Rückspiegel. SAAB Zukunft unter NEVS Regie.

Die Zeiten werden spannender ! Diesmal im positiven Sinne, denn der schwedische Wirtschaftskrimi rund um Saab könnte sich zu einer skandinavisch-asiatischen Erfolgsgeschichte entwickeln. Könnte er wirklich? Wir beleuchten die Fakten und machen uns Gedanken, was werden könnte. Und ich werde zum Ende des Artikels ein wenig spekulativ. Auch das muss sein.

NEVS Maingate
NEVS Maingate

In Trollhättan entsteht zur Zeit ein neues, innovatives und grünes Unternehmen. Saab wird mal wieder neu erfunden. Nach verschiedenen Phasen, als Hersteller von Kleinwagen, als Produzent von Turbo- und Oberen Mittelklasse – Limousinen unter dem Saab-Scania Label und als GM Tochter, kommt nun ein neues Kapitel hinzu. Die Aufbruchstimmung im Werk ist fühl- und greifbar, Saab ist zurück !

Der Blick zurueck: Bloggers Rueckspiegel
Der Blick zurueck: Bloggers Rueckspiegel

NEVS fährt einen mehrstufigen Plan, sehr zielgerichtet, mit hohen Investitionen. Der erste Schritt ist getan, das Band läuft, die Lieferkette steht. Jetzt baut man in Trollhättan den After Sales Bereich auf, in Verbindung mit der früheren Saab Parts AB, heute Orio AB. Die Verhandlungen laufen…bisher sind noch keine Verträge unterschrieben, aber Orio wäre der naheliegende Partner. Gleichzeitig geht es um die Distribution der neuen Produkte. Welchen Weg NEVS beschreitet, ist noch nicht zu erkennen. Das Experiment, der Verkauf über das Internet in Schweden, ist nur eine von vielen Optionen. Langfristig einen eigenen Vertrieb etablieren – oder mit einem Partner und dessen Händlernetz zu agieren – alle Möglichkeiten sind offen.

Da NEVS am letzten Montag auch an die ehemaligen Partner der Saab Automobile AB in Deutschland Schreiben versandt hat, scheint klar, dass die traditionellen Strukturen bevorzugt werden. Was genau passiert werden wir recht bald sehen. Denn eines ist klar: NEVS erhöht die Drehzahl, und 2014 wird ein ereignisreiches Jahr werden. Denn das neue Unternehmen hat wenig mit dem alten, schwerfälligen GM-Tanker gemein und ist im Vergleich mehr eine schnelle, schlanke Motorjacht.

Saab EV

Manchmal bekommt man Dinge erzählt, obwohl man die Frage dazu nicht gestellt hat. So auch letzte Woche. In Trollhättan hörten wir, der erste Elektro Saab sei „very near“. Für ein Unternehmen, das sich „National Electric Vehicle Sweden AB“ nennt, dürfte die Premiere des ersten Elektrofahrzeugs einen höheren Stellenwert haben als der gerade gesehene Produktionsanlauf. Denn an dem, was kommt, wird man die Zukunft des Unternehmens beurteilen. Ein Tochterunternehmen der State Power Holdings, zu der auch NEVS gehört, und das den Namen Beijing National Battery Technology trägt, fertigt die Batterien, die im neuen Saab EV zum Einsatz kommen werden.

NEVS hat für seine Marke Saab damit einen großen Vorteil, denn man setzt ein eigenes Produkt ein, ist nicht auf Lieferanten angewiesen. Eine Fabrik ist in Betrieb, Werk zwei und drei im Bau. NEVS setzt dabei auf Lithium Iron Phosphate Technologie (LiFePO4), die als besonders sicher und schnell zu laden gilt. Auch Fisker setzte diese Technologie ein, bezog aber die Akkus von A123. Wie übrigens auch deutsche Premium-Hersteller. Als der Lieferant in Schwierigkeiten kam, seine Lieferungen einstellte, kam auch das vorläufige Aus für Fisker.

Zumindest dieses Drama kann NEVS nicht passieren. Das Saab Elektroauto muss ein überzeugendes Produkt werden. Die Zeichen dafür stehen gut. Die Batterien sollen weniger Platz wegnehmen als in den Prototoypen, die Reichweite mit 300 Kilometern sollte überzeugend sein. Es ist eines der kleinen Geheimnisse in Trollhättan, dass japanische Spezialisten im Werk sich um Leichtbau und um den Einsatz neuer Werkstoffe kümmern.

Die Premiere wird in den nächsten Monaten erfolgen. Vielleicht auf einer Automesse in China, was wahrscheinlich wäre, vielleicht auch auf dem Autosalon in Genf. Bestätigt ist noch nichts davon. Gefällt das was kommt, dann wird sich die Wahrnehmung der Marke Saab in den Augen vieler Interessenten ändern. Elektromobilität ist innovativ, BMW macht gerade vor, was gehen könnte. Tesla, der Benchmark für Elektromobilität, gilt als hip. Saab könnt noch einen Tick cooler werden.

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Das Update

Ein weiterer Schritt wird das „Update“, welches die 9-3 Aero Limousine gleichzeitig mit der Premiere des Sportkombis erfahren wird. Der 9-3 wird optisch und technisch nochmals verfeinert, die Stückzahlen werden kontinuierlich steigen. NEVS hat dabei eine klare Richtung, denn es wird nur Limousinen und Kombis auf Aero Level geben. Ein hohes Ausstattungsniveau, Linear und Vector sind Vergangenheit. Wir werden nicht 120.000 Fahrzeuge in 120 verschiedenen Versionen bauen, sagte NEVS CEO Mattias Bergman letzten Montag. Ich halte das für vernünftig. Das „Update“ wird auch der Punkt sein, wo in Trollhättan der Startschuss zur Erschließung zusätzlicher Märkte fallen wird. Für uns spannend, denn die Frage steht im Raum, ob Deutschland mit dabei sein wird.

Saab in Deutschland?

Deutschland ist der größte und wichtigste Markt in Europa. Was hier geht, das geht überall auf dem Planeten. Deutsche Autobahn und Nürburgring sind Legenden für Jeden mit automobiler Leidenschaft. Kommt Saab zurück nach Deutschland? Wir haben natürlich nachgefragt. Die Antwort war ein „vielleicht„. Kein Nein – kein Ja. Für mich klingt das wie ein Ja, die Rückkehr sehe ich – auch ohne Bestätigung aus Schweden – als sehr wahrscheinlich an. Wäre Deutschland im ersten Schritt mit dabei, würde uns das sehr freuen.

Denn wir haben engagierte Händler, eine treue Community und in Eschborn ein Unternehmen, das zwar nicht mehr auf den Namen Saab Parts hört, wo aber langjährige Saab Mitarbeiter täglich mit dem Herzen bei der Marke sind.

Cabriolet goes electric

Wir warten auf das Cabriolet. Die letzte bestätigte Karosserievariante wird nach Limousine und Kombi auf dem Markt erscheinen. Warum so spät ? Ich habe keine Erklärung dafür. Denn elektrische Mobilität im Cabriolet, lautlos durch den Sommer gleiten, stelle ich mir reizvoll vor. Es passt gut zum neuen Saab Slogan von „Pure Joy“, den man auch in Richtung Umweltverträglichkeit auslegen kann und nicht nur auf Fahrspass beschränken sollte. Ein viersitziges Cabriolet, ohne Emission, wird das Image der Marke weiter anheben.

Phoenix Plattform

Da war noch was !  Die revolutionäre Phoenix Plattform. Mit der neuen Fahrzeuggeneration wird aus NEVS ein weltweiter Anbieter werden. Sagt NEVS. Theoretisch ist vom Kleinwagen bis hin zur großen 5 Meter Limousine alles möglich. Allerdings läuft auch für die Plattform die Uhr und Handlungsbedarf ist angesagt. Bei NEVS, da bin ich sicher, kennt man dieses Problem und agiert entsprechend.

Jetzt kommt der Teil, an dem ich mir gestatte, spekulativ zu werden. Ja, auch bei NEVS liest man mit, und wenn ich jetzt komplett daneben liege, dann hat man in Schweden wenigstens einen humorvollen Start in die Woche.

Zuerst zwei Fakten: NEVS investiert viel Geld und Zeit, um den Saab 9-3 „GM-free“ zu machen. Baugruppen werden geändert, Lieferanten durch neue Quellen ersetzt. Wer so viele Mittel einsetzt, der wird die Modellreihe nicht nur für 2 Jahre bauen. Sondern für einen längeren Zeitraum, was Sinn macht, wenn wir die China-Brille aufsetzen. Denn auf dem Hauptmarkt von NEVS, dem am schnellsten wachsenden Markt der Welt, zählt der 9-3 als neues Auto. Dass man mit Saab Technologie, und sei sie nicht mehr ganz neu, Erfolg haben kann, zeigt gerade BAIC mit seinen Derivaten auf alter Saab 9-5 Basis.

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In Schweden spekuliert man in manchen Zeitschriften mit einem 9-3 Nachfolger 2015/16. Ich bin nicht dieser Meinung. Meine Wette daher: Der erste neue Saab auf Phoenix Plattform wird auf keinen Fall ein Nachfolger des 9-3 sein. Sondern etwas anderes, vielleicht ein kleiner Saab, vielleicht ein Großer oder ein SUV. Oder mehrere Modelle auf einmal.

Der Zeitplan (für Optimisten)

Da ich gerade spekulativ unterwegs bin, hier mein Zeitplan für die weitere Entwicklung. Wie gesagt, ohne Aussage von NEVS, einfach nur die Bewertung der Dinge aus Bloggers Sicht.

  • Frühjahr 2014: SAAB EV
  • Frühsommer 2014: Update SAAB 9-3 Limousine und Sportkombi.
  • Sommer/Herbst 2014: Saab zurück in Deutschland.
  • Herbst/Winter: SAAB 9-3 Cabriolet EV und konventionell.
  • Sommer 2015: Neues Modell auf Phoenix Plattform.
  • Herbst 2015: NEVS auf der IAA…

Pessimisten rechnen meinem Zeitplan einfach mal 6 oder 12 Monate hinzu, dann passt auch das. Sollte ich in der Stallbacka mit meinen Einschätzungen für Erheiterung gesorgt haben, dann kann ich damit leben. Und selbst wenn ich daneben liegen sollte, dann ist seit einer Woche doch eines klar:  Saab ist zurück, die Geschichte geht weiter, 2014 wird ein aufregendes Jahr !

Text: tom@saabblog.net

Bild: saabblog.net

 

 

32 Gedanken zu „Rückspiegel. SAAB Zukunft unter NEVS Regie.

  • Guten Morgen,
    vielen Dank für die tolle Berichterstattung. Für mich ist es als treuer Kunde der Marke und als riesen Fan von SAAB ein unfassbares Wintermärchen, das wahr geworden ist. Mein nächster Neuwagen wird wie der letzte wieder ein SAAB – und diese sehr wahrscheinliche Aussicht ist wunderbar.
    Ich muss gestehen, dass noch ein Traum und eine Vision in mir schlummert.
    Zum einen geschürt durch den 900 Turbo in der Empfangshalle und zum anderen weil es für mein Verständnis einfach Sinn macht. Ein neuer SAAB 900 Coupé – eine Retro-Variante. Das Desgin und das Raumwunder SAAB Combi-Coupé ist doch einfach einzigartig und für mich ein Aushängeschild der Marke.

    Der neue FIAT 500 oder Mini Cooper hat doch z.B. gezeigt, welche Emotionen soetwas auslösen kann und wie sich das auf die Verkaufszahlen und Neukundengewinnung niederschlägt. Ich bin sehr gespannt und werde niemals aufhören zu träumen..und wenn ich einen Wunsch frei hätte dann wär das ein nagelneuer SAAB 900 Turbo Coupé „Retro“ in dunkelblau mit Cremefarbenen Ledersitzen..

    • Da es den Anschein hat dass NEVS die Marke versteht halte ich ein Schrägheck als Neuauflage nicht für ausgeschlossen. Das Coupe am Empfang war schon so etwas wie ein Signal.

    • Kann mir gut vorstellen, dass der Name des guten alten 900 mit einem modernen Auto wiederbelebt wird.

      Die Neuner-Bezeichnungen (9², 9³, 9⁴, 9⁵, 9⁷ etc.) sind zwar in der Lage, eine größere Modellpalette abzudecken, aber eine ausufernde Modellvielfalt dürfte im strategischen Denken und in den Visionen für die nächsten zwei Dekaden, welche NEVS für die Marke SAAB wohl haben wird, ohnehin keine Rolle spielen.

      Unterhalb eines 900 wäre immerhin Raum für einen etwas kompakteren SAAB 90 und für ein edles kleines Stadtauto (SAAB 9). Darüber könnte wieder ein SAAB 9000 platziert werden. Das sind genug Aufgaben auch auf lange Sicht.

      Auch wenn die Tendenz sogar beim Militär zum Hybrid geht, kann ich mir einen Geländewagen von NEVS nicht recht vorstellen. Die unzivilisierten Varianten haben 1. nach wie vor riesige Tanks, können sich 2. zusätzlich begleiten lassen (Tankfahrzeuge) und ziehen 3. einen Vorteil daraus, nachts geräuschlos irgendwelche Dörfer überfallen zu können. Gelände und Steckdose ist irgendwie albern.

      Auch hat SAAB hat keine ernstzunehmende Tradition an Geländewagen. Es würde mich sehr wundern, wenn NEVS ein solches Fahrzeug irgendwo auf der Liste mittelfristiger Prioritäten gesetzt hätte. Allradantrieb wird hingegen drauf stehen.

    • @ Christian!
      Bin ganz deiner Meinung. Ein Retro 900 Turbo 16S wäre der Hammer und mit Sicherheit mein nächstes Auto. Schau mal in Facebook bei „Saab Art“ vom 5.Dezember. Da gibt es ein Bild von einem solchen Traum von einem gewissen Chris Ivory. Keine Ahnung, wer das ist. Das Bild trägt den Untertitel:
      Saab 99 Turbo Combi-Ry An Version.

  • Tom, Dein Optimismus ist ansteckend – und nach den jüngsten, für Pessimisten sehr überraschenden, Entwicklungen und deutlichen Signalen doch auch durchaus im Rahmen der Möglichkeiten! Da darf auch ein wenig spekuliert werden. Ganz gleich wie es nun seinen Lauf nimmt, wird in der „Stallbacka“ doch erkannt, mit wie viel Elan Du/Ihr hier die Marke Saab wieder positiv in das Bewusstsein bringt.

    • Ich muss gestehen dass ich mich manchmal selbst wundere über das was da in Schweden läuft und es auch manchmal gar nicht glauben kann. Aber unsere Hoffnungen scheinen wahr zu werden 🙂

  • Toller Beitrag – danke Tom!

    Aber: Dein Zeitplan hat einen Haken – wenn ich ihn um ein paar Monate verschiebe, wie Du so schön schreibst, findet gar keine IAA statt….. 😉

    • Absolut – IAA verschieben geht gar nicht 😉

  • Hmmm … das hiesse dann ja „nur“ noch ca. 1.5 Jahre mit dem alten Lastesel durchhalten! 😉

    • Gut pflegen , der hält ewig .

  • Zum Thema 9-3 und nur 2 Jahre Modelleben. Mattias Bergman hat schon mehrmals angedeutet, dass der 9-3 eine neues Auto für China ist, und während NEVS in Europa+USA neue Modelle einführt kann der „alte“ 9-3 in China ein paar weitere Jahre laufen.

    Ich denke mal so was wie der Käfer in Mexico und Brasilien oder den VW Santana in China könnte gut laufen, und wenn dann diese Autos in China gebaut werden, während in THN die teureren und moderneren Autos gebaut werden, dann könnte NEVS damit gut Geld machen können.

  • Hallo Tom

    Nichts ist unmöglich – nevs hat es in der Hand. Respekt vor den Investitionen und dem Mut, etwas Neues auf die Beine zu stellen.

    Wegen diesen einigen wenigen Wagen, die bisher vom Band gerollt sind breche ich allerdings nicht in Euphorie aus. Die hätte man auch aus vorhandenen Lagerbeständen wie in einer Manufaktur zusammenschrauben können.

    Deine Spekulation zur Zukunft sieht dann schon interessanter aus und könnte mittel- bis langfristig ein trag- und geschäftsfähiges Image ermöglichen. Zusammen mit dem kurzfristigen Weiterbau des 9-3 und den damit verbundenen Absatzchancen in China könnte das mittel- bis langfristig wieder der Farbtupfer im Markt sein, den wir von SAAB erwarten.

    Einen Punkt vermisse ich komplett: Die Kommunikation mit den bisherigen SAAB-Fahrern und die Updates / Pflege der Fahrzeuge, die heute (noch) in Betrieb sind. Nach wie vor können technische Alltagesfragen z.B. nach einem Update des Navigationssystems meines 9-5 SC aus dem Baujahr 2007 oder nach der Verfügbarkeit des Nivomaten auch von den bisherigen Schlachtrössern aus dem SAAB-Händlernetz nicht beantwortet werden. Die Mobilitätsgarantie hat sich mit dem Konkurs von SAAB in Luft aufgelöst und muss heute selber organisiert und zusätzlich bezahlt werden. Der Versand eines Flyers für Winter-Komplett-Felgen ist das Einzige, was ich bisher gesehen habe und haut mich nicht vom Hocker.
    Eine Hotline, an die man sich mit Fragen zu den bisherigen SAAB-Produkten wenden kann und die dann tatsächlich mit Lösungen kommt, gerne auch zu einem markt-fähigen Preis, wäre doch was.
    Die eigene Suche nach Lösungen kostet Zeit und hinterlässt den Eindruck ein veraltetes Bastler- oder Oldtimerfahrzeug zu fahren. Für den 70-jährigen pensionierten Oberschullehrer und begeisterten Bastler mit 5 gleichen Fahrzeugen in der Garage mag das DIE Herausforderung sein. Im geschäftlichen Alltag fehlt schlicht die Zeit und die Nerven für so was!

    Es ist klar, dass NEVS juristisch eine neue Firma ist, die lediglich die Markenrechte an SAAB übernommen hat, jedoch mit der bisherigen Firma SAAB nichts mehr zu tun hat. So nehme ich die Firma nach Aussen wahr. Demzufolge bin ich heute auch nicht Kunde von NEVS sondern ich WAR Kunde der Firma SAAB, die Konkurs gegangen ist oder in den Konkurs geschickt worden ist.
    Wenn NEVS mich als Käufer gewinnen will, interessiert mich in erster Linie der Investitionsschutz meiner bisherigen Investition.
    Falls man hierfür vernünftige Antworten hat, wird NEVS beim nächsten Wechsel als Anbieter dabei sein, wenn nicht, fehlt das Vertrauen oder könnte es zu spät sein. Eine Zitterpartie wie mit SAAB möchte ich mit NEVS nicht noch mal erleben.

    • Die Bedenken verstehe ich. NEVS baut jetzt Marketing und Vertrieb auf, damit auch die Kommunikation mit den Kunden. Im Händlerbrief an die Saab Partner von letzter Woche kommt folgender Satz vor „Kundenzufriedenheit stellt für uns seine fundamentale Priorität dar,insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir unsere Präsenz in weiteren Märkten ausbauen wollen.
      Das sagt schon etwas aus, wie man in Trollhättan tickt, die nächsten Monate werden mehr zeigen.

      • Wie gesagt – alles ist möglich, NEVS hat es in der Hand.

        Bisher ist die Frage, auf welche Kundensegmente sich NEVS konzentrieren will und ob die bisherigen SAAB-Kunden überhaupt dazu gehören noch völlig offen.

  • Na prima, nach diesem Artikel wird für mich das Warten auf das Stromer-Cabrio schier unerträglich 😀

    Wie immer ein toller bericht.

    Mal ganz nebenbei bin ich durch Zufall auf ein historisches Bild gestoßen: Marky Mark & The Funky Bunch vor einem Saab 9000, wenn ich mich nicht irre ;D
    Einfach Mal google anstrengen und schmunzeln.

  • Der Zeitplan klingt gut und wäre auch vollkommen ok. Viel eher wird es eh bei mir nichts mit Neu oder Neu-Zweitwagen. ( der BMW meiner Frau muss weg). Das einzige was mich jetzt noch interessieren würde, ob auf Phönix Plattform ein TURBO kommt. Ich würde mir was unterhalb vom 9-3 wünschen.
    PS: Das du mal Spekulierst hätte ich ja nicht gedacht 😉

  • Das war der inhaltsreichste Blog seit Jahren. Großen Dank!
    Vom Markt Deutschland ist die Rede. Ich glaube, der Markt Österreich war relativ größer als der deutsche. Das hängt mit der Vor-EU-Zeit, d.h. der EFTA-Zeit zusammen.

    Können wir bitte etwas erfahren, ob bei NEVS auch an den österreichischen Markt gedacht wird? Es darf auch spekuliert werden.

    • Das wird jetzt aber wirklich spekulativ… Da der After Sales Bereich für Österreich ja bereits von Eschborn aus geleitet wird bietet es sich an Deutschland und Österreich von einer Organsiationsstruktur aus mit Neuwagen versorgen zu lassen. Ich denke mal, ja, es sieht positiv aus. Aber nachgefragt hatten wir natürlich nicht. Sorry.

  • Gerade wurde ich per E-Mail darauf hingewiesen, das Morgen der Online Verkauf in Schweden losgeht. Wenn ich die Schwedischen Zeilen richtig lese hat NEVS ein sehr gutes Paket geschnürt.:
    „Saab 9-3 Aero Sedan 2014 är fullutrustad och har en bensinmotor på 220 hk/350 Nm. Priset med sexväxlad manuell växellåda är 279 000 kronor inklusive moms, + 10 000 kronor med sexstegad automatisk växellåda. I priset ingår tre års fri service, tre års vagnskadegaranti, två års vägassistans samt vinterhjul på aluminiumfälg.“
    – 3 Jahre Service inklusive
    – 3 Jahre Garantie inklusive
    – 2 Jahre Assistenz inklusive
    – Winterreifen auf Alu

    Bitte weiter so

  • Klasse Aussicht, so ein Cabrio mit E-Antrieb! Wäre wohl das erste E-Cabrio (?) und somit wieder einmal ein Hinweis auf tolle fleissige Trolls! SAAB wäre mit Sicherheit wieder TOP im Gespräch….
    Danke Tom, für die erneute ausführliche Info!
    Gruß

  • Grüezi Tom
    Einmal mehr. Besten Dank und Viele Grüsse aus der Schweiz.
    Lassen wir dem Marketing und der Logistik doch noch etwas Zeit.
    Ich selber bin gespannt, ob NEVS mit SAAB am Genfer Automobilsalon 2014 zu sehen ist.

  • Hallo Tom,
    bei aller Euphorie, ich glaube wenn es NEVS wirklich schafft und auch ernst meint, was ich nachdem was wir dort gesehen habe, für sehr realistisch halte, ist dein Zeitplan doch zu ambitioniert. Aber, es wäre schon schön so als Traum.
    Ich habe die Aussagen bezüglich einem Modell auf der Phoenix Plattform eher mehr in der Zukunft gesehen. Also IAA 2015 mit Vorstellung als Prototyp, könnte ich mir vorstellen, aber Produktion nicht vor 2016/17.

    Für den EV, denke ich ist die Internationale Automobilausstellung in Peking ein vorstellbarer Gedanke. Dies wäre der 23. April 2014. Der Kombi/Sedan in etwa einem Jahr Vorstellung für Deutschland. Cabrio Genf 2015, passend zum Saisonbeginn.

    Was mir noch im Kopf rumspukt ist folgender Gedanke, der 9-5 ist unter GM-Lizenz, aber in China stört das niemand. Der 9-3 erscheint mir hinten zu klein für China, der 9-5 wäre da als Chauffeurs-Limousine erheblich geeigneter. Die Werkzeuge dafür müssten doch in Trollhättan liegen?

    Naja, warten wir*s ab, bis vor einer Woche hätte ich nie daran geglaubt, das NEVS ernsthaft nach Europa will.

    Gruß und Dank für deine tolle Aufbereitung.

    • Mit Peking wirst Du richtig liegen, denn Genf wird es definitiv nicht sein. Habe heute nachgefragt. Den 9-5 werden wir so nicht mehr sehen. Alles GM Lizenz und damit keine Möglichkeit, selbst in China wird es dafür keine Lizenz (für den Verkauf) geben.

  • Hallo Tom ,
    zum Thema spekulativ , gab es den Antworten zu den künftigen Motoren , die möglicherweise die GM Antriebe der ersten Serie ersetzen könnten ? Oder gibt es einen Liefervertrag mit GM der die langfristige Verwendung der Motoren sichert ? oder müssen wir da weiter spekulieren ?

    • Auf diese Frage gibt es keine befriedigende Antwort. AMS Schweden schreibt dass ein neuer Lieferant ins Spiel kommen soll (Frühjahr). Fest scheint zu stehen das es bei diesen Motoren nicht bleiben wird.

  • Bei allem was sich im Moment so richtig gut anhört , kann ich meine Skepsis gegenüber NEVS doch nicht ganz bei Seite schieben. Zwar gibt es die Aussage es gibt konventionelle Antriebe so lange es die Kunden wollen , aber ich habe die Befürchtung , das bei der Vorrangigen Ausrichtung von NEVS auf elektro Antriebe der Verbrennungsmotor ( in welcher Form auch immer , wir wissen das es auch da verschiedene Alternativen gibt ) zum Stiefkind verkommt , in deren Entwicklung nicht mehr viele Gedanken oder Geld investiert wird.Und daher auch so vernachlässigt werden könnte , das die Sache bald nicht mehr zusammenpasst und somit auch sehr schnell von den NEVS Kunden nicht mehr gewollt wird.Da kuckt der Saab Kunde dann in die Röhre und fährt was Anderes.

    • Was spricht gegen Elektro wenn es funktioniert?
      So wie die Herren es präsentiert haben, ist es ihnen bewusst, dass sie den Benziner noch brauchen. Sollte die Reichweite stimmen, dann ist der Benziner weg, da bin ich mir sicher. Im Gegensatz zu allen anderen Herstellern haben sie bei NEVS-Saab keine Fertigung am Bein die ihre Investitionskosten noch einspielen muss. Für mich bedeutet dies, wenn Elektro konkurrenzfähig ist, wird der Bedarf an Benziner eh nicht mehr vorhanden sein. Auch glaube ich kaum, dass da irgend eine „Benzingurke“ verkauft wird, denn man muss schon der Konkurrenz ebenbürtig sein, sonst schadet da dem Image. Mit Benzinantrieb wird es also bestimmt noch ein paar Jahre gehen, nur Diesel haben sie kategorisch ausgeschlossen.

  • Es sind Zukunftsgedanken, die wir im Moment nicht einschätzen können. Die Schritte sind mir einfach noch zu groß geraten. Wenn und aber können unsere Händler nicht brauchen. Bisher warten diese Jungs in der Warteschleife.
    Ohne Grundlagen geht es nun mal bei uns SAAB-Fahrern auch nicht. Bleibe und bin absoluter SAAB-Fan. Aber die rosarote Brille hilft nicht weiter. Es wäre natürlich alles tuffig ,wenn der Plan ……… Ansonsten ist der Beitrag natürlich höchst interessant

  • Wieder ein schöner Bericht von Tom und er lässt uns alle etwas hoffen. Wobei mich schon die Auissage betreffend der produkteinführung Deutschland etwas unverständlich ist.
    Wenn man nicht weiss ob man in den deutschsprachigen Raum beliefern will , wo bitte in
    Europa könnte man sonst vernünftige Stückzahlen verkaufen ?? man darf das Preissegnment nicht vergessen in dem der Saab angeboten wird

    • In Trollhättan war die Aussage recht Eindeutig. Der erste Schritt ist Schweden und China und danach kommen alle wichtigen Märkte in Europa. Auf die Frage ob wir in Deutschland auch beliefert werden, kam die Antwort, Deutschland ist für uns der wichtigste Markt in Europa, neben GB.
      Die Frage ist nur ob NEVS es bis zum zweiten Schritt schafft und wann der dann sein wird und ob man sich mit ORIO einigt. Denn ohne Service gehts nicht.

  • Das Problem beim Strom ist , das man sich nicht einfach ein paar Elektronen in den Tank schütten kann wie das bei Benzin oder Diesel der Fall ist. Mit einer Reichweite von 300 Km kommt man langsam in eine Region die eine kleine Reise ermöglicht , aber eine Strecke wie zum Bsp. von Stuttgart nach Berlin ist da niemals zu machen . Es sei denn man hat viel Zeit .Außerdem sind die angegebenen Reichweiten auch nur zu Idealbedingungen möglich z.Bsp. im Sommer wenn die Sonne scheint und es hell und schön warm ist . Aber was ist im Winter wenn ich meine Scheiben mit warmer Luft freipusten muss die ich auch elektrisch warm machen muß. außerdem brauch ich Licht , das auch an den Akkus zerrt und somit der Stromverbrauch ein anderer ist als zu Idealbedingungen .Interresant wird diese Stromgeschichte erst , wenn wir von Reichweiten zwischen 400 und 500 Km sprechen , sich die Akkus innerhalb von höchstens 5 Minuten aufladen lassen und es bundesweit , wenn nicht europaweit ein entsprechendes Netz / Tankstellen zur verfügung steht. Ansonsten wird sich die elektrische Fahrerei doch sehr regional oder auf die Stadt beschränken . Der Spassfaktor ist bei meinem Saab aber gerade in der Stadt sehr gering . Außerdem glaube ich das es für die künftige Mobilität auch noch vielversprechendere Alternativen gibt , die sehr gute Chancen haben sich eher durch zu setzen .

    • Das ist derzeit das größte Risiko. Das mit der Reichweite kannste vergessen. Saab-Fahrer sind tendentiell schnell unterwegs, und dann schrumpelt die Reichweite stärker zusammen als bei Verbrennungsmotoren. Ohne bessere Batterien kann der Traum vom Elektro-Saab in den Zulassungszahlen untergehen. Man muss sich nur mal die bisherigen Zahlen ansehen.

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