Apple iCar

In den letzten Tagen ist viel über das  kommende Apple iCar geschrieben worden. Spekulation und Fantasie liegen in der Luft…ein spannendes Thema. Was Apple vorbereitet,  ist nicht weniger als ein Umsturz, der die Autoindustrie komplett verändern wird.

iCar und Apple Power Book G4
iCar und Apple Power Book G4

Hier kommt kein Artikel im herkömmlichen Sinne, der sich mit dem,  was Apple jetzt tut,  beschäftigt. Es geht um die Zukunft, um Konsequenzen und Chancen. Um die Revolution. Damit wir  verstehen,  warum es so kommen wird, nähern wir uns dem Thema auf logische Weise an. Reden wir zum Einstieg über die Produkte, die Apple groß gemacht haben.

Mein erster Computer kam nicht von Apple, sondern von Siemens. Ein Ding wie eine Schreibmaschine…vergessen wir es also ganz schnell wieder. Der Nachfolger war ein Apple und der Erste in einer langen Reihe. Über Lisa, unzählige Macintosh, Mac II LC, Power Mac und so weiter hält die Affinität bis zum heutigen Tag an;  im Januar gab es zwei neue Mac Book Pro.

Zugegeben, in meinem Umfeld fanden sich immer wieder Microsoft und Linux Kisten. Stets nur als Ergänzung und aus der Not,  weil es Applikationen gibt, die nicht auf einem Mac laufen. Woher kommt es, dass Apple die bevorzugte Marke ist?

Mein Verhältnis zu Computern ist unsentimental, und die Antwort ist einfach: Produktivität.

Apple war niemals preiswert, eine Lisa kostete in den 80er Jahren soviel wie ein kleiner Mercedes. Für den hohen Preis  lieferten die Kalifornier den ersten Computer der Welt mit grafischer Benutzeroberfläche und Mausbedienung. Ein erstklassiges Produktivitätswerkzeug – und so ist es bis heute geblieben. Und darauf kommt es an.

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Simple, intuitive Bedienung, robuste und wertige Hardware, gutes, zeitloses Design. Ein Mac war zu jeder Zeit besser und durchdachter als das,  was man jenseits von Cupertino erfand. Man könnte es auch Ernsthafter nennen.

Wenn sich Apple – hohe Gewinne gewöhnt – unter die vergleichsweise ertragsschwachen Autohersteller mischt,  dann haben die ein Problem. Denn Apple kommt nicht, um nur mitzuspielen. Die Zeichen stehen auf:

Revolution!

Die Autobranche ist ein lineares Geschäft. Bisher ! Es entwickelt sich kontinuierlich. Ein Ausstattungsmerkmal mehr, ein paar PS, ein wenig mehr Chrom und Wertigkeit im Innenraum, eine Schadstoffklasse besser. Ausstattungsbereinigt ist der Nachfolger dann etwas günstiger als der Vorgänger. Sagt man. So geht es von Generation zu Generation. Richtig Mut zur Innovation oder zum Risiko hat seit Jahren kein Hersteller mehr gezeigt. Die Branche droht zu ersticken, weil große Konzerne den Markt dominieren. Mit dem Debüt alternativer Antriebe dreht sich der Trend. Der Markt der Zukunft fragmentiert. Yamaha will zurück in das Kleinwagen- Geschäft sowohl mit Elektroautos als auch mit konventionellen Antrieben – interessanterweise von Europa aus. Borgward plant das Comeback, Google und Apple kommen.

Lassen wir die Gedanken zum Thema Apple iCar fliegen und greifen wir uns ein paar Themen heraus.

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Carsharing 2.0

Carsharing ist langweilig, aber für die Hersteller die Zukunft. Die denken schon wieder linear und meinen,  es sei damit getan, dass irgendwo eine Kiste steht und wartet,  dass jemand damit fahren möchte. Eine App, die das vermittelt,  sieht man als die eigentliche Innovation. Der Carsharing-Kunde hat vermutlich wenig Spaß damit, denn das,  was er fährt,  ist nicht sein Auto. Sondern irgendeine Kiste, gemietet auf Zeit. Klar oder?

In Zukunft nicht mehr. Apple User speichern die Konfiguration ihres persönlichen iCars in ihrer Apple Identität ab. An jedem Ort der Welt, überall auf dem Planeten, steht dann via Carsharing das ganz persönliche iCar zur Verfügung. Musik und Ambiente so wie man es mag. Das digitale Cockpit so, wie man es sich konfiguriert hat,  Ansprechverhalten und Fahreigenschaften wie bevorzugt. Ein Retro iCar, das sich fährt wie ein 1984er Saab 900 Turbo? Oder heute doch lieber ein 2011er Saab 9-5,  weil die Familie dabei ist? Kein Problem. Die App liefert Sound und Fahrgefühl. Nur Bloggers Spinnerei?

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Mitnichten ! Ein Teil davon ist heute schon Realität. Simulationen übertünchen die Wirklichkeit. Sportliche Modelle simulieren Sound im Innenraum, und Tesla liefert schon heute die Simulation einer konventionellen Wandlerautomatik. Weil der Kunde das wünscht. Und das ist erst der Anfang.

Angriff auf das letzte Refugium

Der letzte Ort der Welt, der halbwegs frei von Computern ist, war bisher das Auto. Ein Ort der Freiheit, wenige Quadratmeter Habitat,  wo  Mensch Musik hören kann,  die er liebt, und womit er reisen kann,  wohin er möchte. Ein rollendes Wohnzimmer und Freiheitsversprechen zugleich.

Das Refugium ist in Gefahr, es wird in einigen Jahren  nicht mehr sein, was es war. Bisher lief der Angriff zögerlich. Was nicht an fehlender Machbarkeit, sondern am Unvermögen der Hersteller liegt,  die offene Märkte nicht sehen. Spotify und Apple Car Play gelten in ihren Kreisen als Innovation, das Wort Firewall muss man erst noch lernen. Damit wären die Fahrzeuge eines süddeutschen Herstellers nicht hilflos jedem Hackerangriff ausgeliefert.

In Zukunft streamen wir riesige Datenmengen, Google spricht von einigen Terrabyte pro Minute, während wir fahren. Das was kommt, wird in unser Leben eingreifen.

Das iCar wird uns, noch bevor wir zum Drive In mit dem goldenen M abbiegen, auf den Bioladen 200 Meter weiter verweisen. Im Gegensatz zu uns vergisst es unseren BMI nicht, und dass wir prinzipiell zu wenig in unsere Gesundheit investieren, hat dem rollenden Apfel das Fitnessarmband verraten. Gleichzeitig checkt die Versicherungs-App,  ob wir wieder zu schnell gefahren sind, und ob wir unseren Online-Schadensfreiheitsrabatt endgültig verloren haben.

Die Schwiegereltern auf dem Rücksitz werden nach 2 Stunden auf Thrombose-Gefahr hingewiesen, die Umwelt-App misst unseren persönlichen CO2 Abdruck. Und weil wir schon wieder im Stau stehen,  bucht das iCar unseren verpassten Flug nach Göteborg auf einen späteren Termin um, und streamt uns während der Wartezeit die neueste House of Cards Staffel auf den Screen.

Das alles klingt spannend, wird aber kein Spaß, wenn man die Konsequenz bedenkt. Auch wenn Apple den Schutz der Privatsphäre ernst nehmen mag, erst vor einigen Tagen kam ein entsprechendes Statement; unsere Spuren sind so unübersehbar,  dass nichts mehr verborgen bleiben wird.

Bevorzugte Routen, bevorzugte Fahrzeiten. Mit der entprechenden Infrastruktur wird das iCar selbstätig parken und uns mit klimatisiertem Innenraum am Ort unserer Wahl wieder abholen.

Weil das iCar, wie das Google Self Driving Project,  große Datenmengen streamt, erfordert der Betrieb die passende Infrastruktur und deren Schutz. Die Revolution wird kommen. Sie braucht neue Serverkapazitäten, hohe Investitonen, und sie kommt über die Ballungsräume und die Megacitys.

Autonomes Fahren…

ist die Zukunft. Die Stauzeit in den Metropolregionen wird dadurch nicht vermieden, aber der Passagier wird entlastet. Warum sich sinnlos am Lenkrad festhalten, wenn man während dieser Zeit produktiv sein könnte?

Roboterautos von Google übernehmen schon jetzt, das Google Projekt verzichtet auf das Lenkrad komplett. Die Fahrzeuge mischen sich in Kalifornien in den normalen Stadtverkehr, sind im Verhalten nicht von konventionellen Autos zu unterscheiden. Bemerkenswert.

Autoindustrie 2.0 wird 1.0 schlagen. Warum das so ist, über die Chancen für Designer und die Konsequenzen der Entwicklung schreibe ich am Freitag im zweiten Teil.

43 Gedanken zu „Apple iCar

  • Klasse Artikel! Echt Super! Danke! Man kann sich also schon auf die Zukunft freuen!

    • Freuen ? Dieser Ausblick macht mir schon mächtig Angst . Natürlich will man am technischen Fortschritt teilhaben , aber wie weit will man da gehen . Big Brother ist schon heute über Google , Facebook und der Supermarkt Payback Karte schon längst unter uns . Ich für meinen Teil hätte den großen Bruder nicht so gerne als Beifahrer . Aber die Einen oder Anderen bequemen Helferlein an Bord sind schon OK.

    • Mitnichten. Mir macht das eher Angst. Man wird immer mehr zum gläsernen Menschen. Nennt mich altmodisch aber ich bin für Selbstbestimmung, in jeder Beziehung. Ich halte nichts von Elektroautos oder Autonomen fahren. Auch nicht von zu viel Technik in Autos.

      • Sehe ich genauso…. Und was Apple angeht, wäre schön, wenn man sich mal wieder Gedanken um Wichtiges machen würde, das OS ist doch spätestens nach 10.6 nur noch verschlimmert worden. Und jetzt die Apple watch… wann kommt die Apple Zahnbürste mit Wlan ?

        • Wozu? Braun hat schon lange ein Zahnbürste mit Bluetooth und App

  • Oh ja… ein hervorragender Artikel. Der erste Computer, den ich bedient habe, war ein Atari – ca. 1988 (Bitte nicht nach dem Modell fragen) – meines Onkels. Eine der lebhaftesten Erinnerungen war die an seine Dissertation, die während einer Familienfeier im Nebenraum durch ein neben bedrucktem Papier reichlich Abwärme und Ozongestank produzierendes Monstrum von Laserdrucker brummte. Später kaufte dann mein Vater dienstlich einen Amstrad-Laptop (zum ca. 1990 sagenhaften Preis von 5000 DM. Der Amstrad hatte eine für Vielschreiber tolle Funktion: durch einen Schalter konnte man die Displayfarben invertieren und weiß auf schwarzem Hintergrund schreiben. Ich selbst habe beruflich und privat meistens Windows-PCs verwendet, seit neuerem privat ein Macbook… ich bin da eher unideologisch. Wirklich überlegen war keines der Systeme den Konkurrenten – sowohl Macintosh, als auch Windows und Linux haben ihre Schwächen und Stärken.

    Nenn mich jetzt altmodisch, aber die von dir heraufbeschworene iCar-Vision treibt mir den Angstschweiß auf die Stirn. Ob ich zu McD oder sonstwohin fahre, möchte ich selbst entscheiden, und keine wohlwollenden Ratschläge erhalten. Die Versicherung hat genug Informationen von mir, meine Fitness kenne ich selbst am besten, und ob man die Schwiegereltern auf der Rückbank vor der Thrombose warnen möchte, soll bitte jeder selbst entscheiden. Gleiches gilt auch für die Wege, die ich nehme.

    Gleichwohl sehe ich die gezeigten Möglichkeiten als eine Art „Leistungsschau“ im Bereich Kommunikation – wenn es gelingt, die Datenmengen von Filmen, Musik etc. sicher und kontinuierlich zu übertragen, dann sollte das auch mit den vergleichsweise geringen Datenmengen über das vorausliegende Verkehrsaufkommen gelingen. Computer können beim Fahren viele Aufgaben erleichtern, insbesondere wenn es um den Bereich Sensorik, Motorsteuerung und Navigation geht – im Innenraum hört die sinnvolle Verwendung für mich definitiv mit dem eventuellen Abspielen von MP3-Dateien auf.

    Was das autonome Fahren angeht, so sehe ich da in erster Linie zwei Probleme. Erstens die Akzeptanz der Kunden, die sich vielleicht nicht alle der Kontrolle eines Autopiloten ausliefern wollen, sondern eine Möglichkeit wollen, selbst einzugreifen. Das zweite Problem leitet sich aus der Luftfahrt ab. Obwohl Autopiloten und automatische Steuerungssysteme dort schon lange absolut etabliert und in jedem Flugzeug mehrfach vorhanden sind, kam bisher noch niemand auf die Idee, Piloten aus dem Cockpit zu entfernen oder auch nur deren Steuerhörner zu entfernen. Als letzte Sicherheitslinie, und als einziges System, dass wirklich in der Lage ist, schnell komplexe Entscheidungen zu treffen und nicht rein durch Logikschleifen zu einer Handlung zu gelangen.

    Ich sehe die Zukunft eher im teilautonomen Fahren – Geschwindigkeitsregelanlagen, Abstandsüberwachung. Aber die Kontrollinstanz eines Fahrers, der mit Lenkrad und Gaspedal selbst eingreifen kann, wird in meinen Augen noch SEHR lange erhalten bleiben.

  • Die größte Revolution sehe ich beim Antriebskonzept. Es wird längst Zeit, dass der Elektromotor sich durchsetzt. Klar ist der Sound usw. eines Verbrenners mit Emotionen verbunden. Aber das ist heute nicht mehr Stand der Technik, da geht schon wesentlich mehr. Die Autohersteller sind nur eingefahren und schöpfen ihre Gewinne mit den Verbrennungsmotoren ab…weil eben keine vernünftigen Alternativen vorliegen. Ich traue Apple diese Revolution zu und es wäre auch mal Zeit. Der Verbrennungsmotor ist schließlich über 100 Jahre alt.

    • Was 100 Jahre alt ist muß ja nicht schlecht sein und hat sicherlich auch noch Potential zur Weiterentwicklung . Auch Elektroantriebe bei Autos gibt es schon seit den 20er Jahren , hat sich nur nie richtig durchgesetzt. Ich arbeite an einer Schule deren Namensgeber Max von Eyth ist . Ein Schriftsteller und Tüftler und Pionier auf dem Gebiet der Landtechnik. Von ihm stammt das Zitat : Was du heute erdenkst und nicht verwerten kannst mag morgen den Erdball aus den Angeln heben

    • Noch was: Das liegt nicht an der Eingefahrenheit der Autohersteller. Wenn die Kunden solche Autos wollten, würde es sie schon geben, wenn es möglich wäre.

      Aber was bedeutet ein Auto? Autonomie, und das Abfangen von Extremsituationen. Mit anderen Worten, ich will es dann nutzen, wenn Alternativen nicht funktionieren (die Bahn streikt, es regnet, die Strecke ist zu weit zum Laufen, ich hab Schnupfen, ich hab keinen Bock auf stinkende Sitznachbarn), und so, wie ich will (den Kühlschrank von Saturn, die ganze Familie nach Sardinien, etc).

      Mangels der EXISTENZ geeigneter Akkus ist das obige nicht möglich, quasi um keinen Preis der Welt. Es geht nur so ein bissschen. Ja, ich komm fast nach zB von München nach Wuppertal, aber die Reichweite reicht nicht. Ja, ich könnte vom Gewicht her einen Hänger ziehen, aber nur bis zur Gearagenausfahrt. ja, ich kann richtig brettern, aber nur von Köln nach Düsseldorf, usw. Und immer ans rechtzeitige Nachladen denken.

      Zuviele aber, und das größte aber ist: ich würde ja, ABER so viel Geld hab ich nicht (Akkukosten, brutal).

      Ich hab es schon mal hier geäußert. Sollte Apple das Akku-Problem geknackt haben und wirklich in etwa dreifach energiedichtere Akkus bauen können als die anderen, würden sie eine automobile Bombe zünden und gleichzeitig die ganzen Konkurrenten bei Mobilgeräten wie Laptops, Tablets und Smartphones an die Wand drücken.

    • Lustige Argumentation, denn der Elektromotor ist fast 200 Jahre alt …

    • Naja… Ich weiß nicht ob das so sinnvoll ist, wenn wir nun auf Elektromotoren umsteigen. Ich habe die Befürchtung, dass die Herstellung, die Verwendung und vor allem das Entsorgen dieser ganzen Technik die Umwelt mehr schädigt als das sie sie schützt.

  • Dann sollte doch einfach Apple bei NEVS-SAAB einsteigen – das wäre eine tolle Symbiose und würde soooo schöööön passen!
    Das Apfel-Logo prangt ja schon lange am Heck meines 9³…. 🙂

    • Mist, und ich dachte, ich sei der Einzige mit Apple-Logo am Auto …

      Hielt mich für was ganz Besonderes. Bin wohl doch nur wieder einer von vielen. Aber hey, dafür bin ich Teil eines größeren Ganzen. Sogar eines globalen Ganzen. Einer Weltbewegung. Ist das nicht toll?

      Mal ganz im Ernst, tatsächlich nutze ich Apple, aber die Beipack-Sticker vergammeln bei mir schön in irgendeiner Schublade. Auch sonst kommt mir kein Aufkleber an meinen SAAB.

      Und zurück zur Ironie: Ja wenn Apple Armbinden und Flaggen ausgeben würde, das wäre freilich etwas anderes. Erstere würde ich mit Stolz im Stechschritt durch die Gegend tragen und letzterer würde ich jeden Morgen und Abend salutieren, nachdem ich sie vor meinem Haus gehisst habe oder bevor ich sie bei Sonnenuntergang einhole.

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      Marsch, Marsch ! ! !

      • Das geht noch viel gruseliger. Vor einigen Jahren bin ich ner Frau mit Saab 9-5 beim Saab-Händler begegnet, und das Auto hatte ne Kupplung, und ich frag sie, ob der gut zieht, und wir plaudern, und es kommt folgendes raus:

        -wir (also inklusive ihres Manns, fairerweise) fahren natürlich beide Saab
        -wir verwendeten mal beide NeXTStep, ein verrflucht exotisches Betriebssystem, aus dem zum Zeitpunkt des Gesprächs schon MacOSX geworden war.
        -wir hatten beide einen Lipizzaner, was nun wirklich eine der seltensten Pferderassen ist.

        Ach, und tatsächlich kannte ich ihren Mann, wenn auch nur vom Namen her (Professor für Informatik).

  • Das kann alles sein, jedoch werde ich dann freiwillg auf das Auto verzichten.

  • es gibt drei Dinge die bei SAAB und Apple gleich sind bzw. waren.

    -Nutzerbezogenheit
    -Vorausdenken und Trends setzen
    -gutes Design

    schade das nur eine der beiden Firmen nachhaltig erfolgreich ist

  • interessante Gedanken!!!

    Eine Ergänzung: Bei autonom fahrenden Fahrzeugen lassen sich Stauzeiten durchaus vermeiden. Staus entstehen großenteils durch Verzögerungen der einzelnen Fahrzeuge gegeneinander. Stellt Euch einfach mal vor, 1000 Autos stehen im Stau und beschleunigen gleichzeitig auf 130 km/h. Dann fährt nach ca. 20 Sekunden oder so der gesamte Stau 130 und ist damit keiner mehr. Das geht heutzutage nur deshalb nicht, weil die Menschen das nicht hinkriegen mit dem gleichzeitig und den Sicherheitsabständen.

    Autonome Fahrzeuge können miteinander kommunizieren, mit Verkehrzszentren, und großartig Sicherheitsabstände brauchen sie auch nicht mehr.

  • Das hab ich zur Mercedes-Meinung neulich bei Facebook geschrieben:

    Zu den Gerüchten, dass Apple ein Auto baut, und der Reaktion des Daimler-Chefs dazu, der meinte, sie hätten das Auto erfunden und Apple unterschätze die Schwierigkeiten:

    Es gab schon einige Leute, die das gesagt haben bei anderen Produkten. Manchmal haben die nicht mal mehr einen Job. Einige Anmerkungen zum Autogerücht:
    -Wenn Apple ein Auto baut, dann gewiss ein Elektroauto. Mit denen hat Daimler weniger Erfahrung.
    -Es würde mich nicht wundern, wenn Apple das in Angriff nimmt, weil sie einen Durchbruch in der Akku-Technologie erzielt haben oder dicht davor stehen. Daimler hingegen hat sein Akku-Werk, in dem konventionelle Akkus gebaut wurden, neulich verkauft. Eine völlige Fehleinschätzung der Bedeutung, die Akkus für Elektroautos haben. „Können wir zukaufen“ Echt? Aber nur, wenn Toyota, GM, oder eben Apple willens ist, ihnen eine neue überlegene Generation an Akkus zu verkaufen. Und bei Apple sag ich mal: nein, denn die haben als Experten für Akkus erkannt, dass die „Schlüssel-Assets“ sind.
    -Apples _Bar_reserven reichen aus, Daimler eineinhalb mal zu kaufen. Die Finanzierung der Entwicklung eines Autos können die hobbyistisch betreiben. Einfach so.
    -Die Gerüchte gehen derzeit dahin, dass Apple bereits 1000 Leute an dem Projekt hat. Wenn sie jetzt noch ein Werk kaufen, zB das Saab-Werk in Trollhättan (die haben mal wieder Probleme) können sie loslegen, sobald die Akkus da sind.
    -Und das tolle (für Apple), und etwas, was Daimler nicht kann: Wenn sie wirklich neue Akkus erfinden, die technologisch so einen großen Vorsprung haben, können sie nicht nur den Markt an Elektroautos dominieren, sondern auch ihre tragbaren Geräte damit bestücken und die Konkurrenz das Fürchten lehren.
    -Rentiert es sich für Apple, womöglich Milliarden in Akku-Forschung zu stecken? Auch wenn es eine Schlüsseltechnologie ist? Nur für Handys und Laptops vermutlich nicht. Aber für 1000 Mal mehr Akkus in Autos: ja.

    Spekulativ? Ja, klar. Ich glaube aber, dass 1. wo Rauch ist, auch Feuer ist, und 2. Apple das nur macht, wenn sei einen überzeugenden „Unique Selling Point“ haben, und der kann für mein Gefühl nur in der Akku-Technologie liegen.

    Na, wir werden sehen.

    Ergänzung: Ich sollte noch einen Hintergedanken erwähnen, den ich bei meinen Überlegungen hatte. Nachdem Apple im PC-Bereich seit Jahren nur noch Standardkomponenten verbaut, und sich im wesentlichen auf das Packaging beschränkt, ist bei iOS-Geräten zu erkennen, dass Apple aktiv entwickelt. Beispiele hierfür sind die Ax-Prozessoren und die Graphikteile darin, die mittlerweile so ziemlich führend sind, Saphir-Glasproduktion (da klemmt es derzeit aber), „Liquid Metal“, die Weiterentwicklungen bei den eingebauten Kameras etc.

    Eine Artikelreihe zu dem Thema, die ich neulich gelesen habe, meinte dazu, dass es Apple mit diesen Entwicklungen gelungen sei, den Markt für Mobilprozessoren so zu beeinflussen, dass mehrere andere Anbieter bei den Hochleistungsvarianten ausgestiegen sind, weil sie die Weiterentwicklung nicht mehr rentiert. Daher haben jetzt die Konkurrenten Probleme, überhaupt noch Spitzen-Telephone zu entwickeln. Ähnliches gilt für die Graphikkomponenten. Der Autor dieser Artikelreihe meinte dann, als nächstes könnte Apple den Kommunikationschip für die iPhones selbst entwickeln, den sie momentan noch zukaufen. Damit könnten sie auch hier die Marktmacht verschieben.

    Das sind Schlüsselkomponenten für die Leistungsfähigkeit dieser Telephone. Und eine weitere Schlüsselkomponente sind eben die Akkus. Es liegt also nicht fern, anzunehmen, dass Apple auch dort versuchen könnte, autark zu werden, und vor allem, einen Vorsprung gegenüber den Konkurrenten zu erreichen, den sie darüber hinaus über Patente hervorragend absichern könnten. Besser als Software-Sachen.

  • Danke, Tom, für diesen Artikel, der Balsam für meine Seele ist. Ich frage jetzt mal ganz scheinheilig: Hat es nicht vielleicht sehr realistische saabische Gründe, gerade jetzt Apple ins Spiel zu bringen? Willst du uns auf kommende News aus Trollhättan vorbereiten, die ich kaum zu hoffen gewagt habe? Die Geheimniskrämerei von NEVS ist ja durchaus mit der von Apple vergleichbar und hat womöglich ihre Ursache in Cupertino …

    Das einzige, was ich bei einer solchen Entwicklung ein wenig schade finden würde, wäre dass dann wohl kein iSAAB entwickelt werden würde, sondern ein AppleCar. Aber gut, immerhin Made in Trollhättan 😉

    • Ich denke wohl nicht das es einen Zusammenhang zwischen Apple und Saab gibt . NEVS verhandelt ja angeblich mit 2 Autoherstellern aus Asien . Apple ist Gott sei Dank noch kein Autohersteller und auch nicht aus Asien . Der Gedanke an einen iSaab weckt bei mir alles Andere als Glücksgefühle

    • Der Artikel ist ohne jeden Bezug auf NEVS entstanden, einfach aus einer Laune heraus, und weil es ein interessantes Thema ist. Es könnte in der Tat einen Apple-Link nach Trollhättan geben, denn NEVS möchte als Auftragsfertiger die Fabrik auslasten. Glaubt man den Anwälten, dann gibt es Interessenten und es soll große Fortschritte in dieser Richtung gegeben haben.

  • Hallo,

    bei mir ist es genau umgekehrt. Das 3d SAAB Logo ziert mein Mc Book Air. Sieht wirklich gut aus. Apple und Saab? Das würde schon passen. Aber die totale Vernetzung und der Verlass auf Algorithmen geht mir doch ein wenig zu weit. Sonst: toller Artikel.

    Gruß

    Erik900

  • Wenn man das wirklich in der Zukunft bei Apple so machen will, werden wir alle zu Spielfiguren. Klar das sind wir heute auch schon durch den Einfluss der Medien aber ob es nötig ist das noch zu verstärken? Die Beispiele, die Tom angeführt hat mit der Apotheke und dem goldenen M und dem Bioladen sind zwar sehr schön – aber brauchen wir das wirklich? Da kann man in die Zeit der Aufklärung sehen. Immanuel Kant sagte „Sapre aude“. Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Damals wurden die Menschen „gezwungen“ sich seines Verstandes zu bedienen. Aber was machen wir heute? Wir lassen uns den Verstand „abnehmen“ Wir lassen uns auf Autos ein, die selbständig fahren können. Die über unser Leben „entscheiden“. Da macht die Technik einen riesen Vorsprung, ABER die Menschheit, erleidet eher einen Rückschlag.

    • Interessante Reaktionen auf den Artikel! Beruhigend an der Fahrt in die Zukunft ist, dass (noch) jeder frei entscheiden kann wie weit er dabei gehen möchte. Es gibt ja Menschen, die sich freiwillig einen Jawbone Fitness Tracker an das Handgelenk binden. Wie ausgeprägt die digitale Spur sein soll – darüber denken die wenigsten Komsumenten wirklich nach. Das iCar ist nur die Konsequenz einer Entwicklung die mit Smartphones begonnen hat.

  • Laut Handelsblatt liegt das Durchschnittsalter von Neuwagenkäufern bei rund 53 Jahren. Die Entwicklung wird weiter zum älteren Kunden gehen. Für 2020 wird ein Durchschnittsalter von 55 Jahren erwartet. Diese Kunden sind in der Regel alles, aber keine Digital Natives.Viele sind von heutigen Einparkhilfen bereits überfordert, von den technisch heute bereits möglichen Assistenten ganz zu schweigen.
    Die Youngtimer-Szene wird stetig größer, immer mehr Menschen wollen bewusst Technik nutzen, die sie noch ansatzweise begreifen. Immer mehr Elektonik macht vielen Angst, die Auswirkungen bis hin zum gläsernen Konsumenten ist keine Dystopie mehr, sondern Realität bzw. nahe Zukunft.
    Es wird hier eine klare Gegenbewegung geben. Diese wird von den Technikhörigen als Altersstarrsinn wahrgenommen werden. Auch wenn ich noch nicht im Alter heutiger Neuwagenkäufer bin, fühle ich mich eher dieser Gruppe zuhörig.
    Viele halten es ja heute schon für eine verfrühte Form von Altersstarrsinn, dass ich immer noch Saab fahre.

    • Naja, es hat wie alles im Leben seine zwei Seiten. Für manche Autofahrer wäre es vorteilhaft, vollautomatisch bewegt zu werden. Dann könnten sie sich ungestört weiter ihrem Smartphone widmen, statt auf den Verkehr zu achten. Diejenigen, die das jetzt schon tun, gefährden sich und andere Verkehrsteilnehmer erheblich.

      Für mich wäre autonomes Fahren jetzt keine Option. Aber gerade im fortschreitendem Alter könnte es interessant werden, weil dann meine Sehkraft und motorischen Fähigkeiten nachlassen werden. Dann wäre ich immerhin weiter mobil, einen Führerschein braucht man ja für diese autonom fahrenden Kisten sicher nicht, oder? Die machen ja alles selbständig, dafür wird kein Führerschein nötig sein, denn es wird nichts geführt.

    • @red99
      Schöner Kommentar! Ich gehöre wohl auch schon zu den Altersstarsinnigen, ich habe die Altersgrenze grade überschritten und meine SAAB sind fast alle volljährig.
      Tom hat den Artikel ja auch schön provozierend geschrieben.
      Ich glaube allerdings schon länger nicht mehr daran, dass die Affinität zur digitalen Welt altersbezogen gesehen werden kann. Wir haben in unserem Betrieb nach langer Vorbereitung vor zwei Jahren ein digitales internes Informationssystem eingeführt, das in alle Betriebsbereiche hineinreicht. Bei den vorbereitenden Abstimmungen war es höchst interessant das Abstimmungsverhalten in Bezug zum Alter anzusehen – das hat nicht viel miteinander zu tun.
      Wenn ich bezogen auf Autos meine Tochter und ihren Kreis sehe, finde ich eigentlich kein Interesse an den mit Elektronik vollgestopften „rollenden Fehlermeldungen“ vor, das scheint die gar nicht anzusprechen.
      Die Jugend lebt in ihrer vernetzten Smartphone-Welt (Soziale Netzwerke) und benötigt nur die AUX-Buchse. Das Auto muß nicht modern sein und Smartphones haben nichts mit Interesse an digitaler Technik zu tun.
      Ich finde auch die Verbindung SAAB-Apple trifft höchstens auf Äußerlichkeiten zu. Im täglichen und vor allem technischen Bereichen bleibt Apple schnell auf der Strecke. Verglichen mit einem Fahrzeug kann Apple nur auf Autobahnen und Hauptstraßen fahren – jetzt würde mich die Apple-Fraktion sicher gerne steinigen 🙂 .
      Bei unseren Tests sind wir schnell wieder bei WIN gelandet und haben wetterfeste hochstabile Rechner eines japanischen Herstellers, die Apple-Geräte auch in der Akkulaufzeit um Längen schlagen.
      Bei SAAB stimmten äußere und innere Werte.

      • So ähnlich sehe ich das auch.
        Wenn mein Iphone das zeitliche segnet, gibt es defintiv kein neues mehr. Meine Tochter bald 12 Jahre alt, sagt mir immmer wieder, wenn mal ein Auto, eines mit möglichst wenig Elektronik…..
        Das stimmt mich hoffungsvoll, das auch die nächste Generation sich komplett der Technik ausliefern will und wird!

  • Mobilität mit diesel- oder benzingetriebenen Fahrzeugen wie wir sie bislang praktizieren, wird in wenigen Jahrzehnten unmöglich oder zumindest unvertretbar sein. Es mag auf dem Land noch gehen, in den großen Städten sicher nicht.

    Autonomes Fahren verhindert Staus, spart Ressourcen. Wir werden schneller, bequemer und kostengünstiger ans Ziel kommen. Was letztendlich in der näheren Zukunft entwickelt werden werden wird und wohin die Reise geht, lässt sich kaum einschätzen. Sich aber gegen die Entwicklung zu stemmen, hieße, auf einen Status Quo zu beharren, der eigentlich längst ein Anachronismus ist.

    Die Frage ist nicht, ob neue Mobilitätslösungen kommen müssen, sondern wie sie gestaltet werden und von wem. Da traue ich Apple 1000 x mehr zu als der Autoindustrie. Die herkömmlichen Autohersteller erinnern mich eher an den bekannten Spruch des ollen Kaiser Wilhelms: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

    • Jep, Wenn wir mal ehrlich sind stehen die herkömmlichen Hersteller sowieso nicht mehr für „Innovation“. Es wird nur noch an einem bereits uralten Produkt optimiert – soll heißen, auch an der Gewinnschraube. Das wird auch solange funktionieren, bis eine neue, völlig andere Innovation auf dem Markt erscheint.

      • Zum Glück ist die Gewinnschraube bei Apple ja ein Fremdwort. Gut, dass es solch einen gemeinnützigen Konzern gibt …

        Mal ernsthaft, wenn die Stellung der Gewinnschraube ein unfehlbarer Indikator für die Güte oder Bösartigkeit der Absichten wäre, die ein Unternehmen hegt, dann will ich erst gar nicht darüber nachdenken, was Apple im Schilde führt.

        • Guck Dir mal die Gewinnmargen der weltweit größten Werbeagentur an.

          Google.

  • Wunderbarer Artikel! DANKE Tom! 🙂
    Brontosaurus und Co. sind auch „verschwunden“…. 😉
    Würde mich über Optimalisierung (mit und ohne PKW etc.) bei der Mobilität freuen! Ich muss auch nicht ALLES besitzen. Teilen finde ich erfreulich!
    Ich weiss spätestens nach Deinem Artikel genau, warum ich das Internet als Bestellmedium zu 97% meide! 🙂
    Mein Ehrgeiz: die 3% sind noch zu viel !
    Sonnigen Tag noch!

  • Ahh Apple vs Saab – provokant und polarisierend.
    Ich selbst nutze ebenfalls seit „Urzeiten“ Macs und liebe die Analogie Mac vs PC mit Saab vs Rest der Welt. Das Problem bei Saab ist meiner Meinung nach das mit Einzug von GM der gleiche Trend zu beobachten wahr wie bei Apple in den 90ern: möglichst die eierlegende Wollmilchsau und für alle und jede Schublade was zu günstigen Preisen – aber das wäre es fast für Apple gewesen. Glücklicherweise kam dann ein Mr Jobs von einem Ausflug in ein Abenteuer mit einem Nischenprodukt zurück (welches seiner Zeit sicherlich weit voraus war) und beschloss einen Monitor mit Rechner auf den Markt zu werfen – skandalöserweise mit ohne Diskettenlaufwerk und einer bis dato gänzlich unbeachteten/unbekannten Schnittstelle namens USB. Das wurde dann glücklicherweise zu so einem großen Erfolg, dass er sich mit seinen Ideen durchsetzen und dann eine Revolution nach der anderen anzetteln konnte. Wenn Apple wirklich in den Automarkt einsteigt erwarte ich da nix anderes als eine einzigartige User-Erfahrung die entweder passt oder halt nicht. Da ist aber sicherlich kein Raum für ein Saab-Logo. Meiner Überzeugung nach hätte übrigens das Phoenix-Konzept ohne das Flügel-Zeugs übrigens genau das Zeug dazu gehabt zu so einer Revolution zu werden: viel variabler Platz, handlich und leicht, polarisiert und passt in keine Schublade – schade das da nix draus wurde. Und so ein bischen Revolution steckt ja irgendwie doch noch in den vorhandenen Saabs drinnen…

    • „(…) und liebe die Analogie Mac vs PC mit Saab vs Rest der Welt.“

      Was für eine merkwürdige Wahrnehmung. Rest der Welt?

      Ja, der war im Falle von SAAB wahrlich riesig und übermächtig. Vor allem, weil jeder einzelne der direkten Konkurrenten schon für sich genommen ausreichte, um SAABs zwergenhafte Größe zu demonstrieren.

      In der Welt der Rechner aber sieht es genau umgekehrt aus. Welcher der vielen PC-Hersteller, die sich den Markt jenseits von OS X teilen müssen, reicht bitte auch nur annähernd an Apples wirtschaftliche Größe heran?

      Rest der Welt? Albern!

      Vermittelt Cook den Eindruck, als ob er in bescheidenen Verhältnissen an technischen Revolutionen tüfteln würde?

      Und was ist ihm in seiner Garage Geniales eingefallen? Ein neues MacBook in geschmacklos gold und silber und eine Uhr für bis zu 12.000 $, die aussieht wie aus dem Kaugummiautomaten. WOW, was für ein Underdog.

      Der Mann lacht sich nachts in den Schlaf. Am meisten lacht er über alle, die ihn und Apple lieben.

      • Genau darum geht es doch – Apple war tatsächlich einmal ein richtiger Underdog und trotz erstklassiger Hardware in Verbindung mit stabil laufender und problemloser Software haben sich nur wenige Leute getraut dieses andere System zu nutzen. Im Unterschied zu Saab haben dann irgendwann immer mehr Leute begriffen das der Kaufpreis nicht alleine entscheidend ist ob etwas was taugt oder nicht – so dass heute kein Mensch mehr auf die Idee kommt Apple als Underdog zu bezeichnen. Die aktuelle Produktlinie ist sicher immer noch nichts für jeden und so sucht man beispielsweise immer noch einen Laptop mit TatschSchirm vergeblich im Sortiment des angebissenen Apfels. Und polarisieren tun die Produkte immer noch – wann hat sich schon mal jemand derart über ein teures Gimmick aufgeregt? Oder über fehlende Schnittstellen oder oder? Bei Saab hatte es leider nie zum entsprechenden Durchbruch bei einer kritischen Masse gereicht, obwohl etliche geniale Ansätze da waren – etwa das CombiCoupe mit mehr Platz und besserer Beladbarkeit als traditionelle Kombis, oder die Trionic. Beiden gemein ist auch das User-zentrierte und aufgabenorientierte Bedienungskonzept: ich hasse es wenn ich erstmal Handbücher lesen muss, um Standardaufgaben zu bewältigen…

      • Sehr geehrter Herr Hürsch,
        Apple ist das beste Beispiel dafür, dass Produkte, die polarisieren erfolgreich sind (sein können). Mir persönlich gefällt die neue iWatch auch nicht, aber ich bin mir sicher, sie wird ihre Käufer finden. Und nur darauf kommt es an.

        • „(…) Käufer finden. Und nur darauf kommt es an“

          Wäre die Welt schwarz-weiß und dies der einzig gültige Maßstab, hätte SAAB nie ein gutes Auto gebaut und Mc Donald’s wäre ein Gourmettempel.

          Ich weiß was wirtschaftlicher Erfolg und politische Durchsetzungskraft sind.

          Beides ist mitnichten proportional zu der Partizipationen derjenigen, die dies ermöglichen, finanzieren oder gar bejubeln.

          Ich selbst nutze Apple. Es ist die Vielzahl der vollkommen distanzlosen User, die mir mit ihrer durchaus weltbewegenden Quantität und Qualität viel mehr Angst machen, als das Unternehmen selbst.

          Apple wird machen was machbar ist und das ist auch, was der Rest der Welt mit sich machen lässt – nicht nur technisch.

  • Elektronik und Computer hat nichts im Übermass in einem KFZ zu suchen! Auch wenn es ein Film war, so zeigte I am a Robot mit Will Smith in einem PKW der Ingolstädter, wozu zuviel künstliche (von Menschenhand gemachte) Intelligenz führen könnte/würde. Einen PKW oder gar LKW mit elektronischen Systemen vollzustopfen, die dem Fahrer jegliches Handeln abnimmt, birgt nicht nur die Gefahr ausser Kontrolle zu geraten (sei es von aussen als Manipulation oder von innen als Fehler), sondern auch die, dass der Fahrer dies nicht bemerkt und voll darauf vertraut. Haben wir das nicht bei einigen Flugzeugunglücken (Air France Airbus Brasilien-Paris?) schon mal erlebt? Oder was ist mit Dieben? Die Systeme (Diebstahlwarnanlagen inkl. Wegfahrsperren) werden heute von Profis innerhalb von Sek. geknackt. Alte PKW wie unsere Saabs die 15 Jahre und älter sind, die sowas noch nicht hatten und eher mechanische Sperren (mit höherem Zeitaufwand um sie zu knacken) hatten (denke da an die Gangsperre bei 901er ect.) oder einfache elektrische Sperren (Batterieschalter irgendwo versteckt aussen angebaut, normale ZV ohne Funkschlüssel usw…
    Zu Apple: Die Firma hat seit dem Ableben von Steve Jobs, kaum innovative Dinge hervorgebracht. (das Iphone war noch von Jobs geplant worden) Sollte das in den nächsten Jahren anders sein und auch noch im KFZ-Sektor? Bei der Akkutechnologie zugunsten von E-Mobilität vielleicht. Nur da gibt es andere, führende Hersteller wie Sanyo und Co, die kooperieren mit Herstellern anderer Sparten wie der Unterhaltungsindustrie, ob nun aus Japan, China, Europa oder den USA. Aber da will Apple eher konkurrieren anstatt kooperieren und wozu das führt, haben wir eindrucksvoll in den letzten 30 Jahren hinreichend gesehen. Ganz zu schweigen von dem, welche und wieviel Resourcen verbraucht werden und die Umwelt am Schluss belasten….

  • Toll, das EiCar auf den Fotos von Tom. Das passt so wunderbar zum Thema 🙂

  • wow was für ein Feedback. Ich finde dein Artikel auch ganz gut. Ich bin jedoch seit 2012 kein mega Fan mehr. Mit 33 jetzt konnte ich die ganze Entwicklung mitverfolgen. Habe auch 2 Partitionen…software bedingt. Jedoch… mittlerweile finde ich die Sachen schlechter, mit jedem update gibts auch kein zurück mehr…Sachen wirken nicht mehr pro…sondern eher hautpsache einfach.
    Und wo die ganze Reise hinführt sieht man ja ganz gut in Filme wie „Her“. Leute werden asozialer… selfie-süchtig…usw.
    Egal… was aber für mich viel viel wichtiger ist, ist die Tatsache das alles was bis dato gebaut worden ist, nicht das Ziel hat langlebig zu sein…
    Electronic devices are not build to last…

    https://www.youtube.com/watch?v=oDAw7vW7H0c

    so fängt das Project Ara an.
    Der designer aus Holland hat ein mega support bekommen.
    Für alle die sich interessieren… einfach mal Phoneblocks googlen.
    Apropo googlen… Google Ara arbeitet auch mit ihn zusammen.
    Sie haben dieses Jahr ein Testlauf in Puertio Rico…

    https://www.youtube.com/watch?v=intua_p4kE0

    ich warte endlich auf sowas, schon sehr sehr lange. Dann in absehbarer Zulunft wurd das Ara Project von google und auch motorola so ein Boom machen.. das wird die Welt komplett verändern. Der App store wird auch ein hardware store… so kann jeder sein Handy, Laptop, was auch immer, individuel gestalten, und wenn was kaputt geht, block raus..rein – fertig.

    Da bin ich mal gespannt… der Apfel wird nicht mehr so attraktiv sein, wetten?

    Die Zukunft ist Ara!

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