Saab – Anti Stress

Saab fahren bedeutet, entspannt nach Hause kommen…

Donnerstag 9:30 Uhr.

Alles ist wieder an seinem Platz. Der Kofferraum des 9-3 SC randvoll. Auf den Rücksitzen haben die Kinder Platz genommen. Dann geht es auf die A5 in Richtung Frankfurt.

Saab 9-3 SC von Steffen
Saab 9-3 SC von Steffen

Eine Strecke die ich schon gehasst habe, als es noch meine tägliche Fahrt zur Arbeit war.
Gemütlich und ganz ungeqält beschleunigt der Saab mit seinen 195 PS (Hirsch) auf dem Beschleunigungsstreifen und ich ordne mich gesittet auf der rechten Spur ein. Tempomat bei ca. 130 km/h aktiviert und wir „gleiten“ dahin.

Links überholen Audis, BMWs, Opels und allerlei pseudomorderne SUV-Gestalten. Bei der ersten Baustelle sind sie wieder in Sichtweite. Die, die gerade noch überholt hatten. Auch in der Baustelle ist der Tempomat ein Segen. Bei ca. 85 km/h aktiviert führt er uns gediegen durch den kurzen Baustellenabschnitt.

Auf Höhe Darmstadt wird das Wetter schlechter und ab Frankfurt geht es für knappe 50km in starken Regen über. Mit knapp 110 km/h gleitet unser Saab über die dreispurige A5, meist auf der mittleren, manchmal auf der rechten, selten auf der linken Spur suchen wir uns den Weg durch das graue Wetter.
Kaum jemand überholt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie weniger geworden sind. Die notorischen Raser, die glauben aufgrund von Assistenzsystemen den Schutzengel mit an Board zu haben.
Dann beginnt die hügelige Strecke. Der Tempomat bleibt irgendwo zwischen 125 und 135 km/h aktiviert.

Nur selten muss der Fuss auf die Bremse.

Bei jedem Überholmanöver beschleunigt der 9-3 entsptannt nach oben, bei maximal 160 nehme ich jedoch den Fuß vom Gas. Ich will mich nicht stressen lassen. Besonders schön ist es an Steigungen. Denn die meistert der Turbo ganz ohne einen Anflug von Beeindruckung. Es ist ihm keinerlei Anstrengung anzumerken.

Auf der A7 zwischen Göttingen und Kassel kommt es dann zu einer unbeabsichtigt komischen Situation.
Ich erlaube mir tatsächlich die rechte Spur zu verlassen und ernte Blinker und Lichthupe eines japanischen SUV. Bei einem Abstand von deutlich über 200 Meter zu dem hinter mir fahrenden Fahrzeug. Nur einen kurzen Augenblick später wird der Abstand jedoch immer größer. Ohne den Gasfuß auch nur annähern durchgedrückt zu haben. Rechts ist frei, aber ein LKW in Sichtweite. Ich wechsle nach rechts und lasse den Tempomat die Geschwindigkeit wieder auf irgendwas um die 130 km/h reduzieren. Der japanische SUV nähert sich wieder.

Kurz vor dem nächsten LKW wechsle ich wieder die Spur. Gleiches Szenario wie vorher. Offenbar scheint der Fahrer zu denken die linke Spur gepachtet zu haben. Bei der nächsten Gelegenheit lasse ich ihn vorbei. Ich hatte genug Spaß.

Er fährt bis zum nächsten Fahrzeug auf und setzt wieder seinen Blinker und die Lichthupe ein. Einfach peinlich, dieses Verhalten.

Jede Steigung auf der A7 versetzt mich als Fahrer in eine Art Glücksmoment. Die, die gerade noch auf der linken Spur meinten die Helden der Straße zu sein, räumen diese und fallen auf der mittleren und rechten Spur zurück, während mein 9-3, immer noch mit Tempomat bei ca. 130 km/h unterwegs, spielend und ganz unaufgeregt die Geschwindigkeit hält. Man spürt das angenehme und durchzugsstarke Beschleunigen.

Gut kann ich mich an Zeiten erinnern, als es anders war. Da hatte ich das Bedürfnis nach jeder Steigung mit viel Schwung den Berg herunterzufahren um für die nächste Steigung mehr Reserve zu haben. Das waren eben andere Zeiten – ohne Saab Turbo.

Saab 9-3 von Steffen. Geringer Verbrauch
Saab 9-3 von Steffen. Geringer Verbrauch

15:10 Uhr – Ankunft.

Keine schlechte Zeit, mit einer kurzen und zwei etwas längeren Zwischenstopps.
Entspannt steige ich aus meinem Saab. Natürlich sind 530km Autobahnfahrt irgendwie anstrengend. Ich fahre ansonsten nicht solche Strecken.

Aber mit diesem Fahrzeug kommt man dennoch entspannter an, als mit allem, was ich vorher gefahren habe. Ein Blick auf die Tankanzeige bringt mich zum Lächeln. 8.3 Liter Verbrauch. Zugegeben, Super Plus.

Saab fahren ist mehr als Autofahren. Es ist mein ganz persönliches Anti-Stress Programm.
Da kann man es sogar gut aushalten, wenn die Tochter im 5-Minuten Takt fragt: „Papa, wann sind wir denn zu Hause?“

Saab Lesertasse 2015
Saab Lesertasse 2015

Danke an Steffen für seine Saab Geschichte! Habt auch Ihr etwas zum Thema Saab zu erzählen?

Die Geschichte einer unvergesslichen Urlaubsreise, eine Restauration, der erste Kontakt mit der Marke aus Trollhättan oder einfach warum Saab zum automobilen Leben dazu gehört. Was immer es ist, schreibt uns. Wir belohnen jede Veröffentlichung auf dem Blog mit einer exklusiven Saab Lesertasse!

11 thoughts on “Saab – Anti Stress

  • Die Überschrift trifft genau was SAAB ausmacht(e) und den feinen Unterschied zu vielen anderen Fabrikaten bedeutet. Nach einem langen Tag freue ich mich immer auf die Heimfahrt im SAAB, die kann gar nicht lang genug sein – das ist Entspannung pur.

  • Ich habe meine SÄÄBE selten max. fliegen lassen…, wohl aber die Durchzugskraft beim Überholen genossen 😉 ! Dieses zügige und sichere Überholen hat auch meine Frau zur SAABfahrerin gemacht! 🙂 Die erfreulichsten Verbräuche haben wir immer auf dem Weg in den Urlaub gehabt. Da waren wir auf langen Strecken (über 500 Km) zu Hause. Entspannt ankommen inclusive! Der SAAB war mit 2 Personen und 2 Fahrrädern auf der Anhängerkupplung bestückt und „randvoll“ mit Utensilien für 3 Wo. Urlaub in DK oder an der Küste von MeckPomm. Da braucht der Mensch immer mehr, weil ja die „Sonnengarantie“ fehlt… 😉 !
    1. SAAB 9-3 Coupe 2.0 SE 185 PS Bj. 1998 mit 7,8 Ltr. hält meine Frau den Rekord….
    2. SAAB 9-3 Limo. AERO 205 PS Bj. 2002 mit 7,9 Ltr. hält auch mit diesem SAAB meine Frau…
    3. SAAB 9-3 SportKombi TTiD AERO 175 PS Bj. 2008 hält meine Frau (natürlich) auch wieder den „Spritrekord“ mit 4,8 Ltr. Diesel. Über den Spritverbrauch musste ich also noch NIE bei SAAB klagen! Die Benziner habe ich nur mit Mühe über 9 Ltr. bekommen!!! Und das bei hoher Anforderung auf der BAB in den Jahren 1998 bis 2005!!! Da waren die Fahrer der Audis, bmws und ähnlicher Marken deulich höhere Verbräche gewohnt! 🙁
    Schon „damals“ war SAAB nachhaltig im Umgang mit den natürlichen Resorcen….:-)

    • Das stimmt!
      Das war auch bei mir immer einer der wichtigeren Gründe für einen Saab-Kauf – die „Elastizität“ beim schnellen Überholen!
      Das ist mir auch immer noch wichtiger als möglichst hohe „Endgeschwindigkeit“.
      LKW oder Trecker auf Landstraße überholen kommt bei mir halt einfach wesentlich öfter vor als auf „leerer“ Autobahn dahinzuheizen. 🙂

      Und 7-9l (siehe Link von mir oben) fand ich für einen Turbo-Kombi-Automatik-Benziner aus dem Jahr 2002 eigentlich gar nicht so schlecht!
      Die 11-14l heute sind allerdings – wenn man mal ganz ehrlich ist – nicht mehr so ganz „zeitgerecht“. 🙁

      • Dafür hast Du den wunderbaren V6 unter der Haube. Der im positiven Sinn altmodisch, aber einfach gut für die automobile Seele ist. Fahren und genießen, der Verbrauch ist längst vergessen während man immer noch ein Lächeln auf dem Gesicht hat 😉

        • Moin Tom.
          Hast Recht!!!
          Der Motor ist einfach xxxx (das „schlimme“ Wort mit g…)! 🙂
          Ein absolut entspanntes, ruhiges, gleichmäßiges fahren mit einem schönen ganz dezenten „sonoren“ Brummen in allen Lagen und auch ausreichend und schnell Kraft bei Bedarf! 🙂

          Naja .. und mein Tankwart mag mich jetzt halt auch noch ein wenig mehr! 😉

  • Also, mein persönlicher Rekord: 23.09.2012, Saab 9-5 2.3t auf der Strecke Saarbrücken – Göttingen, Verbrauch im Ziel bei 7,8 l/100 km. Das ganze weitestgehend mit 130 km/h erfahren.

  • Schnief … solche traumhaften Verbrauchswerte hatte ich früher auch mal mit meinem 9-5 2.3t SC…. (und nach dem „hirschen“ war er sogar noch etwas sparsamer als vorher ; http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=6f4f06-1440591698.png )

    Heute bin ich schon froh, wenn bei meinem aktuellen Schweden eine 11 vor dem Komma steht! ;-(

    • Ist die 11 dem durstigen Saab oder dem bleiernem Gasfuß geschuldet? 😀

      • 🙂
        … wohl eher dem Gewicht, dem Motor und der Leistung des Schwergewichts.

        In der Stadt hab ich meist sogar 13, selten auch mal 14. 🙁

        Meine eigener persönlicher vMax liegt meist bei ca. 180 km/h (schneller finde ich meist unentspannt – nicht wegen des Saabs, sondern eher wegen des Verkehrs und einiger anderer Verkehrsteilnehmer).

        Naja … ich hab das mit dem Verbrauch vor dem Kauf gewusst – also kann ich mich jetzt ja eigentlich nicht beschweren. 🙁

  • Ich komme aus Kassel und lebe jetzt in Frankfurt. Ich kenne die Strecke sehr gut und bin sie schon so oft gefahren…..
    Viele Menschen kennen einfach keine Berge und Krebsen da teilweise sogar auf der Linken Spur Rum..

    Ich Genieße es selbst mit Tempomat den Pommer ( die größte Steigung kurz vor Kassel) ohne Probleme hoch zu gleiten. Es ist ein Traum wenn der turbo von 9000 das Fahrzeug anschiebt und manch andere Rollen den Berg wieder runter weil sie so langsam sind.

    Saab fahren macht glücklich 🙂

    grüße aus Frankfurt

  • Mal so aus eigener Erfahrung (Die Strecke über Frankfurt nach Göttingen kenne ich auch zu Genüge): Nach einer langen Fahrt mit dem SAAB ähnelt die Müdigkeit der beim Verlassen des Bettes am Morgen. Mit anderen Autos ähnelt sie eher der nach einem langen Arbeitstag.

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