Bloggers Meinung: Chance und Atempause für Saab, sehr viel Arbeit für Muller

Victor Muller, Saab Retter
Victor Muller

Das Finale war reif für ein Drehbuch und an Dramatik nicht zu überbieten. In der sprichwörtlich letzten Minute hat es Victor Muller wieder einmal geschafft und Saab vor dem Aus gerettet.

Für Saab ist die Finanzierung über Gemini und die weiteren liquiden Mittel die von der EIB und der Hawtai Motor Group kommen werden allerdings nur ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Auf Victor Muller wartet ein enormes Arbeitspensum, wenn er aus China zurück ist. Er bringt eine neue Partnerschaft, den Zugang zum größten Automarkt der Welt, und etwas Liquidität mit.  Wichtig für Saab ist es die Produktion jetzt schnell anzufahren, denn jeder Tag Stillstand kostet Geld. Zuerst allerdings muss Muller mit den Lieferanten reden und neues Vertrauen schaffen.

Denn, auch wenn unsere Saab Brille noch so rosarot ist, die Kommunikation von Muller und dem Saab Management mit Entwicklungspartnern und Zulieferern war ein einziges Desaster. Da gibt es für den Saab Retter viel zu reparieren und als besondere Herausforderung muss er abgesprungene Entwicklungspartner zurück in das gemeinsame Boot holen.

Nehmen wir mal an, die EIB und die schwedische Regierung geben grünes Licht für den Einstieg von Hawtai (was wahrscheinlich ist) und Antonov (was fraglich ist) , die Gemini Gelder kommen wie versprochen und das zusätzliche EIB Geld wird genehmigt, dann hat Saab ca. 210 Millionen Euro an Liquidität sichergestellt. Eine Menge Geld, aber wenn wir den Verlust des ersten Quartals nehmen, dann wird auch diese Liquidität nicht bis zum Serienanlauf der 9-3 Nachfolgers reichen.

Das ist die große Herausforderung für Victor Muller. Er muss die nächsten Monate nutzen um die langfristige Liquiditätsplanung zu sichern. Eine große Aufgabe, aber wenn es einer schafft, dann wird es der „leicht verrückte, niemals ruhende“ Victor Muller sein, der unmögliche Dinge immer wieder möglich gemacht hat.

Zu Hause in Trollhättan müssen Hausaufgaben erledigt werden. Es sollten endlich vernünftige Strukturen geschaffen werden, Frühwarnsysteme die derartige Situationen wie wir sie erlebt haben in Zukunft ausschließen werden. Die Saab Kunden weltweit haben während der Krise eindrucksvoll Loyalität bewiesen und 5000 neue Autos bestellt, aber bei aller Treue zur Marke von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, irgendwann wird jede Leidensfähigkeit erschöpft sein.

Und, fast hätten wir es vergessen, in Trollhättan ist immer noch eine Stelle frei. Die Nachfolge von Saab CEO Jan Ake Jonsson soll geregelt werden. Ein Manager muss gefunden werden der im Automobilgeschäft erfahren ist, der Saab versteht und Saab lebt.  Eine Aufgabe die jetzt, nach überstandener Krise besonders delikat und wichtig ist.

Wir möchten in Zukunft wieder über faszinierende Automobile aus Trollhättan berichten und nicht über Krisen.  Saab und die große Saab Gemeinde haben bessere Zeiten verdient.

Die Aufgebenliste ist lang, die Herausforderung riesig. Griffin up, Victor Muller !

Text: svenskatom/saabbblog.net

2 thoughts on “Bloggers Meinung: Chance und Atempause für Saab, sehr viel Arbeit für Muller

  • Ich kann mich hier nur ganz der Meinung des Bloggers anschließen. Ausschlaggebend für einen wirtschaftlichen Erfolg SAABs ist meiner Meinung nach aber auch, ob es SAAB gelingt die Quälität der aktuellen und zukünftigen Modelle so zu verbessern, dass diese wieder dem eigenen Qualitätsanspruch entspricht den SAAB vor der GM Ärea an seine Produkte hatte. Auch über diese Schiene lassen sih neue Kunden finden. Qualität spricht sich rum.
    Auch die Vertreibswege sollten überdacht werden. Raus aus den Mehrmarken-Tempeln hin zum qualifizierten SAAB Händler mit angegliederter Werkstatt.

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