Saisonende. Youngtimer und Klassiker richtig überwintern.

Die Saison ist gelaufen, viele Youngtimer und Klassiker verschwinden in trockenen Hallen. Ein jährliches Ritual, das in Saab Kreisen an Bedeutung gewinnt. Denn viele Fahrzeuge der kleinen Kultmarke sind im Laufe der letzten Jahre zu Liebhaber-Objekten geworden.

Saab 9000. Vorbereitung zum Winterschlaf.

Wer einige Hinweise beachtet, der bekommt seinen alten Schweden gut durch die Ruhephase. Vor dem Abstellen in einer Garage oder Halle ist es sinnvoll,  eine gründliche Aussenreinigung durchzuführen. Verschmutzungen, die über Monate auf dem Lack bleiben, hinterlassen Spuren. Eine gründliche Wäsche ist Pflicht, selbst die günstigste Waschstrasse ist besser,  als den Saab ungewaschen abzustellen.

Eine Grundreinigung zum Saisonende

Mit zum Ritual sollte eine gründliche Pflege der Tür- und Heckklappengummis gehören; oft vernachlässigt wäre jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Säubern und mit einem der üblichen Pflegemittel behandeln. Die Dichtungen danken es. Sie bleiben geschmeidig und langlebig.

Zum Pflichtprogramm gehört der Staubsauger. Gründlich aussaugen, denn wer möchte sich schon zum Saisonstart 2018 mit dem Schmutz des letzten Jahres befassen? Während der Wintermonate sollten die Wagenfenster bitte geschlossen bleiben. Selbst die schönste Garage bietet keinen Schutz vor kleinen Nagern und anderen Lebewesen, die den Saab Innenraum als mindestens genauso attraktiv bewerten wie wir. Wer einmal eine von Mäusen zerstörte Lederausstattung gesehen hat, wird mir zustimmen.

Damit es auch bei geschlossenen Fenstern im Innenraum trocken bleibt, greift man zu einem bewährten Hausmittel. Eine Packung Salz aus dem Supermarkt, für wenige Cent zu bekommen, ersetzt den Luftentfeuchter und hält in einer Schale das Passagierabteil garantiert trocken.

Schiebedach. Läuft das Wasser ab?

Bei Youngtimern und Klassikern, die unter freiem Himmel überwintern müssen, ist die Kontrolle der Wasserabläufe des Schiebedachs Pflicht. Ein kurzer Test, durchgeführt mit einer Gießkanne, schafft Klarheit. Läuft das Wasser wie vorgesehen ab, ist alles gut. Kommt nichts, dann besteht dringender Handlungsbedarf! Ein langer Draht oder ein Druckluftgerät hilft oft und öffnet die Kanäle. Prinzipiell sollte man diese Kontrolle jährlich durchführen. Verstopfte Abläufe können zu Feuchtigkeit und auch zu Schimmel im Auto führen. Ich habe dieses Jahr einige Fälle gesehen. Und dann hat man ein wirkliches Problem.

Im optimalen Fall wechselt man während der Wintermonate auf andere Reifen. Stahlfelgen und abgefahrene Gummis genügen. Damit beugt man Standschäden vor. Als Alternative kann man seinen Klassiker aufbocken. Oder, wenn beides nicht machbar ist, den Luftdruck erhöhen und das Fahrzeug alle paar Wochen einen halben Meter bewegen, was ebenso effektiv ist.

Zum Schluss fehlt noch das Autopaletot. Die Schutzhüllen oder Autopyjamas gibt es in jeder Größe, Preislage und Qualität. Von gefüttert und hochwertig für etliche 100 € bis zum Billig-Angebot aus China. Was man investiert,  entscheiden Geschmack und Geldbeutel. Schon eine günstige Abdeckung ist besser als gar keine, der Lack dankt dafür.

Bleibt uns noch die Batterie. Optimal ist der Ausbau oder zumindest das Abklemmen. Ladegeräte kümmern sich in den nächsten Monaten um den Zustand, fast alle haben ein Winterprogramm. Das simuliert den Alltagsbetrieb und hält die Batterie fit.

Achtung Cabriolet-Fahrer!

Während Fahrzeuge mit festem Dach jetzt fit für die Ruhephase sind, müssen Cabrioletfahrer sich noch um ihr Auto kümmern. Vor dem endgültigen Abstellen sollte der Verdeckkasten halb offen bleiben. Ein Tag genügt schon, damit sich die Feuchtigkeit verflüchtigen kann. Das betrifft vom Prinzip her alle Cabriolets, besonders aber 9-3 II Fahrer. Rostschäden aufgrund von Feuchtigkeit im Verdeckkasten sind keine Seltenheit und können so vermieden werden.

7 Gedanken zu „Saisonende. Youngtimer und Klassiker richtig überwintern.

  • 30. Oktober 2017 um 12:22 PM
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    Sehr guten Rat. Habe nicht an die geschlossene Fenstrer gadacht weil man hoert immer das die besser etwas geoefnet bleiben.
    Aber da ist diese Idee mit den Salz so gut.
    Danke, Tom.

  • 30. Oktober 2017 um 4:39 PM
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    Hallo Tom und danke für die Tipps,

    muß nämlich auch zwei SAAB für den Winter “einlagern”. An das Salz für den Innenraum und die kurzzeitige Öffnung des Verdeckkastens hätte ich nicht gedacht.

    Jetzt kann der Winter kommen.

    • 30. Oktober 2017 um 6:54 PM
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      Sehr gerne! Der Verdeckkasten wird immer gerne vergessen. Rost ist dort keine Ausnahme!

  • 30. Oktober 2017 um 5:35 PM
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    Es gibt auch noch eine andere Variante: Den Wagen gut versiegeln und einfach weiterfahren. So hat man auch im Winter Spaß mit seinem Saab Young/Oldtimer.

    • 30. Oktober 2017 um 6:53 PM
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      Na klar. Kann man machen. Das Anna Projekt bleibt auch ganzjährig auf der Strasse.

  • 30. Oktober 2017 um 8:16 PM
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    Danke Tom für den Hinweis mit dem Verdeckkasten. Darauf wäre ich nicht gekommen. Morgen geht das Cabrio zum Winterschlaf in die Garage von Freunden.

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