SAAB 9-5 Hirsch Carbon Leder Interieur

Auf dem Genfer Autosalon 2007 präsentierte Saab die 9-5 Bio Power 100 Concept Studie. Mit tollen Felgen und atemberaubenden, coolen Rückleuchten. Das exklusive Leder-Interieur des Concept 9-5 kam aus der Schweiz. Hirsch Performance fertigte ein Carbon-Lederkit, bestehend aus Armaturenbrett, Türeinlagen und Mittelkonsole. In den Handel kam das Kit freilich nie, zumindest nicht offiziell. Was mehr als bedauerlich ist, denn es passt sehr gut zur letzten Entwicklungsstufe des Saab 9-5 I.

Saab 9-5 I mit Hirsch Carbonleder Armaturenbrett

Mit dem Facelift entstaubten die Schweden auf wohltuende Art das Cockpit des 9-5. Es gab weniger Schalter und Knöpfe und der 9-5 folgte damit wieder mehr der Saab-Philosophie. Gleichzeitig hielten aber weniger wertige Materialien Einzug in die Kommandozentrale. Statt echtem Holz wurde jetzt Imitat verbaut, was der Kunde nicht bemerkt hätte, wäre es nicht so nachlässig geschehen.

Demontiert man die Verkleidungsteile, beginnt man das Wunder von Detroit zu verstehen. Denn, viele Saab 9-5 Fahrer fragen sich das, wie konnte GM aus einem grundsoliden Auto ein klapperndes machen? Das Kunststück, irgendwie einzigartig und nur bei den Amerikanern möglich, gelang den Kostensparern in Detroit durch die hohe Schule des Weglassens. Premiummarken, die ebenso ungeniert mit Imitaten arbeiten, spendieren ihren Fahrzeugen etwas mehr Material zur Geräuschunterdrückung wie zum Beispiel simplen Filz. Der zwischen das Plastik gebracht, vermeidet den direkten Kontakt und damit unschöne Geräusche. Im Saab 9-5 trifft Hartplastik auf Hartplastik und ein schlauer Kopf in Detroit hat so pro Wagen wohl 80 Cent gespart. Das Ergebnis: Kein 9-5 I der letzten Evolutionsstufe ist völlig klapperfrei.

Alles Hirsch – Sportlenkrad und Armaturenbrett

Mit dem Einbau des Hirsch Carbonleder Interieurs ändert sich dies. Denn statt auf Kunststoff trifft die Basis jetzt auf Leder und das wirkt. Jetzt sieht der immerhin 5 Jahre alte Saab auch im Innenraum wertig aus, so wie es sich für die Marke gehört. Die Kakophonie des unglücklichen Materialmixes ist verschwunden. Statt zwei verschiedener Kunststoffarten, die auf Holzimitiat treffen, trifft nun Leder auf eine einzige, genarbte Kunststoffart.

Saab 9-5 Hirsch Mittelkonsole, die Kakophonie des Materialmixes hat ein Ende

Jetzt noch die silbernen Knubbel an den Belüftungsdüsen gegen schwarze getauscht und fertig ist der Saab. Der schwarze Innenraum sieht gut aus und ohne Klappergeräusche fährt er weiter in die Zukunft. Man meint in einem anderen Auto zu sitzen, so ist der gefühlte Unterschied.

Zugegeben, eigentlich hätten wir ihn längst gegen einen 9-5 II Sportkombi getauscht, wäre die Entwicklung in Trollhättan anders gelaufen. Und eigentlich wollten wir ihn im Frühjahr verkaufen. Mittlerweile sind wir froh dies nicht gemacht zu haben, nachdem sich die Nachrichten aus Schweden nicht so entwickelt haben wie gehofft.

Saab 9-5 Hirsch Carbonleder Türeinlage

Mit der Entwicklung in Trollhättan verändert sich auch der Blick auf das Auto. Das Wort „Nachhaltigkeit“ oder auch „Langlebigkeit“ bis vor einiger Zeit nicht wirklich ein Thema, geht uns durch den Kopf. Ohne Nachschub macht man sich Gedanken. Aber eine gute Saab Maschine hält, mit etwas Gespür für die Materie, locker 400.000 Kilometer und mehr. Und der Saab 9-5 ist eine ausgesprochen robuste Basis.

Saab 9-5 Bio Power 100 Concept. Heute im Saab Museum Trollhättan.

Mit der Serie hat unser 9-5 BioPower jetzt nicht mehr viel gemein. Ein Hirsch Sportfahrwerk, Hirsch Sportlenkrad und die Sportpedale der Schweizer. Dazu natürlich noch die Leistungssteigerung. Jetzt mit dem Leder Interieur ist er fast perfekt. Denn eines bleibt noch zu tun. In Trollhättan, das haben wir während unseres letzten Besuchs bemerkt, fahren viele Saab 9-5 I mit 18″ Turbinenfelgen. Das sieht sehr gut aus und lässt den 9-5 jünger aussehen. Der 18″ Felgensatz liegt schon bereit und wird bei Gelegenheit montiert.

Im Herbst steht dann Rostvorsorge und Smart-Repair an. Denn 5 Jahre auf deutschen Strassen haben kleinere Kampfspuren hinterlassen und eine vorsorgende Konservierung der Hohlräume kann nur gut sein. Damit unser Schwede noch lange bei uns bleibt...

Text: tom@saabblog.net

Bilder: saabblog.net

8 Gedanken zu „SAAB 9-5 Hirsch Carbon Leder Interieur

  • Naja, dieses Amaturenbrett ist ja schön und gut und kenne es schon vom 93. Aber ich finde es sieht etwas nach Flickschusterei aus, da ja die verschiedenen Elemente eben nicht in dem Stil gehalten sind, d.h. Radio-Block, Klima-Block, diverse Schalter-Panele. Meiner kam sogar ab Werk mit einem Lederbrett daher (ja, Werkstageszulassung mit allem drum und dran) und habe ihn extra auf Plastik zurückrüsten lassen, da es eben nicht wie aus einem Guß aussah. Zudem wollte ich den Chromring haben! 😉

      • Zwischen 9-3 und 9-5 kann man schlecht vergleichen, da liegt eine Fahrzeuggeneration dazwischen und der 9-5 sieht im direkten Vergleich schon alt aus. Ich kenne Toms SAAB und habe ihn einmal beim Freundlichen getroffen. Live sieht der ganz in schwarz gemachte Innenraum besser aus als man denkt und das Hirsch Leder ist schon sehr gut und besser als auf den Bildern. Schade dass es nicht in Serie ging, wäre eine Alternative gewesen.

    • Das Cockpit kommt eben noch aus einer Zeit, als beim Innenraumdesign andere Maßstäbe angelegt worden sind. Heute wollen alle Cockpits wie aus einem Guss haben, möglichst weiche, unterschäumte Kunststoffoberflächen, Alu, etc. Insofern kann man auch bei einer Generalüberholung – die hier ja auch wirklich gelungen aussieht – auch keine Wunder erwarten. Der Materialmix zwischen Kunststoff hart, Kunststoff weich, Holz/Carbon/Alu bleibt bestehen, wenn auch in anderen Zusammensetzungen.

      Trotzdem, gelungene Schönheits-OP 😉

  • Saab 9-5 Bio Power 100 Concept lecker 😉 vorallem die Auspuffanlage 🙂 ist fast so Stylisch wie die des TurboX 🙂

  • Bezüglich Klappern in SAAB Fahrzeugen kann ich einen Langzeitbericht über 3 SAAB’s in ca. 20 Jahren zur Verfügung stellen:

    Nach dem ich 7 Jahre lang einen SAAB 9000 2.0 i problemlos gefahren und mit 283’000 km weiterverkauft hatte, wollte ich die Kosten für ein Fahrzeug dieser Klasse nicht mehr tragen und habe 1998 einen VW Passat Kombi 1.8 20V mit 125 PS gekauft. Dieses Fahrzeug war sehr komfortabel, hat jedoch qualitativ einen sehr schlechten Eindruck hinterlassen, zu viel Benzin verbraucht und jede Menge ärgerlicher Defekte gehabt.
    Deshalb bin ich im September 2000 auf einen SAAB 9-5 2.3 LPT Combi mit Automat und 170 PS umgestiegen. Der Wagen hatte Jg. 99 und war ein Vorführwagen mit 20’000 km. Mit 50’000 km wurde der SAAB bei Hirsch auf 225 PS getunt und mit Hirsch-Felgen ausgerüstet, da mir die Leistung mit dem Automatik-Getriebe zu schwach war. Nach dem Tuning war das Fahrzeug auch auf langen Strecken souverän und stressfrei zu fahren und hat auf der Autobahn mit starken deutschen Premium-Fabrikaten mitgehalten. Aufgrund der Fahrleistungen gehe ich davon aus, dass die zugesicherte Leistung mit Sicherheit erreicht worden ist. Nach Tacho ist er über 250 km/h gelaufen, ich bin jedoch selten das Maximum gefahren, da das Fahrwerk und die Bremsen in der LPT-Ausführung eigentlich nicht dafür dimensioniert waren. Mitte 2007 habe ich ihn mit 255’000 km mit einem defekten Turbolader an einen SAAB-Fan verkauft, der den Turbo ersetzt und den Wagen geprüft hat und wieder damit auf der Strasse ist. Auf Schnee war der Wagen bei schweren Verhältnissen trotz der Winterschaltung zu stark und zu schwer, die Leistung war mit dem Automatik-Getriebe schwer zu kontrollieren, da das Fahrzeig über keine Traktionskontrolle verfügt hat. Über die gesamte Zeit habe ich im Schnitt ca. 8.4 L Benzin / 100 km benötigt, um über 9L zu kommen musste ich in Deutschland über 180 km/h fahren. Mit einer Füllung des 75L-Tanks, in den bei vollständiger Füllung 83 L hineingepasst haben, konnte ich regelmässig mehr als 900 km fahren. Die Pneus haben 45’000 – 50’000 km gehalten, von einem Pneufresser konnte trotz Frontantrieb nicht die Rede sein. Die ersten Bremsbeläge wurden bei 124’000 km ersetzt, die zweiten Beläge und die ersten Scheiben waren bei 230’000 km fällig. Ein Schwachpunkt waren die hinteren Stossdämpfer: bei 124’000 km mussten diese ersetzt werden. Bei 164’000 km wurden diese ein zweites Mal auf Kulanz von SAAB ersetzt. 3 Mal hat die Airbag-Leuchte im Armaturenbrett aufgeleuchtet, die Werkstatt hat mehrmals den Fehler behoben und 1 Mal den Kabelbaum ausgetauscht. Nach 3 Werkstattbesuchen war der Schaden dann behoben, SAAB hat hier den 3. Besuch auf Kulanz übernommen. Bei einem Service wurde in der Garage auf Kosten von SAAB ein Steuergerät ausgetauscht, da eine Serie davon fehlerhaft war. Sonst hat das Fahrzeug ausser der vorgeschriebenen Wartung (bis 2002 alle 20’000 km, nachher alle 30’000) nichts benötigt. Der Ölverbrauch war bis 200’000 km Null, anschliessend ca. 1L pro 15’000 km. Die Sitze des SAAB waren trotz konservativer Optik sehr gut und waren auch nach dem langen Gebrauch nicht durchgesessen. Ich habe nichts gleichwertiges mehr auf dem Markt gefunden.

    Deshalb habe ich Mitte 2007 wieder einen 9-5 Combi, jedoch voll ausgestattet und in der Aero-Ausführung mit 260 PS und Automatik gekauft. Dieser läuft nicht wesentlich besser als der alte getunte 9-5, hat jedoch ein viel besseres Fahrwerk, eine direktere Lenkung und wesentlich bessere Bremsen. Es scheint mir, dass generell die Schwachpunkte der ersten Generation im Rahmen der Modellpflege behoben worden sind. Das Risiko Oelschlamm wurde (endlich !!) behoben und eine Service-Intervallanzeige eingebaut. In der Praxis haben sich Intervalle von knapp 30’000 km ergeben. Das Armaturenbrett sieht an der Oberfläche öde und billig aus, die Armaturen sind eine Klasse moderner geworden. Dieses Fahrzeug hat nun Mitte 2012 nach 5 Jahren 177’000 km abgespult und hat mich noch nie im Stich gelassen. Verschleissteile wie Bremsscheiben und Bremsbeläge habe ich noch keine gewechselt und nähern sich allmählich der Verschleissgrenze. Bis auf einen defekten Sensor für die automatische Höhenverstellung der Xenon-Scheinwerfer und ein klapperndes Schiebebach sind keine Mängel aufgetreten. Beide Mängel wurden von der SAAB-Garage auf Garantie behoben. Der Motor ist trocken und hat zwischen den Service-Intervallen noch nie Oel benötigt. Der Verbrauch liegt zwischen 6.5 Litern bei konstant 100 auf Langstrecken auf der Autobahn und 15-17 Litern bei Passfahrt mit dem Wohnwagen. Im Schnitt liegt der Verbrauch bei 8.1 Litern. Die 235/45 17-er Pneus halten 40’000 – 50’000 km.
    Verglichen mit den Produkten des Wettbewerbs handelt es sich um eine veraltete Konstruktion, aktuelle Fahrzeuge haben Automatikgetriebe mit 6-7 Gängen. Auch das Image von SAAB hat durch die Unsicherheiten der vergangenen Zeit stark gelitten, ein SAAB-Fahrzeug ist aktuell fast nur noch an absolute Fans zu verkaufen. Weil die Sitze nach wie vor das Beste für Langstrecken sind, was ich je gehabt habe und ich mit einer Tankfüllung 1030 km fahren kann, werde ich auch diesen SAAB so lange wie möglich fahren. Weitere 5 Jahre traue ich diesem Fahrzeug durchaus zu, mal sehen.
    Von einem Fahrzeug in diesem Segment würde ich mir jedoch ein eingebautes Reifendrucksystem wünschen. Alles in allem ein gelungenes Fahrzeug für Leute, die mit einem Turbo umgehen können und die keine Massenware fahren wollen. Schade, dass die Marke keine Zukunft hat, SAAB wäre bei der nächsten Auswahl mit Sicherheit in der engeren Wahl gewesen.

    • Super Bericht, vielen Dank! Wir haben im April einen 9-5 SportCombi, Baujahr 2008, Linear mit vielen Extras, 69.000 km, gekauft und wir haben das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.

      • Hi Servus

        Brauchst du neue bzw. neuwertige Felgen / Reifen evtl für den Winter oder als Reserve dazu ?
        Du weißt ja warum ich sowas übrig hab´.

        gallix@freenet.de

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