Test Saab 9-5 bei Echo Online: Viel Platz, Prima Diesel

Saab 9-5
Saab 9-5

Zum Sonntag die richtige Saab Lektüre, ein Saab 9-5 Test gefunden bei “Echo Online”. Denn, was ist schon ein Tag an dem wir nicht wenigstens einmal über unser liebstes automobiles Thema lesen oder reden dürfen 🙂 ? Echo Online hat den 190 PS Diesel mit 6-Gang Getriebe zur Probe gefahren. Eine interessante Motorisierung, die wir im 9-5 noch nicht gefahren haben:

Wird wie bei Volvo auch für Saab China die neue Heimat? Momentan scheint es, als ob die beim holländischen Sportwagenbauer Spyker geparkte einstige GM-Tochter mit Kapital aus dem Reich der Mitte in letzter Sekunde doch noch die Kurve bekommt.

Und als ob dem Modell 9-5, unter dem Blech ein Opel Insignia, die Rolle als Rettungswagen wie auf den Leib geschneidert ist. Denn in China genießen automobile Fünfmeter-Schiffe nun mal Hochachtung. Und die Neuauflage des 9-5, 18 Zentimeter länger als der große Opel und auch länger als etwa eine Mercedes E-Klasse, passt genau in dieses fernöstliche Beuteschema als Ausdruck von Wohlstand. Aber auch hierzulande genoss das Flaggschiff aus Trollhättan allen Negativschlagzeilen über die wirtschaftliche Schieflage zum Trotz viel Beachtung während unsers Testzyklus. Wo er fuhr, wo er stand, stets stieß dieser Saab, bei dem nichts an Opel erinnert, auf gesteigertes Interesse. Stattlich, modern, mit viel Charisma ausgestattet punktet dieser Appetitmacher.

Und das Interesse kommt nicht mehr wie einst vor allem von Freigeistern, Intellektuellen oder Gymnasiallehrern.

Zwar gibt es einige bekannte Schalter und Hebel, ist unter dem Blech sicher einiges dem GM-Baukasten entnommen. Aber eben neu zusammengepuzzelt und mit genügend nordischen Genen garniert. Es ist wie beim alten Beton-Slogan: es kommt drauf an, was man draus macht. Dass dabei immer wieder der Flugzeugbau zitiert wird, der einst die Wurzeln des Autogeschäftes bildete, macht den besonderen Charme aus. Sympathische Eigenheiten sind der zuckende Zeiger für den Ladedruck, der Starterknopf (statt eines Schlüssels) auf der Mittelkonsole, die relativ steil stehende Frontscheibe wie in einem Jet, das weit vorgezogene Dach oder die flachen Seitenscheiben.
Nicht zu vergessen die traditionelle Night-Panel-Taste, mit der sich in der Nacht störende Lichtquellen abdunkeln lassen. Oder die typischen Lüftungsgitter.

Verarbeitung und Materialanmutung sind gut, aber im Detail nicht immer Premium. Selbst wenn es nun geschäumte Kunststoffe gibt, Alu, Leder. Kult werden könnte das 2810 Euro teure Infotainment- und Navigationssystem. Denn bei der Ansage, wohin es denn geht, bedient sich der himmlische Lotse dreier verschiedener Frauenstimmen. Wenigstens bleibt Zickenkrieg aus. Die Instrumente sind nüchtern-übersichtlich. Die Bedienung gut. Eine elektrische Feststellbremse ist an Bord.
Hinter der attraktiven, aber unübersichtlichen Fassade, die Einparkhilfen nötig macht, ist das Platzangebot vor allem im Fonds fürstlich. Bei 2,84 Meter Radstand kein Wunder. Auch drei Erwachsene finden dort bequem Platz: Das ist chauffeurtauglich. Freilich sitzt man recht tief. Vorne ist es ein wenig enger, aber doch großzügig. Und die Ledersitze sind wie geschaffen für diese Langstreckenlimousine, haben auch guten Seitenhalt.

Saab 9-5 Scheinwerfer Ice Block Design
Saab 9-5 Scheinwerfer Ice Block Design

In den Kofferraum passen für einen solchen Wagen eher unterdurchschnittliche 513 Liter. Aber das ist natürlich reichlich bemessen. Selbst wenn die hohe Ladekante stört oder die nach innen gehenden Bügel des Deckels. Gegen herumrutschende Ladung gibt es ein Schienen-Haltersystem, wie man es von Audi kennt. Umlegbare Rücksitzlehnen bringen die nötige Flexibilität. Was dann hineinpasst, hat Saab nicht ausgerechnet. Unter dem Laderaumboden wartet ein Notrad darauf, nicht gebraucht zu werden.

Aus dem Motorenprogramm von drei Benzinern und zwei Selbstzündern haben wir den stärksten Diesel gewählt mit 190 PS und einem bärigen maximalen Drehmoment von 400 Nm. Nach einer Gedenksekunde beim Start tritt der recht kultivierte und dezent grummelnde Selbstzünder mit Schmackes an. Freilich will ein Turboloch überwunden sein. Über 1800 Touren entpuppt sich der Diesel dann als trefflicher Langstreckler mit Sprinterqualitäten. Bei Überholvorgängen ist die Elastizität sehr angenehm. Die Kombination mit dem Sechsgang-Getriebe passt. Die Schaltwege dürften zwar etwas kürzer sein, der Weg durch die Kulisse ist aber exakt. Über 2000 Kilometer, darunter auch schnelle Autobahnfahrten, kamen wir auf einen Verbrauch von 7,3 Litern, was um einiges über der Werksangabe liegt, aber keinen Grund für lautes Wehklagen bietet. Zumal der 70-Liter-Tank gute Reichweiten ganz nach nordischer Tradition garantiert. Weil sie Opel nicht hat, hat sie Saab auch nicht: Die Start-Stopp-Automatik.

Langstrecken nimmt man gerne unter die Räder, weil der 9-5 geschmeidig und leise abrollt und stoisch geradeaus läuft. Und weil die Fahrwerksabstimmung zumeist den Komfort betont, ohne das durchaus sportliche Handling negativ zu beeinflussen. Was der 9-5 gar nicht mag sind allein Querfugen aller Art. Dann rumpelt es schon mal. Der Fronttriebler liegt satt auf der Straße, meistert auch knifflige Situationen ohne Überraschungseffekte. Genau so stellt man sich einen Saab vor. Das ESP greift dabei lieber früher als zu spät ein. Kurven werden leicht untersteuernd durcheilt. Die Bremse verrichtet ordentliche Arbeit, dürfte aber schneller und bissiger ansprechen, wenn es mal gilt.

Wir waren mit der Rückmeldung von der Fahrbahn ins griffige Lederlenkrad zufrieden. Aber der Lenkwiderstand lässt sich erhöhen, der Federungskomfort je nach Anlass variieren, wenn das Adaptivfahrwerk „Drive Sense“ gewählt wird (knapp 1500 Euro), was wir nicht an Bord hatten. Auch so lässt sich der Wagen exakt dirigieren. Insgesamt stellt sich rasch Wohlbefinden und das Gefühl von Sicherheit ein.

Der Preis liegt bei 38 900 Euro. In der uns zur Verfügung gestellten höchsten Ausstattungsstufe Aero sind es 47 700 Euro. Dann sind Bi-Xenon-Lichter Serie, Licht- und Regensensor, Klimaautomatik, ein komplettes Sicherheitspaket und alle weiteren Annehmlichkeiten, die man in diesem Segment erwarten darf. Head-up-Display und mehr gibt es als Option. Ein treffliches Fahrzeug, dem derzeit nur das Vertrauen fehlt, wie es definitiv beim Hersteller weitergeht – und natürlich wohnortnahe Händler.

Quelle: Echo Online

Bilder: Saab Automobile AB

5 thoughts on “Test Saab 9-5 bei Echo Online: Viel Platz, Prima Diesel

  • Seid Freitag sind die Preisliste für den Saab 9-4x bei den Händlern zwar nur als PDF Datei aber immerhin Preise.

    • Oh, echt?
      Prima, es bewegt sich also was!!! 🙂

      Online stellen … online stellen!!! 😉 😉

    • Hallo Valentin,

      bitte mailen, damit wir es für die Saab Gemeinde Online stellen können. Geht das ? Danke ! 🙂

  • Man, langsam bin ich wirklich neugierig auf ein “echtes” Beispiel vom Kombi beim Händler ….

    5m halte ich zwar heute für die Stadt für “absoluten Wahnsinn”, aber sehen, fühlen, fahren, testen würd ich das Monster nach den positiven Limousinen-Berichten nun doch gern mal.

    Mich würd auch mal interessieren, wann man sich endlich den Kombi (oder auch den 9-4x) online zur Information konfigurieren kann…..

    • Tja mac9-5,

      leider kann man auf keiner Saab Site in Europa (momentan) den 9-4x oder den 9-5 Kombi konfigurieren. Aber Trollhättan war die ganze Zeit ja auch im “Stand-by” Modus. Das wird sich jetzt bestimmt ändern.

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