Diesel Fahrverbote. Die Plaketten-Republik.

Die Lage ist dramatisch. 300.000 gebrauchte Euro 5 Diesel stehen bei den Händlern auf Halde. Die Nachfrage im Inland tendiert gegen Null, nur beim Export geht etwas. Ausserdem fallen die Preise für Dieselfahrzeuge weiter. Leasingrückläufer sollen rund 15% unter den kalkulierten Restwerten liegen. Eine tickende Zeitbombe für Handel und Verbraucher.

Saab 9-5 Diesel
Saab 9-5 Diesel zum Verkauf in Freital. Zukunft: ungewiss. Foto Credit: Ronny

Das Drama, dessen Entwicklung alles andere als überraschend ist, nahm bereits 2008 seinen Lauf.  Mit der Luftqualitätsrichtlinie 2008/50/EG sollten die Lebensumstände der EU Bürger verbessert werden. Bessere Luft in den Innenstädten und Ballungsräumen, ein Plus an Lebensqualität. Eine große Chance und das Signal für einen Aufbruch in die Zukunft. Für die Politik die Möglichkeit,  Willen zur Gestaltung zu zeigen. Deutschland, das enorm reiche Land, welches das Auto quasi erfunden hat, hätte erneut wegweisend sein können. Ein Zukunftslabor, das nicht nur Hardware,  sondern komplette Lösungen liefert. Mobilität als Dienstleistung, das nächste große Ding für die Zukunft, mitten aus dem Herzen von Europa für einen besseren Planeten.

10 Jahre sind seitdem vergangen. Anstatt mutig und mit Visionen für die Zukunft Milliarden in die Zukunft des Landes zu investieren,  vertraute die Politik auf strengere Abgasnormen. Diesel wurden bis vor kurzem als alternativlos für das Erreichen der Umweltziele verkauft, das Internet als Neuland bezeichnet. Digitalisierung nur als Chance wahrgenommen. Schnelles Internet, das Rückgrat der digitalen Revolution, ist für viele Orte in Deutschland mehr Wunsch als Realität. Andere Länder machten es besser und haben Strukturen geschaffen. In Helsinki plant man unter anderem mit einer Flotte von autonomen Pods bis 2025, die britische Hauptstadt setzt auf elektrische Taxen und baut den emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr aus. Paris verbannt Verbrenner nach und nach aus der Metropole, und China ist ein großes Labor neuer Ideen.

Die Plaketten-Republik

Und Deutschland diskutiert. Über Plaketten, die blau sein könnten. Vielleicht sogar dunkelblau und hellblau, damit man zwischen Euro 5, 6 und 6d temp unterscheiden kann. Denn Euro 5 Fahrer, so fand es der ADAC heraus, könnten gegen eine freie Fahrt für Euro 6 Diesel klagen. Und würden wahrscheinlich gewinnen. Ein Euro 6 Diesel soll jenseits des Prüfstands genausowenig sauber sein wie ein Euro-5 Fabrikat. Plaketten haben in Deutschland eine gewisse Tradition. Wenn Politiker keine Ideen mehr haben, dann lassen sie uns Plaketten kleben.

Erinnert sich jemand an die Ozon-Plakette? Überflüssig, aber medienwirksam. Und dann die grünen, gelben und roten Plaketten. Für freie Fahrt durch die Umweltzone, oder eben auch nicht. Mit ihrer Einführung 2008 wurden Millionen von Dieselfahrzeuge entwertet, weil sie keine grüne Plakette bekamen. Eine Vernichtung von Volksvermögen, damals schon. Und Dieselfahrer sollten nicht sagen, dass sie nicht gewarnt worden seien.

Heute kann man in Videos verfolgen,  wie Euro 5 Diesel beim Verwerter landen. Gute Fahrzeuge, die noch 10 oder 15 Jahre unterwegs sein könnten. Hier wird nicht nur Vermögen vernichtet, hier wird auch der Umwelt ein schlechter Dienst erwiesen. Der Tausch eines älteren Diesels gegen ein neues, etwas weniger die Umwelt belastendes Fahrzeug nutzt alleine der Wirtschaft. Die Produktion eines Neuwagens verschlingt mehr Ressourcen als es der Umstieg von einem 5-jährigen Fahrzeug auf einen Neuwagen jemals wieder reinholen würde. Nachhaltigkeit und verantwortungsvoller Umgang mit Rohstoffen geht anders.

In den kommenden Wochen wird man sehen, ob es zu Fahrverboten kommt. Es bewegt sich viel, und es ist schwer,  den Überblick zu behalten. In der Politik scheint sich die Einsicht breit zu machen, dass es zu Hardwarenachrüstungen kommen muss. 70% der 15 Millionen in Deutschland zugelassenen Diesel waren im Jahr 2017 Euro 5 oder schlechter. Eine zu große Masse, um sie auf einen Schlag zu entwerten. Ausserdem, jenseits des Feldzugs gegen Dieselfahrzeuge, dämmert es langsam,  dass diese Antriebsart doch eine Zukunft haben könnte.

Der Diesel ist angeschlagen, sein Ruf vorerst ruiniert. Abschreiben sollte man ihn noch nicht. Denn die  Messungen für Fahrzeuge, die die Euro 6d Norm erfüllen, sind überraschend gut. Unter dem massiven Druck der Ereignisse bietet die Industrie nun scheinbar saubere Diesel an, welche die neuen Normen deutlich unterbieten können. Ein Misstrauen bleibt trotzdem. Sind die Neuen jetzt wirklich sauber? Oder wartet eine Abschalteinrichtung irgendwo in der Software auf Aktivierung?

Dieselbesitzer sollten abwarten

Im Moment herrscht Unsicherheit. Es gibt keine gesetzlichen Richtlinien für Nachrüstungen, der Gesetzgeber ist in der Pflicht. Erst wenn die Rahmenbedingungen stehen,  sollte man bewerten,  was ist. Die Preise für gebrauchte Saab 9-5 NG Diesel, die der Euro 5 Norm entsprechen, sind im Keller. Sie sinken weiter, und für Inzahlungnahmen werden geringe Preise genannt. Die Nachfrage nach einem 9-5 NG Diesel ist gleich Null. Kommt es zu einer Hardwarenachrüstung, steigen die Kurse wieder. Auszuschließen ist es nicht, die Diesel aus dem GM Konzern wurden auch im Opel Insigina verbaut,  und dort besteht ein hoher Nachrüstbedarf.

Wer einen Saab Diesel mit Euro 4 oder schlechter besitzt, sollte ebenfalls in Wartestellung bleiben. Fahrverbote sind das äusserste Mittel, das Autokonzerne und Politik gerne vermeiden würden. Wer ausserhalb der betroffenen Gebiete wohnt und nicht täglich pendelt, ist besser beraten zu behalten,  was er hat. Diskussionen, das hat die Vergangenheit gezeigt, beruhigen sich immer wieder.

Und sollten die neuen Euro 6d Diesel wirklich sauber sein, dann wird der Feldzug erstmal abklingen. Allerdings, und dass sollte uns allen klar sein, sind Diesel-Diskussion und die drohenden Fahrverbote nur der Vorbote einer neuen Zeit.

Der Individualverkehr an sich steht vor einer Zeitenwende. Wer saubere Innenstädte in den Metropol-Regionen möchte, der bekommt sie nicht,  wenn wir weiter leben wie bisher. Das Auto an sich wird aus den Kernbereichen verschwinden. Nicht sofort, aber schneller als manche von uns es wahrhaben möchten. Dabei ist egal,  ob man in der Zukunft einen Diesel, einen Hybriden oder ein Elektroauto fährt. Die Zukunft ist digital, und intelligent gesteuerte Mobilität aus der Cloud wird zur Dienstleistung.

Wer das nicht glaubt: 32 % der Partikel-Emissionen im Strassenverkehr stammen von Bremsen und Reifen. Ein Thema, das jetzt erstmals untersucht wird. Und in ein paar Jahren vielleicht das nächste große Ding für Fahrverbote.

23 Gedanken zu „Diesel Fahrverbote. Die Plaketten-Republik.

  • 22. März 2018 um 2:09 PM
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    Nicht zu vergessen, das Finanzamt verdient an der MwSt. kräftig mit, das war mit der ersten Abwrackwelle genauso, das Volksvermögen wurde vernichtet, das Finanzamt hat mehr MwSt. bekommen wie die Abwrackprämie wert war…..
    ….toll oder? Aber bei solchen Verkehrsministern und so kurzsichtiger Politik ja auch kein Wunder




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  • 22. März 2018 um 2:17 PM
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    Lasst doch die Diesel-Panik. Ich habe gerade ein 9-3 Cabrio aus 2011 mit wenig km erworben, beim Preis war da von einem Dieselnachlass aber gar nix zu spüren!!! Im Gegenteil, der Wagen verschwand nach 3 Tagen vom Markt, und hätte ich nicht zugegriffen, wäre der Wagen schnell weg gewesen. Damit habe ich zwei Cabrios, beide 196 PS, und der Turbo-Diesel fährt einfach so was von rasanter – da ist der Benziner eine Schnecke gegen.

    Von einem Fahrverbot sehe ich weit und breit nichts, und meinen Jaguar Diesel werde ich auch nicht hergeben, sondern diesen fahren, solange es irgend geht – ebenfalls zum 3 Liter Benziner, den ich davor hatte, überhaupt kein Vergleich – Tempo 130 bei 1500 Drehzahlen. Warum soll ich alles das vergessen, weil die Presse durchdreht? Nicht verrückt machen lassen, wie immer, heisst die Devise. Die andere Devise lautet – wer noch keinen Diesel hat, kann jetzt günstig zugreifen.




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  • 22. März 2018 um 2:29 PM
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    Auch wenn 2 meiner 3 zugelassenen Fahrzeuge einen Dieselmotor haben finde ich, haben Dieselmotoren in einem PKW nichts verloren. Würde ich einen schönen 9k oder 9-5SC mit LPG finden, würde ich den Diesel sofort verkaufen, egal wie hoch der Wertverlust wäre. Hauptsache weg mit dem Traktor. Wer sich für einen Fahrzeug entscheidet, welches im Ausland gefragt ist, kann momentan allerdings z.B. Euro3 Diesel quasi ohne Wertverlust fahren. Hier günstig einkaufen und dann nach der Nutzung zu attraktiven Preisen ins Ausland verkaufen. So habe ich unseren Volvo vor 1,5 Jahren nach Ungarn verkauft und der Wagen läuft immer noch bei einem zufriedenen Besitzer.




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  • 22. März 2018 um 4:05 PM
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    Völlig bescheuert das alles, jetzt ist wieder die totale Hysterie in Deutschland ausgebrochen.
    Mal abwarten, vielleicht kommt irgendein Hersteller in naher oder ferner Zukunft mit einer neuen Katalysatortechnik um die Ecke, die vielleicht die Dieselabgase ziemlich reinigen können,aber viele schmeissen Ihre alten Autoschätze jetzt auf den Schrott.
    Schmeissen die Transport und Fuhrunternehmen jetzt eigentlich auch Ihre LKWS in großer Zahl auf den Schrott,oder ist bei denen noch keine Hysterie ausgebrochen?
    Ich sehe auch nicht wirklich, das unsere tolle Regierung in großer Anzahl Elektrotankstellen aufbaut oder andere alternativen Antriebe fördern wird.
    Also ich würde meinen alten Diesel nicht zum Schrott fahren,erstmal abwarten was da in Zukunft kommt oder auch nicht…




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  • 22. März 2018 um 5:15 PM
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    Lasst Euch nicht verunsichern. Abwarten und weiter dieseln. Ich gebe meinen 9-3 Aero Diesel nie her.
    Der nächste Autowahnsinn wird von der Regierung schon gefördert. Das e-Auto. Wir wissen noch nicht wo später all die alten Batterien entsorgt werden oder ob genug Strom vorhanden sein wird. Hauptsache es werden möglichst viele neue Geschäfte gemacht.




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  • 22. März 2018 um 5:21 PM
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    So ein Wahnsinn funktioniert nur in Deutschland. Der Deutsche ist „obrigkeitshöhrig“ und akzeptiert alles. Vor Jahren wurde uns erzählt, der Diesel ist die beste Alternative im Verkehr und heute ist er das Teufelszeug? Wie schizophren ist das denn?
    Mit diesem Schwachsinn soll nur die Konjunktur angekurbelt werden. Aber wir deutschen werden auch diesen Schwachsinn wieder mitmachen. Ich fahre weiter meine Saab Diesel. Auch wenn ein Verbot kommen sollte.




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  • 22. März 2018 um 5:39 PM
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    Ein super-toller Artikel. Komprimiert und auf den Punkt …

    Ergänzen möchte ich nur, dass der Brennwert von Diesel höher ist, als der von Benzin oder gar von E85. Soll heißen, statt den Diesel zu verteufeln, könnte man ja mal damit anfangen, ihn wenigstens CO2-gerecht zu besteuern …

    Eine Regierung, die das Diesel-Konzept verteufelt, während sie es noch immer steuerlich fördert ? ? ?

    Ein fairerer Wettbewerb, sei es technologisch, ökologisch oder rein wirtschaftlich, sieht ganz sicher anders aus.

    „Plaketten-Republik“ bringt es aus meiner Sicht perfekt auf den Punkt. Und ich ärgere mich täglich über die grüne in meiner Windschutzscheibe, denn sie wird mittlerweile rissig und das Kennzeichen ist schon seit Jahren nicht mehr lesbar . . .

    Da haben Fahrer und Bürger eine neue Aufgabe erhalten. Danke, danke, danke, liebe „Plaketten-Republik“. Wie schön, dass wir die Welt gerettet haben!

    Das ist dann auch locker den einen oder anderen Fußgänger oder Radfahrer wert, der im toten Winkel der Plakette, nun ja, zu Tode kam . . .

    Die Windschutzscheibe dient ja nicht etwa dem Fahrer zur Sicht voraus. Nein, sie ist ganz sicher und ganz ausschließlich für Plakaten gedacht. Auch für die Maut bei Fahrten durch Tschechien, Österreich und künftig Deutschland. Einfach vorne alles zukleben und gut ist . . .

    Und falls versehentlich trotzdem noch jemand was sehen kann, dann treiben wir einfach die nächste Sau durchs Dorf und kleben die auch noch auf die Scheibe. Irgendwann ist sie ganz sicher dicht . . .




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    • 22. März 2018 um 11:29 PM
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      zumindest was Österreich betrifft, hat es sich gebessert, die Vignitte gibt es jetzt auch in digitaler Onlineform zu kaufen und somit nur übers Kennzeichen. Nichts mehr mit Kleben auf der Windschutzscheibe




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  • 22. März 2018 um 7:12 PM
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    Die Ozon-Plakette (bei mir stand G-Kat drauf, die gab es aber auch ohne Aufdruck, oder ?) habe ich vor Jahren von meinem Youngtimer gekratzt, war mir einfach zu hässlich auf Dauer. Vielleicht hätte man sie kleben lassen sollen, als Zeitdokument.




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  • 22. März 2018 um 11:31 PM
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    Was den 9-5NG TID oder TTID betrifft, so richtige Schnäppchen, also Vollausstattung, nicht allzu viel Kilometer, zu einem günstigen Preis, habe ich auf den deutschen Seiten noch nicht gefunden. Aber vielleicht kommt das ja noch.




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  • 23. März 2018 um 7:21 AM
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    Im ÖR Radio war neulich mal ein Pneumologe zur Stickoxid-Debatte zu hören.

    Aus seiner Sicht sei Debatte völlig aus dem Ruder geraten. Es mache keinen Sinn, wenn an Arbeitsplätzen 8 Stunden täglich das Vielfache geatmet werden dürfe. Ein Raucher würde schon mit einer einzigen Zigarette so viel Stickoxid inhalieren, wie ein Nichtraucher, der 2 Wochen lang den zulässigen Grenzwert atmet. Und das, ohne an der Zigarette sofort zu erkranken.

    Er sieht es nichtmal als erwiesen an, dass Stickoxid überhaupt für irgendwas ursächlich sei, da Stickoxid immer im Zusammenhang mit anderen Belastungen auftrete. Etwa dem Feinstaub im Straßenverkehr. Er habe noch keine einzige Studie gelesen, in der gesundheitliche Effekte zuverlässig auf Stickoxid zurückgeführt werden konnten.




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    • 23. März 2018 um 8:42 AM
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      Aus dem Ruder ist hier wohl nur der Pneumologe gelaufen…oder wie soll ich den wirklich sinnfreien Vergleich mit dem Raucher verstehen? Der Raucher schadet sich freiwillig und bewusst. Jemand der das Pech hat an einer vielbefahrenen Straße zu wohnen kann sich das leider nicht aussuchen. Vielleicht möchte der Herr Pneumologe gerne in solch eine Straße ziehen? Ne, der wohnt wahrscheinlich dort, wo die Luft schön sauber ist.




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      • 23. März 2018 um 8:53 PM
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        Don’t shoot the messenger …

        Ich habe selber noch ein wenig recherchiert. Und ganz so einfach ist es wohl tatsächlich nicht. So sind Stickoxide auch am Sommersmog (Ozon) und waren früher, als es derer noch viel mehr gab, wohl auch maßgeblich am „Sauren Regen“ beteiligt. Völlig harmlos sind sie also schon mal nicht …

        Und dennoch, der Pneumologe wollte wohl einfach ein wenig die Hysterie dämpfen. Und da kann ich seine Aussagen schon auch noch immer nachvollziehen …

        Es macht ja auch keinen Sinn, wenn ein und der selbe Gesetzgeber es okay findet, dass in unterschiedlichen Lebenssituationen und zu unterschiedlichen Tageszeiten (etwa am Arbeitsplatz) jedem Bürger ein Vielfaches zugemutet werden dürfe.

        Wenn man sich nach der Arbeit an eine „vielbefahrene Straße“ zum Schlafen zurückzieht und dort angeblich plötzlich der Tod droht, obwohl man dort nur noch ein Bruchteil dessen atmet, was vorher über 8 Stunden lang völlig unbedenklich war, dann macht das ja irgendwie auch keinen Sinn, oder?

        Den Herrn Pneumologen als Vollidioten abzustempeln, wäre also wohl auch zu einfach. Oder nicht?

        Und ganz so sinnfrei finde ich daher auch seinen Vergleich mit dem Raucher nicht. Wenn die Zahl stimmt (eine einzige Zigarette), dann würde ein durchschnittlicher Raucher (ca. 10 Zigaretten an einem einzigen Tag) schon innerhalb eines Jahres mehr Stickoxide inhalieren, als ein anderer Menschen in 127 Jahren verkraften könnte ….

        Folgerichtig dürfte es dann ja auch keine Raucher geben, die ihr Laster länger als ein Jahr überleben …

        Sollten die Zahlen also stimmen, dann war der Herr Pneumologe hier vielleicht sehr wohl im vollen Besitz seiner Geisteskraft. Vielleicht nicht am Ruder, aber viellicht würde er da ja viel eher hingehören, als manch anderer selbsternannter Steuermann?




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  • 23. März 2018 um 10:31 PM
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    Jetzt bitte nicht meinen Beitrag verdrehen. Ich habe nicht den Pneumologen als Idiot bezeichnet. Ich habe lediglich seinen Vergleich kritisiert. Es steht doch außer Zweifel, dass es durchaus noch giftigere Gase und Substanzen als Stickoxide gibt. Aber ich stelle mich ja auch nicht hin und sage, dass man sich um Stickoxide keine Gedanken machen braucht weil Heroin noch viel schädlicher ist…
    Es arbeiten auch nicht alle Menschen in Berufen bei denen eine hohe Stickoxid Belastung herrscht. Es geht ja auch nicht um die Emissionen, sondern um Grenzwerte. Dass die Grenzwerte am Arbeitsplatz u.U. höher sein dürfen als an der Hauptverkehrsstraße darf ja nicht zu dem Schluss führen, dass man sagt: „Alles halb so wild“. Vielleicht sollte man da eher die Grenzwerte am Arbeitsplatz überdenken…
    Nochmal, der Raucher raucht i.d.R. freiwillig, der Radler oder die Mutter mit Kinderwagen in Stuttgart wird zugestunken, ob er/sie will oder nicht.
    Niemand hat auch behauptet, dass man durch Stickoxide nach einem Jahr stirbt…es geht auch nicht um eine Intoxikation durch Stickoxide. Es geht darum, dass dadurch eine Reihe von Folgeerkrankungen entstehen können, wie beim Rauchen auch (Lunge, Herz/Kreislauf etc.).




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    • 24. März 2018 um 8:47 PM
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      Wie gesagt, don’t shoot the messenger …

      Die Diskussion, ob nun die Grenzwerte am Arbeitsplatz gesenkt gehören, oder die des Straßenverkehrs hysterisch sind, müssen bitte Sie und der Pneumologe untereinander ausmachen. Mir fehlt dazu das nötige Wissen …

      So wie ich den Herrn verstanden habe, ging es ihm aber gar nicht darum, dass es (Zitat Daniel) „durchaus noch giftigere Gase und Substanzen als Stickoxide gibt.“

      So simpel und polemisch war der Mann ganz sicher nicht gestrickt und ich lasse mir nur ungern unterstellen, ich hätte ihm derartiges in den Mund gelegt …

      Ganz im Gegenteil hat sich der Herr Pneumologe sehr sachlich ausschließlich auf Stickoxide bezogen und die Existenz unterschiedlicher Grenz- und Erfahrungswerte angezweifelt.

      Straßenverkehr, Arbeitsplatz, Raucher. Mir ist das einerlei. Ich besitze keinen Diesel und habe noch nie einen besessen. Und doch fand ich die Hinweise und Beobachtungen des Pneumologen interessant. Vor allem den, dass die (angeblichen) Auswirkungen von Stickoxiden aus keiner einzigen ihm bekannten Studie abzuleiten wären.

      Dass der Straßenverkehr gesundheitlich wirksam ist, hat er hingegen mit keiner Silbe bestritten. Ich glaube, uns allen wäre sehr geholfen, wenn alles Schädliche zuverlässig identifiziert würde.Und ich verstehe alle Aussagen des Pneumologen in diesem Sinne …

      Was wäre, wenn die wahren verkehrsbedingten Ursachen für Herz-Kreislauf vor allem im Lärm lägen? Und die für Atemwege vor allem im Feinstaub? Ja, was wäre dann?

      Dann müsste man sich irgendwann eingestehen, dass der aktuelle Focus auf Stickoxide hysterisch war. Und in diesem und keinen anderen Sinne habe ich den Pneumologen verstanden. Der Mann wollte einfach nach bestem Wissen und Gewissen einen fachlich fundierten Beitrag leisten.

      Das hat mir gut gefallen. Und deshalb habe ich die Infos geteilt. Wenn Sie über Stickoxide und deren Auswirkungen mehr
      wissen, dann teilen Sie das doch bitte.




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        • 27. März 2018 um 11:39 AM
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          Keine Studien? Das hat weder der Pneumologe gesagt, noch habe ich ihm das in den Mund gelegt …

          Der Punkt ist doch, was die Studien tatsächlich sagen oder belegen. Der Pneumologe hat auf deren Studium sicherlich mehr als 5 Minuten verwendet. Schön für Sie, wenn Sie schneller zu belastbaren Aussagen kommen. Hut ab!

          NOCHMALS: die Stickoxidbelastung geht mit anderen Belastungen einher. Selbstverständlich ergibt sich also ein statistischer Zusammenhang zwischen Stickoxiden und Erkrankungen …

          Für die Erkrankungen könnten dennoch die anderen Stoffe verantwortlich sein. Weder der Rauch einer Zigarette noch die Belastungen des Straßenverkehrs bestehen ja ausschließlich aus Stickoxiden. Das ist der Punkt.

          Es geht also darum, die gesundheitlich tatsächlich wirksamen Belastungen zu identifizieren. Niemanden wäre damit gedient, wenn die Identifikation nicht gelänge, nicht den Tatsachen entspräche. Niemanden wäre gedient, wenn (mal wieder) die falsche Sau durchs Dorf getrieben würde.

          Daher wohl auch der Hinweis des Pneumologen auf die Raucher. Dabei ging es selbstverständlich nicht darum, eine freiwillige Selbstschädigung moralisch gegen Fremdverschulden auszuspielen. Das wäre ja auch albern. Und es ist auch albern! Es war aber ja auch Ihre Argumentation (nicht meine) …

          Nein, das Beispiel wurde gewählt, weil es sehr drastisch zeigt, wie viele Stickoxide ein Mensch sich in kürzester Zeit zumuten kann, ohne an diesen zu erkranken. Ich kann diesen Gedankengang gut nachvollziehen. Sie offenbar nicht?

          Vielleicht wissen Sie mehr über Statistiken und Säue, die richtig oder falsch, durch Dörfer getrieben werden? Schön für Sie! Ich habe da aber Zweifel …

          Sie sehen mir also bitte nach, dass ich weiterhin geneigt bin, dem Pneumologen zu folgen. Ihre Argumentation scheint mir eher beliebig, unqualifiziert, unreflektiert und hörig …

          Ich bin sehr zuversichtlich, dass ein im ÖR interviewter Pneumologe, sei er nun kritisch oder eben Sprachrohr des Mainstreams, sich intensiver mit dem Thema beschäftigt hat, als ein Herr Daniel …

          Und dabei möchte ich es gerne belassen. Für mich ist die Diskussion hier zu Ende.




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          • 28. März 2018 um 9:13 AM
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            Es würde helfen die eigenen Kommentare noch mal zu lesen…Zitat Herbert Hürsch: “ Er habe noch keine einzige Studie gelesen, in der gesundheitliche Effekte zuverlässig auf Stickoxid zurückgeführt werden konnten.“ Gefolgt von Zitat Herbert Hürsch: „Keine Studien? Das hat weder der Pneumologe gesagt, noch habe ich ihm das in den Mund gelegt …“ Die zweite von mir zitierte Studie befasst sich im speziellen mit NOx.
            Ich wäre daher etwas vorsichtiger andere als unqualifiziert etc. zu bezichtigen das fällt schnell auf einen zurück. Auch dieses unsinnige „don´t shoot the messenger“. „Fakten“ in die Welt setzen und sich dann hinter „habe ja nicht ich gesagt“ verstecken. Ist das das Niveau auf dem diskutiert werden soll?




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  • 28. März 2018 um 9:45 AM
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    Noch als Ergänzung: Es gibt vom Februar dieses Jahres auch eine Presseerklärung der deutschen Gesellschaft für Pneumologie die zwar für Atemwegserkrankungen das Risiko durch Feinstaub deutlich höher einschätzt als durch Stickoxide und Ozon, allerdings wird auch darauf hingewisen, dass sich Stickoxide negativ auf die Lungenfunktion auswirkt und daher Zitat:“müssen Städte und Gemeinden Maßnahmen ergreifen, die die Luftqualität in Ballungsräumen
    verbessern.“ Gesunde Menschen sind davon nicht besonders stark betroffen, allerdings Kinder und chronisch Kranke.

    Außerdem sind Lungenerkrankungen nicht der einzige relevante Bereich bei dem sich Folgen zeigen können.




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    • 28. März 2018 um 12:06 PM
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      Wieso soll ich meine Kommentare nochmals lesen? Es stimmt doch alles!

      Sie müssen bitte zwischen meinen Aussagen und meiner Wiedergabe des Pneumologen unterscheiden, wenn Sie mich zitieren …

      Auch sehe ich inhaltlich keinerlei Widerspruch. Weder ich noch der Pneumologe haben je behauptet, dass es keine Studien gäbe.

      Ganz im Gegenteil hat der Pneumologe sich ja ganz ausdrücklich auf existierende Studien bezogen und exakt so habe ich ihn auch wiedergegeben. Er kommt nur zu anderen Schlussfolgerungen als Sie, die Politik und der Mainstream …

      Und ob Sie wollen oder nicht, Sie stoßen inzwischen ja sogar selbst in das gleiche Horn ! ! !

      Wenn das Risiko durch Feinstaub deutlich höher einzuschätzen ist, sollte man die Priorität auf die Reduktion von Feinstaub setzen, oder nicht?

      Zitat ich (erster Kommentar zum Thema Stickoxide): „Er sieht es nichtmal als erwiesen an, dass Stickoxid überhaupt für irgendwas ursächlich sei, da Stickoxid immer im Zusammenhang mit anderen Belastungen auftrete. Etwa dem Feinstaub im Straßenverkehr.“

      Genau so und nicht anders hatte ich den Pneumologen verstanden. Er wollte den Focus auf die drängenden Probleme lenken. Ich kann daran nach wie vor nichts Falsches erkennen. Wieso sollte es schaden, wenn Prioritäten richtig gesetzt werden? Und auf diesen Streitpunkt lässt sich wohl auch unsere gesamte Kommunikation reduzieren …

      Zitat Daniel: „Aber ich stelle mich ja auch nicht hin und sage, dass man sich um Stickoxide keine Gedanken machen braucht weil Heroin noch viel schädlicher ist…“

      Sie können es mit dem „Heroin“ halten wie Sie wollen! Oder mit der Belastung durch Birken. Andere machen sich lieber Gedanken um die richtigen Prioritäten …

      Und da kann es nicht schaden, wenn Feinstaub und Stickoxide in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Feinstaub emittieren ja längst nicht nur die Diesel.

      Heroin? Birkenpollen? Come on! Wie gesagt, ich möchte das Thema nicht weiter mit Ihnen diskutieren …




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      • 28. März 2018 um 3:10 PM
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        Es ging nie um irgendwelche Prioritäten…Es ging um den kruden Vergleich mit Rauchern und Grenzwerten am Arbeitsplatz (Mal abgesehen davon, dass Grenzwerte und tatsächliche Belastungen zwei Paar Schuhe sind). SIE haben den Herrn mit den Worten zitiert: „Ein Raucher würde schon mit einer einzigen Zigarette so viel Stickoxid inhalieren, wie ein Nichtraucher, der 2 Wochen lang den zulässigen Grenzwert atmet. Und das, ohne an der Zigarette sofort zu erkranken.“
        Jetzt kann man daraus natürlich wenn man will ein nur sehr geringes toxikologisches Potential von NOx ableiten (–>weil der deutlich ungesünder lebender Raucher auch nicht gleich erkrankt (in diese Richtung soll die Aussage wohl auch verstanden werden)), gleichzeitig kann man aber auch behaupten, dass aus den genannten Gründen Rauchen nicht schädlich ist (Ich weiß das haben Sie nicht behauptet, darum geht es auch nicht). Es geht und ging mir von Anfang an um diesen Vergleich der mumpitz ist weil er nichts über die toxikologische Wirkung von NOx als Substanz aussagt.
        Mich wundert es daher auch nicht, dass sie den, zugegeben etwas provokativen, Vergleich mit dem Heroin nicht verstanden haben.




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        • 28. März 2018 um 4:51 PM
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          Zitat(e):

          1.) Es ging nie um irgendwelche Prioritäten…“

          2.) “ (…) gleichzeitig kann man aber auch behaupten, dass aus den genannten Gründen Rauchen nicht schädlich ist.
          (Ich weiß das haben Sie nicht behauptet, darum geht es auch nicht).“

          3.) „Mich wundert es daher auch nicht, dass sie den, zugegeben etwas provokativen, Vergleich mit dem Heroin nicht verstanden haben.“

          Ich glaube, der Einzige der noch weiß, worum es geht, sind Sie!

          zu 1.) Mir ging es sehr wohl darum, ob Prioritäten richtig gesetzt sind oder nicht.

          zu 2.) Stimmt, das habe ich nicht behauptet. Stimmt auch, darum geht es nicht …
          Was also wollen Sie damit sagen ? ? ?

          zu 3.) Ja, stimmt auch. In der Tat verstehe ich nicht, was Ihr persönlicher Heroinkonsum (oder der Dritter) mit den Belastungen des Straßenverkehrs zu tun hat …

          Und nochmals, ich will weder Ihren Heroinkonsum, noch Ihr Rauchverhalten länger mit Ihnen diskutieren. Die thematische Relevanz (Stickoxide im Straßenverkehr) Ihrer Kommentare erschließt sich mir immer weniger …




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