SAAB News: Es ist keine Frage des Geldes!

Interviews mit GM-Pressesprecher James Cain zum Thema Saab sind immer irgendwie öde. Die Antworten sind vorhersehbar, und es nicht die Mühe wert, darüber zu berichten. Fast…denn gestern sagte der GM-Mann einige interessante Dinge. Die Nachrichtenagentur TT führte ein Interview, und es wurden die richtigen Fragen gestellt.

Zum Thema Brightwell Holding und den angeblichen Verhandlungen mit GM stellte Cain klar, dass es niemals irgendwelche Verhandlungen gegeben habe. GM erhielt von Brightwell Briefe, mit der Bitte um Gespräche. GM war nie an Gesprächen mit Brightwell interessiert. Damit steht Aussage gegen Aussage. Jeder kann für sich entscheiden ob er Ahmed Zamier oder James Cain Glauben schenken möchte.

Niemand wird von GM Lizenzen zur Produktion der neuen Saab Modelle erhalten. Ob nicht alles nur eine Frage des Geldes wäre, wurde James Cain gefragt. Alles habe doch seinen Preis. Nicht in diesem Fall, so Cain.

Mit Antonov allerdings hätte man ein Abkommen gehabt, welches den Einstieg des Investors ermöglicht hätte. Eine interessante Aussage. Antonov war also in GM-Augen würdig, bei Saab einzusteigen. Allerdings erst, nachdem GM und das FBI den Russen der Geldwäsche verdächtig gemacht hatten und damit Antonovs Reputation auch in Europa beschädigt hatten.

GM hat manchmal eine seltsame Sicht der Dinge, und hoffentlich war es das letzte, Saab-relevante Interview von James Cain. Denn eigentlich möchte ich von Mr. Cain nichts mehr hören !

Was wir aus Schweden hören, ist ein lautes Ticken…

Die Uhr tickt unheimlich laut, und sie tickt eventuell gegen uns. Tut sie das wirklich ? Martin Larsson, ehemals als Saab-CEO und Muller Nachfolger gehandelt, hat seine eigene Firma gegründet. Er bleibt im Autogeschäft, sein Unternehmen NIO Technology will Ingenieursdienstleistungen verkaufen. Auch Semcon ist auf der Jagd nach gut ausgebildeten Saab-Ingenieuren und übernimmt 25 Ingenieure von der Saab Powertrain AB. Für den Standort Trollhättan ist das gut, denn Kompetenz bleibt langfristig vor Ort. Für alle Investoren ein gutes Signal, der Standort bleibt das Troll Valley der Autoindustrie.

Alles ist nicht so, wie es spontan erscheint. Vielleicht tickt die Uhr in Schweden nicht ganz so laut, vielleicht nicht gegen die Saab Zukunft.

In den USA ist Saab tot. Zumindestens existiert die Saab Zentrale nicht mehr, obwohl man sich so lange gegen das Ende gewehrt hat. Auch ein heldenhafter Kampf geht irgendwann zu Ende, wenn man ohne Hilfe auf sich allein gestellt ist. Auf Jalopnik gibt es Bilder vom Saab-Ausverkauf, das Ende ein Ära. Traurig !

Youngman hat sein Angebot auf 2 Milliarden Kronen erhöht. Das berichteten gestern die schwedischen Fernsehsender. Youngman will Saab und fast um jeden Preis. Aktuell geht es in die verbindliche Phase, und ab jetzt wird es noch schwieriger werden, aktuelle, verlässliche News zu bekommen. Mahindra mauerte gestern und gibt keine aktuellen Kommentare mehr ab. Der europäische Interessent, ja immer noch dabei, aber vielleicht in veränderter Rolle, schweigt ebenso. Und die neuen, zusätzlichen Interessenten sind gänzlich anonym.

Unsere automobilen Herzen wünschen sich positive Nachrichten aus Schweden, aber aktuell gibt es keine. Noch nicht. Wir geben nicht auf. Wir halten durch !

10 Gedanken zu „SAAB News: Es ist keine Frage des Geldes!

  • 29. Februar 2012 um 9:27 AM
    Permalink

    Youngman hat im November 2011 eine oder die Chance vertan. Unter Umständen hätten ab Sommer wieder 93er vom Band Rollen können.

    • 29. Februar 2012 um 9:51 AM
      Permalink

      Hat irgendjemand denn wirklich bei GM eine Chance gehabt. Mittlerweile kommen mir meine Zweifel.

      • 29. Februar 2012 um 10:13 AM
        Permalink

        Es gibt Menschen die denken, dass GM nur noch das Geld von Spyker mitnehmen wollte und Entwicklungsprojekte bei Saab noch beenden wollte (Entwicklungen für GM). Der Verkauf des 93/95 an BAIC und die Lizenzen für 95-II und 94x haben GM einige Milionen USD Dollar in die Kasse gespült. Jetzt fehlt das Geld im Europa Geschäft, Opel wird gerade auf den Kopf gestellt und das Sparpotential wird sich sicherlich nicht in schlechterere Qualität niederschlagen.
        Es ist einfach so, dass amerikanische Firmen oft andere Märkte nicht richtig einschätzen können. GM scheint hier mit kleinen Variationen (siehe Cadillac ATS) sehr lernresistent zu sein.
        GM verfolgt sehr konsequent seine Marken- und Weltmärktestrategie. Das ist konsequent und man steht zu definierten Visionen und Strategien bei der operativen Umsetzung.
        Einfache Naturen würden jetzt mit plan – do – check – act ankommen 😉

        • 29. Februar 2012 um 12:41 PM
          Permalink

          Wie kommst Du darauf, dass sich beim Einsparen (Opel) keine schlechtere Qualität ergibt? Genau das Gegenteil dürfte der Fall sein!

          Richtig ist die Bemerkung, dass der Verkauf von 9-3 und 9-5 I an BAIC Millionen in GM-Kasse gespült hat – wenn ich mich richtig erinnere, sogar weit über 100 Mio.

          Jetzt, wahrscheinlich nur für wenige Jahre, nach der staatlichen GM-Rettungsaktion läuft es für GM so einigermaßen – die Einschnitte bei Opel zeigen jedoch deutlich, dass die falsche Richtung bereits wieder eingeschlagen wurde.

          • 29. Februar 2012 um 1:35 PM
            Permalink

            Mein Beitrag war ein wenig ironisch gemeint.

        • 29. Februar 2012 um 6:15 PM
          Permalink

          na, ob PDCA bei GM angekommen ist? Deming ist immerhin 1950 nach Japan gegangen, weil seine Theorien keiner hören wollte. 😉

  • 29. Februar 2012 um 11:22 AM
    Permalink

    Hat noch irgendjemand Sympathien für James Cain/GM? Hier eine Passage aus dem Interview mit E24:

    TT: Can you describe why GM does not want to give Saab a chance to survive?

    – They have had several chances to survive. The business has been in terrible shape for a long time. That’s why GM, when we had our own problems, decided to close down Saab. It was not GM’s fault that Saab decided to stop paying their suppliers and their employees.

  • 1. März 2012 um 12:15 AM
    Permalink

    Arme Opellaner. GM-PSA = Chronik eines angekündigten Todes für Opel. Da werden in Zukunft wahrscheinlich Chevis auf PSA-Plattformen aufgebaut, wer braucht da noch Opel? Jeder Deutsche, der heute einen Chevrolet kauft, trägt zum Sterben der Marke Opel bei. Völlig normal, Geiz ist ja Geil. Ist noch niemandem aufgefallen, das die Werbeminuten für Chevrolet im TV die von Opel übersteigen? Oder fühle ich das nur? Egal, das tangiert mich nicht mehr. Ich will neue Saabs fahren sehen.

  • 1. März 2012 um 7:43 AM
    Permalink

    Wie man aus anderen Saab-Nachrichten lesen kann, ist SAAB leider für GM schon längst tot! … traurig!

  • 1. März 2012 um 9:55 AM
    Permalink

    Antonov war für GM also würdig um bei Saab einzusteigen. Ich kann diese 2 Buchstaben nun endgültig nicht mehr hören. Diese Gangsterfirma ist endgültig bei den Nogo`s auf meiner Einkaufsliste gelandet neben den anderen ( Nokia , AEG bzw. Electrolux usw.)

Kommentare sind geschlossen.