Saab Testbericht: Saab 9-3 1.8t Sportkombi Hirsch

Sind wir zufrieden ? Ja, wir sind es, 6000 Kilometer haben wir mit der Saabine mittlerweile zurückgelegt und unseren Kauf haben wir zu keiner Minute bereut. Der kleine 150 PS Motor im Saab 9-3 ist ein Sahnestück, fordert aber im Verbund mit dem hohen Fahrzeuggewicht ein engagiertes Schalten, möchte man flott unterwegs sein.

Abhilfe kommt aus der Schweiz von Hirsch Performance, 195 Pferdestärken und 310 statt 240 NM sind das Ziel. Unser Leistungsupdate wurde in Frankfurt beim Saab Zentrum durchgeführt, gleichzeitig wurde noch eine Motorblockheizung für die kalte Jahreszeit eingebaut. Der Preis von guten 1.300,00 € für die Hirschkur ist kein Sonderangebot, bei anderen Marken gibt es mehr Leistung für weniger Geld. Ist also das Update aus der Schweiz sein Geld wert ?

Rene Hirsch, der Saab Haustuner, und seine Crew haben sehr viel Feinabstimmung in den kleinen 9-3 Motor investiert. Schon im unteren Drehzahlbereich ereignet sich alles mit etwas mehr Nachdruck und auch im Stadtverkehr fühlt sich das ganze jetzt etwas besser und vor allem satter an. Dabei geht der Turbo sehr harmonisch und kultiviert zur Sache. Wer einen Leistungsbums wünscht, so wie es Hirsch bei manchen alten Saab 9-5 bietet, der wird enttäuscht sein. Denn alles geschieht sehr unspektakulär. Aber, heute möchten die wenigsten spüren, dass sie einen Turbo fahren. Perfektion ist angesagt, das erfüllt Hirsch Performance auf jeden Fall.

Die große Stunde, damit auch das Bewusstsein eine gute Investition getätigt zu haben, kommt auf der Autobahn. Vor der Leistungskur diente der Gang mit der Nummer 4 zum Beschleunigen und die Nummer 6 war – ja was eigentlich – nur langweilig.

Jetzt schaltet man freiwillig in Gang Nummer 5, beschleunigt, geht weiter auf Gang Nummer 6 und merkt erstaunt dass man auch in dieser Fahrstufe durchaus beschleunigen kann. Die Fahrt auf der bundesdeutschen Autobahn wird entspannter, weil man auf Grund der Leistungsreserven recht schaltfaul fahren kann.

Mit angegebenen 230 Kilometern Höchstgeschwindigkeit ist Hirsch vielleicht etwas zu sehr dem Optimismus verfallen. Mit langem Anlauf, morgens um 3 Uhr auf leerer Autobahn, ja der rennt der Kombi aus Schweden schon mal 230. Aber alles, was über 200 ist, bleibt zäh und ein schwerer Kombi ist auch mit 195 Pferden kein Rennwagen. Allerdings ist unser Saab 9-3 mit 6000 Kilometern noch nicht mal richtig eingefahren, nach unserer Saab Erfahrung wird erst bei höherer Laufleistung die volle Performance erreicht. Warten wir mal ab.

Gewonnen hat die Langstreckentauglichkeit und in unseren Augen ist die Kur gelungen. 100 Punkte gehen in die Schweiz.

Nach 6000 Kilometern gibt es bei allem Lob auch ein wenig Kritik an der Alltagstauglichkeit. Da der Saab sowohl von meiner Frau als auch von mir bewegt wird, sind es unterschiedliche Perspektiven.

Zum einen stört die Bedienung der Heckklappe, welche keinen genau definierten Druckpunkt hat und für Frauenhände mit entsprechenden Fingernägeln nicht optimal zu bedienen ist. Dann fehlen in einem Auto dieser Preisklasse Ablagenetze oder Fächer im Ladeabteil, welche beim Mitbewerber vorhanden sind.

Was mir nach einer langen Fahrt auffällt, das ist Jammern auf hohem Niveau, ist die Qualität der Sitze. Im aktuellen Saab 9-3 sind sie gut, aber, tut mir leid in Trollhättan, im alten Saab 9-5 gefallen mir die Sitze besser. Und das ist der Punkt wo wir uns nicht einig sind. Die weibliche Fraktion sieht es umgekehrt.

Noch ein Wort zum Platzangebot. Der Platz in der ersten Reihe ist große Klasse, die Rücksitze sind nur für Kinder auf langen Strecken tauglich. 4 Erwachsene im Saab 9-3 Sportkombi auf langer Strecke ist möglich, aber nicht ratsam.

Immer wieder Spaß, jetzt nach dem Hirsch Upgrade noch mehr, macht die Sabine auf kurvenreichen Strecken. Der kleine Saab ist sehr agil und kurvenwillig, verbundem mit dem genialen Auspuffklang macht der 9-3 Lust auf mehr.

Ist der Saab 9-3 1.8t Sportkombi zu empfehlen ? Ja, kauft man ihn mit einem manuellen Getriebe.

Jetzt kommen wir zu dem Saab, den ich nicht mag. Wie am Freitag geschrieben kam mein Freund Silvio vorbei, mit einem 9-3 Cabriolet, 150 PS und Automatik. „Ein schreckliches Auto“ meinte er.

Und da hat er in meinen Augen recht. 150 PS, schweres Cabriolet und diese sehr merkwürdige Automatik. Das gibt viel Lärm und viel Frust bei der Beschleunigung. Der Kickdown erhöht die Drehzahlfrequenz, bringt wenig Leistung. Auch den sehr „Saabige Sound“ unseres Kombis haben wir im Cabriolet vermisst.

Nach einigen Kilometern wollte ich nicht mehr und habe die Kiste abgestellt. Punkt.

Ist es ein spezielles Problem von Automatik und dieser Motorisierung ? Oder ist die Abstimmung im Cabriolet eine andere als im Kombi ? Wie auch immer, das Cabrio war nett gemacht mit einer schönen Ausstattung, aber in diesem Fall waren wir enttäuscht.

Mein 13 Jahre alter Saab 9000 geht mit seiner antiken 4 Stufen Automatik und 150 Pferdchen viel lustvoller zur Sache. Schaltet durch, hat ein tollen Klang und ist trotz geringer Leistung gut unterwegs.

Also, Augen auf beim Cabrio Kauf. Vielleicht mit dem 1.8t Cabriolet gleich ab zu Hirsch oder einen anderen Motor nehmen.

Wie sich unser kleiner Kombi im Winter schlägt ist die nächste Frage. Der Testbericht geht weiter.

Text: tom@saabblog.net

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6 Gedanken zu „Saab Testbericht: Saab 9-3 1.8t Sportkombi Hirsch

  • Saab 1.8t Cabrio

    Auf dem Hoch der ersten Krise hat mein Opel / Saab Händler 2009 die Vorführwagen rausgehauen, daß es nur so krachte… und ein nettes Cabrio in Angebot gehabt. Leider 1.8t – lahm, 5 Gang Automatik… dazu noch in einem ungewöhnlichen himmelblau aber wenigstens mit blauem Stoffdach und ansonsten ALLES drin – Navi, Leder, elekt. Sitze ( ein Muss da nur die – völlig unverständlich – eine neigbare Sitzfläche haben ).

    Ehrlich, der Preis was so heiß da habe ich gedacht den kaufste einfach – und dann Hirsch rein. Upsala – die Automatik findet nun die richtigen Schaltpunkte, der Kickdown macht Sinn, der 5. Gang ist ein richtiger Fahrgang und erreicht gut 240 auf dem Tacho.

    Ok, der Sport Modus ist immer noch unharmonisch aber Cabrio, 1.8t, Hirsch – mich hat es glücklich gemacht !

    • Hej Frank,

      rettet mir den Saab Tag. Ich habe schon vermutet das Hirsch das Problem löst. Danke ! 🙂

      • gUTEN MORGEN 🙂

        also ich kann das nur bejaen… der 150 PS und Automat ist für des C. nicht zu empfehlen… bei 140-160km/H mit Tempomat auf der Bahn ist nur ein hoch und runter schalten angesagt gewesen… also Hirsch 1 und alles ist guuuut!:-)
        Er geht nicht so wie mein alter 9/5 mit Hirsch (ca230PS) aber es reicht für schönes Cabrio fahren! 🙂
        Was mir völlig Sinnfrei erscheint und auch nur 2-3 mal in 65Tkm genutzt wurde ist diese echt sinnfreie „S-Taste“ 🙂 Also im 9-5 war sie seeeehr gut, doch hier…nervt ohne Ende!
        Der Auspuffklang ist doch eh recht dünn, doch mit dem Step 1 kommt wenigstens das Turbopfeifen wieder! 🙂 und abpfeifen auch…

        Sonnige Grüße aus Sachsen…

        PS: Wenn wir gerade dabei sind….die Sitze finde ich auch nur so lala…und das „Leder“ ist das aller letzte! Sieht jetzt schon schlimmer aus als im 9-5 / 9000 nach mehr als 250Tkm…. halt OPEL Mist…. aber ich – liebe sie – meine SAABINE! 🙂

        • …. halt OPEL Mist…. aber …..

          Hast du dir mal das Leder im Insignia angeschaut? Ich denke nicht ……….

          Ciao

          Marco

          • …habe ich,mein bester Freund hat einen! 😉
            wenn es dir besser gefällt…dann halt GM Mist! der auch im Opel steckt… 🙂

  • Hallo Tom,
    ich bin beruhigt, dass Du nicht das 9-3 2.0 T Cabrio gemeint hast, denn das ist ein tolles Auto! Meiner ist MY 2007, ca. 73.000 km:

    http://a2.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash4/205519_1018622860083_1060483399_76926_2906_n.jpg

    Ich habe ähnliche, aber noch intensivere Erlebnisse auf der Autobahn oder auf der Landstraße, wie Du mit Deiner gehirschten Sabine, erlebt…

    Bis jetzt habe ich 2x die Glühbirne für das Abblendlicht und das rechte Radlager austauschen müssen.

    Viele Grüße aus EBE!

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