Nachrüstung. Noch ein Bremsen Upgrade!

Im Frühjahr wurde der 9-3 I Aero auf bessere Bremsen aufgerüstet. Die Anlage aus dem 9-5 OG Aero, die man auch im Viggen findet, leistet seitdem gute Dienste. Die Bremsen sind (fast) kein Thema mehr. Der 9-3 war mittlerweile in Hamburg, Kiel, Bamberg und auch sonst auf langer Strecke unterwegs.

Besuch in Hamburg an der Oldtimer-Tanke
Besuch in Hamburg an der Oldtimer-Tanke.

Er leistet einen tollen Job, erstaunlich für ein Auto das bald 20 Jahre alt ist. Sommerliche Hitze von mehr als 30 Grad lässt ihn ebenso unbeeindruckt wie Starkregen auf hessischen Autobahnen. Mit seinen vergleichsweise schmalen 215er Michelins zieht er auch bei Aquaplaning unaufgeregt seine Bahnen, auch ohne ESP. Seine Bremsen sind ein Gewinn, sie verzögern auch bei Nässe nachhaltig. Nur ein Punkt stört.

Nachdem die erste Euphorie abgeklungen war, fiel mir der Unterschied zu einem modernen Auto auf. Ein Pedalweg beim Bremsen, der etwas zu lange und etwas zu indifferent war. Und damit auch das ungute Gefühl, bei Tritt auf die Bremse die ein oder andere Sekunde zu verschenken. Was also tun?

Eine Möglichkeit wäre die Umrüstung mit weiterer Viggen-Hardware. Der Bremskraftverstärker im Viggen ist anders ausgelegt, er würde sicher eine weitere Verbesserung bringen. Alternativ dazu fällt mir auch die Möglichkeit des Umstiegs auf Stahlflex Bremsleitungen ein. Sie sind der Klassiker, wenn es darum geht,  den Druckpunkt beim Bremsen zu verbessern. Ihr Edelstahlgewebe verhindert eine Ausdehnung der Teflon-Bremsschläuche, ihre Lebensdauer ist fast unbegrenzt. Zusätzlich nimmt durch das geschlossene System die Bremsflüssigkeit weniger Wasser auf, was ein weiterer Pluspunkt ist.

Ausserdem wäre da die Kostenfrage. Der Restumbau auf die Viggen Hardware ist aufwändiger als der Umstieg auf neue Bremsleitungen. Kiel und Frankfurt, die ich um Rat frage, raten mir einstimmig zur Stahlflex Lösung als nächsten Schritt. Womit der Umbau beschlossen ist.

Letzte Woche in Fechenheim. Saab Service Frankfurt hat die neuen Bremsleitungen anfertigen lassen, der Aero kommt in die Werkstatt. Ausserdem muss noch eine kleine Undichtigkeit an der Krümmerflansch beseitigt werden, der Aero bläst seit der Fahrt nach Kiel im kalten Zustand vernehmlich. Das Problem ist schnell gelöst, der Umbau geht ebenso rasch. Am Donnerstag kann ich den Aero in Empfang nehmen.

Und wie fährt er? Der längere Pedalweg ist weggezaubert, so als ob er nie existiert hätte. War da etwas gewesen? Man vergisst schnell. Das Gefühl am Bremspedal ist jetzt so alltäglich wie bei einem beliebigen Audi oder VW. Das alles kostet, inklusive Arbeit und aller Materialien, weniger als 400 €. Gut ausgegebenes Geld, welches den guten, alten Saab alltagstauglich und stressfrei hält.

16 Gedanken zu „Nachrüstung. Noch ein Bremsen Upgrade!

  • 18. Juli 2018 um 12:13 PM
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    Bremst wie ein beliebiger VW oder Audi?
    Das ist wohl und hoffentlich vornehm untertrieben …

    Es sind etliche jüngere Fahrzeuge des VW-Konzerns unterwegs, die zumindest hinten Trommelbremsen haben. Auch vorne ist je nach Modell und Motorisierung nicht immer alles großzügig dimensioniert. Ein aufgerüsteter 9-3 Aero bremst doch hoffentlich besser als beliebig, oder etwa nicht?

    • 18. Juli 2018 um 12:35 PM
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      Na, es gibt da wohl in Wolfsburg auch gute Bremsen, oder 😉

      • 18. Juli 2018 um 1:42 PM
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        Ja, natürlich! Gute Wolfsburger Bremsen gibt es auch …

        Aber sie sind eben nicht universell und beliebig mit jedem Modell jeglicher Motorisierung zu haben. Insofern hat die Aussage, das Gefühl am Bremspedal sei „jetzt so alltäglich wie bei einem beliebigen Audi oder VW“ für mich auch etwas Herabsetzendes. Vielleicht ist das aber ja auch nur meine Berufskrankheit (Werbung)?

        Ich denke, die Bremsleistung eines mehrfach modifizierten 9-3 Aeros könnte und dürfte man nochmals positiver beschreiben …

        Da hat der VW-Konzern ganz sicher schwächere Modelle im Angebot. Von der „Digitalisierung“ der Bremse mal abgesehen, hat sich in dem Bereich technisch ja über sehr viele Jahre eher wenig getan.

        Ich habe einen alten Schweden auf dem Hof, der bereits Scheiben vorne und hinten, ein hydraulisches Zweikreissystem und nicht weniger als 12 (!) Kolben hat, die Bremsbeläge auf Scheiben pressen. Er ist bald ein halbes Jahrhundert alt …

  • 18. Juli 2018 um 12:42 PM
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    Also ich bremse gar nicht so viel, da ich den Schwung ausnutze und vorher ausrolle – bei Porsche heißt das segeln.
    Natürlich sind große und leistungsfähige Bremsen ein Gewinn für die Sicherheit, aber viele geben noch vor einem Stoppschild Gas und bremsen dann unnötig stark. Schon Bugatti sagte zu einem Kunden der sich über die schwachen Bremsen beschwerte, dass ein Bugatti zum Fahren da ist und nicht zum Bremsen – kleiner Spaß!

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  • 18. Juli 2018 um 1:59 PM
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    Bei einem älteren Auto können die Bremsen nicht gut genug sein! Kein ESP, keine elektronischen Helferlein. Am Ende steht bei einer Notbremsung nur der Mensch und die möglichst gute Bremse zwischen Unfall oder nicht!

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    • 18. Juli 2018 um 2:53 PM
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      Physikalisch können die Bremsen bei einem älteren Auto genauso gut sein, wie bei einem nagelneuen. Die physikalisch maximal mögliche Bremskraft ist es, bei jedem Tempo, jedem Beladungszustand und jeder zulässigen Reifenbreite sowie bei jedem Wetter die Räder blockieren zu können.

      Der Bremsweg kann allerdings mit den Helferlein weiter verkürzt und ein Mindestmaß an Steuerung kann erhalten werden (ABS).

      Ist umgekehrt die verbaute Anlage aber zu schwach (auch solche Autos sind heute noch auf dem Markt), sind ABS und ESP aber reine Kosmetik. Wenn die Räder ohnehin nicht blockieren, dann braucht man ja auch kein ABS, oder? Da kann dann ein geübter Fahrer mit einem alten Fahrzeug durchaus auch mal den kürzeren Bremsweg hinlegen …

  • 18. Juli 2018 um 7:15 PM
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    Einfach ab und zu Mal ein neues Auto fahren. So z.b BMW mit BJ 2007 oder jünger. Danach bremst man voller Demut in einem Saab. Die Auslegung der Autos aus Schweden um die Jahrtausendwende ist einfach beschämend. Also selbst mit Upgrade sollte man viel Abstand halten. Das sollte jedem klar sein der einen Saab oder Volvo fährt

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    • 18. Juli 2018 um 8:41 PM
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      Das ist der mit Abstand blödeste Kommentar, den ich je auf diesem Blog gelesen habe.

      1. gibt es etliche SAAB und Volvo, die jünger als 2007 sind.

      2. sind weder SAAB noch Volvo jemals in der Motorpresse durch schlechte Bremsleistungen negativ aufgefallen

      3. verbaut auch BMW nur das, was die Zulieferer im Programm haben

      Es gibt überhaupt keinen Grund, warum die Zündkerze von Bosch oder die Bremse von XY in dem einen Auto Wunder vollbringen und in einem anderen Auto komplett versagen sollte. Das ist schlicht und einfach Bullshit …

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      • 18. Juli 2018 um 11:28 PM
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        Ich schätze Ihre Kommentare, Herbert Hürsch, aber den „blödesten Kommentar“ in diesem netten Blog in Bezug auf Leser Levi vermag ich nicht zu erkennen.

        Levi berichtete von „Schweden um die Jahrtausendwende“ (sicher etwas generalisierend, und ob nun BMW, Audi oder SAAB „Bj 2007 oder jünger“ ist eigentl. egal) und ich muß leider (!) in Bezug auf meine beiden YS3D-Schweden zustimmen:

        902 Coupé MY96 und 931 Cabrio MY03 (Serienbremsen, eine Anlage gerade komplett überholt) bremsen so verspätet (Tom‘s „Anker“) und auch eher zahm schon im Trockenen, daß ich bewußt deutlich Abstand zu Vorausfahrenden halte, als Daily-Driver.

        Tom‘s Bremsen-Tuning kann ich leider dennoch nicht so umsetzen: Mir gefiel das Fahrverhalten sowie die Verwindungsfreudigkeit zumindest beim 931 Cabrio mit original 17“ Felgen (ALU36) so wenig, daß es mittlerweile auf 15“-ern (wunderbar) läuft…

        Meine Frage an den Blogger:
        Tom, war das ein „Hauspreis“ für Dich in Frankfurt, oder gilt der grundsätzlich für Kunden (+/- wegen unvorhergesehenem)? Weitere Frage, was sagt der TÜV dazu, §19 (2) vor Ort?
        Ich wäre versucht im Spätsommer in Frankfurt anzurufen und mit dem 931 für Stahlflexleitungen vorbeizuschauen…

        • 19. Juli 2018 um 10:00 AM
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          Okay, 2 Punkte: Der 9-3 I läuft mit kleineren Felgen harmonischer, das ist unbestritten. 17″ sind Optik, 15″ sind Komfort. Zum Preis: Ich würde diesen als Richtwert nehmen, es war kein Spezialpreis (denke ich). Allerdings können Arbeitszeiten variieren. Was die TÜV Tauglichkeit angeht wäre es schön wenn Du dich direkt mit Frankfurt austauschen würdest.

          @all: Bitte bei der Diskussion die Umgangsformen wahren. Funktionierte ja auch die letzten 7 Jahre gut. Danke!

          • 19. Juli 2018 um 11:54 PM
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            Danke für Deine Antwort Tom, und für den Bericht! Ich werde mich nach meinem Urlaub mit Frankfurt in Verbindung setzen. Daß Arbeitszeiten variieren hatte ich erst vor 6 Tagen: mal kurz die Spur einstellen lassen, dann schert der Schraubenkopf einer der Klemmschrauben am Spurstangenkopf ab.

            Beim Thema Optik zu Komfort bin ich vollkommen bei Dir, insbesondere was die 3- und 5 Türer mit ihrer flächigen C-Säule (Hockeystick) anbelangt.
            Beim Cabrio vertragen sich ALU20 und Viggen-Bodykit (zur allgemeinen Überraschung) ganz gut; ich sende Dir gleich mal ein Bild, da die Kombination so selten ist: Auf 2 IntSaab kein mal und auch sonst nie gesehen.

      • 19. Juli 2018 um 10:56 PM
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        @ JanV,

        vielen Dank. Das ist eine faire und aspektweise sogar sehr nette Antwort auf meinen Kommentar. Dieser war deutlich zu harsch und ist mir missraten. Das muss ich zugeben …

        Mir stieß auf, dass im Verlauf aus Artikel und Kommentaren (zuletzt eben von Leser Levi) der Eindruck möglich wurde, dass jeder beliebige Audi, BMW und VW per se besser bremsen würde als jeder beliebige Schwede. Und da kann ich aus eigener Erfahrung widersprechen …

        Nicht jeder Schwede hat gute Bremsen. Das stimmt. Upgrades können sinnvoll sein und teils Wunder wirken. Leser Levi bestreitet das aber. Zitat:
        „Also selbst mit Upgrade sollte man viel Abstand halten. Das sollte jedem klar sein der einen Saab oder Volvo fährt.“

        Noch immer verkaufen der VW-Konzern und andere Neuwagen, die manch älterem Schweden hinterherhinken.
        Da fällt es schon auch schwer, nicht vehement zu widersprechen. Die Form sollte freilich gewahrt bleiben …

  • 18. Juli 2018 um 7:22 PM
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    Ich habe bei meinem 900II Turbo (Jg.97) schon vor ca. 4 Jahren Stahlflexbremsleitungen vorn und hinten montiert gehabt. Mit sehr positivem Ergebnis beim Bremsen und ohne „Nebenwirkungen“. Bei der ersten Fahrzeugprüfung nach dem Umbau, waren die Leitungen kein Thema. Bei der nächsten Fahrzeugprüfung nach 2 1/2 Jahren waren die Leitungen bei der Prüferin das Thema. Dabei habe ich die Vorzüge der Leitungen angepriesen und das ich bessere Bremswerte und keine Probleme damit habe. Ausserdem war es ein Markenprodukt, bei dem die Verwendung für den 900er explizit ausgewiesen wurde.
    Frau Prüferin untersagte mir die weiterverwendend der Stahlflexleitungen mit den Begründungen: nicht Typengeprüft (in der Schweiz) und das ABS könnte nicht mehr richtig funktionieren!
    Ich musste wieder zurück rüsten. Seither bin ich auf der Suche nach Leitungen die unserer Kantonalen Fahrzeugprüfbehörde genehm sind.

  • 19. Juli 2018 um 11:01 PM
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    Es steht doch ausser Frage, dass die Bremse des YS3D schon zu „Lebzeiten“ keine Anker war. Aber welche Moeglichkeiten hat man wenn man wieder von 17″ auf 16″ zurueck ruestet? Stahflexleitungen alleine sind auch kein Allheilmittel und verbessern meist nur Druckpunkt und Dosierbarkeit, bei Motorraedern ja schon immer ein beliebtes Tuningteil. Nur mehr Bremskraft gibt es damit auch nicht. Aber groesserer Abstand zum Vordermann ermoeglicht bessere Aussicht und Genuss 😉

    • 20. Juli 2018 um 1:58 PM
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      Ich glaube, man sollte eine wichtige Unterscheidung in die Diskussion einführen.

      Da ist einerseits das Gefühl des Fahrers beim Bremsen. Ist der Druckpunkt schwammig und der Kraftaufwand am Pedal hoch, hat man ein schlechtes Gefühl.

      Andererseits ist da die tatsächlich mögliche Bremsleistung des Fahrzeugs, wenn man beide Gefühle ganz einfach mal außer acht lässt und ganz kräftig in die Eisen steigt. Ein Lieblingsthema bei jedem Fahrsicherheitstraining!

      8 bis 9 von 10 Teilnehmern fällt die Kinnlade auf den Boden, wenn der Coach deren Auto etliche Meter früher zum stehen bringt, obwohl es dem Coach ja fremd und dem Teilnehmer wohlbekannt ist. Der menschliche Faktor gilt als eines der besten Upgrades in puncto Bremsleistung und Bremsweg.

      Gefühl und Technik liegen da teils sehr, sehr weit auseinander. Auch nicht mehr ganz junge SAAB haben ja nicht grundlos ABS. In aller Regel reicht die Anlage, dass bei einem beherzten Tritt (in das möglicherweise schwammige und widerborstige Pedal) die Räder zuverlässig blockieren würden, wenn kein ABS an Board wäre.

      Aber zurück zum Gefühl. Es ist ja okay, ein gutes Gefühl haben zu wollen …

      Ja, beim Druckpunkt hilft Stahlfex! Ja, beim Kraftaufwand am Pedal bringt Stahllex wenig. Wenn man keine größere Anlage verbauen will oder kann (Felgengröße), bleibt nur noch der Reibungskoeffizient zwischen Scheiben und Belägen. Meines Wissens vertreibt MapTun Bremsen und Beläge, die genau das leisten sollen …

      Einen erhöhten Reibungskoeffizienten (gegenüber dem Original) konnte man sich sogar mal in zwei Stufen aussuchen. Von moderat besser bis recht giftig zupackend. Zumindest war das vor ein paar Jahren noch so. Ich weiß, dass mein Service des Vertrauens dies für andere Kunden umgesetzt hat. Es müsste in D also theoretisch möglich und TÜV-Konform sein.

      Da geht bestimmt was! Wenn Wünsche offen sind, dann einfach mal online bei MapTun schauen und den Vertrauten persönlich konsultieren. Wenn das alles nichts ergeben sollte, dann bleibt nur noch Training …

  • 21. Juli 2018 um 10:50 AM
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    Ich verwende greenstuff-Beläge. Da gibt es unterschiedliche Reibungskoeffizienten (greenstuff, redstuff). Dazu habe ich Powerdisk-Bremsscheiben. Mit dieser Kombination bin ich sehr zufrieden, insbesondere wenn ich mehrmals hintereinander stark bremsen muss und das Fading deutlich geringer ausfällt als früher. Aber: Grundlage des Ganzen ist eine veränderte Bremsanlage. Ich bin da den billigsten möglichen Weg gegangen und habe aus einem verunfallten 2005er 3,0 TID die Bremsanlage übernommen. Die größere Bremse vorne ist hitzestabiler und die innenbelüftete Bremse hinten ist wunderbar, wenn ich mit dem Wohnwagen unterwegs bin. Über einen schwammigen Druckpunkt habe ich mir bisher nur im Rennmodus Gedanken gemacht.
    Ach ja: Ich fahre einen 2009er 9-5 1,9 TID Kombi Griffin, ein wunderbares Auto.

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