Saab Tag: Saab Schatten der Vergangenheit und Gegenwart

Die Schweden haben heute die Möglichkeit Victor Muller im TV zu sehen. Die Sendung „Saabs letzter Kampf“ läuft um 21.oo Uhr als Dokumentation auf TV4 Väst. Muller erzählt dabei über das Geld, das er von Antonov geliehen hat. Und er spricht über die 13 Millionen € aus seinem Privatvermögen, die er bei der schwedischen Investition verloren hat. Dabei redet er auch über Jan Ake Jonsson und dessen Weggang bei Saab.

Erstmals räumt er ein, dass der Abschied des Saab CEOs für die Lieferanten und Investoren mehr Bedeutung hatte, als er ursprünglich glauben wollte. Dass Jonsson die Saab Realität viel klarer sah als der Holländer kommt dabei auch zur Sprache. Für Saab war der Abgang ein Zäsur. Kurz danach standen die Bänder und das Drama begann.

Jan Ake ist seit heute zurück in Trollhättan. Im Innovatum betreut er als „Bussiness Angel“ neue Unternehmen beim Gang in die Selbstständigkeit. Sein Ruf in Schweden und in Trollhättan ist immer noch ohne jeden Makel. Jonsson gilt als bodenständig und zuverlässig, seine Meinung ist gefragt.

Victor Muller ist ein Schatten der Vergangenheit. Jan Ake Jonsson ist ein Teil der Geschichte, aber er spielt auch eine Rolle in der Gegenwart. In Stockholm und jetzt auch wieder in Trollhättan. Denn die Saab Welt ist klein und man trifft sich immer wieder. Als wir am Freitag das Museum betraten, fühlten wir uns fast an alte Zeiten erinnert. Viele bekannte Saab Gesichter waren versammelt und im ersten Moment hoffte ich auf eine „Saab Reborn“ Veranstaltung.

Leider war es nur eine Tagung von Lean Nova, einer Saab Ausgründung die viel Kompetenz in Trollhättan hält. Was gut für die Gegenwart ist und entscheidend für die Zukunft sein könnte. Noch gibt es aus Schweden noch keine guten Breaking News, auf die wir alle warten.

In Göteborg schließt „Svenska Bil“, ein großer Saab Händler seine Niederlassung und konzentriert sich nur noch auf Stockholm. Genau wie ANA in Trollhättan, die das Gebäude am ANA Kreisel verlässt, hat auch die Göteborger die Situation hart getroffen.

Das sind Meldungen die aus den Nachwirkungen der Vergangenheit resultieren. Die Zukunft könnte besser aussehen wenn die Administratoren sich für den richtigen Investor entscheiden. Unsere Schwedische Freunde haben da ganz genaue Vorstellungen wen sie in der Stallbacka sehen möchten – und wen nicht.

Die Berichte unserer Reise sind fast fertig. Morgen gibt es den ersten Teil. Eindrücke und Einschätzungen der aktuellen Situation aus erster Hand.

Text: tom@saabblog.net

 

 

 

2 Gedanken zu „Saab Tag: Saab Schatten der Vergangenheit und Gegenwart

  • Nicht nur für mich ist es doch höchst unverständlich, dass trotz der vielen mit der Sache betrauten Anwälte immer noch keine Auswahl bezüglich des neuen Eigentümers getroffen wurde.

    Mit dieser extrem langsamen Vorgehensweise fördert man ja geradezu solche Fälle wie „Svenska Bil“ – sogar in den Augen der Händlerschaft scheint nur dieses bekannte vor sich hin Dümpeln derzeit erkennbar zu sein. Wie lange will man denn die Sache noch ohne Entscheidung hinziehen?

    Einige Blog-Leser hatten das Ganze mit skandinavischen Krimis verglichen (diese werden bekanntlich fast unendlich „gestreckt“) – dieser Meinung kann man sich im Grunde leider nur noch anschließen.

  • Saab verschwindet mehr und mehr aus der öffentlichen Wahrnehmung, es ist für viele einfach erledigt genau wie es mit Rover damals war. Für eine Marke ist das fatal.

    Mittlerweile werden Saabs auch im Straßenbild weniger, zumindestens hier in Österreich, speziell in Wien, es fehlt einfach der Neuwagennachschub, und alte Saabs aus den 90ern scheiden mehr und mehr aus, z.B. 9000 und 900 II. Viele Saabs werden einfach durch Volvos oder BMWs oder Audis ersetzt.

    Die Zeit drängt!!!

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