NEVS Elektroautos mit Skandinavischer DNA

Wir haben bereits das Presswerk und den Bodyshop besucht. Zukünftig werden dort NEVS Elektroautos für Schweden, Europa und Nordamerika vom Band laufen. Man hat für uns noch eine Überraschung parat und so werden wir mit drei Fahrzeuge auf die andere Seite in die Entwicklungsabteilung gefahren.

Karosseriewerk. Blick auf Rohkarossen bei NEVS.
Karosseriewerk. Blick auf Rohkarossen bei NEVS.

Im Rahmen des Saab Festivals 2015 hatten viele Gäste die Chance die erste Etage dieses Gebäudes mit seinen Testeinrichtungen zu sehen. Doch es gibt in diesem Gebäude Etagen, in die normalerweise keine aussenstehenden Personen bis jetzt jemals vorgedrungen sind.

Die Prototypenklinik von NEVS

In die zweite Etage, in der die Prototypenklinik ist, hat man nicht alle Tage die Chance einen Fuß zu setzen. In einem drei Etagen hohen Raum, der von Büros mit Fenstern umgeben ist, stehen hier normalerweise die Modelle der Prototypen zur Bearbeitung. Für uns hat man das PhoeniX Konzeptauto von Genf 2011 dort vorgefahren. Außerdem sehen wir die Designstudie 9-3 Turbo Edition. NEVS wollte sie auf den Markt zu bringen, bevor man beschloß den 9-3 mit konventionellem Antrieb „zu den Akten“ zu legen.

Die Turbo Edition wäre ein interessanter 9-3 gewesen, wenn dieses Auto das Licht der Welt erblickt hätte: Geänderte Frontpartie, andere Heckpartie, neue Haube, Änderungen im Innenraum, zentrale Turboanzeige. Und das alles in der Turbo-Knallerfarbe “Kardinalrot” wie einst beim ersten 99 Turbo!

Neue Plattform für das NEVS Elektroauto

Interessant war es, dass Hans-Martin Duringhof uns dann ein wenig darüber erzählen konnte, wie es mit der Phoenix Plattform in den vergangenen Jahren weiterging. Die Entwicklung hat auf jeden Fall nicht Halt gemacht, die Plattform wurde immer weiter adaptiert und an die Bedürfnisse angepasst. Von Phoenix 2.0 zu sprechen wäre eine deutliche Untertreibung, die Plattform ist heute so flexibel wie sie zu Zeiten von Spyker niemals denkbar gewesen wären.

Das erste NEVS Elektroauto für China, welches 2017 auf den Markt kommen soll, wird in weiten Teilen aussehen wie der alte 9-3. Doch die Plattform, die Basis für die “alte” Karosserie sein wird, unterscheidet sich komplett von der bekannten Bodengruppe. NEVS hat sich entschieden nur das Karosseriedesign weiter zu nutzen. Durch eingesparte Entwicklungskosten kann man die Elektroautos zu einem attraktiven Preis in China anbieten. Dieser Schritt ist nachvollziehbar, der 9-3 in seiner letzten Form ist in China mehr oder minder unbekannt, und wird somit als neues Fahrzeug vom chinesischen Kunden wahrgenommen.

Der Blick in die Zukunft. Dei NEVS Designabteilung

Wie so oft kommt das Beste zum Schluss: Die vierte Etage, der heilige Gral im Designbereich. Um hier Eintritt zu erlangen heißt es: Handy abgeben, Kameras abgeben und ab durch die Sicherheitskontrolle. Nach diesen Sicherheitsmaßnahmen stehen wir dann also in der obersten Etage. Ein Raum der gut 35 Schreibtische beherbergt und in der Mitte eine „Brainstormingzone“ bereithält. Drumherum sitzen die Menschen, die aus 14 Nationen stammen, und an der Designzukunft der Marke NEVS arbeiten.

Aufgrund des verständlichen Fotoverbots können wir natürlich keine Bilder dieses Büros zeigen. Überall sind Materialien und Zeichnungen für die neuen Fahrzeuge zu sehen! Aber wir dürfen einen Eindruck teilen, und der ist mehr als überwältigend. Die NEVS Designsprache fängt dort an, wo Saab zuletzt stand. Jede einzelne Zeichnung den Wänden ist designtechnisch für einen Saabkenner als Weiterentwicklung der Designsprache zu erkennen. Hockeysticks an den Seiten, durchgehende Leuchtbänder und Cockpitartige Kanzeln um den Fahrer herum werden die Designzukunft der Marke NEVS prägen.

NEVS setzt auf den langfristigen Dialog

Welcher  Eindruck bleibt nach diesem Tag? Zurück auf dem Weg gen Heimat, mit dem nötigen Abstand zum Werk und der dort immer wieder auftretenden Euphorie? Man kann verstehen warum NEVS sich gegen den Namen Saab entschieden hat. Einen erheblichen Teil der zur Verfügung stehenden Mittel für Lizenzgelder zu investieren? Es wäre kein kluger Schachzug gewesen.

Man hat sich bei NEVS also, nach langem Überlegen, dafür entschieden lieber in einen eigenen Namen und ein langfristiges Trademark zu investieren. Welches man selbst besitzt und nicht lizensieren muss. Die neuen Produkte, die Elektroautos von NEVS, sollen eine größere Kundenschicht erschließen. Darunter auch Kunden, die vielleicht nie in einen Saab eingestiegen wären. Der Eindruck, dass dieses Unternehmen Erfolg haben kann, wenn die Produkte stimmen, ist auf jeden Fall da. Mit dem Wissen wie viel Saab DNA in jeder Überlegung steckt, wie viel Saab Know-How in Form von ehemaligen Mitarbeitern versammelt ist, lässt uns auf eine positive Zukunft mit NEVS blicken.

Sehr interessant ist auch, dass man uns am Ende dieses Tages mitteilte. Veranstaltungen wie die am letzten Mittwoch werden in der Zukunft mit einer gewissen Regelmäßigkeit für „Botschafter“ aus der Saab Szene veranstaltet.  Sie sollen der Saab Community den Einblick in das neu entstehende Produkt zu geben.

Wir bedanken uns bei Michèl Annink, Jonas Hernqvist, Mikael Östlund, Thomas Ahlzen und Hans-Martin Duringhof für die Gastfreundschaft!

31 Gedanken zu „NEVS Elektroautos mit Skandinavischer DNA

  • 30. Juni 2016 um 10:33 AM
    Permalink

    Spannend diese News von NEVS! Es bleibt bei mir eine Frage offen:
    WARUM ERST JETZT DIESE OFFENHEIT???

    Natürlich MUSS NEVS neue Kunden finden/überzeugen! Sonst geht es der Fa. wie zuvor SAAB… 🙁

    • 30. Juni 2016 um 11:41 AM
      Permalink

      Die Frage ist berechtigt. Die Entscheidung in Sachen Markennamen ist wohl ein Grund. Ausserdem sehe ich das Engagement von Mitarbeitern, die noch nicht lange bei NEVS arbeiten, im Hintergrund. Die Autoindustrie verändert sich rasant, neue Wege zum Dialog mit dem Kunden müssen gefunden werden. NEVS macht das aktuell ganz gut.

  • 30. Juni 2016 um 10:38 AM
    Permalink

    Faszinierend… Stellt sich wirklich die Frage warum NEVS über Jahre mauert und erst jetzt (Ruf ramponiert) auf die Fans & potentiellen Käufer zugeht.

    • 30. Juni 2016 um 11:17 AM
      Permalink

      Was sollten sie denn auch zeigen?
      Hätten sie mal den Turbo gebaut. Ich wäre ein Kunde gewesen mit oder ohne SAAB Schriftzug.

  • 30. Juni 2016 um 11:45 AM
    Permalink

    Niemals zu spaet um offen zu werden und der Plan in die Zukunft Verantstaltungen fuer Botscahfter aus des Saab Szene zu organisieren ist viel versprechend. Ich werde dies gut verfolgen und vielleicht fahren wir als Saabist in der Zukunft gerne mit einen NEVS.
    Dies sieht indertat sehr gut aus und froh das es jetzet diese Offenheit gibt.

  • 30. Juni 2016 um 11:50 AM
    Permalink

    Vielleicht hat man endlich verstanden, dass man doch Käufer braucht, um auf den Markt kommen zu können. Gutes Produkt und neuer Name sind nicht zwingend mit Erfolg verbunden (s. Qoros).
    Wenn aber SAAB-Fahrer als potenzielle Kunden hoffiert und auch gewonnen werden, hat man Menschen, die das Produkt in der Öffentlichkeit präsentieren. Das verändert die öffentliche Wahrnehmung bestimmt.
    Und sollten wir SAAB-Fahrer mit den NEVS-Fahrzeugen ebenso zufrieden sein, sind wir die besten Botschafter, die ein Unternehmen haben kann.

  • 30. Juni 2016 um 12:12 PM
    Permalink

    Man scheint wohl doch aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Ebenfalls erfreulich ist, dass durch neue Mitarbeiter eine offenere Kommunikationskultur zu entstehen scheint.
    Stellt sich bloß noch die Frage was das für ominöse Karosserien waren, die im Bodyshop gesichtet wurden???

  • 30. Juni 2016 um 11:41 AM
    Permalink

    Warum man nicht auch die internationale Fachpresse dazu einlädt bleibt mir ein Rätsel…

    • 30. Juni 2016 um 11:43 AM
      Permalink

      Das würde ich nicht so sehen. Dazu ist es verfrüht, das kommt noch. Ausserdem hat NEVS einiges an Pressepräsenz in Schweden. Der Pressespiegel kommt nächste Woche. Vorher geht es weiter mit Saab 😉

  • 30. Juni 2016 um 1:31 PM
    Permalink

    Hallo
    Ich finde es nachvollziehbar, dass NEVs nun mit der Klärung des Markennamen auch mit der Öffentlichkeitsarbeit durchstartet.
    Wir Blogleser sind aber auch dichter dran, Dank Tom und Marc (Danke schön)! Die anderen potentiellen Kunden haben bisher doch kaum was mitbekommen.
    Aber natürlich darf es nicht verwundern, das es Saab-Fans gibt, die es nicht gut finden, was nun passiert. Diese Stimmen gab es auch schon früher… (z.B. Zum GM)
    Gruß André

    • 30. Juni 2016 um 1:47 PM
      Permalink

      Moin
      Ich meinte natürlich zum Thema GM.
      Gruß André

    • 30. Juni 2016 um 2:18 PM
      Permalink

      Was alles verständlich ist, so lange man bei den Kommentaren auf die Form und den Umgangston achtet. Funktioniert leider nicht 100 % perfekt, wie man heute schon lesen konnte. Es wäre schön, wenn auch Leser die mit der Situation nicht kompatibel sind, darauf achten würden.

  • 30. Juni 2016 um 2:38 PM
    Permalink

    Manche Aufgeregtheiten sind nicht zu verstehen. NEVS ist ein Abenteur, das der Blog mit Tom und Mark begleitet. In ein paar Jahren sagen wir vielleicht: Hey wir waren von Anfang an dabei… Oder auch nicht.
    Dass es mit Saab nichts zu tun hat ist doch jedem klar. Wenn dass Design daran anknüpft und sich weiter fort entwickelt, um so besser. Irgendwann brauche auch ich ein neues Auto, vielleicht kommt die Alternative aus Schweden. Bei der ganzen Ideenlosigkeit rund um wäre das doch die beste sache die uns passieren kann.

  • 30. Juni 2016 um 2:39 PM
    Permalink

    Die teils aggressiven Kommentare (besonders gestern) verstehe ich auch nicht.
    Es geht doch um MADE IN SCHWEDEN, in Trollhättan, nicht um MADE IN CHINA.

  • 30. Juni 2016 um 3:37 PM
    Permalink

    Ich finde es auf jeden Fall positiv, dass es in Trollhättan Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden. Den Fokus auf Elektromobilität finde ich genau richtig, da dort die Zukunft liegt. Spannend wird es, wenn die Folgegenerationen auch in Europa angeboten werden, wichtig ist aber nicht nur das Auto, sondern auch die passende Ladeinfrastruktur.

    Ich war die letzten knapp 3 Wochen etwas über 8000 km elektrisch in Europa unterwegs und würde beim Alltagsfahrzeug nicht mehr zu fossilem Kraftstoff zurückkehren wollen. BTW: Reichweitenangst hatte ich noch nie erlebt, auch war das Laden des Fahrzeuges meist viel schneller erledigt als ich meinen Kaffee getrunken / mails gelesen oder mich mit anderen Elektroautofahrern unterhalten habe. Nicht nur bei Saab gibt es eine solche Community 😉

    • 1. Juli 2016 um 9:35 AM
      Permalink

      Dann hast du entweder ein Wunderelektroauto oder trinkst deinen Kaffee sehr langsam. Einmal Volltanken mit bezahlen dauert bei einem herkömmlichen Auto max. 5 min und man kann wieder 600km fahren . Und bei dir?

      • 1. Juli 2016 um 11:57 AM
        Permalink

        Fährst Du denn täglich 1000 Km?
        Ich habe vor einiger Zeit mal eine Erhebung über das Bewegungsprofil des deutschen Autofahrers gesehen (ich weiß nicht mehr wo), danach würden 85% der täglichen Strecken schon mit aktuellen EVs/Reichweiten möglich sein. Die restlichen 15% Langstreckenfahrer müssen eben noch bei Verbrennern bleiben, bis es Lösungen gibt.
        Also, nicht alles immer nur schwarz-weiß sehen. Ein Anfang ist es allemal.

      • 1. Juli 2016 um 12:30 PM
        Permalink

        Um es auf den Punkt zu bringen: Thilo ist in einem Land mit limitierten Strassen unterwegs. Elektroautos sind dort geradezu ideal, es gibt keine Strassen die mit deutschen Autobahnen vergleichbar wären.

  • 30. Juni 2016 um 4:14 PM
    Permalink

    Sehr schön, da scheint sich also wirklich viel zu tun …

    Das wusste der Master of Spannungsbogen (Tom) aber schon ganz genau, als er noch Beiträge einschob, die den einen oder anderen Leser dazu animierten, sich nochmals kritisch über NEVS zu äußern bis gar zu echauffieren …

    Immerhin ist der Rundgang heute über eine Woche her. Aber sei es drum, wir wollen ja einen spannenden Blog – inklusive Rätselraten und Kontroversen. Gut so!

  • 30. Juni 2016 um 8:37 PM
    Permalink

    Als Verfasser des Artikels ist Gustav genannt. Vielen Dank für den superspannenden Beitrag!
    Gehört Gustav jetzt zum Blog-Team?

    • 30. Juni 2016 um 8:57 PM
      Permalink

      Gustav unterstützt uns seit Jahren im Hintergrund. Er ist beruflich sehr eingespannt und kann daher nicht regelmäßig als Autor in Erscheinung treten. Den Termin bei NEVS konnten Mark und ich nicht so kurzfristig wahrnehmen, Gustav ist spontan eingesprungen wofür wir sehr dankbar sind!

  • 30. Juni 2016 um 10:29 PM
    Permalink

    Saab rühmte sich immer an vorsdester Front zu stehen, jetzt sehe ich aber, daß SAAB (sorry NEVS) nur hinterher läuft. Ein richter Schrit wäre, wenn man direkt in die Brennstoffstellentechnologie einsteigen würde. Dazu aber fehlt dieser Firma leider der Mut. Die batteriegetrieben Fahrzeuge sind einfach nur für den Nahverkehr geeignet. Würde man dagegen die Batterien standardisieren, und einfach nur wecheln, dann währe dies interessant. Laden kann man Batterien auch ohne Auto.

    • 1. Juli 2016 um 12:10 AM
      Permalink

      Brennstoffzelle in PKW ist Energieverschwendung – der Energieverbrauch ist systembedingt ca. 3x so hoch wie bei einem reinen batterieelektrischem Auto. Batterieelektrische Autos sind auch heute schon für Langstrecke geeignet, in nicht allzuferner Zukunft auch für eine grössere Käufergruppe erschwinglich.

  • 1. Juli 2016 um 11:11 AM
    Permalink

    Hoffe das wir einmal die 9-3 Turbo Edition sehen können. Klingt wie ein Knaller

  • 1. Juli 2016 um 4:45 PM
    Permalink

    Ein möglicher Effizienzvorteil von Akkus ist wohl nicht so groß wie von Thilo angenommen, aber man kann vermutlich sagen, dass er gegeben ist. Die Situation ist insgesamt recht komplex und multifaktoriell und das Rennen zwischen den Ansätzen derzeit offen. Brennstoffzellen als die Endstufe bei E-Autos anzusehen und Akkus nur als einen Zwischenschritt halte ich entsprechend auch für falsch. Einige Anmerkungen zur Komplexität der Situation:

    -Bereits vor 15 Jahren habe ich Patentanmeldungen zu Brennstoffzellen bearbeitet, und von diesen Technologien ist bislang nichts auf den Markt gekommen. Brennstoffzellen sind Bitches, zickig, leicht zu vergiften und gleich eingeschnappt.

    -Andererseits beobachte ich Akku-Technologie nun auch schon seit ca. 2008 und auch damals gab es positive Meldungen über neue Ansätze mit bis zu zehnfach höherer Energiedichte. Und auch davon ist bis heute nichts auf den Markt gelangt.

    -Es fehlen massiv Komponenten bei beiden Technologien. Einige argumentieren, es gäbe ja schon ein Stromnetz, aber eben kein Wasserstoffnetz. Doch: Ich rechne mit 25-40% mehr Stromverbrauch bei Elektroautos (natürlich nicht bei lebensgefährlichen Kleinstfahrzeugen, aber bei richtigen Autos, die auch normale Familien nutzen wollen, wie Teslas oder eben die Saabs). Und dafür gibt es weder eine Infrastruktur, noch geeignete Schnellladestationen. Selbst die sog. Schnellladestationen, die zB 25 oder auch 50 kW abgeben können, laden bei 200 kWh-Akkus, die mindestens erforderlich sind, fast 10, oder 5 h. Das ist nicht schnell. Und dennoch wären die Kabel schon heftig.

    -Aber das mit der Wasserstoffinfrastruktur wäre dann auch machbar, wenn sie sich auf die Strominfrastruktur stützen würde. Der Wasserstoff kann nur aus Wasser durch Elektrolyse gewonnen werden, und das wäre theoretisch auch zu Hause möglich. Nur gibt es entsprechende Anlagen nicht, und auch nicht die Kompressoren für 700 Bar Druck als Kleinanlage für die Garage. Also: Beide Ansätze erfordern massive Aufrüstung.

    -Tanks mit 700 Bar Druck sind vor Jahren als “marktreif” deklariert worden. Ja, wo sind sie denn? Es wird nur verzögert. Irgendetwas stimmt da massiv nicht im Lager der Brennstoffzellenvertreter.

    -Trotz geringerer Effizienz von Wasserstoff gegenüber Akkus könnte das durch eine größere Praktikabilität ausgeglichen werden, denn Wasserstoff ist eben einfach zu lagern als Strom in Akkus. Mithin hängt also der Vorteil auch davon ab, wieviel und wie teuer Strom zur Verfügung steht. Und das ist eine Frage, die nicht im Bereich Automobilbau/Zellchemie/Brennstoffzelle liegt, sondern in anderen Technologiebereichen, inklusive der Forschung an Fusionsreaktoren.

    Wie man sieht, viele Faktoren. Die Akku-Seite könnte das Rennen leicht für sich gewinnen, dann nämlich, wenn es jemandem gelänge, ad hoc Akkus mit einer erheblich höheren Energiedichte und zu niedrigen Kosten marktreif zu machen. Dann wäre das Rennen vermutlich gelaufen.

    Ein solcher schlagartiger Gewinn ist bei Brennstoffzellen zumindest für mich nicht zu sehen, dort scheint es nicht einen einzelnen maßgeblichen Faktor als Zünglein an der Waage zu geben, aber ehrlich gesagt, ist auch nicht bei Akkus erkennbar, dass dieser Sprung gelingen würde, denn es geht wenig voran. Ich hab ja mal vermutet, dass die Gerüchte über ein Elektroauto von Apple mit einem Durchbruch bei den Akkus, den Apple erzielt haben könnte, zusammenhängen könnte. Aber ich bin skeptisch, denn man hört dazu gar nicht. Sollte Apple das geschafft haben (und wer sonst hätte das Geld für die Forschung) wäre NEVS allerdings am Ende, genau wie Tesla.

    • 2. Juli 2016 um 10:10 AM
      Permalink

      Zitat: Und auch davon ist bis heute nichts auf den Markt gelangt. 🙁
      Ich glaube, diese Lobby aus verschiedenen Bereichen ist mächtig stark und verhindert:
      -Ölfördernde Länder/ FIRMEN (!!!)
      -verarbeitende chem. Industrie (auch in Deutschland!!!)
      -Automobilhersteller im speziellen
      haben KEIN INTERESSE an E-Mobilität. Diese Firmen möchten altes Bestehendes minimal (!) verändern und “Dinosauriertechnologie” so lange es geht wieter an den Käufer bringen. Die “Mobilitäts-/Anriebsrevolution” kann nur mit massiv viel Geldpower und sofortiger Masse an erschwinglichen E-Autos entstehen. Wer kann und soll dies leisten????
      Toyota? VW? GM? an diese 3 glaube ich nicht! Zu “halbherzig”.
      Ich persönlich glaube eher an Fa. wie Google, Apple und Co. Die haben die finanzelle Power, craetive Köpfe, die etwas bewegen möchten, alte Denkmustern verlassen möchten.
      Es bleibt spannend! 🙂
      Die “Verbrenner” können dann später bei uns auf der “Hansa-Veteranen-Rallye”… fahren 😉

      • 3. Juli 2016 um 10:16 AM
        Permalink

        Bei Brennstoffzellen kann das wirklich so sein. Man entwickelt was, um auf alles gefasst zu sein und nen guten Eindruck zu hinterlassen, und bringt es dann eigentlich nicht wirklich auf den Markt.

        Bei Akkus liegt der Fall vermutlich anders. Hier gibt es auch ein starkes Interesse abseits des Automarkts, und dort ist sowohl die elektronische (Handy- und Laptop-Akkus), als auch die elektrotechnische (Stromspeicher) und chemische Industrie (Chemikalien für Akkus) an Weiterentwicklungen interessiert. Dieser Bereich wird von den derzeitigen Autoherstellern überhaupt nicht bearbeitet, soweit ich das sehe. Auch Teslas neue Akku-Fabrik verwendet konventionelle Technologien; eine Forschungsabteilung “Zellchemie” hat Tesla wohl nicht, oder?

    • 4. Juli 2016 um 12:19 AM
      Permalink

      Danke für die interessante Zusammenfassung.
      Aus praktischer Sicht wäre es für NEVS sicherlich sinnvoll auch hybride Modelle anzubieten. Also EV mit Verbrennungsmotor. Entweder als Plug-in Hybrid oder als Range Extender. Nur auf EVs mit Akku zu setzen birgt großes Risiko. Wasserstoff ist bei weitem noch nicht so weit.
      In China – dem Motor der aktuellen Entwicklung bei NEVS – dürfen meines Wissens Aufgrund des ewigen Smogs in den Städten, EVs und eben Hybride a’la Prius und Co in die Städte fahren. Normale Verbrenner werden ausgeschlossen.
      Deswegen könnte ich mir gut vorstellen das NEVS nicht nur reine EVs anbieten wird.

  • 1. Juli 2016 um 7:38 PM
    Permalink

    9-3 Turbo Edition? Klingt so, als hätte ich den sofort gekauft…

    • 3. Juli 2016 um 12:13 AM
      Permalink

      Den hätte ich auch genommen. Die Kenntnis über diese verpasste Chance schmerzt jetzt aber.

      Dazu dann einen Microlino für die Stadt als sauberes E-Mobil. Mist, die erste Serie ist ausverkauft!

  • 4. Juli 2016 um 5:31 PM
    Permalink

    Warum steht immer noch Saab auf dem Nevs Werk????

Kommentare sind geschlossen.