Saab 9-3 1.8t. Zwischenstop.

Manche Dinge sind langweilig…weil sie gut sind. Unser Saab 9-3 1.8t ist seit Sommer 2011 bei uns. So wie es scheint, war er leider unser letzter Saab Neuwagen. Mittlerweile hat er fast 78.000 Kilometer auf dem Zähler, und eigentlich war ich mir sicher,  die 100.000 ohne Störung absolvieren zu können. Blogger denkt…hofft… der 9-3 plant Anderes.

Saab 9-3 2011 1.8t
Saab 9-3 2011 1.8t

Kilometerstand 77.700. Keine Störungen in 4 Jahren. Regelmässige Inspektion in Frankfurt oder Bamberg, keine Auffälligkeiten, kein Ölverbrauch. Auch kein Verschleiß; der 9-3 scheint nicht zu altern. Aber dann passiert es doch !  Der Saab läuft plötzlich rauh, unrund. Was ist geschehen? Sorgenfalten auf der Stirn, Ratlosigkeit.

Im Innenraum dröhnt es, klingt nach defektem Auspuff – sagt meine Frau. Fühlt sich nach defektem Motorlager an – sage ich. Beides ist es nicht. Aber gesund kann es nicht sein, und so bleibt der 9-3 1.8t erst einmal stehen, bis ich Zeit finde,  nach Frankfurt zu fahren. Es gibt diese Werkstattgeschichten, da hat man ein seltsames Gefühl im Bauch. Immer dann, wenn man mit einem Fehler vorfährt, den man nicht richtig einordnen kann. Wenn dann auch noch das Werkstattpersonal ratlos ist, in Hektik verfällt, dann ist das nicht gut. Mal sehen,  wie es bei Saab Service Frankfurt sein wird.

Blitzdiagnose in Frankfurt.

An einem Mittwoch rolle ich bei Gerard Ratzmann auf den Hof, der wie immer voller Saabs ist. Werkstatt voll, alle Bühnen belegt, Parkplätze Mangelware. Viel Arbeit, Gerard Ratzmann macht die Direktannahme. Setzt sich in den Saab, startet. Die nicht gestoppte Diagnosezeit: weniger als eine Sekunde. „Nebenwelle, ich zeige Dir,  was defekt ist“. Aus dem Lager bringt er Kettenspanner und Führung. Der Kettenspanner ist kaputt, die Kette wird nicht mehr korrekt geführt. Der Motor überträgt Vibrationen, die für den unrunden Lauf verantwortlich sind. Natürlich darf man den 9-3 in diesem Zustand nicht mehr bewegen, er bleibt in Frankfurt.

Freunde holen mich ab, und Gerard Ratzmann verspricht,  den Kombi schnellstmöglich zu reparieren. Und löst sein Versprechen ein ! 24 Stunden später klingelt das Telefon, die Reparatur ist erledigt. Der 9-3 muss vom Hof, Platznot in Frankfurt. Wir holen den Saab am selben Abend ab, sind sehr froh über die schnelle Problemlösung. Bei der Abholung liegen die defekten Teile zur Ansicht bereit, das ist vorbildlich! Die Kettenführung ist gebrochen, das hätte schlecht ausgehen können. Unser 9-3 1.8t fährt jetzt so seidig weich wie am ersten Tag. Es geht weiter in Richtung 100.000 Kilometer.

Defekter Kettenspanner – GM ist schuld.

Für den defekten Kettenspanner, bei fast jungfräulicher Laufleistung, zeichnet GM verantwortlich. Nicht jeder Motor ist betroffen, nur eine kleine Lieferung. Vermutlich haben die Amerikaner so 10 Cent pro Motor gespart. Glückwunsch ! Uns kostet das 3 Stunden Arbeit in der Werkstatt, plus Material. Das ist ärgerlich und vermiest die sonst makellose Bilanz des 9-3 Sportkombi. Kann man sich darüber aufregen, in einer Zeit,  wo ein anderer Hersteller sein Dieselgate durchzieht? Wohl nicht !

Für unseren 2011er 9-3 1.8t gibt es Entwarnung. Die Zukunft sieht gut aus. Der neue Kettenspanner, so Gerard Ratzmann, wird qualitativ die Erwartungen erfüllen und an der Nebenwelle viele, viele Kilometer unauffällig Dienst tun. Da auch wir von Anfang an alles getan haben, um möglichst lange Saab fahren zu können, umfassende Rostvorsorge gleich beim Neuwagen betrieben haben, sind auch wir zuversichtlich. Fortsetzung folgt.

13 Gedanken zu „Saab 9-3 1.8t. Zwischenstop.

  • Der 9-3 ist nur zu empfehlen, gerade ab dem Facelift stimmt die Qualität. Das mit der Nebenwelle ist ärgerlicht, sonst wäre da 100.000 Kilometer ohne Störung fällig gewesen. Wäre dann „nichts ist unmöglich“ Niveau.

  • Ich kenne Kurbel-, Nocken- und Ausgleichswellen und von alten Motoren (mit unten liegender Nockenwelle) auch noch Kipphebelwellen. Aber was ist eine Nebenwelle?

    • Von mehreren Motorrevisionen bei diversen Fahrzeugen sind mir Zwischen- und Nebenwellen ein Begriff. Treiben Nebenaggregate an, würde ich meinen.

  • Ich hab mit meinem 9-3 Cabrio 2.8 bisher 53.000 ohne Probleme runter, ich hoffe, ich schaffe die 100 ohne solche Fehler :-))

    Die Qualität scheint auf jede Fall zu stimmen, das war schon mal anders (900 II Bj. 93…..)

  • Hallo Tom,
    ich hoffe das mein 9-3 Cabrio BJ 2008 nicht davon betroffen ist.
    Sonst muss ich leider sagen das die Qualität unter GM sehr gelitten hat. Leder ist unter aller Sau, Rost am Verdeckkasten, Rost an Fahrwerksteilen, Rost an allen Schweißpunken am Schweller (Unterboden) , Innenraum Materialien sind eher ehemalige Chinaqualität…. also 9000 und alte 9-5 sind da noch von anderem Schlag. Abgesehen vom Rost…. 🙂
    Hab die Saabine trotzdem lieb! 😉

  • Ich habe mir 2011 den 2008er 9-3 2.0t geholt. Die beste Entscheidung meines Lebens. Ich freue mich jeden Tag, wenn ich mich reinsetze. Bei 74.000 km ist mal die Feder vorne rechts gebrochen, das hake ich unter „Einzelfall“ ab, so wie Toms Kettenspanner. Ansonsten ist meiner jetzt bei 113.000 km und läuft treu und fehlerfrei. Von Verarbeitungsfehlern etc. keine Spur bei mir.

  • Mein 2008 SAAB 9-3 TTiD war immer zur Inspektion beim FSH ;-). Bis 180.000 km war ALLES tiptop, wie der Kunde (!) es sich wünscht. Ab dieser Laufleistung kamen die normalen Verschleisteile auf die Rep.-Rechnung. Rost ist, bis auf den re. vorderen Fensterrahmen :-(, kein Thema. Der bleibt im Focus! Motor läuft mit Triboron tiptop. Bald sind die 200.000 km erreicht!

  • Weiß vielleicht ein Leser oder eine Leserin des Blogs, welche Baureihen und -jahre von diesem Problem betroffen sind? – Da unser 9-5 „Chrombrille“ 2,3t (185 PS), gebaut im März 2010, demnächst die 70 tkm erreichen wird, würden wir das betroffene Teil für diesen Fall gern präventiv austauschen lassen.

    • Der 9-5 ist nicht betroffen, nur 9-3 und da nur eine kleine Lieferung von Motoren.

      • Danke – das beruhigt uns.

    • Habe mit meinem 9-5 Aero mit Chrombrille zwischen 2007 und 2015 gut 300’000 km runtergerissen, ohne irgendwelche mechanischen Probleme. Das Fahrzeug ist auch noch für weitere 100’000 km gut. (Details siehe SAAB-Langzeiterfahrungen auf dem Blog)

      Da würde ich mir keine Sorgen machen. Ein 9-5 mit 70’000 km ist noch nicht mal richtig eingefahren.

      • Das klingt sehr gut! liegt 100% am Langstreckenbetrieb, denn der 9-5 von meinem Vater hat 120tkm weg und schon den 2 Tauschturbo drauf. Er versteht es aber leider nicht das es der Tod ist nur 5-10 km zu fahren….
        Mein 9-5 hatte auch ca 300tkm mit 1 Turbo und 230PS Hirsch runter und lief wie ein Uhrwerk! 🙂

  • Ja, da kenne ich nichts – mein Aero wird nicht im kalten Zustand strapaziert sondern erst, wenn das Oel auf Temperatur ist. Das dürfte auf alle Turbo-Motoren zutreffen, sonst wird es teuer. Der Turbolader dreht mit bis zu 300’000 U/min in einem Gleitlager.

    Für Kurzstrecken werde ich demnächst unseren Golf ersetzen und ein Elektrofahrzeug z.B. den BMW i3 einsetzen. Der hat keinen Turbo und braucht nicht warmgefahren zu werden. ☺

Kommentare sind geschlossen.