3 Neuwagen für die Wunschliste

Lust auf Neuwagen? Und kein Verlangen,  ein Mainstream-SUV neben dem Saab im Carport zu parken? Glücklicherweise gibt es Alternativen ! Eine – zugegeben sehr subjektive – Auswahl von drei Versuchungen, die kein bisschen langweilig sind und die neben einem Saab eine gute Figur machen.

Subaru BRZ
Subaru BRZ. Bild: Subaru

Subaru BRZ

Wäre nicht der Bilster Berg gewesen, ich wäre nie im Leben auf den BRZ gekommen. Warum? Vielleicht,  weil man ein so lässig-sportliches Coupé nicht bei Subaru suchen würde. Seitdem geht der kleine Sportler mir nicht mehr aus dem Sinn. Er hat sich in mein Hirn gefräst, und das könnte vielleicht Folgen haben. Heckantrieb, Leichtbau, Boxermotor, niedriger Schwerpunkt. Der Subaru bringt mit,  worauf es ankommt. Am Morgen damit ins Büro fahren, am Abend auf dem Nachhauseweg dann mit Lust Umwege über kleine, kurvige Landstrasse nehmen.

Subaru BRZ
Subaru BRZ. Kleine, feine Fahrmaschine. Bild: Subaru

Der BRZ hat keinen Turbo, sondern einen 2 Liter Boxer, der seine Kraft aus hohen Drehzahlen holt. Das 6-Gang Getriebe schaltet sich knackig, die Straßenlage ist phänomenal. Der BRZ bringt zurück,  was ursprünglich den Spaß am Autofahren ausmachte. Seine 200 PS reichen aus,  um viel stärkeren Fahrzeugen auf der Landstrasse das Heck zu zeigen.

Eigentlich gebührt Subaru eine Verdienstmedaille für den Mut, die Klasse der kleinen, bezahlbaren Sportler wiederbelebt zu haben. Der coole BRZ ist Understatement, Spaß ohne Reue und bezahlbar. Würde ein Porsche- oder Lotus-Label auf seiner Motorhaube kleben, er wäre etliche Scheine teurer.

Alpine A110

Eine Legende neu zu beleben ist schwierig. Volkswagen erlebte ein Waterloo mit dem Beetle, bei Fiat funktionierte es dagegen mit dem 500. Renault hat sich an die 1955 gegründete Marke Alpine gewagt, und die Operation riecht verdächtig nach Erfolg. In Dieppe, der ursprünglichen Heimat von Alpine, läuft der Nachfolger der ersten A110 vom Band. Wie beim BRZ setzt die A110 auf klein, fein, leicht. Preislich und mit der Leistung von 250 PS liegt die Alpine mit knapp 58.000 € weit über den rund 35.000 € teuren BRZ.

A110
Die Legende kommt zurück. Alpine A110. Bild: Renault

Die Franzosen machen beim Neustart alles richtig. Die auf 1955 Exemplare limitierte Erstausgabe ist seit Ewigkeiten ausverkauft. Wer bestellt und anbezahlt hat,  muss geduldig warten, denn die Produktion wird nur sehr langsam hochgefahren. Am 28. Juni rollte die Nummer 1.000 von den Bändern in der Normandie. Bis die Einstiegsversion auf dem Markt kommt,  könnte es nach Insidern noch 1 bis 2 Jahre dauern. Immerhin: Reservierung ist möglich, 2.000 € Anzahlung ist dann fällig.

In Frankfurt wird ein Alpine Stützpunkt in der Klassik Stadt entstehen, nahe bei Saab Service Frankfurt. Und zufällig, ganz unabhängig davon, soll unser nächster großer Familienurlaub in die Normandie führen.

Zwei Vorschläge, zwei Sportwagen. Zu eng, zu sportlich? Bleiben wir in Frankreich, denn die Autoindustrie des Landes besinnt sich auf ihre alte Stärke und liefert feine Gourmetware als Alternative zum deutschen Premium-Eintopf.

Peugeot 508
Oh ja: Große Heckklappe und durchgehende Blende. Kennen wir doch. Bild: Peugeot

Peugeot 508

Die Neuauflage des Peugeot 508 könnte als eine gallische Saab 9000 Reinkarnation durchgehen. Auf den ersten, flüchtigen Blick zumindest. Eine durchgehende Heckblende,  wie man sie vielleicht auch 2018 am Zeichenbrett in Trollhättan entworfen hätte, garniert mit einer großen Heckklappe. Ausserdem: Unter der Haube arbeitet derselbe 1.6 Liter Turbo Benziner mit bis zu 225 PS, den wir auch im Saab 9-3 III, der nächsten 9-5 Generation und dem 9-4x Nachfolger bekommen hätten. Inklusive einer 8-Gang Automatik von Aisin.

Die Peugeot Schrägheck-Limousine ist schön gezeichnet und rein optisch eine Versuchung wert. Das Bedienkonzept im Innenraum aber, mit dem kleinen und seltsam positionierten Lenkrad, ist zumindest merkwürdig. Folgt da die Form noch der Funktion, oder ist es Design lediglich,  um Andersartigkeit zu manifestieren?

Da hilft nur der Weg zum nächsten Peugeot Stützpunkt. Anschauen, fühlen, vielleicht zur Probe fahren. Oder vielleicht doch die feine Fahrmaschine von Subaru oder die rückkehrende Legende aus der Normandie? Die Frage ist schwierig, denn es gibt eine vierte Alternative. Einen alten Saab kaufen, restaurieren, ebenfalls Spaß haben. Kostet am Ende vielleicht sogar viel weniger Geld und ist nachhaltig.

43 Gedanken zu „3 Neuwagen für die Wunschliste

  • 11. Juli 2018 um 12:39 PM
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    Peugeot finde ich in letzter Zeit auch gar nicht schlecht als mögliche „Alternative“ (SUV, Kombi, 5008; und besonders wegen Innenleben und vor allem auch der Mittelkonsole!!!)! 🙂
    Die Konzernschwester Citroen/DS finde ich hingegen (u.a. wegen zu viel Firlefanz innen) in letzter Zeit leider nicht mehr so dolle.

    Mit Subaru könnt ich mich pers. eher gar nicht anfreunden.
    Subaru soll ja aber keine ganz soooo schlechte Marke sein … nur etwas weniger wahrgenommen in D.
    Den BRZ finde ich von aussen zwar ganz schick, aber ich mag ihn innen nicht sooo sehr. … und ist eben ein Sportflitzer …

    Ein(e) Alpine ist natürlich was ganz feines (aber für solche Sportwagen bin ich wohl leider zu „spießig und behäbig“)! 😉




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  • 11. Juli 2018 um 12:45 PM
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    Ja! eine alten Saab kaufen ist nicht nur doch die schönsten Lösung, sondern weit nachhaltiger und – da ist so: kostet selbst mit allen Reparatur- und Instandhaltungsperspektiven letztlich weniger….




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    • 11. Juli 2018 um 6:47 PM
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      Derzeit four thumbs up. Nill down.

      Wer wollte da widersprechen? Es wäre wohl eine online suicide mission …

      Ich traue mich trotzdem mal, einen vorsichtig formulierten Einwand zu platzieren. Autos werden ab einigen (spätestens 10) Jahren nicht mehr billiger. Der jährliche Wertverlust mag ja immer stärker gen null tendieren, aber dafür nehmen die Instandhaltungs- und Reparaturkosten überproportional zu und die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs nimmt ab …

      Eine Wertsteigerung ist in aller Regel nach 9, 10 oder 11 Jahren hingegen noch in weiter Ferne. Das mag bei SAAB etwas anders sein. Das variiert aber auch sehr stark je nach Modell und Ausstattung.

      Kurz: die Aussage, man könne JEDEN, wirklich jeden SAAB „letztlich weniger“ kostenintensiv und nachhaltiger bewegen, als irgendein anderes Auto, ist mir zu pauschal und ich halte sie für vollkommen falsch.




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  • 11. Juli 2018 um 12:58 PM
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    Der Tom bringt mich ins Grübeln 😉 Den BRZ hatte ich nie auf dem Radar, bis er auf dem Bilster Berg war. Seit dem hätte ich auch Appetit darauf. Wäre mal was sportliches, so lange man noch Spaß haben darf und es nicht verboten wird. (Kommt bestimmt!) Die Alpine ist lecker, der Peugot interessant. Schwierig…




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  • 11. Juli 2018 um 1:13 PM
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    Die Gedanken sind ja frei… ;-), und dass ist auch gut so!
    BRZ, aus dem Alter bin ich raus 😉 und „vernunftgesteuert“, kein Thema mehr.
    Die/der (?) ALPINE war für mich immer eine Versuchung wert…, doch HEUTE macht mir das PKW-Nutzen keinen Spass mehr: voll, Stau, genervte Zeitgenossen, ROT ist mittlerweile „nur“ noch eine Empfehlung etc.
    Bleibt der Peugeot: als alter 504 TI-Nutzer in den 80-zigern sicher eine Option, wenn ich ein Fahrzeug gebrauchen würde…, aber ich schränke die PKW-Nutzung gerade massiv ein und nutze zunehmend meine eigene Kraft und Möglichkeit! 🙂

    Trotzdem Tom, ein Artikel der die Sinne öffnet!




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  • 11. Juli 2018 um 1:19 PM
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    Rein subjektiv betrachtet finde ich den Jaguar XE und den neuen Volvo S60 ganz interessant…




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  • 11. Juli 2018 um 1:47 PM
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    Wenn die Familie nicht nur aus Tom und einem Zwergpinscher besteht ist mit der Alpine oder dem BRZ der „große Familienurlaub“ wohl eher Utopie 😉
    KIA Stinger wäre noch eine Alternative, ebenfalls mit großer Heckklappe.




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    • 11. Juli 2018 um 2:03 PM
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      Das ist das Privileg eines größeren Fuhrparks. Dann darf man das 😉




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      • 11. Juli 2018 um 2:24 PM
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        Ok, ich dachte der Neuerwerb solle so etwas wie ein „Hauptauto“ werden. Das erklärt dann natürlich auch die wirklich gegensätzlichen Konzepte der zur Auswahl stehenden Fahrzeuge.




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        • 11. Juli 2018 um 3:22 PM
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          Der Hauptgedanke geht in Richtung Spaß. A110 oder BRZ, als Ergänzung zu den Saabs. Der 508 wäre eine ganz andere Geschichte, und dann wohl ein „Hauptauto“. Aber im Moment sind es wirklich nur Gedankenspiele.




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    • 12. Juli 2018 um 6:01 PM
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      Jupp, das kann ich unterschreiben, habe den Stinger V6 Bi-Turbo mal probegefahren (was ich sonst so gut wie überhaupt nicht mache, aber auf den war ich neugierig). Huuui, ging der ab! Alles auf recht hohem Niveau, lediglich die qualitativ „letzten Details“ bekommen andere dann doch noch etwas besser hin (aus eigener Erfahrung Audi A5 Sportback) – angesichts des Preises aber eigentlich kaum zu toppen!




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  • 11. Juli 2018 um 1:52 PM
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    Subaru habe ich ja als Revierfahrzeug im Hinterkopf, aber Leidenschaftslos. Vor SAAB waren meine Autos, mir zwar gefällig, eher nach Zweck und Preis-Leistung gewählt. Äußerlich ist der eine oder andere Wagen dabei denn ich ganz nett finde aber spätestens wenn ich mich reinsetze und den Innenraum sehe vergeht es mir wieder. Ich mag keine Displays und Touchpads anstelle von Instrumenten und Schaltern. Wo ich doch seit über 20 Jahren in der IT-Branche bin … 😉




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    • 11. Juli 2018 um 2:01 PM
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      Das Problem kenne ich. Die aktuelle Display Flut, siehe Audi Q8 mit mittlerweile 3 Displays, ist abschreckend. Aber China will es so. Ich nicht.




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      • 12. Juli 2018 um 6:21 PM
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        Ok, grundsätzlich bin ich bei euch, aber ich muss dann doch mal eine Lanze brechen für „deutsches Premium“ (schrecklich, diese Einteilung, ich weiß) – fahre aktuell einen Audi A5 Sportback (dienstlich) – und ich habe bewusst auf das „Virtual Cockpit“ verzichtet – obwohl ich auch aus der IT komme :-). Also, schön analoge Armaturen, helles Leder, Holz, Gotland-grünmetallic – alles ganz wie bei meinem alter 9-5 Aero – und eine große Heckklappe hat er auch noch! Fährt sich sehr kommod! Der Peugeot ist ganz ok, aber optisch gefällt mir der A5 oder auch ein Jag oder ein Maserati (gebraucht nicht soooo teuer!) immer noch besser – Geschmackssache! Und für die schönen Stunden in der Freizeit habe ich dann eben noch meinen offenen 9-3 I Aero…




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  • 11. Juli 2018 um 2:15 PM
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    Hmm – in der Tat leckere Alternativen. Der BRZ ist schon genial – aber bringt das breite Grinsen nur dann zwischen die Ohren wenn man den Drehzahlbereich auch tatsächlich ausnutzt. Im Alpine zaubert sogar das Cruisen ein Lächeln aufs gesicht – selbst in freier Wildbahn gesehen aber noch nicht erlebt. Von daher kommt das dem Erlebnis des Saabfahrens vermutlich schon recht nahe: je nach Bedarf oder Gemütslage Gleiten oder ziemlich zügig voran kommen und sich stets sicher und Herr der Lage fühlen (oder in ebendiesem Glauben wähnen). Der Peugeot macht von außen definitiv keine schlechte Figur – aber da mußt jeder für sich selbst entscheiden ob er sich drinnen ebenfalls wohl fühlt…
    Von den drei zur Auswahl gestellten ist dann sicherliche der oder die Alpine das leckerste Angebot. Vielleicht ist aber auch etwas anderes reizvoller: Kauf und Aufbau eines normalgepflegten (also quasi vernachlässigten) 9-3 Viggens bis hin zur von dir erwarteten Perfektion – das sicherlich den Preisrahmen des BRZ sprengen verspricht aber vom möglichen Fahrspasserlebnis ein dauerhafteres Grinsen im Gesicht und sicherlich fällt da dann noch die ein oder andere Story im Blog dabei ab…




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  • 11. Juli 2018 um 2:53 PM
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    Der 508 ist schon ein sehr schönes Auto und der Kombi wird wohl noch schöner sein. Was den noch schmackhafter macht und ich nicht wusste, ist die Angelegenheit mit dem Motor. Wie kann es sein, dass dort die gleichen Motoren eingebaut werden wie bei den nicht mehr erschienen neuen Modellen von Saab? Da ist mir was entgangen! Lieber Tom, könntest Du mir dass erklären? Danke.




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    • 11. Juli 2018 um 3:20 PM
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      Gerne! Der 1.6 Liter wäre aus der Kooperation PSA/BMW gekommen. Saab interner Code: N18. Ende 2012 wäre er im 9-3 III (Fenix), MY 2014 im 9-5, und zum MY 2016 im 9-4x (Fenix) gekommen und hätte alle 2.0 Liter Turbo Benziner ersetzt.




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      • 11. Juli 2018 um 9:49 PM
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        Danke für die Aufklärung! Die Zukunft muss natürlich noch zeigen ob die genauso zuverlässig laufen wie der B 206 in meinem Aero. 😉




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        • 12. Juli 2018 um 10:05 PM
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          Lieber Zsolt, danke für das Anstoßen der Erklärung!
          Der B206 ist wahrscheinlich nicht im Aero. B206 = B204 ohne Ausgleichswellen, wohl nur in Europa im 902 kurzfristig erhältlich (Quelle: Wiki EN zum Saab H-Engine)




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          • 14. Juli 2018 um 8:37 PM
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            B207! Entschuldigung!




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  • 11. Juli 2018 um 5:59 PM
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    Tom, ich kann das nur bestätigen, der BRZ ist eine Granate, besonders zum driften bestens geeignet. Ich habe seit 2012 selbst diesen Wagen. Fahrspaß pur. Da klappert nichts, da geht nichts kaputt, nur tanken, neue Reifen und Inspektion! Anstelle des Peugeot 508 kann ich Dir nur meinen Subaru WRX STI wärmstens empfehlen, ein 2010-Modell. Peugeot hat bei mir leider keinen Stellenwert! Die Alpine A 110 sehr schön, aber auch relativ eng für große Leute. LG




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  • 11. Juli 2018 um 6:13 PM
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    Die Faszination des Subaru BRZ leuchtet mir sofort ein!

    Ein Boxer und ein auf hohe Drehzahl ausgelegter Sauger sind heute in etwa so exotisch, wie es einst die SAAB-Turbos waren. Der Turbo ist längst Mainstream. Das spricht für das Konzept und ist vielleicht dem einen oder anderen SAAB-Ingenieur eine späte Genugtuung und Bestätigung …

    … sofern die frühen Turbo-Väter und Großväter überhaupt noch leben und das zur Kenntnis nehmen.

    Ein Turbo ist aber auch ein komplexes und empfindliches Teil im Motormanagement, erfordert zusätzliche Schläuche und By-Pass-Ventile (die altern, rissig werden, bzw. brechen) und auch der Lader selbst hat in aller Regel eine deutlich kürzere Lebensdauer als der Motorblock.

    Bei meinem jüngsten SAAB ist jedenfalls schon längst der zweite Lader drin und das By-Pass-Ventil war auch schon mal gebrochen. Bei bis dato knapp 120.000 Km gehen somit zwei Drittel aller Pannen direkt oder mittelbar auf die (ansonsten ja sehr innovative, effektive und effiziente) Zwangsbeatmung zurück.

    Das Grundprinzip eines Boxers erfordert zunächst mehr Bauteile als ein Reihenmotor. Allerdings ist der Massenausgleich in einem Boxer bereits per se perfekt. SAAB hat ab dem 9000 seinen Reihen-4-Zylindern mit viel technischem Aufwand die Laufruhe eines 6-Zylinder-Reihenmotors aufgezwungen. Sogar die deutsche Motorpresse war in diesem Punkte voll des Lobes.

    Derart laufruhige und potente 4-Zylinder hatte die Welt bis dahin nicht gesehen. Mit Turbo und zwei gegenläufigen Ausgleichswellen gehörten sie aber auch zu den komplexer konstruierten Aggregaten. Positiver ausgedrückt: Es waren wohl mit die fortschrittlichsten 4-Zylinder am Markt.
    Ob so ein Aggregat am Ende tatsächlich noch mit weniger Bauteilen als ein Boxer auskommt, müsste man allerdings mal anhand der Explosionszeichnungen nachzählen und nachvollziehen.

    Möglicherweise gilt ja auch hier, dass vielleicht nicht alle Wege nach Rom führen, aber zumindest mehr als einer. Und da scheint mir der Subaru BRZ einen möglichen Weg abseits des Mainstreams zu beschreiten. Das ist natürlich sehr sympathisch und auch technisch interessant …

    Genau so hat SAAB es ja auch mal gemacht. Zur jeweils gegebenen Zeit liegen sie jedenfalls beide abseits des Mainstreams. Es gibt also mindestens so etwas wie den kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen Subaru und SAAB. Es ist die Bereitschaft, eigene Wege zu gehen. Immerhin …




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    • 12. Juli 2018 um 9:30 AM
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      Bei 120000km schon der zweite Lader? Das ist allerdings recht ungewöhnlich wenn man mal nicht von einem „Bedienfehler“ ausgeht. Bei meinem 9-3I war bei ca. 300000km der erste Lader fällig, den 9k habe ich mit 270000km verkauft (1. Lader noch ok), beim 9-5 wurde bei ca. 210000km der Lader vom Vorbesitzer gewechselt und beim 901 habe ich bei 220000km den Lader rausgeschmissen. Nicht weil es notwendig war, sondern weil ich einen größeren mit mehr Dampf wollte. Unsere Volvos (Diesel, ist nicht zu 100% vergleichbar) waren bzw. sind noch jenseits der 300000km mit der ersten Laderbestückung unterwegs.




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      • 12. Juli 2018 um 3:23 PM
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        Wie definiert man „Bedienfehler“ bei einem Lader?

        Der SAAB-Servicepartner des Vertrauens fragte mich, ob ich möglicherweise gerade beschleunigt hätte (was stimmte). Weiterhin wollte er wissen, ob das Fahrzeug dabei eingefedert hätte, ob ich vielleicht über eine Bodenwelle gefahren sei. Vielleicht eine eher langgezogene auf der Autobahn, die nicht sichtbar und nicht ausgeschildert gewesen sei …

        Es stimmte alles. Aber woher wusste er das ? ? ?

        Er erklärte mir, dass das ständig vorkommen würde. Bei Bodenunebenheiten würde auch die Ölversorgung des Laders absacken. Blöd, wenn der dann gerade auf Hochtouren und plötzlich ungeschmiert auf 22.000 U/min läuft …

        Inzwischen kenne ich die Bodenwelle und gehe vorher vom Gas. Inzwischen weiß ich auch um die beschriebene Schwäche. Aber war das vorher ein „Bedienfehler“? Ich denke, nein!

        Warum sollte ein Motor hinter dem Fahrwerk dermaßen weit zurückstehen? Es macht doch gar keinen Sinn, ein Auto zu bauen, das problemlos und spurtreu über eine Bodenwelle kommt, dabei aber wichtige Komponenten des Antriebs schwächt oder gar spontan und komplett zerlegt.




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        • 12. Juli 2018 um 4:35 PM
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          Mit „Bedienfehler“ meinte ich einem Lader im kalten Zustand vollen Ladedruck abzufordern und ihn rotglühend einfach abzustellen. So killt man eben jeden Lader nach kurzer Zeit.

          Ich versuche mir gerade vorzustellen wie durch eine Bodenwelle o.ä. die Ölversorgung einbricht…zumal das Teil an einem Strang mit der restlichen Ölversorgung des Motors hängt. Da müsste dann auch ein Schaden entstehen. Bei einem gesunden Motor ist der Öldruck in der Regel mehr als ausreichend und das Öl „schwappt“ ja nicht nur leicht durch die Leitungen…die sind nicht umsonst aus Metall.

          Wie auch immer, es war aber nicht das was ich mit „Bedienfehler“ meinte.




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          • 12. Juli 2018 um 8:34 PM
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            Als die Bodenwelle kam, war der Wagen weder rotglühend abgestellt noch kalt, sondern mit 200 Km/h unterwegs und bereits knapp 200 Km am Laufen. Mit idealer Temperatur und auch sonst unter Bedingungen, die ich für vollkommen normal hielt.

            Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Und warum die Ölversorgung des Laders unter einer Bodenwelle leiden sollte, leuchtet auch mir nicht ein …

            Es war aber erstaunlich, wie ansatzlos mir die zutreffende Analyse der Fahrsituation (welche dem Schaden tatsächlich unmittelbar voraus ging) mitgeteilt wurde. Da muss schon auch etwas Richtiges dran sein. Zumal der Service des Vertrauens sich auf Erfahrungswerte berief …




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          • 12. Juli 2018 um 9:04 PM
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            Da mich die Software hier nicht auf den letzten Beitrag antworten lässt: Wie gesagt, einen „Bedienfehler“ hatte ich bei jemandem der offensichtlich nicht erst seit gestern einen Turbo fährt eigentlich ausgeschlossen.
            Ganz generell, unabhängig von der hier geschilderten Situation, aber eine Möglichkeit für ein stark verkürztes Laderleben.




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          • 13. Juli 2018 um 10:52 AM
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            Wie gesagt, der SAAB-Service-Partner war da sehr spezifisch und präzise …

            Es geht nicht um Kopfsteinpflaster, Schotterpisten oder Schlaglöcher. Ein Rumpeln im Fahrwerk ist überhaupt kein Problem für den Lader und seine Ölversorgung.

            Ausschließlich lange und tiefe Bodenwellen, in denen das Fahrzeug insgesamt absackt und tief einfedert können die Ölversorgung des Laders unterbrechen. Und das wohl auch nur dann, wenn das Fahrzeug gleichzeitig gefordert wird (Beschleunigung/hohe Drehzahl des Motors).

            Das kommt auf deutschen Autobahnen (ohne Tempolimit) aber offenbar ab und an mal vor, denn das Problem war ja bekannt. Ich war da weder Erst- noch Einzelfall.

            Und wenn ich so darüber nachdenke, dann leuchtet mir diese Erklärung auch technisch ein. Ausreichender Öldruck und Metallleitungen sind ja schön und gut, aber ein Motor ist ja nicht randvoll mit Öl. Da ist ja auch Luft im System. Und die ist nunmal leichter. Die geschilderte (und vom Service präzise analysierte) Fahrsituation scheint mir da schon geeignet, das Öl nach unten zu drücken und den Lader im falschen und entscheidenden Moment kurz zu „trocknen“.

            Insofern war das auch tatsächlich ein „Bedienfehler“. Um ihn zu vermeiden hätte ich aber von dem Problem wissen und die Bodenwelle sehen oder bereits kennen müssen. Hätte, hätte, hätte …

            Ich mache mir da keine Vorwürfe. Auch dem Auto nicht. Aber zu meiner Aussage, dass ein Lader oftmals nicht so lange hält wie der Motor, stehe ich. Und wenn ich recht verstehe, teilen wir diese Erfahrung (wenn auch mit unterschiedlichen Autos und Laufleistungen …).




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        • 12. Juli 2018 um 6:29 PM
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          Oha, das habe ich auch noch nicht gehört – interessant und gut zu wissen!




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  • 11. Juli 2018 um 6:19 PM
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    Ich stelle mir gerade unseren Caravan-Tandem hinter der A 110 vor…
    Tolles Auto mit Charakter und Stil, aber nur begrenzt als Alltagsauto nutzbar.

    Gruss

    Linus




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  • 11. Juli 2018 um 10:56 PM
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    Das sind schon interessante Fahrzeuge. Für mich persönlich würden diese nicht in Frage kommen. Da ich dienstlich alle 3 Jahre ein neues Fahrzeug aussuchen muss, suche ich derzeit eine Alternative zum V70, da der V90 derzeit wesentlich zu abgehoben ist (von den Preisen). Die Interessanten Fahrzeuge kommen für mich derzeit von Kia mit dem Stinger, aber auch dem Kia Optima. Mal sehen was es wird




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  • 12. Juli 2018 um 11:07 AM
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    Ich hätte es zwar nicht gedacht, aber auf meinem Radar ist der neue „amerikanische“ Volvo S60 mit interessanter Technik (u.a. mit „double wishbone“- Fahrwerk…) aufgetaucht. Der Peugeot ist aber auch wirklich schick geworden.
    Die Alpine finde ich spannend. Wäre bei mir ein enges Kauf- Duell mit einem Alfa Romeo 4C.




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  • 12. Juli 2018 um 12:15 PM
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    Der BRZ auf den zweiten Blick:

    Er ist günstig zu haben und sein Äußeres ist wohltuend schlicht. Das technische Konzept ist anders und spannend. Aber ein Blick in die technischen Daten dämpft bei mir dann doch Faszination und Interesse …

    Dass mein 9-5 SC (2,0t gehirscht) auch nicht mehr verbraucht, eine höhere Geschwindigkeit erreicht und dem kleinen BRZ selbst von 0 auf 100 an der Stoßstange klebt, irritiert mich dann ja doch etwas …

    Schon sein Vorgänger (ein 9000) konnte das. Immerhin sämtlich ausgewachsene Pkw mit 5 Sitzplätzen und einem deutlich größeren Kofferraum. Da hat SAAB wohl schon vor langer Zeit sehr viel richtig und richtig gut gemacht …

    Es gibt deutlich leichtere und agilere Zweisitzer als einen BRZ, die mehr leisten und zudem auch noch weniger verbrauchen. Der „Mehrwert“ des BRZ muss ganz woanders und abseits der technischen Daten liegen …

    Möglicherweise ist es (mal abgesehen vom günstigen Preis) ja gerade der Verzicht auf ein komplexes Aggregat? Der Verzicht auf Leichtbau? Vielleicht müsste man ihn selbst ganz einfach mal fahren, um ihn wirklich zu verstehen?




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    • 12. Juli 2018 um 1:29 PM
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      Der BRZ ist bezahlbarer Leichtbau und, durch den extrem niedrigen Schwerpunkt, faszinierende Strassenlage. Und ein toller Hochdrehzahl Boxer. Ein Auto für die Landstrasse, für schnelle Kurven. Nicht für Höchstgeschwindigkeit. Da muss man ernsthaft umdenken, lieber Herbert. Wobei: Eine im Gewicht noch mehr reduzierte Version wäre toll. Weniger ist eben meistens mehr.




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      • 12. Juli 2018 um 4:22 PM
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        Ja Tom, ich glaube, ich sollte Herbert mal meinen BRZ mit 280 PS leihen? Dann auf die Nordschleife, er mit seinem gehirschten 9-5-Untersteurer, da trennt sich ganz schnell die Spreu vom Weizen! Leistungsmäßig sollten sie schon um objektiv zu sein, gleich sein. Die beiden Autos sind vom Typ her gar nicht zu vergleichen, oder? Unterschiedlicher gehts kaum. Weiter so. PS: Übrigens, ich fahre seit 17 JAhren neben Saab ( 53 Jahre) auch 6 Subarus . LG




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        • 12. Juli 2018 um 6:54 PM
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          Ist das ein ernst gemeintes Angebot?
          Dann nehme ich selbstverständlich an ! ! !

          Mir ist schon auch klar, dass ein BRZ auf einer gesperrten Straße Spaß machen wird. Insbesondere wenn er nicht der Serie entspricht, sondern 280 PS hat.

          Nur allzu gerne fahre ich mal mit einem knackigen 6-Gang-Getriebe, niedrigem Schwerpunkt, kurzen Überhängen, Heckantrieb und 400 bis 500 Kg weniger die Nordschleife. Selbstverständlich hält da keine Chrombrille mit …

          Der Punkt ist aber ja ein anderer: Was ist eine gute Alternative zu oder eine gute Ergänzung für die SAABs auf dem Hof?

          Und da fallen mir schon auch andere Autos ein. Ein BRZ kann eine Ergänzung sein, ist aber auch ganz sicher nicht die einzig mögliche …




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  • 12. Juli 2018 um 2:21 PM
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    Bei mir gibt es überhaupt keine „Lust auf Neuwagen“ mehr. Schon allein wegen der ganzen Displays und Touchscreens und der überbordenden (IT-)Technik nicht mehr. Hab inzwischen auch die ams abbestellt (die ich in den letzten Jahren ohnehin kaum noch gelesen hatte)…

    Ich gehe eher den umgekehrten Weg. Nach einer 9-5 Chrombrille (mein letzter Neuwagen) gab es einen 9-5 Aero von 2004 und der nächste „Hauptwagen“ wird voraussichtlich ein 9000 Aero von 1996 sein. Weniger aus Kostenüberlegungen oder „ideologischer“ Motivation (Nachhaltigkeit), sondern weil mir die alten Autos als Alternative zu den neueren meist Mainstream-Modellen mit gefühlt 100 Variationen (Nischen) zunehmend besser gefallen. Müsste es mal was noch größeres sein, würde es ein „alter“ BMW 7er (E38) oder ein „klassischer“ Jaguar XJ (X350) werden. Daneben fahre ich als Zweit- bzw. Drittfahrzeug noch ein 9-3I Coupé aus 2001 und ein 900I Cabrio aus 1992, die ich beide so lange wie möglich erhalten und behalten werde.




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    • 12. Juli 2018 um 11:38 PM
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      Tom7346, ich schließe mich dem an: „Neuwagen“ interessieren mich nicht mehr!

      Ich arbeite in der Nähe einer großen Sixt-Vertretung, und was ich dort sehe sieht fast alles gleich aus, Jaguar zu BMW, Audi und Daimler, dazwischen Kia und Volvo… es ist erschreckend langweilig, zumal ich für gelenkfreundliche SUVs viel zu jung bin.

      Mein eigentliches Hauptproblem mit den Wagen ist aber, daß sie mir kein Gefühl vermitteln: Fahrspaß ist für mich weniger Vollgas-Beschleunigung auf der AB oder an der Ampel (2-5x spaßig, dann öde), erst recht keine Elektronik-Spielerei (1x lustig, dann fad), sondern der Grenzbereich in Kurven, und den erreiche ich mit den heutigen Robotern erst weit jenseits von StVO und Vernunft. Ein Wagen der 70er, 80er oder 90er fängt bereits an zu scharren, bevor die heutigen ihre Dämpfer verstellen; und wenn man mal einfach von A nach B kommen will, dann läßt man es eben ruhiger angehen und fährt den SUVs in den Kurven hinterher; und so fahre ich 25 tkm im Jahr.

      Saab 901 bis 931, E34 oder W126 sind auch so Autos, wie die von Dir erwähnten: Solide, spaßig zu fahren, und nach meiner unmaßgeblichen Meinung wesentlich individueller, zurückhaltender und stilvoller als jeder Nischenneuwagen.

      Oder wie Tom es sagen würde: Analog.




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  • 12. Juli 2018 um 3:38 PM
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    Wie ich schon schrieb, vielleicht muss man ihn fahren, um ihn zu verstehen?

    Aber gerade in puncto „(bezahlbarer) Leichtbau“ finde ich den BRZ von der Datenlage her enttäuschend. Über 1,2 Tonnen für zwei Sitze sind kein Leichtbau. Bezahlbar ja, Leichtbau nein!

    Weniger wäre da wirklich mehr. Es gibt Konkurrenten, die mit ähnlicher Leistung 2 Sekunden weniger von 0 auf 100 brauchen. Das sind Welten.

    Allerdings ist die bis zu 300 Kg leichtere Konkurrenz auch nicht so leicht zu bezahlen. Weniger ist mehr – kostet manchmal aber auch mehr – deutlich mehr …




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    • 12. Juli 2018 um 3:45 PM
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      Genau: Fahren um zu verstehen ist gut, macht Spaß! Die leichteren Konkurrenten spielen natürlich eine ganz andere Musik, ein kleiner Lotus ist viel extremer.




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  • 14. Juli 2018 um 9:16 AM
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    Mein Favorit für einen Neuwagen war bis gestern der neue DS7. Habe ihn mir angeschaut, aussen und innen tolles Auto, aber das Armaturenbrett ist einfach nur fürchterlich. Ganz schrecklich was da geboten wird, keine Übersicht, keine Gliederung und alles völlig überzeichnet.
    Ich bleibe bei meinen Saab 🙂




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    • 14. Juli 2018 um 10:10 AM
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      Sehe ich wie Du! Der DS7 hat mich am Anfang neugierig gemacht, aber das Design im Innenraum geht gar nicht. Zuviel Show, überhaupt nicht cool.




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