Saab 900 II Saga. Sage niemals Opel zu mir.

Der Zeitplan war eng, aber Saab hielt die Termine ein, mehr oder weniger. 1993 steht der 900 II zur Auslieferung bereit, und er ist ein richtiger Saab geworden. Das Design zitiert den Vorgänger, und er bringt viele Innovationen auf den Weg.

Der Saab 900 II
Der Saab 900 II. Bild: Saab Automobile AB

Das geniale Nightpanel, damals noch als Black Panel bezeichnet, ist eine davon. Passagiere auf der Rücksitzbank schützt zuverlässig ein neu entwickelter Träger, der die Kopfstützen und die Gurte aufnimmt. Eine Saab Idee, umgesetzt von Autoliv, die zusätzlich auch noch die Steifigkeit der Karosserie verbessert. Das Safeseat Concept ist ein weiterer Meilenstein. Es verhindert während des Unfalls das Abtauchen der Fahrgäste unter dem Sicherheitsgurt. Die famose Saab Trionic ist jetzt ebenfalls in die Mittelklasse eingezogen. Bei Ergonomie, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit ist der Neue wegweisend.

Der 900 II ist komfortabel, praktisch und mit den starken Turbomotoren sehr schnell. Wahlweise ein Sportwagen, ein Kombi oder ein Familienauto. Ein Multitool und eben typisch Saab.

Saab 1947 - 1993. Die Designlinie folgt immer noch der Form eines Flugzeug-Flügels
Saab 1947 – 1993. Die Designlinie folgt immer noch der Form eines Flugzeug-Flügels. Bild: Saab Automobile AB
Der Saab 900 II und die alternativen Fakten.

Trotzdem ziehen dunkle Wolken auf. Es rächt sich, dass unter Zeitdruck ein fast fertiges Projekt auf eine fremde Plattform transformiert wurde. Zwei Welten, zwei Philosophien, das konnte nicht gut gehen !  Qualitäts- und Fertigungsproblem häufen sich, was auch an der erhöhten Taktrate im Saab Werk liegt. Die von 110 beim 900 I auf 40 Stunden beim 900 II gesunkene Produktionszeit  ist vielleicht zu ehrgeizig. Saab gründet eine Taskforce, zieht Entwickler von anderen Projekten ab. Bessert unter Druck nach. Im Verlauf der Produktion wird der 900 II von Jahr zu Jahr besser.

Parallel dazu feuert die Presse auf den neuen Saab. Konstruiert eine Opel Verwandtschaft,  die es in diesem Ausmaß gar nicht gibt. Dabei steckt kaum noch Opel unter dem Blech. Die famosen Motoren kommen bis auf den V6 alle von Saab. Die manuellen Getriebe von Saab, die Automatik von Aisin. Opel kauft im großen Stil Saab Getriebe, die robuster als die eigenen Konstruktionen sind, und verbaut sie in eigenen Fahrzeugen. Davon schreibt die Presse nicht.

Etliches kommt von mittelständischen schwedischen Lieferanten, die schon lange zuvor für Saab gearbeitet haben. Ja, im Innenraum findet man verstreut Schalter aus den Konzernregalen. An den Spiegeln zum Beispiel. Das ist bei anderen kleinen Marken nicht anders. Aston Martin hat Ford-Schalter im Innenraum, Volvo auch. Die Marke aus Göteborg verwendet für Jahrzehnte im großen Stil Bodengruppen von Ford. Aber niemand von der Presse interessiert sich dafür, keiner schreibt die Autos kaputt.

Der 900 II aber ist ein Saab durch und durch. Bis eben auf die Bodengruppe, die jedoch stark modifiziert wurde. Lediglich das Fahrverhalten, das etwas hölzerne Abrollen, erinnert an einen Opel. Es ist der unheilige Sound von Vectra und Co, der immer wieder die Organspende aus Rüsselsheim in das Gedächtnis ruft.

Aber die alternativen Fakten sind ein wirksames Gift.  Bis heute ist der 900 II das ungerechtfertigte Opel-Image der 80er Jahre nicht losgeworden.

Saab 900 II Coupe und Limousine
Saab 900 II Coupe und Limousine. Bild: Saab Automobile AB
1993, jenseits von Schweden.

Ich fahre seit 1992 Saab. Einen 900 S Sport. Ein schwarzes Coupe, mit Schiebedach, Leder, Klimaanlage und allem,  was man sich wünscht. Ich bin sehr zufrieden, aber meinen Saab Händler gibt es nicht mehr. Saab Deutschland übernimmt kommissarisch das Autohaus, und während mein 900 zur Inspektion ist, fahre ich den neuen 900 II.

Es gibt Autos, die Eindruck hinterlassen. Deren erste Fahrt man nie vergisst. Und es gibt Autos, an die man sich nie erinnert. So, als ob es sie nie gegeben hätte. Der 900 II gehört zur ersten Sorte. Ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wäre, an die erste Begegnung. Der starke 185 PS Turbo, die Ruhe im Innenraum und das damals als großzügig empfundene Platzangebot. Das Getriebe, welches im Vergleich zum 900 I so butterweich zu schalten war, und an die tollen Sitze. Ein Traum von einem Auto, und ein großer Wurf.

Saab war mit dem 900 II ganz vorne. Ich mochte das Auto vom ersten Moment an, aber ich habe mir keinen gekauft. Warum? Jene besagte Inspektion endete für Saab in einem Desaster. Es folgte ein unerfreulicher Schriftverkehr und am Ende die Einigung erst unter anwaltlichen Druck. Das alles wäre vermeidbar gewesen, hätte man das Offensichtliche akzeptiert.

Was war passiert? Bei der Inspektion waren die Bremsbeläge fällig. Die wurden berechnet, aber nicht getauscht. Ein Versehen vielleicht, eine Nachlässigkeit. Einige Tage später bremste Blech auf Blech, die Bremsscheiben hatten es dann ebenfalls hinter sich. Saab Deutschland weigerte sich,  den Fehler einzuräumen, bis mein Anwalt sich der Sache annahm.

Meine Saab Geschichte hätte damals am Ende sein können. War sie aber nicht. Ich fuhr weiter diverse Saab 900 und ignorierte die Marke und ihre offiziellen Vertretungen sonst weitgehend. Das änderte sich erst Jahre später, als unerwartet ein Saab Geschäftsführer vor meiner Türe stand. Die Initialzündung, sich einen neuen Saab zu kaufen. Aber das ist schon wieder eine völlig andere Geschichte.

Saab 900 II Pressefoto 1993
Saab 900 II Pressefoto 1993. Bild Saab Automobile AB
Epilog

Der 900 II hat Saab vor dem Untergang bewahrt. Als Projekt 102 brachte er die Rettung, ohne die GM nicht in Trollhättan eingestiegen wäre. Sein Design ist typisch für einen Saab, ebenso sein Innenraum, die starken Motoren, die cleveren Innovationen. Eigentlich alles, bis eben auf die Bodengruppe. Nüchtern betrachtet war sie eine komplett unmögliche Wahl, wie auch die Beziehung zu den Amerikanern von Anfang an indiskutabel war. Aber es gab keine Alternativen. Ohne GM, und ohne die Basis der Opel Vectra Plattform, wäre die Saga von Saab 1990 oder 91 am Ende gewesen.

Der 900 II ist ein Auto mit einer tragischen Geschichte. Der Wahnsinn, ein weit fortgeschrittenes Projekt mit einer unbekannten Bodengruppe zu verheiraten, hat Saab sehr viel Geld und Ansehen gekostet. Vermutlich wäre es kostengünstiger gewesen,  im Jahr 1990 mit einem leeren Blatt Papier neu zu beginnen. Aber im Rückblick ist man stets schlauer.

Ausserdem war fast alles Wahnsinn, was Saab ab 1990 tat. Ein Unternehmen, das von 1947 bis 1990 gerade mal 3 neue Autos an den Start gebracht hatte, lief zur Höchstform auf. In der Pflanzenwelt nennt man das „Angstblüte“, die Furcht vor dem Untergang. Parallel zum 900 II rollte die zweite 9000 Generation an den Start, die Entwicklung für den ersten Oberklasse-Saab begann – dies ohne große Investitionen und ohne mehr Mitarbeiter einzustellen. Den Oberklasse-Saab gab es nie, da fehlte es letztendlich am Mut. 900 II und 9000 II sind fabelhafte Autos geworden, Hut ab vor dieser Leistung !

Der 900 II hätte er es verdient, dass die Fans ihn pflegen und erhalten. Denn er hat eine nicht alltägliche Geschichte zu erzählen. Und welches Auto kann das schon?

Aber das Gegenteil ist leider der Fall. Die alternativen Fakten der Motorpresse, die sich aus unterschiedlichsten Gründen nicht mit der wahren Entstehungsgeschichte befassen wollte, wirken bis heute nach. Eigentlich schade.  Eine verpasste Gelegenheit, denn die Entstehungsgeschichte  liefert guten Stoff und viel Drama. Heute einen guten 900 II zu finden,  ist schwer geworden. Sie wurden gebraucht und verbraucht. Aber seltenst geliebt.

34 Gedanken zu „Saab 900 II Saga. Sage niemals Opel zu mir.

  • 15. Februar 2018 um 10:47 AM
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    Ja, wahrscheinlich war der 900II tatsächlich ein gutes Auto. Aber leider auch ein stinklangweiliges… Zumindest meiner persönlichen Erfahrung nach.
    Nein, ich hatte nie das Vergnügen, einen Turbo zu fahren. Meiner war ein ´96er Einspritzer.
    Grundsolide und wahrscheinlich für mehrere hundertausend Kilometer gut. Aber leider null Emotionen.
    Dass es nur an der Motorisierung lag, bezweifle ich. Ich hatte später zwei 9000 CC. Auch als Sauger.Auch mit 130 PS und auch für dieses Auto war das zu wenig. Trotzdem fuhr ich sie gerne . Der 900II war nach einem Jahr Geschichte..
    Vielleicht ist ein 900II der bessere Vecta, der bessere… was auch immer. Wer von A nach B will und das möglichst problemlos ist mit einem späten 900i der zweiten Generation sicher gut bedient, wie man auch in einem langjährigen Beitrag im Saab Forum gut nachlesen kann.
    Wer sein Auto spüren will – und ausschließlich deshalb fahre ich seit vielen Jahren nur mehr Saab – wird damit wohl nicht langfristig glücklich werden.
    Aber wie gesagt, ich bin noch nie einen Turbo gefahren… Also sag niemals nie…

    liebe Grüße
    Gerald

    • 15. Februar 2018 um 2:03 PM
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      Die Probefahrt hättest Du mal machen sollen. Bei mir ist die erste Fahrt damit genauso eingebrannt wie bei Tom.

  • 15. Februar 2018 um 10:55 AM
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    Danke für diesen guten Beitrag mit guter Recherche – und die Botschaft, einen Saab einen Saab sein zu lassen!

  • 15. Februar 2018 um 11:01 AM
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    Die ewige Kanzlerin würde den 902 als alternativlos bezeichnen, was er letztendlich auch war. Sonst wären wohl schon vor Jahrzehnten die Lichter bei Saab ausgegangen. Ich halte ihn ebenfalls für ein gutes Auto, bin immer gerne mit gefahren.

  • 15. Februar 2018 um 11:59 AM
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    Es war ein tolles Auto, ich hab ihn dann gefen den frühen 93 getauscht und fahre ihn immer noch… das beste Auto was ich je hatte!!! Danke für die tolle Recherche… Roland

  • 15. Februar 2018 um 12:04 PM
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    der 902 war auch ohne Turbo 200km/h schnell und hatte viele praktische Details und eine umfangreiche Grundausstattung. Ich bedauere das es von unseren beiden (1994/1996) keine geschaft hat bei uns zu bleiben! …und der 902 wirkt noch schlanker und graziler wir der 9-3I. Ich denke es war ein ganz großer und zeitloser Entwurf in der PKW-Welt!

  • 15. Februar 2018 um 12:31 PM
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    Wir haben für meine Frau zu Weihnachten einen 902 gekauft. Den opeligstmöglichen: als v6. (Auch dieser Motor ist weit besser als sein Ruf.)
    Als 1997er Modelljahr ist das Autos erstaunlich gut verarbeitet und wirkt im Innenraum wesentlich wertiger, als ich es angesichts des Rufes des 902 eigentlich erwartet hätte. Ja, das Plastik ist nicht schön – das Armaturenbrett zeigt zum Beispiel erste Spannungsrisse an der Sollbruchstelle des Beifahrerairbags. Aber es gibt keine klebrigen Softtouchelemente wie beispielsweise um das Zündschloß meiner 9-5-Ranzbimmel. Auch das Leder fühlt sich besser an als im 9-5.
    Die größte Enttäuschung in diesem Auto ist aber das Fahrwerk. McPerson-Gelump und Verbundlenkerachse – die Kombination taugt nicht. Sowas kann man vielleicht bei billigen Kleinwagen bringen, aber nicht beim Nachfolger des 901.
    Das einlenken ist schwammig und gefühllos, und in schnell gefahrerenen Wechselkurven stellt sich das Einheit von Fahrer und Fahrzeug, das usprüngliche Vertrauen, was den 901 auszeichnet, nicht ein. Nicht einmal im Ansatz. Der 902 fährt wie jeder kreuzbeliebige 90er-Jahre Fronttriebler der unteren Mittelklasse.
    Fazit: der 902 sieht aus wie ein SAAB, hat die Ergonomie und die Langstreckenqualitäten eines SAAB, fährt aber nicht wie ein SAAB (um Kurven). Er ist aufgrund der Fahrwerksschwächen kein echter Nachfolger des 901, aber ein schlechtes Auto ist er keineswegs.
    Ich würde dem Auto mittlerweile sogar zugestehen, ein echter SAAB zu sein. Vor Allem wegen des Innenraums. Nur die 900 hätte er besser nicht auf dem Heckdeckel tragen sollen – die Fußstapfen waren zu groß.

  • Pingback:Mehr als nur ein Vectra? | Schneewittchensaab

  • 15. Februar 2018 um 1:09 PM
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    Mein 900 II war leider ein „Griff ins Klo“. Glücklicherweise die einzige Ausnahme bei insgesamt 11 Saab (bisher). Er rostete wie ein alter Fiat und hatte mit 131 PS (ohne Turbo) eine Leistungsentfaltung wie ein 50PS-Golf. Glücklicherweise war er nur der Zweitwagen neben einem wunderbaren roten 9-3er (einer der ersten). Er viel dann der Abwrackprämie zum Opfer – technisch und optisch aufgebraucht.

  • 15. Februar 2018 um 1:11 PM
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    Danke für den emotionalen Bericht, der alternative Fakten durch die Presse abstraft.
    Aber wie es immer so ist: wird viel wiederholt (auch falsche Info), bleibt doch etwas langfristig hängen. Das hat den 900-er zum Verschwinden gebracht. Nach diesem Artikel, wohl deutlich zu unrecht, zumindest die nachgebesserten Fahrzeuge.
    Dieser Nachfolger war eine gelungene Fortführung der klassischen „Flügel-Linie“ mit damals modernem Design. Unter Beibehaltung des riesigen Transportvolumens!!! Perfekt verbessert!
    Ja, der 2.0 ltr. Turbo mit 185 PS war schon eine klasse Wahl! 😉
    Danke auch für die wunderbaren Archivbilder. SAAB pur.

  • 15. Februar 2018 um 1:15 PM
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    Ein 900 II CV mit FPT hat mich zu 2014 zu SAAB gebracht, jemand für den ein Auto ein einfacher Gebrauchsgegenstand war …

    • 15. Februar 2018 um 1:15 PM
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      ein zu zuviel…

  • 15. Februar 2018 um 2:38 PM
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    Eine tolle Trilogie, besonders die heutige Überschrift spricht mir aus dem Herzen!

    • 15. Februar 2018 um 5:46 PM
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      Danke! Das Schreiben hat aber auch Spaß gemacht. Ich hoffe, das hat man gespürt?

      • 15. Februar 2018 um 10:24 PM
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        Ja, das hat man 🙂

  • 15. Februar 2018 um 5:25 PM
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    Hallo
    Erstmal möchte ich mich meinen Vorgängern anschließen.
    Wirklich Top diese Trilogie!
    Ich wusste nur am Ende nicht, ob ich mich jetzt freuen oder traurig sein sollte.
    Extrem gut Geschrieben! DANKE!

    Ein weiteres. Gibt es Unterschiede zwischen dem Fahrverhalten des 900 II und dem Nachfolgenden 9.3?
    Ich fahre jetzt meinen Zweiten 9.3i und bin eigentlich sehr glücklich mit dem Auto.
    Natürlich sind die neuen Saab nicht mehr Fahrsteif wie die 900er, aber dafür weitaus komfortabeler.
    Das der YS3D sich gerne verwindet ist unlängst bekannt. Und das vorher erwähnte lahme fahren, können wahrscheinlich nur chronische Turbo fahrer sein, die vergessen haben das dieses Auto eben ein i ist. Trotzdem bin ich mit eben diesem i schneller von der Ampel weg als ein 1.4 TSi.
    Natürlich nur wenn der Saab warm gefahren ist.
    Bleibt die Frage, unterschiedliche Fahrdynamiken 900 || ~ 9.3???

    • 15. Februar 2018 um 5:45 PM
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      Die Aussagen zur Fahrdynamik sind alle mit Vorsicht zu genießen. Sie beziehen sich oft auf Fahrzeuge, welche 20 Jahre und älter sind. Oft sind die Fahrwerkskomponenten in einem „guten, gebrauchten Zustand“. Entsprechend rollt der Saab. Und die meisten Nutzer meinen das wäre vor 20 Jahren so normal gewesen. War es aber nicht…
      Als Neuwagen empfand ich den 900 II besser als den 901. Ein guter Kompromiss aus Dynamik und Komfort. Den 9-3 I fand ich noch etwas gelungener abgestimmt, Saab hatte etliche Feinarbeit geleistet. Mein 9-3 I Aero hat ein überarbeitetes Fahrwerk mit neuen Querlenkern und Buchsen. Entsprechend straff fährt er sich, im Prinzip wie ein Neuwagen. Wünsche bleiben da kaum offen, Kritik gibt es, bis auf das auch beim 9-3 I vorhandene etwas „hölzerne“ Abrollen, in meinen Augen nicht.

      • 15. Februar 2018 um 7:00 PM
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        Genau das sind auch meine Erfahrungen!
        Ich musste letzten Herbst die ganzen Vorderachslenker austauschen lassen, da der rechte Querlenker aus der Buchse gerissen war. Waren ja noch die Originalen drin, von 98.
        Mit den neuen Lenkern und neuen Stabis ergibt sich ein völlig neues Fahren.
        Ist ein bisschen teurer, kann ich aber nur empfehlen, wer das richtige Fahrgefühl erleben will.

        • 15. Februar 2018 um 8:21 PM
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          Auf jeden Fall! Investitionen in das Fahrwerk werden bei rollendem Kulturgut leider oft vernachlässigt. Dabei bringen sie unheimlich viel.

          • 15. Februar 2018 um 8:45 PM
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            Beim ersten und letzten geleasten Ingolstädter waren Buchsen der Vorderachse nach ca. 2 Jahren fällig. Meine Chrombrille geht jetzt ins elfte …

            Und dennoch, wer glaubt, dass ein SAAB keine Verschleißteile am Fahrwerk hätte, hat Autos wohl insgesamt nicht verstanden. Gute oder mindere Qualität hin oder her …

            Und obwohl es Fahrwerk heißt, die altern sogar auch im Stand.

      • 16. Februar 2018 um 10:33 AM
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        Man kann davon ausgehen, dass turboseize sein Fahrwerk in einem Zustand hat der dem Neuwagen nahekommt und er keine Äpfel mit Birnen vergleicht.

        • 16. Februar 2018 um 11:04 AM
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          Darauf hatte ich mich auch nicht bezogen.

  • 15. Februar 2018 um 5:50 PM
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    WOW,
    der 3. Teil der Saga ist nochmals besser geschrieben und noch spannender als eins und zwei …

    Zitat: „(…) Angstblüte, die Frucht vor dem Untergang“. Großartig! Schon allein lyrisch wertvoll, dieser Abschluss der 900 II-Trilogie. Lust auf das Auto macht er auch noch zu allem Überfluss. Dabei habe ich doch erst heute nach 9000ern geguckt. Man kann sie doch nicht alle kaufen, zumindest nicht alle gleichzeitig besitzen, oder etwa doch?

    Die Trilogie endet hier. Der 900 II ist Geschichte, aber eine lebendige. Jetzt bin ich auf diese hier gespannt:
    Zitat: „Aber das ist schon wieder eine völlig andere Geschichte.“

    Die größtmögliche Überraschung für mich wäre, wenn sie nicht lesenswert wäre.

    • 15. Februar 2018 um 10:31 PM
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      902-Suche ist weitaus schwieriger als 9000, besonders, wenn es ein Turbo sein soll!

  • 16. Februar 2018 um 6:50 AM
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    Guten Morgen…..Danke Tom für die tollen Berichte….
    Ich bin 5 Jahre einen 900ll 2.0i Modell 94 gefahren, all meine Freunde mochten ihn 🙂
    Tolles Auto, nicht zu vergleichen mit meinem vorherigen 900 Turbo 8V, er war viel moderner und besser zu fahren.
    Heute erfreue ich mich an meinen 900ll SE Cabrio 2.0t Modell 96 in Scarabäusgrün, die schönste Art 900II zu fahren.
    Ich werde diesen weiterhin hegen und pflegen…..

  • 16. Februar 2018 um 7:48 AM
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    Auch von mir ein herzliches Dankeschön für diese sehr gut recherchierte Trilogie. Eine Anmerkung zum Saapel-Vorwurf an die Journaille: Der erste Test in der am/s vom 902 Turbo Coupe von 1994 war durchweg positiv, für ein nicht-deutsches Fabrikat sogar euphorisch in seiner Bewertung, sogar die Verarbeitungsqualität wurde gelobt. Auch andere Zeitschriften konnten dem 902 viel positives abgewinnen. Die mot schrieb den Saab sogar zwischen den Zeilen zum heimlichen Testsieger gegen MB C280 und BMW 328i! Ich konnte nur einen einzigen negativen Artikel finden: der Dauertest des 902 in der am/s, der sich aber hauptsächlich über die unterirdische Zuverlässigkeit -zu Recht -empörte. Nach meinem Empfinden haben wir- also die Kunden- zuerst mit dem Bashing angefangen-erst dann wurde dieses Thema von den Journalisten aufgegriffen. Die erst viel später erschienenen Gebrauchtwagen-Berichte über den 902 waren dann plötzlich voll von der Thematik…

    • 16. Februar 2018 um 10:18 AM
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      Das ist interessant. Aber ist das tatsächlich so?
      Was heißt „für ein nicht-deutsches Fabrikat“, „heimlicher Testsieger“ oder „zwischen den Zeilen“?

      Heißt das, dass man bereits Freund der Marke sein und eine gesunde Skepsis gegenüber dem dt. Motorjournalismus mitbringen musste, um Tests und Berichte auch interpretieren zu können?

      Derart gut gerüstet ließen sich viele SAAB-Tests positiv interpretieren!

      Aber wie viele Leser waren zu dieser interpretatorischen Leistung in der Lage oder überhaupt Willens? Stand für die BMW-, Mercedes- und Audi-Fahrer nicht immer unter dem Strich, dass die deutschen Sauger in ihrer Leistungsklasse die weltweit besten Autos wären?

      Wieviel ist also ein „heimlicher Testsieger“ wert? Wie viele Neukunden generiert HEIMLICHKEIT?

      P.S.
      Ich erinnere etliche Tests und Vergleichstests verschiedener SAABs. Da stand immer Positives. Es blieb aber unmissverständlich, dass (aller Begeisterung zum Trotz) die Autos der besseren Anzeigenkunden die besseren wären …

      Letzte Plätze für SAAB gab es zuverlässig. Was hat es genützt, wenn „zwischen den Zeilen“ etwas anderes stand, als bei den Punkten oder im Fazit?

      Ich las einst einen Kombi-Vergleichstest. Ein 9-5 (2,3t) trat gegen drei 6-Zylinder an. Es hieß, er sei gut motorisiert, könne aber nicht mithalten. Als Aero sei der 9-5 aber ein wilder Bulle, der ordentlich an der Lenkung zerre und bei den Hörnern gepackt werden wolle. Die Begeisterung der Journalisten war deutlich. Zumindest durch die SAAB-Brille …

      Durch eine andere stand da: 4-Zylinder Turbos mit Frontantrieb sind Mist. Entweder sind sie schlapp oder der Einfluss auf die Lenkung groß. Publiziertes Testergebnis: Letzter Platz.

      Heimliches Testergebnis: Keine Ahnung!
      Vielleicht Platz 1, 2 oder 3 von 4?

    • 16. Februar 2018 um 11:01 AM
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      P.S. II.

      Und noch eine Frage, woher haben wir unsere Infos? Anders gefragt, kann das 902-Bashing überhaupt aus der Community gekommen sein?

      Alle meine SAAB-Infos stammen von SAAB selbst (Werbung) oder aus der Presse. Erst seit einigen Jahren und der letzten Insolvenz überwiegend hier vom Blog. Wer sollte wann und aufgrund welcher Infos oder Interessenlage das 902-Bashing gestartet haben?

      Dass Saab sich hier selbst demontieren wollte, oder es aus dem Kreise der Fahrer gekommen sein könnte, scheint mir eher unwahrscheinlich …

      Die plausibelste Erklärung ist mir noch immer der dt. Motorjournalismus, der Opel (obwohl eine nationale Marke) ja gerne stiefmütterlich behandelt hat. Wenn Opel zuverlässig unterhalb von VW verortet wird, wie sonst könnte man einen BMW- oder Mercedes-Konkurrenten hier in Deutschland zuverlässiger diskreditieren, als ihn auf Opel-Niveau zu stellen?

      Das war schon ziemlich gut gemacht.

      • 16. Februar 2018 um 3:02 PM
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        Es werden wohl nicht nur die Presse und die Medien gewesen sein. Sondern auch einige Saab Entusiasten, die als sie von der Opel Plattform gehört haben sofort Stolz und Vorurteil herausgekehrt haben. Nach dem Motto: Nein! Ich fahre doch kein Opel Saab!
        Sie hatten wahrscheinlich nicht mal das Interesse sich den neuen 900 genauer anzusehen. Denen die es taten fehlte bestimmt die typischen 900 Fahreigenschaften. Anderen misfiel das Design. Und schon ist das Auto schlecht!
        Am Ende kauften sich diese Leute in den 2000ern dann einen 9.3 ll, mit noch viel mehr Opel Technik.
        Es ist schon oft sehr Lustig mit den Menschen.

        • 16. Februar 2018 um 3:44 PM
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          Möglicherweise war es tatsächlich so …

          Aber wer hat die Opel-Plattform ins Spiel gebracht und wie? Warum hätte SAAB sagen sollen: „Sorry, aber ab heute ist alles Opel …“?

          Zumal (darum geht es in der Trilogie) die Modifikationen und Eigenkonstruktionen offenbar sehr umfassend waren. Man hatte also gar keinen Anlass für eine derartige Selbstbezichtigung …

          Möglicherweise hat die SAAB-Kundschaft empfindlich und irrrational reagiert. Vielleicht überempfindlich? Aber wer hat sie informiert? Und waren das überhaupt gültige Informationen oder eher alternative Fakten?

          Ich glaube, genau hier liegt der Knackpunkt.

  • 16. Februar 2018 um 9:31 AM
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    Danke für den tollen Artikel!
    Ich vermisse den dunkelblauen 900 2.3i Jhg 97 der meine Kindheit prägte.

  • 16. Februar 2018 um 4:16 PM
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    Danke Tom für Deinen Beitrag.
    Ja, ja, man liebt Ihn oder man hast Ihn. Den 902. Leider ist es Heute schwierig noch ein knackiger, starken Turbo zu fahren. Meist wurden die 902 lieblos als Tagesfahrzeug eingesetzt. Ein hegen und Pflegen war eher selten.
    Als langjähriger Fahrer mehrerer 901 (4 Stk., alles Turbos) wahr ich seinerzeit an der Präsentation des neuen Saabs 1993 in Basel dabei. Auch ich hatte bedenken, befürchtungen und Zweifel. Auch wenn mir das Fahrzeug an und für sich gefiel.
    Im Jahr 2000 kaufte ich zuerst ein `95er 902 LE Turbo Coupe (spez. Version für die CH). Mit dem Wagen waren wir auf Hochzeitsreise in Skandinavien mit einem Durchschnitsverbrauch von Sagenhaften 6,5Lt. Und das auf 3500km. Trotz Thule Dachbox.
    Als Automechaniker, damals hiess das noch so, wurden vermeintliche Unzulänglichkeiten am Wagen durch Modifikationen verbessert. So wurden Bremsen, Auspuff (Soundtechnisch) Motorleistung und Stabilität (Fahrwerk – Eibach 30mm) verbessert. Daraus wurde ein äusserst agiles Coupe mit 210 PS.

    Heute besitze ich neben meinem 9-5 Aero noch ein `97er 902 SE 2.0 Turbo Cabrio mit 230 PS. Auch dieser Wagen wurde zuerst von Hirsch bearbeitet und von mir noch weiter bearbeitet. Bremsen, Auspuff, Optik und vieles andere wurden über die Jahre eingebaut. Der Wagen ist seit 2002 bei mir und wurde bis Ende 2011 als Altagsauto verwendet. Von Personen die die Marke nicht oder nur wenig kennen, bekomme ich immer wieder Komplimente für das schöne Auto.
    Jetzt ist es aber an der Zeit einer grösseren Revision. Mit 240`000km wird nun die Kupplung, Motorsteuerung, Wasserkühler und Heizelement ersetzt. Dazu kommen noch diverse Schläuche.
    Viele sind der Meinung, ich sollte die Karre wegschmeissen und nicht noch Geld investieren.
    Nun, ich finde, der Wagen soll weiter Leben. Ich hänge an dem Wagen und möchte Ihn noch über die 21 Jahre hinaus weiter fahren.

    Mein Fazit, die 900er II wurden unterschätzt. Weshalb kaum noch gute Wagen erhältlich sind und auch dann kaum zu verkaufen sind. (Vorurteile) Schade eigentlich.

    Matthias

  • 17. Februar 2018 um 1:07 PM
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    Danke für den tollen Bericht. Habe das große Glück, 3 Saabs zu besitzen, und irgendeinen davon täglich zu fahren. Ein 901 Coupé Softturbo, 9000CSE und ja, auch den unsäglichsten aller Saabs, ein 902 Cabrio. Mit V6 Motor und Automatik.Dazu auch noch Bj. 1994…… Und ich mag, pflege und fahre ihn mit der gleichen Sorgfalt und Leidenschaft, die ich auch den anderen beiden Autos zukommen lasse. Schon der Anblick der tollen Form – im gepflegt glänzenden Rubirot- zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Die wunderschön und ergonomisch gezeichnete Armaturen, die den Namen noch verdienen. Die ultrabequemen, beigen Ledersitze, aus denen auch nach 10 Stunden ohne Rückebschmerzen ausgestiegen wird. Nach einer genussvollen Fahrt. Vom sonoren blubbern des V6 begleitet…..
    Nach scheckheftgepflegten 300.000 KM, einem – freiwilligen profilaktischen – Motor und Getriebetausch, Neulackierung nach einem Hagel, neuem Verdeck und diversen Ärgernissen mit Gummi-, Plastik- und Elektronik Kleinteilen, steht er nun da wir ein Jahreswagen. Und ich versichere Euch, ich werde ihn – genauso wie die anderen beiden – noch über die nächsten Jahrezehnte so pflegen. War er einfach wunderschön, zuverlässig, einmalig und mit unrecht, auch von Saabisten, zu etwas degradiert wurde, was er niemals war. Ich freue mich, ihn verstanden zu haben. Ohne ihn mit dem 901 zu vergleichen….

  • 17. Februar 2018 um 8:20 PM
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    Danke für den tollen Bericht!

    Ein Saab 902 BJ 94 habe ich auch gefahren, wenn auch nur kurz..
    Er war im Grunde „runter genudelt“ und ich musste mich dann von ihm trennen.
    Hatte leider keine Möglichkeit ihn länger zu fahren.
    Zuvor bin ich ein 900i über 8 Jahre gefahren und war super zufrieden mit dem tollen Wagen. Über dieses Auto kann man stundenlang philosophieren und unterm Strich ein wirklich tolles Auto.

    Jetzt habe ich das riesen Glück, dass ich ein rotes Cabrio S Turbo Bj 91, dass zur Zt. im Winterschlaf ist, mein nennen darf.
    Dazu gesellt sich ein 93 Bj 2001 in schwarz SE, den ich als Daylidriver nutze bzw. meine Frau.
    Und im Janur diesen Jahres kam dann noch einer dazu, ein Saab 93 Aero XWD Bj. 2008.
    Allesamt tolle Autos, jeder für sich etwas besonderes.

    Gruß Jochi

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