Saab PhoeniX Design

Saab PhoeniX: Lift-off für aeromotionales Design

  • „Aeromotionales“ Design, inspiriert durch die Anfänge des Unternehmens im Flugzeugbau und die Leidenschaft, die in Saab Klassikern zum Ausdruck kommt
  • Definition von Themen für die nächste Fahrzeuggeneration
  • Minimalistischer Innenraum und neu gestaltetes, auf den Fahrer gerichtetes Layout
  • Zukunftsweisendes Saab IQon-Infotainment- und Kommunikationssystem
  • Multifunktionaler, flexibel nutzbarer Gepäckraum

Die windschlüpfrige Karosserie umspannt den Saab PhoeniX wie der Ganzkörperanzug einen Speedskater. Diese „aeromotionale“ Designsprache bezieht ihr Vokabular aus der Vergangenheit des Unternehmens als Flugzugkonstrukteur und aus der Leidenschaft, die schon den Ursaab und seine Nachfolger zu Designikonen ihrer Zeit machten.

Saab PhoeniX Concept, Heck mit traditionellem Saab Flugzeug Logo
Saab PhoeniX Concept, Heck mit traditionellem Saab Flugzeug Logo

„Unser Unternehmen erlebt derzeit seine Neugeburt. Der PhoeniX ist eine Hommage an Pioniergeist und Enthusiasmus – jene Eigenschaften, die dem Flugzeugbauer Saab den Zugang zur Automobilbranche ebneten“, erklärt Jason Castriota, Designchef bei Saab Automobile. „Damit öffnen wir ein neues Kapitel in der Geschichte des Saab Designs. „Aeromotional“ bedeutet, die kühl-sachliche skandinavische Ästhetik mit Leidenschaft und Gefühl aufzuladen.“

Der Saab Aero-X Concept aus dem Jahr 2006 war stilbildend für die aktuellen Saab Modelle. Diese Aufgabe übernimmt ab jetzt die Konzeptstudie PhoeniX als „Stylesheet“ für die nächste Fahrzeuggeneration von Saab.

Ein zentrales aeromotionales Designthema ist die Dualität von Komplexität und Minimalismus, von Technologie und organischer Klarheit, von skandinavischem Eis und von Feuer. Diese Thematik findet sich in der Gestaltung des gläsernen oberen Kabinenbereichs, der sich in der Optik eines geschwärzten Eisblocks präsentiert. Die gesamte Cockpitstruktur wirkt, als würde sie sich mit eruptiver Kraft aus der darunter liegenden Karosserie befreien.

„Wir haben die Kabine in einen tropfenförmigen Eisblock verpackt und dann der gesamten Struktur einen extrem aerodynamischen „Bodysuit“ angepasst, der wie flüssiges Metall wirkt“, berichtet Castriota. „Das sieht aus, als hätten wir das Fahrzeug im Windkanal mit Quecksilber überzogen. Diese gleichermaßen „flüssige Haut“ verläuft über die Frontpartie seitwärts bis zum Heck.“

Saab Designer Jason Castriota erklärt der Presse den Saab PhoeniX Concept
Saab Designer Jason Castriota erklärt der Presse den Saab PhoeniX Concept

„Das Konzept lässt zudem die technische Substanz unter der Karosserie sichtbar werden. Wir wollten, dass es ein verbindendes Element zwischen der äußerlichen Gestaltung und dem Innenleben des Fahrzeugs gibt. Dieser große, durchsichtige Eisblock, der Mensch und Mechanik aufnimmt, setzt die Idee mit visueller Tiefe um.”

Die aerodynamischen Winglets am Dach sind nach dem Vorbild der Tragflächenenden bei Flugzeugen gestaltet worden. Sie lenken turbulente Luftströmungen zum Heck des PhoeniX, verbessern die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und verringern den Heckauftrieb. Aerodynamische Effizienz ist ein wichtiges Designprinzip; ‚Computerberechnungen zufolge erreicht der PhoeniX einen Cw-Wert von nur 0,25.

Im Heckbereich geht die Glasscheibe direkt vom Dach in die Heckklappe über und setzt sich optisch in den hinteren Karosserieseitenteilen fort. Diese Formgebung erinnert an das tropfenförmige Heckstyling des ersten Saab, während das „abgesägte“ und aerodynamisch effiziente Kammheck vom Sonett inspiriert wurde, dem ersten Coupé von Saab.

Im 2+2-Fahrgastraum stehen Minimalismus und Technologie im Vordergrund. Das auf den Fahrer ausgerichtete Instrumentenlayout wurde neu interpretiert. Hier kommt auch das innovative Saab IQon-Infotainment- und Kommunikationssystem zum Einsatz, bei dem ein Touchscreen zahlreiche der bisher sichtbaren Tasten und Bedienelemente ersetzt.

Das Kabinendesign vermittelt ein pures, minimalistisches Feeling. Reine Motorsport-Funktionalität mit schalenförmigen Sitzen wird ergänzt durch Strukturelemente in Metalloptik, die an die Bügel eines Überrollkäfigs erinnern. Die Instrumente sind dezent rot illuminiert – diese Farbe wurde auch für die Dekorelemente der Sitze und die Lichtgestaltung in der Kabine gewählt. Sie vermittelt Wärme und symbolisiert das Turbofeuer im Triebwerk des PhoeniX.

Überraschend vielseitig präsentiert sich die ebene Ladefläche, die durch umklappbare Rücksitze zusätzlich vergrößert werden kann. Der Zugang zum Gepäckraum erfolgt durch eine weit öffnende Heckklappe. Die im Boden eingelassene Schiene ermöglicht die flexible Nutzung der Ladekapazität nach dem Vorbild des Zuladungs-Managementsystems U-Rail im Saab 9-5.

Saab Autosalon Genf, dea Saab Concept Car wird enthüllt.
Saab Autosalon Genf, dea Saab Concept Car wird enthüllt.

Außendesign

Die gesamte Form des PhoeniX wirkt, als sei sie vom Wind gestaltet, und lehnt sich an das Design des Ursaab an, der als Prototyp stilbildend für die erste Fahrzeuggeneration von Saab war. Die Karosserie mit ihren von klaren, geschwungenen Linien definierten Coupé-Proportionen wird von voluminösen 20-Zoll-Leichtbetallrädern im Saab typischen Turbinenrad-Design mit dem Boden verhaftet.

Das Frontstyling ist eine selbstbewusste, verschlankte Interpretation des für Saab typischen dreigeteilten Kühlergrills. Eine zentrale Schwinge dominiert jetzt die Optik. Eingefasst durch die Außenhaut der Karosserie, läuft die chromfreie Frontöffnung jetzt über die gesamte Breite der Nase mit einem tief angesetzten Mittelteil und extrem verschlankten Außeneinlässen. Der traditionelle horizontale Steg im Kühlergrill hat sich zu einer Schwingenform entwickelt, die in Karosseriefarbe lackiert ist. An den Spitzen der Schwinge schließen sich – fast unsichtbar – die LED-Lichteinheiten und die Richtungsanzeiger an. Dieses neue Frontstyling wird man voraussichtlich in zukünftigen Serienfahrzeugen von Saab wiederfinden.

Der Hauptlufteinlass unter dem Kühlergrill ist mit beweglichen Blenden versehen, die bei hohen Geschwindigkeiten schließen und die Aerodynamik verbessern, wenn weniger Motorkühlung gefordert ist. Schlanke Winglets in Karosseriefarbe nehmen die Nebelscheinwerfer auf.

Zwei markante Profile ziehen sich die lang gestreckte Motorhaube entlang bis zu den verdeckten A-Säulen. Sie betonen den Power-Auftritt des PhoeniX und zeichnen das darunterliegende Kraftpaket nach, das von der stromlinienförmigen Karosserie umschlossen ist. Eine Aussparung in der Mittellinie der Motorhaube direkt an der Frontscheibenbasis erlaubt den Blick in einen Teil des Motorraums. Hier wird das gleiche geschwärzte Glas verwendet wie im oberen Kabinen- und Dachbereich.

Die Front soll sich auch in künftigen Saab Modellen wiederfinden
Die Front soll sich auch in künftigen Saab Modellen wiederfinden

Die vorne angeschlagene Motorhaube greift auf ein Konstruktionsmerkmal des Klassikers Saab 900 zurück und schließt in der bekannten „Semi-Clamshell“-Anmutung mit den mächtigen vorderen Kotflügeln ab.

Die langgestreckte Karosserieform wird durch verbreiterte Seitenschweller zusätzlich betont. Sie folgen, ausgehend von den Luftauslässen am unteren Teil der vorderen Kotflügel, einer leicht ansteigenden Linie. Ähnlich wie bei Kabine und Dach erlaubt das dunkle, halbdurchsichtige Glas der Seitenschweller einen Blick auf die Strukturen unter der Außenhaut. Dieses Designmotiv erinnert an die exponierten Seitenschweller des Sonett, des ersten offenen Sportwagens von Saab.

Die nach oben schwingenden Flügeltüren werden über per Fernbedienung oder Touchpad geöffnet und erlauben den komfortablen Zugang zur niedrigen Kabine. Es gibt keine sichtbaren Türgriffe oder Außenspiegel – Miniaturkameras im Heckbereich informieren den Fahrer über das Geschehen hinter ihm. Sie sind so montiert, dass sie nur minimale Luftturbulenzen verursachen.

Die charakteristischen Winglets am Dach des PhoeniX erhöhen ebenfalls die aerodynamische Effizienz, indem sie die seitlich am Fahrzeug vorbeiströmende Luft über die Hecklappe lenken. Das verringert den Heckauftrieb und verbessert die Fahrstabilität bei hoher Geschwindigkeit, ohne den Luftwiderstand zu erhöhen.

Glasdach und Heckscheibe gehen als lineares Element in das Heck des Fahrzeugs über – auch diese Grafik zitiert die Tropfenform des ersten Saab Prototyps, des heute mit Kultstatus bedachten Ursaab, sowie seiner Nachfahren. Das fast senkrecht scharf abgeschnittene Kammheck ist eine Reminiszenz an das erste Saab Coupé, den Sonett II von 1966.

Die markante Heckleuchteneinheit verläuft über die gesamte Breite des Fahrzeugs und entspricht damit der Lichtsignatur, wie sie bereits in den Modellen der Reihe 9-5 und 9-4x eingeführt wurde. Heck-, Brems- und Blinklichter sind bogenförmig angeordnet. Das innere und äußere Karosseriedesignthema wird auch im Fahrzeugheck und an der Unterseite des Venturi-Einsatzes aufgegriffen, die ebenfalls wie der obere Kabinenteil und die Seitenschweller in Schwarz gehalten sind.

Saab Concept Car, ohne Zweifel einer der Highlights in Genf
Saab Concept Car, ohne Zweifel einer der Highlights in Genf

Innendesign und Ausstattung

In bester skandinavischer Tradition präsentiert sich die viersitzige Fahrgastzelle in purem, minimalistischem Styling. An die Stelle zahlreicher Knöpfe und Bedienelemente treten integrierte Touchscreens, die deren Aufgaben übernehmen.

Wie die Karosserie des PhoeniX zeichnet sich auch der Innenraum durch Designelemente aus, die der zugrundeliegenden Struktur eine allgegenwärtige Präsenz verleihen. Und wie bei allen Modellen von Saab sind die Instrumente um den Fahrer herum angeordnet.

Das Interieur erinnert in seiner puristischen Ausstattung an ein Motorsportfahrzeug. Verstärkt wird dieser Eindruck durch Strukturelemente in Metalloptik, die durch ihre Anordnung wie die Bügel eines Überrollkäfigs in einem Rallyefahrzeug wirken und somit an die Erfolge der Marke auf den Rallyepisten der Welt erinnern. Dem Körper angepasste Schalensitze und ein kurzer, in Griffhöhe montierter Schalthebel verstärken den sportlichen Eindruck.

Das traditionell auf den Fahrer ausgerichtete Instrumentenlayout kommt auch beim PhoeniX zum Einsatz, jedoch in abgewandelter, modernisierter Form. Auf einem ringförmigen Display, im Design an den Nachbrenner eines Düsentriebwerks erinnernd, sind die wichtigsten Daten abzulesen, ergänzt durch die Informationen im Head-up-Display. Auch die von den Kameras eingefangenen Bilder sind hier zu sehen.

Eine separate, nach vorn gezogene und um 45° zum Fahrer geneigte Einheit nimmt das innovative IQon-Infotainment- und Kommunikationssystem von Saab auf. Aus ergonomischen Gründen befindet sich der 8-Zoll-Touchscreen „in Lenkradweite“ im unmittelbaren Aktionsradius des Fahrers.

Saab IQon (Einzelheiten siehe gesonderte Pressemitteilung) ist eine komplett neue Fahrzeug-Kommunikationsplattform, die auf dem Google Betriebssystem Android aufbaut. IQon stellt eine integrierte Computing-Plattform zur Verfügung – die Verbindung mit dem Internet erfolgt automatisch über ein Modem, wenn die Zündung eingeschaltet wird. Der Touchscreen eröffnet den Zugriff auf diverse Services, darunter Audio- und Entertainment-Streaming, Online-Navigation, On-board-Musikspeicherung und Herunterladen von Apps. Mit IQon gehören die für den Internetzugang über Smartphone typischen Konnektivitäts-Probleme und entladene Akkus der Vergangenheit an. Eine separate Bluetooth-Verbindung für Mobiltelefone sorgt für den bekannten Freisprechkomfort.

Die abgewinkelte Anordnung des weißen IQon-Moduls eröffnet zusätzliche Ablagemöglichkeiten im Innenraum zwischen der Rückseite des Moduls und der Trennwand.

Zwischen den Vorder- und Rücksitzen verläuft eine hoch angesetzte Mittelkonsole, auf der sich auch in unmittelbarer Reichweite des Fahrers (wo sonst bei einem Saab?) der Start-Stopp-Knopf, der kurze Schalthebel und die Touchscreen-Bedienung für die Klimaanlage befinden.

Ein weiteres Novum in der Kabine des PhoeniX ist die Farbe Rot als Instrumenten- und Innenraumbeleuchtung. Dieses neue Lichtdesign bezieht sogar den Boden mit ein: Das Flexi-Glass-Element unter dem schwarzen Teppichboden ist mit LED-Röhren ausgestattet, deren Licht durch den perforierten Teppichboden sichtbar wird. In Kombination mit den roten Sitzeinfassungen und dem rot-schwarzen Interieurthema entsteht so ein warmes, freundliches Ambiente. Es erinnert zudem daran, dass unter der Motorhaube des PhoeniX ein feuriges Turbo-Herz schlägt.

Dieses Feuer ist auch im überraschend geräumigen Gepäckabteil sichtbar: Am Boden ist die gleiche Lichtsignatur wie in der Kabine sichtbar. Der Kofferraum lässt sich problemlos durch Umklappen der Rücksitze vergrößern; der Zugang erfolgt über eine weit öffnende Heckklappe, die sich im geschlossenen Zustand nahtlos in die rückseitige Kabinenglas-Karosserie-Linienführung einpasst.

Der Gepäckraumboden ist mit einer Weiterentwicklung der CargoTrack-Schiene ausgestattet, die dem U-Rail-System der Saab Modellreihe 9-5 ähnelt. Diese Schiene erlaubt eine flexible Raumaufteilung und folgt dem Verlauf des unteren Heckscheibenabschlusses. Die dazugehörende Teleskop-Trennstange lässt sich in verschiedenen Positionen fixieren, so dass auch unterschiedlich große Zuladung sicher transportiert werden kann.

Der Saab PhoeniX zeigt neue Design- und Technologieentwicklungen, die in zukünftigen Fahrzeugen von Saab zur Innen- und Außenausstattung gehören werden.

Quelle/Bilder: Saab Automobile AB

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