feuchten Wiese standen. Es mag ja hin und wieder mal einen Enthusiasten mit dem nötigen Kleingeld und/oder hervorragenden Schrauberfähigkeiten geben der so ein Projekt startet weil er einfach „Lust“ hat. Die Regel ist das aber nicht. Warum? Es gibt einfach noch zu viele gute Fahrzeuge oder solche die ich mit deutlich! weniger Aufwand wieder flott bekomme.
          Die Idee des Oldies als Wertanlage ist vielleicht in Saabkreisen nicht ganz so verbreitet wie im 911er Lager, aber es wird hier doch recht häufig eine Kosten/Wert Rechnung eröffnet.

          5
          1
          Antwort
          • Natürlich gibt es nicht nur den Herrn Hürsch der hier viel und gerne schreibt. Aber Ihre Argumentation geht völlig fehl, denn Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen. Bei 911 und T1 stehen Konzerne dahinter, die den Hype nicht erst seit ein paar Tagen befeuern. Da macht sich langfristiges Denken bezahlt, und manchmal gibt es sogar da eine Marktkorrektur wie jetzt bei den völlig überzogenen T1 Preisen.

            Saab hatte nie einen Plan oder einen Bezug zu seiner Historie. Pflege? Fehlanzeige! Mein Vater erinnert sich an Zeiten, als man mit einem 901 im Saab Zentrum unwillkommen war, weil die einfach alte Kisten nach dem damaligen Verständnis waren. Und Orio hat scheinbar nicht im Ansatz eine Idee, was man mit der Saab Vergangenheit alles machen könnte.

            So traurig es ist, aber ohne Blog und Foren wäre die Marke so was von tot und vergessen.

            Vergleichen Sie also die Lage besser mit Lancia oder Rover. Das steht Saab, auch auf Grund des Engagements vieler Fans, doch recht gut da. Eine Wertanlage sind die Fahrzeuge natürlich so gut wie nie, und alles kann man auch nicht retten. Dafür machen Saab`s Spaß, sind bezahlbar und sind dankbar für gute Pflege.

          • Das war ja auch gar nicht mein Punkt. Es liegt mir völlig fern, eine Alleinvertretung für den Oldtimermarkt zu beanspruchen. Wie auch, mit nur einem von hunderttausenden oder gar Millionen an Fahrzeugen der H-Kategorie allein in D ? ? ?

            Sie vergleichen hier Samba und SAAB, Äpfel mit Birnen und Kirschen mit Tomaten und trauen sich Prognosen zu. Ich tue das nicht. Entweder haben Sie mir fachlich etwas voraus, oder Sie sind ganz einfach bereit, sich weiter aus dem Fenster zu lehnen? Oder es ist eine Mischung aus beidem …

            Was immer es ist, HERR Daniel, Sie sind wohl eine ziemlich coole Socke. Wäre schön, wenn Sie trotzdem auch die Meinung anderer Herren und Frauen hier respektieren oder zumindest mit mehr Milde belächeln und dabei die Form wahren könnten, HERR Daniel …

            Sollte es Jan und Justus gelingen, auch nur einen einzigen SAAB vom Friedhof zu vermitteln und wieder auf die Straße zu bringen, sollte hier davon berichtet werden, dann werde ich beim Lesen ganz speziell an Sie denken, HERR Daniel …

            P.S.
            Traurig ist, dass Sie sachlich und grundsätzlich ja gar nichts Falsches sagen. Ich persönlich schätze Ihre Kommentare und Anregungen sehr. Wenn Sie, Herr Daniel, neben den Inhalten auch noch die Form beachten würden, fiele es mir um den Faktor 10 leichter, Ihren Ausführungen zu folgen …

            1
            4
          • Ich gebe es auf. Wenn man offensichtlich nicht in den Saabjubelkanon einstimmt hagelt es gleich Vorwürfe. Vielleicht sollten einige einfach mal mehr alte Saab oder Teile verkaufen…dann bekommt man eher eine Ahnung und Erfahrung mit welchen Zeitgenossen es man teilweise zu tun hat.
            Mal ein Beispiel aus der Praxis: Es gibt meines Wissens einen! ehemaligen Saabhändler der noch eine originale, neue Motorhaube für den 901 anbietet (wohl die Letzte die man kaufen kann). Preis, irgendwas um die 5000€ (Nein, keine Null zuviel). Ach so, die müsste dann noch lackiert werden…Wenn ich jetzt eine gebrauchte für 120€ anbiete und ich Anrufe bekomme ob ich auch mit 100€ zufreiden wäre und ob ich die Haube auch anliefern könnte (nein, es geht nicht um 5-10km) glaubt dann wirklich jemand solch ein Klientel zieht einen Haufen Rost von der Wiese um daraus einen schönen, alltagstauglichen 99/901 oder 9k zu machen? Ich glaube das nicht. Meine Erfahrung ist leider auch kein Einzelschicksal. Wenn ich Leuten zuhöre die mit ihrem eigentlich ganz passablen 901 oder 9000 wegen einer kleineren Durchrostung nicht durch die HU gekommen sind und den Wagen daraufhin lieber verkaufen statt den Mangel zu beheben…naja, wo wir wieder bei den weniger passablen Modellen aus dem Bericht wären…

          • Lustig Herr Daniel,

            Sie haben drei Kommentare zum Artikel verfasst und alle drei haben (aktuell) zufällig 2 Daumen hoch.
            Meine Antwort an Sie hat zufällig 2 Daumen runter.
            2 Daumen runter hat zufällig auch ein weiterer Kommentar von mir, der mit Ihnen gar nichts zu tun hat und mehrheitlich (4 Daumen hoch) positiv aufgefasst wird. Wer warum an diesem (sehr neutral geschriebenen) Kommentar etwas aussetzen könnte, wäre mir vollkommen schleierhaft, wenn es Sie nicht gäbe …

            Das sind zufällig (?) gleich 5 mal je exakt 2 Daumen in ihrem Sinne. Da liegt der Verdacht nahe, dass Sie sich selber von 2 Geräten jeweils positiv bewerten und Leser oder deren Kommentare, die Sie nicht mögen, von 2 Geräten aus abwerten und diskreditieren.

            Das kann natürlich auch Zufall sein. Aber wenn nicht, wäre es ziemlich albern und armselig. Oder was meinen Sie dazu?

          • @ Herrn Daniel,

            Sie sind nicht der einzige, der sich hier skeptisch über eine mögliche Rettung geäußert und eine Verwertung suggeriert hat. Sie sind aber der einzige, der darüber in Streit gerät …

            Sie sind der einzige der sich jetzt einem Hagel an Vorwürfen ausgesetzt sieht, weil er „nicht in den Saabjubelkanon einstimmt“ habe, wie Sie es abwertend gegenüber anderen nennen.

            Ich glaube, wenn Sie nicht jede abweichende Meinung persönlich nähmen, einfach nur sachlich blieben und nicht persönlich würden, täten Sie sich selbst und dem einen oder anderen Leser einen großen Gefallen. Inhaltlich und fachlich schätze ich Ihre Kommentare sehr – ohne das Drumherum.

    • Genau diese Gedanken habe ich auch.

      Aber auch Jan und Justus scheinen mir der Thematik bewusst. Das Video beginnt mit einem 9000 CD-Wrack für 500 € und dem Hinweis, dass man darüber schmunzeln musste und sich mit dem Verkäufer nicht einigen konnte – nicht vor dem Hintergrund, dass vergleichbare Autos ab 799 € mit TÜV im Netz stünden.

      Aus rein wirtschaftlichen Erwägungen kann wohl kaum ein alter Schwede gerettet oder gar wiederbelebt werden …

      Obwohl inzwischen längst selten und ich ständig Geld reinstecke, verweigern mir der Markt und mein alter Göteborger beharrlich irgendeinen signifikanten Wertzuwachs. Aber das ist nur die halbe Wahrheit und nur die halbe Rechnung.

      Denn ich hatte in zig Jahren auch keinerlei Wertverlust und habe inzwischen etliche Neuteile im Auto, die mir keine Sorgen machen und die Fehlersuche erleichtern, wenn mal was nicht ganz rund läuft. Der Unterhalt per anno ist selbst inklusive aller selbst verbauten Neuteile und fachbetrieblich ausgeführter Maßnahmen unter dem Strich sehr, sehr günstig. Und wenn ich nach einem Einkauf im Supermarkt auf einen gut gefüllten Parkplatz komme, begleitet mich zuverlässig das Gefühl, dass da kein anderes Auto steht, in welches ich lieber einsteigen würde …

      Ich denke, so oder so ähnlich ist das auch mit den SAABs auf dem Friedhof, die Jan und Justus gerne gerettet sehen wollen. Da geht vielleicht wirklich was und es kann sich vielleicht sogar rechnen? Sei es nun emotional oder finanziell. Aus eigener Erfahrung kann ich immerhin sagen, dass es durchaus auch seine Vorteile hat, viel am „neuen“ Auto machen zu müssen oder zu dürfen. Ich finde es jedenfalls sehr beruhigend, eine lange Liste an Neuteilen und ausgeführter Arbeiten im Kopf und schriftlich dokumentiert zu haben und bin mit meinem Göteborger nicht nur im Alltag unterwegs, sondern habe ihn sogar für Urlaube genutzt.

      Das erfordert Vertrauen. Und das kann man nicht für ein paar € mehr kaufen. Nicht bei alten Autos. Das muss man sich so oder so selbst erarbeiten. Vielleicht steht auf dem Friedhof ja tatsächlich der eine oder andere SAAB, der als Grundlage und Ausgangsbasis in diesem Sinne taugt? Ich weiß es nicht. Es ist nur so ein Gedanke …

      5
      2
      Antwort
  • Ich finde ja, es gibt noch genug „Substanz“ unter den fahrbereiten Angeboten, bevor ich einen vom Schlachthof rette! Aber vor allem: es muss auch (gebrauchte) Ersatzteile geben. Ein professionelles Ausschlachten würde ich mir deshalb von viel mehr Verwertern wünschen! Eigentlich darf kein Saab in die Presse gehen, ohne alles was verwertbar ist, auszubauen. Dabei geht es gar nicht um billige Teile, sondern darum überhaupt noch an Teile zu kommen.

    Antwort

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.