Meine SAAB Geschichte

Es war 1992, ich war damals 17. Ein guter Freund war zwei Jahre älter als ich und hatte gerade seinen Führerschein gemacht. Seine Familie hatte drei Autos. Eine Volvo 240 Kombi und einen Volvo 940 Kombi. Beide Autos standen ihm zur freien Verfügung und wir haben gemeinsam mit anderen Freunden diverse Ausflüge unternommen und die mobile Freiheit genossen.

Saab 9-5 meets 9-5

Das dritte Auto war ein nagelneuer, silberner SAAB 9000 AERO. Dieses Auto durfte er nur in Begleitung seines Vaters fahren. Ich fand den 9000 er damals optisch ansprechend und sehr bsonders, weil in der Kleinstadt in der ich damals lebte, keinen anderen 9000 er gab. Mein Freund schwärmte vom SAAB. Insbesondere von dessen Fahrleistungen. Eines Abends besuchte ich ihn und er öffnete mit breitem Grinsen die Tür und winkte mit dem SAAB Schlüssel. Die Eltern waren weg, der SAAB stand vor Tür und er wollte mit mir eine kleine Spritztour machen.

Eigentlich sollte es nur eine kurze Überlandfahrt auf Landstraßen werden. Unterwegs entschloss er sich dann doch für eine kurze Fahrt auf der freien Autobahn. Ich habe nie die Beschleunigung und das kitzeln im Bauch vergessen, dass uns der 9000 er auf die Gesichter zauberte.

Leider hatte der Ausflug für ihn kein so schönes Ende, da wir bei unserer Rückkehr bereits von den Eltern erwartet wurden…

Lange Jahre spielten PKW in meinem Leben eine untergeordnete Rolle. Ich war überzeugter ÖPNV Nutzer. 2009 stand dann die Geburt meiner ersten Tochter an. Ein Auto musste her. Mein erster eigener Wagen wurde ein Volvo V70 Kombi Bi-Fuel. Ein zuverlässiger Zeitgenosse bis ich durch eine größere (und leider auch sehr teure) Reparatur 2012 das Vertrauen in den Wagen verlor. SAAB war damals in den Schlagzeilen mit der Insolvenz. Ein Nachbar aus der Straße fuhr seit längerer Zeit einen 9-3 1,8t Kombi in schwarz mit Facelift. Wenn er neben meinem Volvo parkte, ich beide Wagen miteinander verglich, hatte der SAAB einfach das bessere, zeitlose Design. Abgesehen davon erinnerte ich mich an meine damalige Spritztour mit dem 9000 er. Da ich mich definitiv vom V 70 trennen wollte, war klar, was folgen würde. Es musste ein 9-3 sein. In meinem Umfeld löste diese Kaufabsicht zu großen Teilen Unverständnis aus. Tenor: Die sind doch pleite, und Du kaufst Dir so ein Auto…

Nach längerer Suche fand ich einen pasende 9-3 in der tollen Farbe „Snow Silver“. Er hatte die „Scandic“ Ausstattung und war ein „Bio Power“ Modell. Dazu tolle, seltene 18 Zoll Felgen „Claw“. Der Kauf erfolgte im SAAB Zentrum Osnabrück und der Volvo wurde gerne in Zahlung genommen. Von diesem Zeitpunkt an war ich mit dem SAAB Virus befallen. Ich verfolgte den allseits bekannten schwedischen Wirtschaftskrimi auf dem Blog und war mir sicher, dass es für SAAB irgendwie weitergehen würde. Wie wir alle wissen, ist dem leider nicht so. Zumindest gibt es ja keine Neuwagen aus Trollhättan mehr. Trotzdem stand für mich außer Frage, weiterhin der Marke treu zu bleiben. 2016 habe ich den 9-3 verkauft.

Inzwischen fahre ich einen 9-5 Kombi AERO von 2007 und bin mit diesem Auto ebenfalls sehr zufrieden. Die Claw Felgen vom 9-3 sind inzwischen auf dem 9-5 montiert und sie gefallen am 9-5 noch besser. Der 9-3 ist glücklicherweise weiter in der Familie geblieben. Meine Eltern kauften ihn sofort, als sie hörten, dass ich mir eine neue SAABine zulege. Hier und da gibt es immer wieder nette Begegnungen mit anderen SAAB Fahrern oder Ex-SAAB Piloten. Die auf dem Foto festgehaltene Begegnung hat Seltenheitswert. Neben uns beiden 9-5 Fahrern staunte auch der Tankwart nicht schlecht.

Mit meiner großen Tochter war ich in diesem Jahr bei der IntSAAB in Dinslaken. Trotz z.T. wiedrigen Wetterverhältnisse hatten wir einen sehr schönen Tag. Der SAAB Virus ist damit nun endgültig in der nächsten Generation angekommen…

Hier im Ruhrgebiet sehe ich tagtäglich einen SAAB. Oft gepflegt und in Liebhaberhänden, immer öfter aber auch leider runtergewirtschaftete 902 und 9000er.

Unsere SAABine hat uns in diesem Jahr zuverlässig in den Sommerurlaub nach Frankreich hin und zurückgebracht. Die Qualitäten des 9-5 als Reisefahrzeug sind fast unschlagbar. Meine SAAB Leidenschaft wird weitergehen, so lange es irgendwie geht. In den nächsten Jahren möchte ich mir meinen persönlichen Traum erfüllen und mit meiner SAABine nach Trollhättan fahren. Vielleicht klappt es ja beim nächsten SAAB Festival.


Danke an Sebastian für seine Saab Story! Dafür geht eine unserer exklusiven Saab Bordmappen auf die Reise. Habt auch Ihr etwas zum Thema Saab zu erzählen?

Die Geschichte einer unvergesslichen Urlaubsreise, einer Restauration oder einer anderen Begebenheit im Leben mit der Kult Marke aus Trollhättan?

Was immer es ist, schreibt uns. Wir freuen uns darauf!

6 Gedanken zu „Meine SAAB Geschichte

  • 5. Oktober 2017 um 10:58 AM
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    Bonjour. Avez vous des nouvelles de Saab ou de NEVS? J’espère que ma Saab de 2010 qui a un peu plus de 100 000 Km va durer longtemps car je ne trouve pas actuellement de voiture me plaisant.

    • 5. Oktober 2017 um 12:55 PM
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      Bonjour, non, malheureusement, aucune nouvelle de NEVS. Prenez soin de votre Saab et continuez! 🙂

  • 5. Oktober 2017 um 10:59 AM
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    Schöne Story Sebastian! Genau so ist es und genau deswegen fahren wir Saab, mit Freude und Leidenschaft!
    Weiterhin gute Fahrt und Gruss aus der CH

  • 5. Oktober 2017 um 1:05 PM
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    Danke für diese Dosis SAAB. Ein schönes Paar, die beiden Chrombrillen auf der Tanke!

  • 5. Oktober 2017 um 6:19 PM
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    Es ist immer wieder schön zu lesen, wie die Menschen dem Saab Virus verfallen sind (wurden). Solche Geschichten können wahrscheinlich nur Saabfahrer erzählen.
    Allen Saabfahrern eine schöne und unfallfreie Zeit.

  • 6. Oktober 2017 um 9:54 AM
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    Schön immer wieder solche Geschichten zu lesen gruss aus Hettlingen und allzeit gute Fahrt

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