Letzte Ausfahrt Mahindra

Die NEVS Rekonstruktion geht in Verlängerung;  bis zum 2. März soll das Verfahren ein Ende finden. Fehler und Nachlässigkeiten kann sich jetzt keine der Parteien mehr erlauben, die Uhr läuft.

Last Exit...
Last Exit…

Hätte NEVS den Schuldenschnitt wie angekündigt durchgezogen, gestern wäre Schluss gewesen. Die Lieferanten – Einige durchleben mittlerweile das dritte Rekonstruktionsverfahren innerhalb weniger Jahre – haben klare Warnmarken gesetzt. Es gibt Grenzen – wie eng sie gesteckt sind,  hat NEVS ausgelotet, die Geduld ist am Ende.

Die nächsten Wochen sind die letzte Chance für NEVS, für Mahindra, eventuell auch für die Marke Saab. Die NEVS Eigentümer könnten einen Teil ihrer in einem Abenteuer investierten Mittel zurückholen. Das Ziel für Kai Johan Jiang kann nur noch Schadensbegrenzung sein; das Management ist in einer ähnlichen Situation. NEVS ist ein gescheitertes Unternehmen…reden wir uns die Geschichte nicht schön. Schuld daran ist nicht ein Investor aus China, die Schuld resultiert aus einer ganzen Kette von Fehleinschätzungen.

Der Geburtsfehler, eine Marke zu übernehmen, aber auf den Erwerb der Vertriebswege zu verzichten, hatte bereits die Grundlage des Scheiterns in sich. Die kaufwilligen europäischen Kunden und Händler zu ignorieren, das profitable Ersatzteilgeschäft links liegen zu lassen – jeden Kaufmann schüttelt es bei diesem Gedanken. Wo waren damals die Berater? Das ist Vergangenheit, es geht um andere Dinge. Um die persönliche Reputation zum Beispiel. Mit einem erfolgreichen Verkauf an Mahindra könnte das Management sein Gesicht wahren. Bei Misserfolg wären Bergman und seine Leute diejenigen, die den Automobilbau in Trollhättan zu Grabe getragen hätten. Schlimmer noch, sie wären die Totengräber der Marke Saab. Das ist ihnen nicht zu wünschen.

Bergman und Kai Johan Jiang bewegen sich auf einer Einbahnstrasse. Die letzte Ausfahrt trägt den Namen Mahindra, Alternativen gibt es keine mehr. Die Abbiegespur dürfen sie nicht verpassen. Der kleinste Fehler und es ruft der Konkursrichter.

Die Inder haben, spätestens nach dem gestrigen Tag, NEVS endgültig in der Tasche. NEVS hat keine Alternativen mehr, der Verhandlungsspielraum ist minimal. Die Fortführung des Verfahrens trägt den Stempel Mahindra und beruht alleine auf der Hoffnung,  dass die Inder kaufen und ab Januar als Finanzier einspringen. Ziehen sich die Käufer zurück, ist das Verfahren gescheitert.

Für Mahindra, eine große Nummer auf dem heimischen Fahrzeugmarkt, ist es die letzte Chance, ein europäisches Traditionslabel zu erwerben. 2009 ist man bei Jaguar – Landrover auf der Zielgeraden gescheitert, 2012 bei Aston Martin. Mittlerweile ist der europäische Kuchen restlos verteilt, nur die Saab Reste in Trollhättan sind noch zu haben. Sind sie wirklich?

Das ist die entscheidende Frage, die uns umtreibt. Vergibt die Saab AB den Markennamen neu? Gestern war zu hören, dass es eine Frage des Geldes sei. Ist Mahindra zu entsprechend großen Investitionen in die Marke bereit, dann könnte Saab zurück kommen.

Der Zeitplan zur Übernahme ist ambitioniert, wenn er zum Ziel führen soll. Eine ruhige Weihnachtszeit, ein gemächlicher Januar, das wird es nicht geben. Dass die Richter nach dem 2. März nochmals einer Verlängerung zustimmen könnten, gilt als unwahrscheinlich. Wenn es so kommt, wenn alles erfolgreich über die Bühne gehen wird, dann könnten aufregende Zeiten vor uns liegen. Im positiven Sinne, nach fast 4 Jahren Krisen-Blogging ! Ich würde es uns wünschen !

44 Gedanken zu „Letzte Ausfahrt Mahindra

  • Wenn Mahindra bis jetzt bei 3 Marken gescheitert ist, geht das garantiert schief. Spätestens jetzt dürfte klar sein, dass NEVS total versagt hat, und somit für Saab ein totaler flop war. Was denken andere Leser?

    • Aller guten Dinge sind drei (Versuche!). 🙂

    • Bei der Beziehung M&M und SAAB gibt es einen Unterschied zu den kurzen Verhandlungen bzw. Beziehungen zwischen M&M und Jaguar /Land Rover (damals noch unter Ford) bzw. M&M und Aston Martin:

      Die geschäftlichen Beziehungen zur SAAB AB gibt es bereits über einen langen Zeitraum und die eigentlichen Verhandlungen hinsichtlich SAAB-Automobile/NEVS laufen auch deutlich länger als sie mit den erwähnten anderen Firmen gelaufen sind.

      Auch M&M weiß, dass es jetzt um die vorerst letzte namhafte Marke geht, die hinsichtlich Übernahme zur Verfügung steht.

    • Genauso ist es , Nevs und Inhaber haben absolut null Ahnung .Die ganze Anglegenheit geht schief , es sind zu viel Egoisten am Werk .

  • wie schon gestern geschrieben… ich wünsche mir für Weinachten ein JA von Saab, Mahindra soll mal THE cash rausholen, jetzt oder nie.

  • DANKE für diesen (erneuten!) sachlichen Artikel. Auch deswegen „hänge“ ich die ganzen letzten Jahremit am Blog. So gute zeitnahe SAAB-Info gab es noch nie! KLASSE!
    Das Bild der Sackgasse ist treffend: entweder NEVS fährt SAAB gegen die Wand, oder mit Mahindra wird die letzte Ausfahrt geschafft.
    Ich hoffe sehr, daß allen Beteiligten die schwere das Sachlage bekannt ist und entsprechende positive Entscheidungen für SAAB und für die Region Trollhättan getroffen werden.
    Zu Weihnachten werden manchmal Wünsche wahr: ich wünsch´ mir ein starkes Auferstehen der Marke SAAB! 🙂 🙂 🙂
    In diesem Sinne erst einmal einen erfreulichen 3. Advent!

  • Für NEVS ist es sicher die letzte Chance – für SAAB kann es auch nach einem Konkurs und ohne Mahindra weitergehen. Das wäre möglicherweise für SAAB die wahre Chance – weitermachen zu können ohne Altlasten.

    Die entscheidende Frage ist, ob ein Investor mit einer industriellen Vision bereit ist einzusteigen.

    Genau diese Vision sehe ich zur Zeit bei Mahindra nicht. Mit ihrer Erbsenzählerei haben die sich bereits mehrere Deals vergeigt. SAAB hat bereits mehr als genug unter den Buchhaltern aus Detroit gelitten und braucht sowas kein weiteres Mal.
    Dass man sich auf den Schuldenschnitt für die Lieferanten eingelassen hat (wenn man bedenkt, was sich dabei herausholen lässt und diesen lächerlichen Betrag in’s Verhältnis zu den nötigen Investitionen setzt) lässt nichts Gutes für die Produktion am Standort Trollhättan und für die Investitionsbereitschaft in die Marke und die Produkte erahnen.

    Auch die Aussage, dass Europa auf die Inder angewiesen ist, teile ich nicht.

    Ich möchte nur daran erinnern, dass vor 2 Jahren auch BMW unter den Bietern war und dass aus heutiger Sicht sich auch mit Volvo interessante Perspektiven ergeben könnten. Von beiden europäischen Herstellern wissen wir zur Zeit genau so wenig wie von den Indern. Bei beiden wäre SAAB eine passende Ergänzung und die Entwicklung neuer Produkte könnte wesentlich schneller als mit Mahindra gehen.

    Ich kann ehrlich gesagt darauf verzichten, dass nach den Erbsenzählern nun noch die Böhnchenzähler kommen.

    • Erbsenzähler naja.

      Will mir lieber was wünschen!
      Das wäre doch toll wenn ich in 1-2 Jahren wieder beim FSH sitze und meine Ausstattungskreuze machen kann. Ein völlig neuen und innovativer Saab 9-3 aus Trollhättan, das wäre doch Top!

      So kurz vor Weihnachten darf man doch ein paar Wünsche haben. Oder?

      Ich halte die Daumen…

    • Mein letzter Kenntnisstand ist, dass BMW damals nicht dabei war. Es hätte auch nichts für Saab gebracht. Aufgrund des dann doch einsetzenden, anfangs unerwarteten Verkaufserfolgs des Mini brauchte BMW mehr Fertigungskapazitäten; und Trollhättan hätte die gehabt. Aber das war es auch schon. Manche haben etwas von Frontantriebskompetenz geredet, aber zu dem Zeitpunkt hatte BMW bereits mehrere Frontantriebsprojekte am Laufen, und die haben Ingenieure und Ressourcen ohne Ende, und hätten technologisch von Saab nicht profitiert.

      • Stimmt schon. BMW brauchte nur ein Montagewerk.
        NedCar war Ihnen dann lieber.
        Nichts desto Trotz fuhren schon ein paar SAAB – Mulis mit BMW Motoren in Schweden herum.
        Victor hätt´sich gefreut !

        • NedCar war williger, das ist der kleine, aber entscheidende Unterschied. Die Münchner hatten sich im Winter 2011/12 in THN eine „Abfuhr“ geholt, das Ergebnis kennen wir ja. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, die halbe Welt liest mit.

  • I think Mahindra won’t disappoint. They are taking the acquisition of a premium brand to serious for a while and this is the last opportunity for them too. But this is business, so money talks (louder). Let’s hope the deal isn’t hurt because the Mahindra name came out public.

  • Ich denke, wenn die Inder versagen, und diese Gefahr ist Meines Erachtens gross, dann gibt es Saab ab März nicht mehr. Teilen andere Leser Meine Meinung? Ich denke, dass die Inder schon bei Aston Martin, Land Rover und Jaguar versagt haben, sagt mehr als genug, also dürfte Saab als nächster fällig sein. Ich jedenfalls traue den Indern keine Sekunde.

    • Benito, die Situationen sind kaum vergleichbar. Lass uns abwarten. Im „wahren Leben“, jenseits von Saab, hatte ich schon viel und immer wieder mit Firmen aus Indien zu tun. Die Erfahrungen sind zu 100 % gut, wer indische Unternehmen über einen längeren Zeitraum begleitet, der ist begeistert von Innovationskraft und Seriosität.

      Was Saab angeht, so bin ich ganz entspannt. Wenn die Indien-Deal nicht funktionert, dann ist es das Ende von NEVS. Das könnte den Weg für andere Unternehmen frei machen, die Interesse am Werk und an der Marke habe. Mahindra entscheidet das Schicksal von NEVS, aber nicht unbedingt von Saab.

  • Mahrindra ist bei den anderen Unternehmen doch auch nicht zum Zug gekommen , dass man zu wenig bot, jetzt sind sie die Einzigen und das erleichtert für Mahrindha die Sache. Ob dies wirklich für SAAB die Rettung ist, lass ich offen

    • Genauso sehe ich das auch. Damals haben sie zu wenig geboten, Geld und vielleicht auch Ideen, und auf der anderen Seite standen amerikanische Großkonzerne; Ford im Falle von JLR und AM, GM bei Saab. Jetzt haben sie es mit einem Mann zu tun, der seinen persönlichen Konkurs abzuwenden versucht.

  • Noch ist gar nichts sicher. Außer das die Rekonstruktion bis 2.März weiter geht. Es gibt noch so viele Faktoren die hier passen müssen.
    Wiederum sollte man auch mal etwas positiv denken und nicht immer nur pessimistisch sein. Das nervt nämlich und bringt niemanden weiter. Es besteht die Chance auf neue Saab made in Trollhättan.

  • Dieses hin und her ist unerträglich!

    Die Marke Saab nimmt mit jedem weiteren Tag größeren Schaden. Mein Mitgefühl gilt aber in erster Linie den Angestellten in Trollhätten und allen finanzell abhängigen in dieser Situation.

    Keiner der Beteiligten ist bei den Verhandlungen mit dem Herzen dabei. Wie auch: Es handelt sich um Kauf-/Handelsleute, die sich natürlich einen Gewinn erhoffen. Unsere Marke muss aber komplett neu aufgebaut werden. Da ist in den ersten Jahren nichts mit Sahne abschöpfen.

    Meiner Ansicht nach kann Saab nur durch einen Autobauer aus dem Premiumsegment gerettet werden. Es ist auf diesem Blog schon `mal geäußert worden und letztlich auch mein Favorit: -BMW-.

    Mir ist die Schmähkritik über die Bayern aus einigen Kommentaren noch gut bekannt, aber meiner Meinung nach, sind beide Marken von der Ausrichtung her gar nicht so weit von einander entfernt. Die Barrieren bestehen nur in den Köpfen.

    Die M & M´s werden den weiteren Situationsverlauf nicht positiv beeinflussen können. Bei mir ist das Glas eben halb leer. Auch wenn ich gefühlsmäßig auf einem anderen Kurs unterwegs bin, so weiß ich doch, dass es jetzt zu Ende gehen wird.

    Allen Lesern eine ruhige Adventszeit.

    • Mir sind BMW – Leute bekannt, die schon mit den Schweden zusammen gearbeitet haben.
      Die netteste Meinung von ihnen ist, dass man den Schweden, während des Laufens, die Schuhbänder klauen kann.
      Also hält sich auch da die Begeisterung für ein schwedisches Abenteuer in Grenzen.

      • Meine Begeisterung für BMW hält sich auch in Grenzen, auch wenn einige „SAAB-Nischen“ dort jetzt wiederzufinden sind.

        • BMW-Motoren in SAAB-Fahrzeugen – warum nicht? Wir sind ja auch mit GM zurecht gekommen. Das wäre meines Erachtens nicht das Schlechteste, was passieren kann.

          Falls es Mahindra wird, werden die ja auch Etliches in Europa zukaufen.

          Die Bayern sollen den Kopf auch nicht über dem Hut tragen – die standen auch schon vor dem Konkurs. Da erinnert sich natürlich jetzt niemand mehr gerne dran. Global gesehen ist BMW auch heute noch ein Nischenanbieter.

          hätte, wäre würde,,,,wir werden sehen.

          • BMW baut nette Turbo Motoren, könnte ich mir auch gut im Saab vorstellen. Und BMW will weiter wachsen. Die Kernmarke bietet nicht mehr viel Ausdehnungspotential, Mini kommt auch irgendwann an die Grenzen. Eine weitere Marke würde gut passen. Nur mal so, als Anmerkung.

          • Hi Tom
            Wie ging eigentlich die Suche nach den verschwundenen BMW – Motoren aus ? ( nach dem letzten Konkurs )
            Die Münchner waren da ganz schön angefressen.

          • Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Die Angelegenheit ist irgendwie im Sand verlaufen und die Motoren kamen bisher nicht mehr ans Licht der Öffentlichkeit. Es gibt geheimnisvolle Hallen in Schweden 😉

  • Ich bin in letzter Zeit eigentlich schon fast sicher davon ausgegangen, dass sich das Thema NEVS/SAAB eigentlich mit Ende diesen Jahres komplett und für immer erledigt hätte.

    Von daher freue ich mich erst einmal, dass es immer noch eine „Chance des Überlebens“ für die „Zombie-Marke“ (laut mm-Bericht von gestern) gibt und geniesse währenddessen (und wohl auch erst einmal die nächste Zeit) weiterhin meinen aktuellen SAAB … 😉

    • Mit Deinem aktuellen Saab ist es auch leicht zu überwintern 😉 Er wird nächste Woche einen kleinen Artikel auf dem Blog haben 🙂

      • Oh … da bin ich ja schon mal gespannt! 🙂
        Wie neulich schon erwähnt, krieg ich im neuen Jahr evtl. auch mal neue, schöne Fotos davon ….

  • letze hoffnung ist nun leider mal mahindra.
    Dennoch habe ich das gefühl das SAAB nochmals durchstarten könnte/müsste, denn alternativen gibts keine.
    Möge man aus fehlern lernen (haben ja nun genug) und wieder in altem glanz erstralen.
    Nichts desto trotz, soeben 9000.- in einen gehirschten 9-5 investiert.

    Es braucht SAAB in dieser mainstream autogesellschaft

    • Dass es keine Alternativen zu SAAB gibt, habe ich bis vor kurzem auch gedacht. Das ist die aussergewöhnlich starke Markenbindung, die einen Teil des Markenwerts ausmacht. Meinen aktuellen SAAB habe ich nicht nur aber auch wegen dem sympathischen SAAB-Image gekauft und kürzlich wieder für die nächsten 5 Jahre fit gemacht.

      Erstaunlich, dass es immer noch so tönt, obwohl die Bedürfnisse von Käufern und Händlern seit Jahren mit Füssen getreten werden.
      Das Image ist mittlerweile sowas von am A….bgrund, (Tom braucht nicht einzugreifen – die Contenance bleibt gewahrt -:) Aus dem ursprünglichen innovativen Farbtupfer SAAB im automotiven Einheitsbrei ist ein Laden von Traumtänzern auf Folien geworden, mit dem man sich nicht mehr identifizieren kann.

      Der nächste Hersteller wird es nicht mehr so leicht haben, der SAAB Heimatschutzbonus nimmt ab. Wäre schön, wenn sich ein potentieller Käufer dessen bewusst ist und danach handelt.

      • Das Image hat sicherlich gelitten – man sollte diese Dinge jetzt aber auch nicht zu düster sehen.

        Selbst Mercedes-Fahrer kommen zur geliebten deutschen Marke als Käufer zurück, obwohl hier sogar über mehrere Baureihenj hinweg das fast ebenso wichtige Image bezüglich Verarbeitungsqualität über Jahre im Keller war.

        Auch Mahindra hätte durchaus die Möglichkeit, künftig bei guter Arbeit, ein (erneut) gutes Image für unsere Marke hinzubekommen.

  • Es braucht Saab in der mainstream autogesellschaft. Dem stimme ich voll und ganz zu. Ich lese nun seit Jahren mit, zittere mit, freue mich das Produktionen wieder anlaufen, trauere, wenn diese wieder eingestellt werden. Sehr anstrengend. Nun wieder ein Silberstreif am Horizont. Ja, es ist einer und vielleicht ist er der Beste seit 1990. Sollte es NEVS und Mahindra gelingen, den Deal abzuschließen, kommt mit M+M wenigstens ein Investor, der Autoerfahrung und offensichtlich auch Interesse an der Marke hat. Den Markennahmen von SAAB zu erhalten wird M+M wohl gelingen; zu gut scheinen die Beziehungen der jeweiligen Eigentümer zu sein. BMW? Fehlanzeige!!!! Der einzige der aus meiner Sicht jemals noch sinnhaft in Frage gekommen wäre, wäre Porsche gewesen.

    Ich fahre mein ganzes Autoleben SAAB, und das in der dritten Generation. Ich würde es den Entwicklern und den MA´s von SAAB wirklich wünschen, dass sie zeigen dürften, was sie können und ich denke das da Einiges fertig und halbfertig zu reaktivieren ist. Alles steht auf Stand by; sogar ein Händlernetz, dass weltweit umspannend ist. Und ganz uneigennützig würde ich mich über jedes halbwegs saabische neue Modell freuen und auch kaufen. Ich bleibe optimistisch!
    Und solange ich keine neuen Saabs kaufen kann, fahre ich eben meine alten weiter.

    • Oh meinGott!!! Mainstream Autogesellschaft!!! Was für ein Blödsinn….

  • Wir sollten einfach nicht zu vorschnell über Mahindra urteilen, ich denke, da fehlt uns eine Menge Hintergrundwissen. Wir sollten die Hoffnung nicht zu früh aufgebe. Wir sind doch schon so Schlimmes gewoehnt, es kann nur besser werden, es hätte ja schon lange vorbei sein können.
    Es bleibt auf jeden Fall interessant.
    Warten sind wir gewöhnt
    Schönen 3.Advent und freuen wir uns auf das Saabfestival. Was wird uns da wohl in Trollhaettan erwarten?

  • Das Verhalten von NEVS kommt mir vor wie ein kleines Kind, dass sich beim Versteckspielen mit Erwachsenen die Hände vors Gesicht hält und laut ruft: „Sucht mich doch- ihr findet mich nicht!“ -Selbst wenn die Inder den Zuschlag bekämen, was dann? Wo ist die zukunftsfähige Plattform? die Motoren? die Anforderungen an den Fußgängerschutz? Wieso wohl ist kein anderer Interessent mehr im Rennen? Ich habe kürzlich mal die Geschichte von Borgward auf wiki gelesen: erschreckende Parallelen!

    • Du darfst nicht vergessen, Borgward wurde hinter dem Kulissen von einem großen Mitbewerber abgemurkst.
      SAAB ist mehr oder weniger andauernd über die eigenen „Latschen“ gestolpert.

    • Wenn wir uns mal in die Lage eines allfälligen Investoren versetzen müssen wir uns doch folgende Frage stellen: Was haben wir hier eigentlich und wie viel ist es für den Markt Wert? Antwort: ein mehr als zehn Jahre alter Saab 93, eine Plattform, einen Elektro-Saab namens Eigengebastel und ein Werk in Trollhättan. Das und ein riesiger Scherbenhaufen ist alles! Damit aus Saab wieder was wird braucht es Magie! in Trollhättan soll es ja Trolle geben und ich glaube diese sind die einzigen die Saab noch retten können

      • Deine Frage möchte ich aufgreifen und erweitern: was an der Gesamtgemengelage SAAB ist eigentlich werthaltig und in wessen Eigentum?
        – die Rechte an der Marke: wo liegen die? Bei Orio? Bei Saab AB?
        – Sachanlagen zur Produktion des „aktuellen“ 9-3: stehen in THN und gehören NEVS?
        – Immaterielle Güter wie Patente, Konstruktionsunterlagen, Entwicklungen: gehören NEVS/GM?

        Habe ich was vergessen?

        • Ist doch vieles klar, transparent und war schon mehrmals Thema: Marke = Saab AB. Orio AB hat Nutzungsrechte.
          Saab 9-3 Limousine NEVS, gleichzeitig BAIC, ebenso die Rechte an der 440 Plattform.
          Patente die der Saab Automobile AB waren gehören NEVS, nach GM ausgelagerte Patente nicht.
          Phoenix Plattform: in weiten Teilen bei der Übernahme Eigentum von NEVS, jetzt zu (angeblich) 100 %, da alle GM Patente entfernt wurden.Phoenix ist morgen Thema auf dem Blog.
          Unklar, aber eventuell nicht mehr wichtig, sind Rechte am Kombi und am Cabrio. Die lagen bis 12/2011 bei GM. Hoffe das hilft den Wissensdurst zu stillen 😉

          • Danke, Tom! Es steht alles auf diesem Blog, leider manchmal gut verborgen in den Kommentaren. Daher habe ich es nicht mehr komplett zusammenrecherchieren können. Deine Auflistung hilft so auf jeden Fall, den Wissensdurst zu stillen 😉

          • Super! Ich gebe zu, es ist auch nicht einfach den Überblick zu behalten 😉

  • Hier wird immer über Erbsenzähler, Kaufleute und Buchhalter gewettert.
    Dazu möchte ich anmerken, dass ein solider, ggf. „erbsengezählter“ Deckungsbeitrag in Verbindung mit einem geeigneten Absatz die Basis einer erfolgreichen Unternehmung darstellt.

    Insofern freue ich mich im Falle Saab über Erbsenzähler, die nur Entwicklungsprojekte mit Deckungsbeitrag freigeben, Marketingmenschen, die den Kundenbedarf richtig einschätzen und im Vorfelde einen Unternehmer, der in der Lage ist den Zeitraum bis zu dem seine Investition netto Rendite bringt realistisch abzuschätzen und durch entsprechende Finanzinstrumente abzusichern.

    • Ganz meiner Meinung. Ein Hoch auf die Erbsenzähler: Wer die Erbse nicht ehrt, ist den Euro nicht wert!

  • Aus Sicht von Mahindra ist SAAB doch u.U. ein klasse Deal:
    als Mahindra/Ssangyong hat man es in Europa erstmal schwer. Da brächte der Name SAAB, wenn eine Kontinuität erkennbar wäre, einen Vertrauensvorteil.
    Mit dem Werk in Trollhättan, der SAAB Technikhistorie und dem kommerziellen Scheitern der letzten Jahre ist SAAB nur noch eine fragmentierte Firma. Will sagen, daß Mahindra bei SAAB zeigen könnte, daß sie „was drauf haben“, weil keine intakte, komplette Struktur da ist. Die Aufgabe ist, diese Struktur wieder herzustellen bzw. neu zu schaffen.Viel Arbeit!
    Aber eine vorhandene Struktur zu ändern kann auch sehr anstrengend sein – siehe z.B. Simca/Chrysler/Talbot/Peugeot

  • Ich hoffe nur, dass alle Seiten bei den Verhandlungen jetzt endlich aufhören zu zocken am Pockertisch. Bringt nix, wenn am Ende alle nur bluffen.

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