Neues Jahr, neues Projekt. NEVS arbeitet am D1.

Unter dem Projekt-Code D1 hat in der Stallbacka die Arbeit an einem neuen Projekt begonnen. Es könnte das für NEVS entscheidende Vorhaben werden, das sich in einer frühen Phase befindet. In einem kostenpflichtigen Artikel der lokalen Zeitung teilte CEO Tilk erste Details mit.

NEVS 9-3 EV Präsentation in Tianjiin
NEVS 9-3 EV Präsentation in Tianjiin. Bild: NEVS

Projekt D1. Autonomes Fahren für DiDi.

Das D1 Projekt wird für NEVS Kooperations-Partner DiDi vorangetrieben. 30 Mitarbeiter in Trollhättan sind in die Entwicklung eines autonomen Elektroautos eingebunden, das keine komplette Neuentwicklung ist und auf dem 9-3 EV basieren soll. Ab dem Jahr 2020 könnte D1 in China produziert werden, als Miet- und Taxilösung für Mobilitäts-Provider Didi.

Noch befindet sich das neue Elektroauto in der Startphase. Im nächsten Schritt sollen 70, dann vielleicht 600 bis 700 Entwickler daran arbeiten. Gefallen die ersten Entwürfe Auftraggeber DiDi,  und geht das Projekt in eine weitere Phase, dann könnte dies die Beziehung zwischen NEVS und Didi festigen. Denn die Partnerschaft, und der mögliche Einstieg als Aktionär, sind immer noch nicht gesichert. DiDi hat mehrere Unternehmen mit der Entwicklung autonomer Fahrzeuge beauftragt und hat die Wahl zwischen diversen Hardwareproduzenten. DiDi Chuxing verfügt nach der letzten Finanzierungsrunde über eine Milliarden-Reserve und könnte die Probleme von NEVS mit einem souveränen Griff in die Portokasse lösen.

NEVS 9-3 Vorserie in Tianjin. Bild: NEVS via Linkedin
Neues Jahr. Alte Probleme.

2018 plagen das Startup in der Stallbacka immer noch die alten Probleme. Die Liquidität ist eingeschränkt, der Aderlass hält an, und Mitarbeiter verlassen das Unternehmen. Die Entwicklung und Produktionsvorbereitung des NEVS 9-3 EV Projekts wurde inzwischen komplett nach China ausgelagert. Schwedische Mitarbeiter pendeln zwischen beiden Standorten. Sie arbeiten mit Hochdruck an der Konnektivität und an Cyber-Security Lösungen für die neuen Fahrzeuge.

Das vergangene Jahr sei besser gelaufen als erwartet,  stellte CEO Stefan Tilk gegenüber der TTELA fest. Was eine Frage der Perspektive sein könnte. Man könnte auch sagen, es war weniger katastrophal als es hätte werden können. Denn immer noch ist das Werk in Tianjin nicht komplett. Die Lackieranlage fehlt, ebenso das Karosseriewerk. Ab Sommer 2018 soll die Produktion des 9-3 EV starten. NEVS rechnet mit 10.000 Einheiten im laufenden Jahr, aber ohne ausreichende Finanzierung und ohne Fertigstellung der Tianjin-Fabrik ist dies kaum realistisch.

Eine mögliche Lösung wäre eine Veränderung in der Gesellschafterstruktur, die sich im Moment andeutet. Alt-Aktionäre könnten ihre Anteile abgeben, neue Teilhaber einsteigen und Liquidität einbringen. DiDi Chuxing wäre eine Option, aber ausser einem großen Auftritt in Trollhättan hat sich bisher nichts Konkretes ergeben. DiDi hat, im Gegensatz zu NEVS, die Wahl. Der global agierende Gigant hat die Zukunft auf seiner Seite und kann abwarten. In der Stallbacka aber läuft die Uhr und alles könnte an dieser Partnerschaft hängen.

15 Gedanken zu „Neues Jahr, neues Projekt. NEVS arbeitet am D1.

  • 15. Januar 2018 um 10:28 AM
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    Das Drama geht also in die nächste Runde. Mein Wunsch wäre, dass endlich Ruhe einkehrt, stabile Verhältnisse hergestellt werden, und daß in Trollhättan endlich wieder Autos gebaut werden.

    • 15. Januar 2018 um 12:34 PM
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      So ,ist es, es folgen Potitive Nachrichten aber die werden nie Wirklichkeit. Immer wieder ist etwas was nicht richtig stimmt.
      Franken Troll; was Sie hier sagen ist indertat ein Drama das hoffentlich schnell beendet wird und Ruhe wiederkehrt da in Trollhattan. Aber “Ruhe” den die Arbeiter da zum guten kommen koente.

  • 15. Januar 2018 um 12:22 PM
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    Das interpretiere ich als klar negativ.

    Was heißt, Didi habe NEVS beauftragt? Und was heißt, Didi habe mehrere Unternehmen beauftragt?

    Schwer vorstellbar, dass Didi gleich mehreren Unternehmen – denen ja ein Eigeninteresse unterstellt werden kann, wenn sie auf diesem Markt eine Rolle spielen wollen – die Entwicklungskosten für Autonomes Fahren vollständig spendieren sollte.

    “Beauftragt” heißt wohl, dass Didi mit der Option auf Kooperation winkt, oder damit, ein signifikantes Kontingent zu bestellen?
    Das hieße, dass NEVS sich mit hohem Eigenrisiko an den Strohhalm klammert, trotz Mitbewerbern den Auftrag für ein paar Taxis zu bekommen.

    Didi kann sich genüßlich zurücklehnen und gucken, ob NEVS überhaupt etwas und was sie ggf. zustandebringen oder ob man NEVS auf Entwicklungskosten sitzen lässt, weil die Konkurrenz genehmer ist.

    Und wer, bitte schön, möchte sich ein Didi-Taxi in die Tiefgarage unter dem Loft oder in die Einfahrt zur Villa stellen?
    Dann doch lieber einen fremden Hybrid oder Verbrenner, einen mehr oder minder alten SAAB oder eben einen nagelneuen Tesla,

    Sollte die Rechnung für NEVS aufgehen (der angestrebte Idealfall), hätte man sich für den übrigen Fahrzeugmarkt verbrannt. Ein paar Taxis.Toller Idealfall. Super Strategie.

    Möge der Name NEVS möglichst wenig mit SAAB assoziiert werden. Mehr bleibt wohl nicht mehr zu hoffen …

    • 15. Januar 2018 um 1:37 PM
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      Hallo Herr Hürsch.
      Genau so sehe ich das auch. NEVS hat in meinen Augen nichts mit Saab zu tun, außer das sie die Fabrik in Trollhättan und die Altlasten übernommen haben. Ich assoziiere NEVS garantiert nicht mit Saab. Saab ist und bleibt Geschichte. Leider.

    • 15. Januar 2018 um 1:54 PM
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      Ich würde es als Wettbewerb der Hardware-Lieferanten interpretieren. Sagen DiDi die Konzepte zu gibt es Geld, eventuell eine Beteiligung, und Aufträge. Bedenklich ist alleine schon die Tatsache, dass NEVS vom unrsprünglichen Ziel des globalen Mobilitätsanbieters zum reinen Produzenten von Hardware abgestiegen ist. Die Chancen für NEVS sind, nach westlichen Maßstäben, eher gering. Aber China ist China… und wer kennt die politischen Beziehungen von KJJ?
      Die Fahrzeuge werden niemals an Privatkunden gehen. Sie sind nur für Mobilitätsprovider konzipiert. Etwas, an das wir uns erst gewöhnen müssen.

  • 15. Januar 2018 um 12:38 PM
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    NEVS wird wohl nie aus dem Projektstatus hinauskommen.
    Der letzte macht das Licht aus….

  • 15. Januar 2018 um 12:56 PM
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    …na sagen wir mal so: ohne NEVS wäre schon Ruhe aber es würden dann in TH nicht zwangsweise Autos gebaut werden. Die Frage ist ja ob die Produktidee von NEVS gut ist,…dann gibt es Geld. Momentan gibt es viele interessante Studien und Produktankündigungen(Byton, Honda,…) konsequent umgesetzt hat es bisher nur Tesla den E-Car. Davon abgesehen das ich den Diensten wie UBER oder DIDI skeptisch gegenüberstehe hat UBER Apple geärgert und die sind daraufhin mit ein paar Milliönchen bei DIDI eingestiegen. Kurzum ich träume immer noch vom iSAAB! 😉

    • 15. Januar 2018 um 4:07 PM
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      … ich auch etwas (“iSaab”). 😉

      Mir würde es ja aber schon reichen, wenn mein oller 2011´er irgendwann noch mal Carplay nutzen könnte.
      Android ist ja mittlerweile seit kurzem möglich, aber das Carplay mal möglich wird, kann ich mir auch zukünftig (leider) kaum vorstellen.

    • 15. Januar 2018 um 4:09 PM
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      Naja. Vielleicht schaffen es ja die Türken mit dem E-saab!
      Auch wenn man aus der Richtung nichts weiter hört, glaube ich eher an einen Elekto Saab aus der Türkei, als an NEVS.

  • 15. Januar 2018 um 3:35 PM
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    Hallo Tom,

    die 10.000 Einheiten, die im Jahre 2018 angedacht sind, sind vermutlich nicht alle nur für Einsätze als Taxi vorgesehen – oder ist dies doch so geplant?

    NEVS sollte sich auf keinen Fall längerfristig nur auf dieses Taxi-Geschäft fokussieren – die E-Mobilität rückt doch auch für den “normalen” Autofahrer in den kommenden Jahren immer mehr in den Blickpunkt und es wird sich weltweit auch weiterhin eine große Anzahl von Autos in Privatbesitz befinden. In Ballungszentren könnte die Rechnung für DiDi + Co. ja aufgehen – im ländlichen Bereich hätte ich jedensfalls lieber weiterhin meinen eigenen SAAB / NEVS in der Garage stehen und daher auch umgehend für jegliche Fahrten zur Verfügung.

    • 15. Januar 2018 um 5:24 PM
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      Ja. Die Fahrzeuge, wenn sie denn überhaupt gebaut werden, sollen alle an Mobilitätsdienstleister gehen. Dazu muss man wissen, dass es in China eine vom Staat gewollte Bewegung weg vom Privatbesitz eines PKW gibt. Erste Firmen, darunter BAIC, haben bereits eine Selbstverpflichtung (!) abgegeben ab 2020 kein Verbrenner mehr an Privatpersonen zu verkaufen. Der politische Wille geht klar zum Mobilitätsdienstleister. Ob das durchsetzbar sein wird ist unklar. Aber im Falle eines Falles war die Administration in Peking in der Vergangenheit stets recht pragmatisch und hat sich selbst korrigiert.

      • 15. Januar 2018 um 7:12 PM
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        Das sind interessante Hintergrundinfos.

        Nationales “Internet” mit nationalen Suchmaschinen und nationalen Bezahldiensten.
        Und in Zukunft nationale Mobilitätsdienstleister mit ausschließlich chinesischen Autos?

        Würde ja ins Bild passen (meines von China, meine ich damit) …

        Und es würde NEVS-Strategie erklären, auf einen einzigen Kunden hinzuarbeiten. In politisch freien
        Ländern mit einer freien Wirtschaft wäre es eine Selbstmordstrategie par excellence …

        NEVS ist mir soeben nochmals unsympathischer und gleichgültiger geworden.

  • 16. Januar 2018 um 6:44 PM
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    Der nächste Technologie Verwerter am Markt, ein wenig BMW, ein wenig Tesla, …

  • 18. Januar 2018 um 11:36 AM
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    Was doch aber in dieser ganzen NEVS Misere großartig wäre, wenn ORIO die Front des hier abgebildeten Fahrzeuges als Facelift Möglichkeit anbieten würde. Die finde ich nämlich ziemlich gelungen (Sicherlich aus Trollhättan) UND Sie ist fertigentwickelt. Was mir besonders gut gefällt sind die Tagfahrlichter und der Kühlergrill. Anstatt geschlossen natürlich mit Gitter und SAAB in der Mitte. Das wäre doch was! Und gar nicht mal so abwegig bei etwas Engagement und positivem Feedback aus der Community.

    • 20. Januar 2018 um 7:07 AM
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      Mir würde schon die viel zu lange Spange im Kühler nicht gefallen. Die sollte nur im mittleren Teil stehen.

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