Saab Youngtimer Deutschland: Saab 900 Talladega Nr. 6 lebt !

Jeder Saab Fan kennt den Talladega Long Run. Oder fast jeder. Die jüngeren Saab Fahrer unter uns wahrscheinlich nicht.

Saab 900 "Talladega Long Run"
Saab 900 "Talladega Long Run"

Die Talladega Geschichte, ein Teil der Saab Legende, deshalb nochmal in Kurzform.

Die Talladega Rennstrecke liegt in den USA, im Bundesstaat Alabama. Um die Standfestigkeit der Saab Turbomotoren im damals neuen Saab 9000 zu beweisen schickte Saab 1986 drei völlig serienmäßige 9000 Turbo zum 100.000 Kilometer Marathon nach USA. Kurz vorher hatte sich die Marke aus Ingolstadt in Talladega eine blutige Nase geholt und dort die nicht vollgasfesten Audi Turbomotoren verheizt.

Saab wollte es besser machen. Ein auf  Turbomotoren fokussiertes Model in der Oberklasse gab es damals, außer bei Audi, noch nicht. Eine extreme Dauerbelastung von Turbogeladenen Benzinmotoren über eine sehr große Distanz hatte vor den Schweden niemand erfolgreich bestanden.

Saab 900i, "Talladega Long Run" 1996
Saab 900i, "Talladega Long Run" 1996

Die Saab 9000 Turbo fuhren 20 Tage im Dauerbetrieb. 100.000 Kilometer, ein Stop nur zum Fahrerwechsel und zur Inspektion. Na, ja und zum Tankstop. Alle drei angetretenen 9000 absolvierten die Strecke unter dem kritischen Blick der Rennkomissare.  Der schnellste Saab 9000 erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 213,299 km/h. Der “Talladega Long Run” schrieb einen Teil der Saab Turbo Legende fort.

Saab 900i, "Talladega Long Run" Sportsitze, Hosenträgergurte, sonst Serie
Saab 900i, "Talladega Long Run" Sportsitze, Hosenträgergurte, sonst Serie

10 Jahre später, 1996 wiederholten die Autobauer aus Trollhättan die Rekordfahrt. Man nahm sechs serienmäßige Saab 900 von den Bändern, drei Saab 900 2.0 Turbo, zwei Saab 900 V6 und einen Saab 900 2.0i.

Der 900i ist der Saab Nummer 6 auf unseren Bildern. Jedes Auto legte auf dem Kurs 40.000 Km zurück, es wurden 40 Rekorde aufgestellt und die Durchschnittsgeschwindigkeit des schnellsten teilnehmenden Saab 900 liegt bei 226.4 km/h.

Nummer 6 lebt ! Der Saab 900i Talladega steht in Deutschland
Nummer 6 lebt ! Der Saab 900i Talladega steht in Deutschland

Saab 900 Talladega Nummer 6, ein 2.0 Liter mit 131 PS,  ging nach der Rekordfahrt an das Saab Museum nach Trollhättan und wurde 2008 nach Deutschland ausgeliehen. Auf einem Gelände von Saab Deutschland steht er nun und erscheint recht unbeachtet, was wir schade finden.

Ein Stück der Saab Legende. Saab 900i "Talladega Long Run"
Ein Stück der Saab Legende. Saab 900i "Talladega Long Run"

Der 900 Talladega gehört zu den Klassikern im Bestand von Saab Deutschland und ist ein Stück der Saab Legende.

Wie die Marke aus Trollhättan, so hofft er mit uns auf bessere Zeiten. Vielleicht wird er restauriert und wandert demnächst wieder in den Showroom oder wird an Händler ausgeliehen. Verdient hätte er es.

Text: tom@saabblog.net

8 Gedanken zu „Saab Youngtimer Deutschland: Saab 900 Talladega Nr. 6 lebt !

  • 2. Oktober 2011 um 11:18 AM
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    Obwohl neuerer Saab-Fan (seitdem ich meinen 2009 gekauft habe), ist mir dieser Dauertest bekannt.

    Vielleicht sollte man (grade in diesem Jahr 125 nach Erfindung des Automobils, in dem sich jeder Hersteller auf seine Geschichte besinnt) mal mit einem in diese Richtung zielenden TV-Spot zurückmelden. Dass Saab nun doch nicht bankrottgegangen ist, hat die Presse ja irgendwie übersehen.

    • 2. Oktober 2011 um 10:37 PM
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      Nicht übersehen, lieber Phibo, sodern gehässigerweise nicht berichtet – nur das Negative über SAAB wird hier in Deutschland breitgetreten!

      Wie bereits hinreichend bekannt: AMS + Co. sind unglaunbwürdig und werden anscheinend nur mit Geldern der deutschen Autoindustrie am Leben hehalten – aber auch diverse Tageszeitungen sind nicht besser: Objektive und gut recherchierte Berichterstattung = Fehlanzeige!

      Viele Grüße aus Schleswig-Holstein
      Julie

      • 3. Oktober 2011 um 10:03 AM
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        Ja, absolut, “gehässig” trifft es so richtig. Ich habe mich oft gefragt, was Saab, d.h. die Marke oder die Autos, den Menschen getan haben, daß derart berichtigt wird. Mit die sozialsten und besten Arbeitsbedingungen in der Autoindustrie (Stichwort modernes Werk, Einbau der Komponenten von der Seite und nicht von unten etc.) können es ja nicht gewesen sein, ebenso wenig die Haltbarkeit der Autos, denn das müßte die Konsumenten ja eigentlich freuen. Die Saab-Fahrer können es ja auch nicht gewesen sein, mit dem höchsten Akademikeranteil aller Automarken und dem zurückhaltenden aber gepflegtem Unterstatement, welches sich auch auf Autobahnen zeigt.

        Bleibt nur der gute alte Neid der Besitzlosen oder Geldflüsse der Industrie als Erklärungsursachen. Etwas anderes fällt mir nicht ein, denn eine Marke zu “bashen”, die am Boden liegt finanziell, das hat so überhaupt keinen Stil.

        LG P.

      • 3. Oktober 2011 um 3:44 PM
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        Hallo Julie,

        das “übersehen” war auch eher sarkastisch gemeint. Die drohende SAAB-Insolvenz hat es auch ganz groß in den Wirtschaftsteil der regionalen Tageszeitung geschafft, die Story über den ersten gescheiterten Rekonstruktionsantrag war immerhin noch eine Randnotiz, jetzt ist wieder Ruhe im Karton – oder in der Zeitung.

        Mein Traum wäre so eine Art Wiederholung des Audi-Schanzenspots (Falls dir das nichts sagt, sieh mal bei Youtube nach) – nur dass da links ein Saab vorbeizieht 😉

        Grüße aus dem Saarland
        PhiBo

  • 2. Oktober 2011 um 2:58 PM
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    Warum wird so ein Auto denn nicht zurückbeordert und steht jahrelang “verschollen” auf einem “Hinterhof” (Frankfurt – sorry für den Ausdruck) irgendwo auf der Welt rum!?

  • 2. Oktober 2011 um 5:16 PM
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    Die Talladega Story. Große vergangene Saab Zeite, wird einem warm ums Herz. Danke für den Bericht.

    @mac9-5 Viele Saab Chefs in den vergangenen Jahren die kommen und gehen. Da wird so ein Auto schlichtweg vergessen. Vielleicht hat man es auch aus Rüsselsheim vom GM nach Frankfurt gerettet ? Das kann und wird nur noch besser werden. 🙂 Hand drauf !

  • 3. Oktober 2011 um 11:59 AM
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    Spannend, dass sich dieser Wagen “vergessen” hier unter freiem Himmel befindet.

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