Marktcheck. Saab 9-3 II ab MY 2008.

Der Marktcheck für den Saab 9-3 II bis Modelljahr 2007 ging im August online. Mit einer kurzen Verzögerung war die Marktbeobachtung für Fahrzeuge ab Modelljahr 2008 bis 2014 geplant. Es hat dann länger gedauert als angenommen. Der Markt hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verändert.

Saab 9-3 Limousine. Bild: Saab Automobile AB/Archiv saabblog.net

Die Preise für gebrauchte 9-3 II Diesel sind weiter in den Keller gerauscht, der Einstieg beginnt jetzt schon bei knapp unter 5.000,00 €. Die Nachfrage scheint gering, die Standzeiten sind hoch. Die Auswahl ist relativ gut, denn rund 2/3 der Angebote sind Selbstzünder. Wer keine Angst vor drohenden Fahrverboten hat, kann extrem günstig einsteigen.

Während der Diesel im Nachfrage-Tief festzuhängen scheint, sind die Preise für Benziner stabil bis steigend. Wobei man auch feststellen muss, dass es eigentlich keine nennenswerte Auswahl gibt. Gesucht sind 2-Liter Turbomotoren, weniger der V6. Der ist durstig, macht aber Spass. Weniger nachgefragt ist Allradantrieb, auch Automatik steht in der Beliebtheitsskala nicht weit oben. Die Fans hatten am liebsten einen 2-Liter Voll-Turbo im Aero Trim, mit wenigen Kilometern, zum erträglichen Preis von unter 10.000 €.

Und genau den gibt es so gut wie nicht. Selbst das Ausweichen auf den 1.8t, den man mit Hilfe von Hirsch Performance auf fast 200 PS steigern kann, ist kaum noch möglich. Der Markt ist sehr begrenzt, und man spürt,  dass Saab 2008 zum letzten Mal Stückzahlen liefern konnte.

Einige schöne Fahrzeuge habe ich dennoch gefunden. Sie alle liegen deutlich über der Schwelle von 10.000 €, womit man als Interessent leben muss.

Saab 9-3 Sportkombi 2010. Noble Cars Gießen. Foto: Noble Cars
Saab 9-3 1.8t Vector Sportkombi 2010. 91.000 Kilometer.

Der Sportkombi kommt aus der kurzen Spyker Ära von Saab. Schon allein das macht ihn selten, die Laufleistung von unter 100.000 Kilometern ist ebenfalls kaum noch zu finden. Ein schönes Fahrzeug, das nach einer Hirsch Leistungsteigerung und Turbinen-Felgen verlangt – und dann ein wahrer Eyecatcher wäre. Es steht zum Verkauf bei Noble Cars in Gießen.

Saab 9-3 2009 mit guter Ausstattung. Foto: Auto Schaab.
Saab 9-3 1.8t Vector Sportkombi 2009. 114.111 Kilometer.

Ein sehr gut ausgestatteter 9-3 Vector steht bei Saab Auto Schaab in Lemmer/Niederlande. Mit Navigation, Xenon, Leder und 17″ Felgen lässt er eigentlich keine Wünsche offen. In dieser Ausstattung schwer zu finden. Der Import nach Deutschland ist mit CoC problemlos.

Prinzipiell ist die Auswahl in den Niederlanden um einiges ergiebiger als in Deutschland. Die Preise sind zwar tendenziell höher, aber der Unterschied ist in den letzten Monaten geringer geworden. Deutschland passt sich an, was vor allem dem kleinen Angebot an Benzinern ab Modelljahr 2008 geschuldet ist. Der Kauf eines 9-3 ist fast ohne Risiko. Jenseits einiger kleiner Schwächen ist der kompakte Saab ein wirtschaftlich zu betreibendes Langzeit-Auto. Die Ersatzteilversorgung durch die Orio AB ist gut, mit temporären Schwächen. Ab und zu gibt es Lücken, die bisher aber schnell geschlossen wurden.

Dennoch muss man mehr denn je auf den Pflegezustand achten. Im Handel tauchen verstärkt Fahrzeuge mit Wartungsmängeln und in schlechter Verfassung auf. Das Alter und der Drang vieler Zweit- und Drittbesitzer zum kostengünstigen Gebrauch jenseits der Saab Welt hinterlassen Spuren. Auch bei Reimporten aus Ländern Südeuropas sollte man genau hinschauen. Die Pflegezustände sind höchst unterschiedlich. Die Begrifflichkeiten, was unter einem guten Zustand zu verstehen ist, liegen oft weit auseinander.

Eine Sonderstellung nehmen die Griffin Modelle und das Modelljahr 2014 ein. 9-3 Griffins sind in Deutschland kaum zu finden. Kommen sie auf den Markt, dann kann der Preis fantasievoll oder auch günstig sein. Denn eigentlich existiert auch hier, auf Grund schlichter Nichtexistenz, kein wirklicher Austausch von Angebot und Nachfrage. Neben optischen Unterschieden und einem verbesserten Innenraum sind es vor allem die starken Direkteinspritzer-Turbomotoren, die den Griffin interessant machen.

Ebenso voller Fantasie können die Preise für das Modelljahr 2014 sein. In Trollhättan mehr oder minder per Hand zusammengebaut, haben sie das wohl am besten abgestimmte Fahrwerk aller 9-3. In Deutschland gibt es nur Wenige davon, in Schweden kommen immer wieder welche in den Handel. Saab Fans bezahlen dann in der Regel den Preis, den NEVS beim Abverkauf von seinen Mitarbeitern haben wollte. Unter 25.000,00 € geht nur in Ausnahmefällen etwas.

Saab 9-3 Aero 2014. Zum Verkauf in Trollhättan. Foto via Blocket.se
Saab 9-3 Aero Turbo 4, 2014, 65.000 Kilometer

Ein wahres Schnäppchen könnte daher dieser 9-3 aus zweiter Hand sein, der in Trollhättan zum Verkauf steht. Der faire Preis liegt deutlich unter 18.000 €, was den Saab sehr interessant macht. Für alle Fahrzeuge des Modelljahrs 2014 gibt es die Möglichkeit der Leistungssteigerung auf 260 PS durch Hirsch Performance. Der relativ kompakte Saab wird so zu einen wahren Sportler.

Der Einstieg in  die Saab Welt ist 2017 nicht einfacher und vor allem nicht günstiger geworden. Wenige Fahrzeuge treffen auf eine konstante Nachfrage. Bemerkbar macht sich der Trend vor allem bei den Cabriolets, die im nächsten Marktcheck auf den Prüfstand kommen.

7 Gedanken zu „Marktcheck. Saab 9-3 II ab MY 2008.

  • 15. November 2017 um 2:58 PM
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    Der Trollhättan Aero ist interessant. Wer hat Erfahrung mit dem Import aus Schweden?

    • 20. November 2017 um 6:55 PM
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      Ich habe vor knapp einem Monat einen Saab 9-3 BJ 2014 aus Schweden eingeführt. Der ADAC gibt Dir Hilfe und auch im Internet sind Hilfen aufgeführt. Es gibt keine großen Schwierigkeiten! Habe am Montag den Wagen eingeführt und am gleichen Nachmittag den Wagen umgemeldet. Das Problem ist: Der Verkäufer muss den Wagen angemeldet lassen, dies bedeutet ein gewisses Vertrauen des Verkäufers zum Käufer! Eine deutsche Versicherung nimmt den Wagen nicht an und die Tages- oder Wochenzulassung gilt im Ausland nicht!

  • 16. November 2017 um 12:01 AM
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    Mal eine Frage zu dem 9-3SC in Gießen : die Gestaltung der Lederflächen der Frontsitze mit den schmalen Intarsien-Streifen kenn man ja auch vom 9-5 (leider reißt gerade hier oftmals das Kunstleder), aber wer ist den auf den Gedanken gekommen, auf den Rücksitzen die großen Lederflächen oben und unten farblich abzusetzen ? Auch hier hätte man kleine Streifen vernähen müssen. Das sieht ja aus wie zusammengesucht, finde ich.

    • 16. November 2017 um 8:59 AM
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      Vielleicht hatte man im MY10 nicht mehr genug Leder für die Sitze 😉 Ich kenne es eigentlich auch nur so, dass die Rückbank, wie beim 9-5, die schmalen Streifen hat. Ist im meinem MY08 zumindest so. Vielleicht hat hier jemand entweder die Rückbank durch eine Teillederausstattung, oder die Sitze vorne gegen Leder getauscht. So wie es jetzt ist, sieht es schlimm aus.

    • 16. November 2017 um 12:15 PM
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      Da hat der Vorbesitzer vermutlich ein Upgrade oder Downgrade vorgenommen. Normal beim Vector Level sind, je nach Markt, beide Varianten. Aber nicht in einem Fahrzeug kombiniert.

      • 16. November 2017 um 1:48 PM
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        Ich würde behaupten, das Bild der Rückbank gehört nicht zu dem Auto. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand auch noch die farblich passende Türverkleidung mit Leiste tauscht 🙂 Zumal die Vordersitze auch trotz Sonne in dem Bild passend zur Hinterbank aussehen.

        • 16. November 2017 um 2:11 PM
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          Kann auch sein. Wer fährt vorbei und löst das Rätsel?

Kommentare sind geschlossen.