Rückspiegel. Vertrauen erarbeiten.

Vor einigen Tagen war es soweit. Ein Jahr ist es her, da bekam NEVS die Schlüssel für das Saab Werk in der Stallbacka, und damit war der Schritt in eine neue Ära endgültig vollzogen. Die Begeisterung darüber hielt sich bei mir in gewissen Grenzen. Ein anderer Kandidat war mein geheimer Favorit gewesen. Nach einem Jahr NEVS und Saab 2.0 ist es Zeit für eine kurze Rückblende.

Der Blick zurück: Bloggers Rückspiegel
Der Blick zurück: Bloggers Rückspiegel

Der Start verlief zunächst holprig, und die Eigentümer von National Electric Vehicle Sweden AB taten Einiges dafür, dass es erst einmal nicht besser wurde. Anfangs gab man sich in den Medien überrascht darüber, den Zuschlag erhalten zu haben, teilte mit, sich auf Elektromobilität konzentrieren zu wollen, und installierte ausgerechnet einen Volvo-Veteranen an der Spitze. Elektroautos, also Steckdose statt Turbo, sorgte nicht nur bei mir für Sorgenfalten auf der Stirn.

Der Saab Spirit, die Seele der Marke, schien endgültig besiegt und zukünftig nur noch bei den Fans und im Saab Museum, einige Kilometer den Göta Älv abwärts,  zu sein. Der Aufbruch in ein neues Saab Kapitel erinnerte mehr an einen Kaltstart nach frostiger Nacht als an ein großartiges Comeback. Der Greif, über viele Jahre Teil der Markenidentität, wanderte zurück zu Scania. Und ehemalige Saab Lieferanten zeigten den neuen Besitzern die kalte Schulter, an einen Neustart mit chinesischem Kapital wollte keiner glauben.

Nicht einfach, die Ausgangslage. Aber beharrlich, leise und unspektakulär arbeitete man sich in den letzten Monaten nach vorne. Investierte in die Werksanlagen, baute die Lieferantenkette wieder auf und vergab Entwicklungsaufträge für die nicht ganz so nahe Zukunft. Dass in den nächsten Jahren alles anders, vieles aber doch in Saab Tradition laufen wird, kann man erahnen, wenn man die Saab Kantine auf dem Gelände des Powertrain Komplexes besucht. Sie ist der einzige Teil, den man als Besucher heute noch ohne Zutrittskontrolle betreten kann, der Rest des Areals ist streng gesichert.

Früher waren die Gebäude voller Saab Mitarbeiter. Heute findet man darin Firmen mit unbekannten Namen, die aber nur auf den ersten Blick nichts mit NEVS zu tun haben. Denn sie arbeiten als Zulieferer, quasi auf dem Gelände, für die Saab Zukunft. Man kann es erahnen, was hier entsteht,es wird eine sehr schlanke Veranstaltung werden. Schwedische Ingenieure, meist mit Saab Vergangenheit, entwickeln für die Marke, und Saab bleibt, allen Befürchtungen zum Trotz, ein schwedisches Produkt. Aber sie arbeiten nicht mehr nur exklusiv für die Traditionsmarke. Deutsche, englische und chinesische Konzerne und auch der Autohersteller aus Göteborg lassen in Trollhättan entwickeln, der ehemalige Hausherr aus Detroit ebenso.

NEVS ist schlank und wird vermutlich auch in Zukunft schlank bleiben. Arbeiten an Dritte zu verteilen, das ist in der Autoindustrie gang und gebe. NEVS scheint diesen Gedanken perfektionieren zu wollen. Die Hoffnung, dass es bald wieder 3.500 Mitarbeiter im Werk geben wird, die hat in Trollhättan niemand mehr. Schon unter Spyker standen gut 1.000 Stellen zur Disposition, und selbst wenn die Produktion bald laufen sollte, wird es auf dem Arbeitsmarkt nur ein kleines Wunder geben. Mit den Lieferanten scheint man Frieden geschlossen zu haben, und mit der Presse läuft es, zumindest in Schweden, in guter Harmonie. Der Umgang miteinander hat sich in den letzten 12 Monaten gewandelt, NEVS hat sich an der Heimatbasis Vertrauen erarbeitet, was gut ist. Aber noch nicht bei uns im Lande.

Dass die Presse in Deutschland für den Neustart einen negativen Touch herbeischreiben möchte, war fast zu erwarten. Die Berichterstattung der vergangenen Monate war zu harmonisch. Der Saab 9-3 wird als Modell aus dem Jahr 2002 dargestellt, obwohl – in bester Saab Tradition – die Basis zwischenzeitlich mehrfach überarbeitet und modernisiert wurde. Auf die Idee, das neue Flagschiff von Mercedes ( es basiert in weiten Teilen auf dem Vorgänger )  als Fahrzeug aus dem Jahr 2005 zu bezeichnen, käme ja auch niemand. NEVS startet, das nur zur Klarstellung, mit einem Modell, das seine Grundlagen im Modelljahrgang 2011 hat.

Der Ton wird in nächster Zukunft, da muss man kein Wahrsager sein, rauher werden. NEVS und die deutschen Repräsentanten von Saab 2.0 müssen sich auf Gegenwind gefasst machen. Läuft die Produktion wieder, wird die Schonzeit vorbei sein.  Die positive Saab-Berichterstattung der letzten Monate war das Resultat einer verklärten Vergangenheit. Über Legenden kann man gut schreiben, denn sie tun keinem mehr weh. Eine lebendige Marke, und sei sie noch so klein, wird als Mitbewerber wahrgenommen. Deutschland ist Autoland und jeder hier verkaufte Saab ist ein verkaufter Audi oder BMW weniger. Deutsche Pressearbeit, das Erklären von Saab auf dem wichtigsten europäischen Markt, wird eine Herausforderung für die Zukunft sein.

Vertrauen, und darum geht es in dem Artikel, ist eine langfristige Angelegenheit. Vertrauen muss wachsen, und wenn, dann wächst Vertrauen langsam. Mit Turbo geht da ausnahmsweise mal nichts. Die schwedische Presse scheint nach einem Jahr Vertrauen gefasst zu haben, die Saab Händler im Norden ebenso und auch bei Zulieferern entspannt sich die Situation zusehends. Eine Gruppe scheint man aber in Schweden komplett vergessen zu haben…Ein früher sehr engagierter deutscher Saab Händler fragte mich vor einiger Zeit, wer denn die neuen Autos kaufen solle. Womit er den Kern des Problems anspricht. Denn da war doch etwas…richtig !  Ein wichtiges Objekt:  der Käufer !

NEVS ignoriert uns, die Kunden. Zumindest weitgehend. Wer eine Mail nach Trollhättan schreibt, der bekommt eine Antwort. Nicht unbedingt eine, die weiterhilft, aber man bemüht sich. So weit, so gut. Allerdings ist dies nicht die Kommunikation, die üblich ist. Denn im Normalfall sollte der Hersteller, also derjenige, der ein Produkt verkaufen möchte, auf den Kunden zugehen. Nicht umgekehrt.

Dort allerdings – Fehlanzeige !   Keine Messeauftritte, obwohl es bereits mit einer Studie als Lebenszeichen getan wäre. Die IAA, eine der wichtigsten Events der Branche, bleibt ohne Saab. Keine Aktivitäten in Printmedien oder im Internet. Dabei wäre es so einfach !

Angenommen, es gäbe im ersten Quartal 2014 Saab Neuwagen in Deutschland, wer wüsste davon?

Ja, sicher die Leser der verschiedenen Blogs, die sich aktiv für die Marke interessieren. Das ist zu wenig ! Viel zu wenig !  Ein Blog ist nur ein Kommunikationskanal unter vielen Möglichkeiten. Eine private Fan-Veranstaltung in unserem Fall. Und in keinem Fall ein Garant für einen erfolgreichen Neustart. Autokauf ist eine langfristige Angelegenheit und eine Entscheidung, die auf Vertrauen setzt. In die Marke und in dessen Hersteller. Natürlich dreht sich der Wind mit jeder positiven Meldung fühlbar, und natürlich ist man auf dem richtigen Weg. Natürlich hat NEVS nicht alles, aber zumindest vieles richtig gemacht. Aber jetzt wäre es an der Zeit, nachzulegen. Bilder aus offizieller Quelle, der Dialog mit dem Kunden, all das müsste jetzt anfangen…oder, wenn wir ehrlich uns gegenüber sind, bereits angefangen haben. Ob über Facebook, Printmedien, direkten Dialog, über Blogs oder wie auch immer. Hauptsache, es passiert etwas. Und Hauptsache, man nutzt alle möglichen Kanäle. Die Chancen, mehr Menschen für die Marke zu interessieren, sind da, denn der Neustart könnte als die Geschichte durch alle Medien gehen, und in diesem Moment muss man Antworten auf Kundenfragen bereit haben.

Wie es geht, zeigen andere Marken. Monate vor dem Debüt werden die Presse und die Internetmedien mit Bildern und Infos gefüttert. Die Kunden freuen sich auf das neue Produkt, hungern förmlich danach, bestellen, bevor die ersten Fahrzeuge beim Händler stehen. Begehrlichkeiten schaffen !  Aktion ist gefragt. Mehr ist dazu nicht zu sagen !

Bleibt die Frage, ob ich NEVS vertraue und ob ich an den Erfolg des Comebacks glaube. Okay, ich schreibe fast täglich für Saab, trage aber allen Gerüchten zum Trotz keine Saab-Brille. Seit Monaten bekommen wir aus Trollhättan von Freunden positive Informationen. Was die eine Sache ist und was für eine gute Grundstimmung sorgt. Aber es fehlt trotzdem der letzte Beweis, und mir geht es wie den meisten Lesern auch. Ich warte. Auf die erste Pressekonferenz und auf die ersten Autos, die vom Band laufen. Auf seriösen Dialog mit den Kunden und den Händlern.

Die positive Grundstimmung ist da. Aber Vertrauen muss man sich eben erst erarbeiten. Auch bei mir ! Und das wird hart !

Text: tom@saabblog.net

Bild: saabblog.net

18 Gedanken zu „Rückspiegel. Vertrauen erarbeiten.

  • Wirklich gut formuliert, trifft es auf den Punkt. 100 Punkte!

  • Hallo Tom, genauso schaut es aus! Nur die Saab-Fans und Insider wissen wie der aktuelle Stand ist. Stattdessen gehört es eigentlich in die Welt hinausgebrüllt und dass auf alles Medienkanälen die es gibt. Denn letztendlich sind es nur die Käufer, die Geld in eine produzierende Autofirma bringen. Nur die sollten erstmal wissen, dass es die Marke auch wieder gibt!

  • Moin.
    Sehr guter Artikel Tom.

  • SAAB-Brillen – das fehlt doch noch im Fan-Shop 😉 Ist vielleicht ein Optiker unter den Lesern, der sich dieses Problems annehmen könnte? 😉

    Insbesondere dem Teil über Kundenwerbung kann ich mich sehr anschließen. Stammkundschaft ist gut und wichtig, aber SAAB wird auch „Laufkundschaft“ und Geschäftskundschaft anziehen müssen. Finanzierungs- und Leasingpartner würden auch gebraucht, denn Finanzierung und Leasing sind mittlerweile wohl verbreiteter im Neuwagenbereich als Barzahlung.

    Kurzum: Da warten noch so einige selbstverschuldete Baustellen. Und ist mittlerweile eigentlich in der Motorlieferantensache irgendwas ruchbar geworden?

    • Wir haben in der Tat einen Optiker unter unseren Lesern, der auch schon Saab Brillen angefertigt hat. Auf Wunsch kann ich einen Kontakt herstellen ;-). Und nein, zum Motorelieferant gibt es keine Nachrichten.

      • Grundsätzliches Interesse hätte ich schon…. gibt es vielleicht Bilder besagter Brille?

        Wäre überhaupt mal eine gute Idee – Brillen im Porsche-Design gelten ja mittlerweile schon als sehr geschmacklos…

      • Auch wenn das wahrscheinlich einen kleinen Aufschrei geben würde, könnte ich persönlich mir ganz gut die neuen Ecoboost Motoren von Ford in einem neuen, auf ein grüneres, bzw. noch nachhaltigeres Image abzielenden Saab vorstellen. Schnell, effizient, sparsam, innovativ, Turbo. Könnte erstmal passen.

  • Tja, da sind doch viele offene Fragen. Mein Händler hat im Frühjahr einen Brief von NEVS bekommen und dann nichts mehr aus Schweden gehört. Bis heute ist unklar wer in Deutschland die Fahrzeuge verkaufen wird. Auf der anderen Seite wird bei SU über die Farbe des ersten NEVS SAAB abgestimmt. Scheint also nicht mehr lange hin zu sein zum Anlauf. Aber wer außer uns registriert das schon?

  • Kunde ist ein gutes Stichwort. Ich habe mich vor nicht langer Zeit gefragt, welche Gründe für mich sprechen, einen NEVS zu kaufen. Ich schreibe bewusst NEVS, denn neben dem Vertrauen kommt für mich auch noch der Punkt dazu, wie viel Saab eigentlich in der Nachfolgefirma steckt. Dazu lässt sich auch wenig finden, denn wie im Text geschrieben, werden potentielle Kunden momentan ignoriert.

    Aber zurück zu der Anfangsüberlegung, viele Gründe kamen mir nicht in den Sinn. Das stärkste war noch, die verbliebenen überzeugten Saab Service Betriebe zu unterstützen. Das ist allerdings kein starkes Argument für einen Neukunden. Ich hatte für mich auch sehr starke Argumente dagegen gefunden. Das wird ein harter Weg. Schon alleine die Begründung, warum ich die Ignorierung ignorieren sollte, um einen neuen zu kaufen.

    (Das soll jetzt kein Anti- Irgendwas- Beitrag sein, sondern nur ein paar Gedanken zufügen.)

    • Kurz- und Mittelfristig sehe ich schon sehr viel Saab im neuen Unternehmen. Denn die Entwickler, die früher für Saab gearbeitet haben, sind jetzt für NEVS tätig. Allerdings bleibt da die Frage der langfristigen Perspektive bestehen…

  • Wirklich gut geschrieben , denn die Zurückhaltung in der Informationspolitik trifft doch vor allen Dingen den vorhandenen und besonders den zukünftigen SAABKunden . Auch das Thema 9-3 Basis 2002 geistert doch deswegen durch die Presse , weil NEVS keine Informationen über das neue Auto herausgibt , aber vielleicht
    benötigt man den deutschen Markt auch nicht???? Wäre schade

  • Hallo Tom,

    sehr gute Zusammenfassung all dessen was auch mir schon seit langem durch den Kopf ging.

    Denn auch wenn Saab für die Fans „nur im Koma liegt“ , für alle anderen ist Saab tot. An ein Wiederauferstehen denkt / glaubt niemand, geschweige denn das man sich dafür interessiert. Wenn also nicht bald gehörig die Werbetrommel gerührt wird, dann werden sich die Verkäufe in Europa in sehr kleinem Rahmen halten.

    Oder will NEVS nur in das Marketing in China investieren? Dann müssen sie aber an BAIC vorbei, die bereits mit der Saabvergangenheit ihrer neue Modelle werben.

    Abgesehen davon bin ich der Meinung das der Focus auf China sich als Bumrang erweisen könnte, nicht nur für Saab, auch für alle anderen Hersteller, die ihre Autos nur noch mit dem Blick auf den chinesischen Markt designen (VW, Skoda, Volvo, Porsche etc.pp.). Denn in Europa möchte man Autos mit Gesichtern und keine Einheitsmasse.

    Gruß Cetak

  • Scheint ja so zu sein , das einzige , was stört , ist der Kunde , bzw. der zukünftige Käufer.

    Die Herrschaften müssen noch viel lernen.

    Grüße Ulrich

  • Ich denke die Motorenentscheidung wird einiges erklären. Wenn China -motoren rein kommen wird das wohl nix werden auf dem Europäischen Markt. Aber langsam müsste wirklich mal in den Medien was passieren von Seiten nevs .

  • Hallo zusammen!

    Ich könnte mir vorstellen, dass NEVS etwas zurückhaltend ist, weil noch nicht so richtig ein wirklich neues Produkt das Licht der Welt erblicken wird – aus diesem Grunde hat man sich wohl auch zunächst vorwiegend auf den asiatischen Markt konzentriert (hier wird der 9-3 II noch als neues Modell wahrgenommen).

    Soll heißen: Man kann mit dem 2011er 9-3 II ohnehin derzeit in den alten Märkten gegen die Mitbewerber nicht so recht punkten und läßt sich mit dem ganz großen Auftritt Zeit bis die Neuentwicklung auf der PHOENIX-Plattform für die Öffentlichkeit reif ist.

    Dennoch sollte man auch hier in Deutschland zumindest etwas die Werbetrommel rühren, damit wenigstens bekannt wird, dass SAAB durchstartet und neue Modelle in der Pipeline sind – hat natürlich den Nachteil, dass diese Maßnahmen aufgrund der zu erwartenden weiteren Modellreihen eher noch nicht zu einem durchschlagenden Erfolg führen werden.

    Vielleicht sollte man im europäischen und auch amerikanischen Raum tatsächlich die Werbung noch etwas auf Sparflamme halten und zunächst nur informieren, dass es weiter geht – wir hartnäckigen SAAB-Fans greifen bei Bedarf sicherlich auch ohne Marketingeinflüsse zum neu aufgelegten 9-3 II und NEVS spart etwas ein, für den wirklich großen Auftritt der folgenden neuen SAAB-Modelle.

  • Hallo,
    für mich persönlich stellen sich nur 2 Fragen- wann ein neuer Saab produziert wird und wie er aussieht.
    Der Motor sollte mit Diesel laufen-wo und wie der Motor hergestellt wird, ist mir ziemlich egal.
    Oder weiss der Audi Fahrer das sein Motor aus Ugarn kommt-oder der Porsche SUV Fahrer, das die Karosse aus der Slovakei kommt?
    Sollte es bis zum 01.06.2014 zu einer Kaufmöglichkeit kommen und der neue Saab ein „rundes“ Bild abgeben, wird sicherlich nach 2 Götborgern wieder ein Saab in der Garage einparken.
    Die Identität der Marke Saab lebt durch die Fahrer und der großartigen Arbeit von Tom & Co.

    In der heutigen Zeit gibt es meiner Meinung nach keine Hersteller die sich auf eine „lange Tradition in einem Land“ berfen können.
    Bei Mercedes sind z.B.die Chinesen und Araber groß an Board, Die Autoteile kommen aus allen möglichen und unmöglichen Ländern, sind die Autos dadurch vom Image plötzlich schlechter geworden?-Ich denke nicht…
    Oder wird Laborghini als VW verspottet, nur weil ein neuer Eigentümer in Form von VAG gekommen ist?

  • Jaja, das liebe Marketing:
    Wie man sogar Geld für ein Produkt bekommen kann, das noch gar nicht auf dem Markt ist, zeigen die Leute von http://www.fairphone.com
    Richtig, hat auf den ersten Blick nichts mit Auto, mit Saab zu tun.
    Aber da schießen bereits ca. 15.000 Leute relativ viel Geld vor für ein zukünftiges Produkt, welches der eine oder andere Konkurrent besser oder günstiger anbietet… und dennoch gehen 15.000 Leute diesen Schritt.
    … Mensch könnte auch – statt mit Saab durch Dick und in den letzten Jahren v.a. Dünn zu gehen – mit Vehikeln der Konkurrenz fahren, aber das gibt es einige Menschen, die das Konkurrenzprodukt eben nicht wollen, eben wie beim fairphone – aus m.M.n. guten, nachvollziehbaren Gründen 😉

    Also, haltet die Marke alive und werbt für sie. Ich kläre mein Umfeld auch fröhlich darüber auf, dass Saab bald wieder produziert. Mundpropaganda bringt auch was und bereitet in diesem Fall auch Freude 🙂

  • Jaja die liebe Werbung. Ich verstehe nicht, wieso man sich bei NEVS so schwer tut bzw. so wenig macht. Man könnte doch eine Werbung gestalten, die das Thema „Phönix aus der Asche“ aufgreift. Man muss ja nicht unbedingt den Phönix nehmen, aber die Idee dahinter. Es könnte ja beispielsweise so ähnlich lauten wie „Manchmal muss etwas gutes (exzellentes) sterben, damit etwas (noch) besseres gedeihen kann“. Das klingt vielleicht etwas blöd, aber meistens trifft es ja schon zu – sowohl in der Natur als auch in der Gesellschaft und vor allem in der Technik.

    Diese Tatsachen könnte man aufgreifen und in einem oder mehreren Werbespots unterbringen. So dass bspw. in einem ein Vater seinem Sohn/seiner Tochter eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest, nachdem er mit alten seinem Saab 93 von der Arbeit gekommen ist – Kamera blickt über Kopf von Vater und Kind auf das Buch, welches das Fenster und den Ursprünglich Blick auf den alten Saab verdeckt. Dann wird vorgelesen und nachdem das Buch zugeklappt wird, steht der neue Saab 2.0 9-3 an der Stelle, wo der alte stand.

    Oder man hat verschiedene Szenen die den „Phönix-Effekt“ zeigen. Wald brennt ab, neues Leben gedeiht. Alte Technik wird von neuer Technik abgelöst – möglichst „prominente“ Beispiele wie Diskette / CD. Und am Ende wird gezeigt wie der neue Saab, den alten ablöst.

    Beides halt mit so einem Slogan wie „Sometimes great things have to go, to let better things rise!“ abschließend.

    Ich weis, das klingt vielleicht alles etwas komisch und/oder nicht durchdacht – wie auch ich bin ja kein Werbungsexperte. Aber ich denke so ähnliche Werbung ist besser, als garkeine Werbung und NEVS steht dann im Februar 2014 da „Hey schaut her unser neues Auto“ und jeder zuckt mit den Schultern und geht weiter.

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