Saab Leidenschaft. Genug ist genug. Aber wann?

Kennt Ihr das auch? Wiedermal ist die Defekthexe an Eurem geliebten Saab unterwegs und die Frau sagt zum x-ten mal, Schatz, Verkauf doch den Wagen endlich! Und es nervt. Nicht die Frau, nein der Defekt. Ist der Wagen aber wieder repariert, ist man wieder glücklich und möchte ihn nicht mehr hergeben.

Saab 9-5 Aero 2002 von Matthias


Wie stark darf ein Leidensdruck werden? Wie viele Reparaturen mag man machen lassen bis es reicht? Wie viel Geld möchte man noch in den oder die Wagen stecken? Wo ist die Grenze von Leidenschaft und Vernunft zu etwas, das vier Räder hat und einem eigentlich nur von A nach B bringen sollte. Mit mehr oder weniger Leidenschaft beim Fahren.

Nun, ich meinerseits mache gerade oder besser gesagt seit Dezember 2011 einen grossen Leidensweg durch. Meine Saab Leidenschaft wir bei einem meiner beiden Saab sehr stark strapaziert. Besonders in den letzten Jahren.

Seit Dezember 2011 bin ich stolzer Besitzer eines 2002 9-5 2.3 Aero Kombis. Den Wagen habe ich von einem sehr guten Freund erworben, dem der Wagen zu klein geworden ist. Da keine drei Kindersitze in Reihe auf dem Rücksitz platz haben. Eigentlich wahr mein Fokus eher auf der kleinen Baureihe 9-3 gelegen als auf der grossen. Aber schon bei der ersten Probefahrt habe ich mich in den Wagen verliebt. Eigentlich erstaunlich für mich, da ich ansonsten ziemlich nüchtern an eine Sache wie einen Fahrzeugkauf heran gehe. Nun ja, es hat mir den Ärmel hineingezogen, wie man bei uns so schön sagt.

Es begann ziemlich schnell einmal mit den ersten Reparaturen, die man sich am Anfang natürlich noch schön redet und als notwendige Massnahme oder normalen Verschleiss verbucht. So musste gleich einmal die Fahrzeugbatterie ersetzt werden. Bald danach folgten die Xenon Brenner Lampen (D1S), was man durchaus als normal nach 9 Jahren Bezeichnen könnte. Als gelernter Automechaniker für mich durchaus verständlich und selber reparierbar.

Doch leider blieb es nicht dabei. Ich meine das Auto hatte ja auch schon rund 150`000 km auf der Uhr. Jetzt fing langsam aber sicher wieder das Schönreden an und der Leidensdruck stieg von mal zu mal. Besonders wenn man in Foren und Blogs lesen kann, wie offenbar andere Besitzer von 9-5er kaum Probleme haben. Oder treten Besitzer mit grossen Problemen einfach nur nicht auf? Etwas frustrierend ist das schon.

Bald darauf mussten Radlager, Querlenker und Spannrollen ersetzt werden. Und wieder die Fahrzeugbatterie. Bis auf die Batterie redete ich mir ein, ja natürlich, Verschleissteile. Aber was zum Teufel ist mit der Fahrzeugbatterie? Nun das Rätsel dazu löste sich erst im Januar 2017. Bis dahin wurde eine weitere Batterie verbraucht.

Weiter Xenon Brenner und dazugehörende Steuergeräte mussten beschafft werden, da mein Hauptlicht immer noch seit dem ersten Wechsel unregelmässig Flackerte. Nach drei Sätzen Xenon Lampen (D1S) und drei Vorschaltgeräte von Valeo später funktioniert das Licht wieder einwandfrei. Welch Freude!

Doch weiteres Ungemach erwartete mich. Die DI-Zündbox musste erneuert werden. Normal bei ca. 185`000 km. Muss man damit rechnen. War bei meinem 900II Cabrio auch so. Doch leider funktionierte das Teil nicht wie erwünscht. Die Box, von einem Drittanbieter gekauft, da etwas billiger, versagte zusammen mit der Benzinpumpe an einem heissen Sommertag gerade als wir nach den kauf von Hamburger und Pommes mit meinem Sohn auf die Autobahn auffuhren.

Wieder einmal musste einer meiner Wagen per Autoabschlepper zur Garage zurück gebracht werden. Die DI-Zündbox wurde dann gegen ein originalteil ersetzt, sowie auch die Benzinpumpe.

Weiter ging es in der Folgezeit mit leckgeschlagenen Blinkergläsern, drittes Bremslicht mit LED und Wasserschaden, Nebelscheinwerfer und Lichtrelais.

Eine Ferienreise 2015 nach Österreich ins schöne Tirol brachte auch Leid und Schmerz, speziell in der Ferienkasse. So versagte mitten auf einem Pass der Alternator (Generator). Mit viel Mühe, schleppten wir uns noch nach Lech am Arlberg. Dort wollte uns leider niemand so richtig helfen, auch nicht der örtliche ÖAMTC Vertreter. Hier muss ich meiner Autoversicherung ein Lob aussprechen, sie organisierte uns eine Abschleppmöglichkeit ins Tirol zu einer Werkstatt plus ein Ersatzwagen (Fiat Doblo mit 600 km auf der Uhr) und bezahlte den Ersatzwagen auch noch. So konnten wir zu unserem Hotel bei Seefeld doch noch gelangen. Der Saab konnte 5 Tage später in Zams im Tirol ausgelöst werden. Mit frischen Alternator für sagenhafte 996 Euro.

Saab 900 II von Matthias. Erhaltenswert!

Dann kam der Sommer 2016. Ein neuer Auspuffendtopf musste her. Bei 225`000 km ist immer noch die originale im Werk verbaute Auspuffanlage unter dem Wagen. Was natürlich super ist und für die sehr gute Qualität der Originalteile spricht. Die aber leider nur noch teilweise erhältlich ist und meist hier in der Schweiz zu stolzen Preisen erhältlich wäre. Also mal schauen was auf dem freien Markt erhältlich ist. Am meisten würde mir eine Anlage von Hirsch Freude bereiten. Doch nicht zu bekommen. Jedenfalls eine bezahlbare.

Auch eine Anlage von Speedparts aus Schweden wäre toll und bezahlbar, doch leider macht hier das Strassenverkehrsamt Bern, bei der ich den Wagen bald wieder vorführen muss, (alle zwei Jahre) wohl nicht mit, weil kein DTC Gutachten (Dynamic Test Center – Prüforganisation unter anderem für Teile und Zubehör in der Schweiz) zu bekommen wäre.

Also bleibt nur wieder der Drittanbieter aus der Schweiz. der hat aber den “Sportauspuff” des Aeros nicht auf Lager. Nur ein Blender. Schade, dafür Prüfbar.

Leider blieb es nicht beim Auspufftopf. Plötzlich hatte ich böse schwarz-braune Flecken unter meinem Fahrzeug auf dem gemieteten Parkplatz. War ich doch bis Dato stolz auf meinen trockenen Motor. Der Öldruckschalter wurde als Sünder entlarvt. Schnelle und kleine Sache und wieder gut. Nun ja, nur gerade eine Woche später wieder Ölverlust unter dem Wagen. Sche….. was nun wieder? Die Werkstatt meines Vertrauens ortet die Ventieldeckeldichtung (VDD genannt in der Fachsprache). Also ersetzen. Jetzt ist es aber auch nicht so, das meine Werkstatt nicht noch andere Arbeiten hätte, also muss ich eine Woche warten bis zu einem Termin.

Während dessen erwehre ich mich dem Öl, das stetig herunter tröpfelt auf den Parkplatz meines Vermieters, der nicht gerade erfreut ist über diese Situation.

Nach Reparatur der VDD, auch keine grosse Sache, dachte ich, ich wäre das Problem los. Denkste, das Unheil schlägt nur 14 Tage später wieder zu. Als ich nach der Rückfahrt von meiner Arbeit feststellen musste, das wiederum Motoröl aus dem Motor auf den Parkplatz vor unserm Haus läuft. Diesmal ist es kein Tropfen, eher ein rinnen… Die Werkstatt meines (noch) Vertrauens ortet diesmal die Zylinderkopfdichtung des Motors. Materialkosten gering, Arbeit umso teurer. Ich könnte die Wände hochgehen. Nun ja, nützt nichts. Muss repariert werden. Termin in drei! Wochen.

Gut habe ich noch mein Cabrio um von A nach B zu kommen. Da kam mir wiederum einmal der Gedanke, das Teil verkaufen zu wollen.

Doch noch ist nicht fertig mit dem Leiden. Nach der Reparatur der Zylinderkopfdichtung inkl. Wechsel einiger Schläuche am Motor wurde wieder eine neue Fahrzeugbatterie benötigt. Diesmal zum Spezialisten. Ich wollte wissen, wieso ich Startprobleme hatte und schon wieder eine Batterie fällig ist. Der Meister ortet das Problem in einem nicht definierbarem (noch nicht lokalisiertem) Kriechstrom, der meiner Batterie bald einmal den Garaus macht. Dank dem fast täglichen Gebrauch des Fahrzeugs ist die Auswirkung geringer. Na super. Der Meister empfiehlt einen erneuten Besuch in seiner Einrichtung zwecks aufspüren des Kriechstroms. Gleichzeitig wird mir auch gleich noch eine neue Batterie verkauft.

Schon seit einiger Zeit ist das böse Motorkontrolllämpchen in meinem Armaturenbrett aktiv. Mal ist es da, mal nicht. Abklärungen bei meinem ehemaligen Lehrbetrieb (ehemals Saab A Vertretung und nun Volvo Händler) haben ergeben, der Kat ist hin. Nun weiss ich das schon seit dem Sommer 2016. Ignorierte aber fleissig das Lämpchen, da ich ja gerade andere Sorgen hatte mit dem Wagen und der Motor problemlos funktionierte.

Jetzt musste es aber sein. Da in Kürze die Fahrzeugprüfung anstand. Brennende Kontrolllampen möchte man dort nicht sehen. Die ehemalige Saab Vertretung in unserer Nähe offerierte mir einen Kat aus einem Exportwagen gleichen Baustils, wenn er den nicht in den Export ginge. Leider ging er doch. Offerte neu und original von Saab 2500.- sFr.! Die Gallier hätten wohl gesagt, die spinnen die Römer.

Also wieder ins Internet und Angebote prüfen. Leider ist bei der Autoverwertung auch nichts zu holen und ein Kat mit auch schon 200`000 km wollte ich nicht. Ein Drittanbieter aus Deutschland machte hier das Rennen.

Für gut 300 Euro bekam ich was ich wollte und funktioniert seit dem Wechsel tadellos. Auch die Lampe mag nicht mehr Brennen.

Was kommt wohl als Nächstes? Nun die Rostentfernung am hinteren rechten Kotflügel ist schon gesetzt. Links wurde der schon vor einigen Jahren entfernt für über 1200.- sFr. Also weiss ich jetzt schon was mich erwarten wird

Jedenfalls was den Rost betrifft.

An dieser Stelle muss ich klar stellen, dass ich meine beiden Saabs (15 & 20 Jahre) sehr gerne fahre. Es ist mein zweites Hobby und ich hätte zur Zeit keine wirkliche Alternative zu einem Saab. Obwohl ich beruflich sehr viel Volvo fahre (meine Frau hat auch noch einen). Währe diese Marke nur bedingt eine Alternative für mich.

Zu all diesen Reparaturen kommen natürlich für einen Saab Enthusiasten auch der Kauf von Zubehörteilen nicht zu kurz. Sofern noch erhältlich.

So fanden beim 9-5er neue geschlitzte ATE Bremsscheiben Einzug ins Fahrzeug, ein neues Sportlenkrad, eine Domstrebe von Speedparts, neue Felgen im 5-Speichen Designe sowie US Blinker vorne und Sportgrill.

Übersicht Reparaturen Saab 9-5 Aero

Zudem möchte auch mein 900II SE 2.0 T Cabrio unterhalten und erhalten werden. Alles in allem ist und bleibt dies eine grosse Herausforderung für mich und meine Familie. Hätte ich mehr Platz und Geld zu Verfügung, würden wahrscheinlich noch weitere Saab Exponate bei mir Einzug halten. So ein 900I T oder/und 9000 T. Zu denen ich eine spezielle Beziehung von früher hege.

Mein grösster Wünsch wäre aber ein 9-3 Viggen in Blau. Doch das scheint weiterhin ein Wunsch zu bleiben. Vorerst.

Wie viel kann ein leidenschaftlicher Saab Fahrer also ertragen wenn es um sein(e) Saabs geht? Wann ist genug, wo sollte man die Grenze ziehen? Wirtschaftlich gesehen, sind meine beiden Wagen wohl ein Desaster,(speziell der 9-5 der mich bis jetzt über 10`000.- sFr. kostete) deren jede Vernunft entbehrt.

Dennoch scheint bei mir die Grenze noch nicht erreicht zu sein. Wahrscheinlich.

Danke an Matthias  für die Saab Story! Dafür geht eine unserer exklusiven Saab Bordmappen auf die Reise. Habt auch Ihr etwas zum Thema Saab zu erzählen?

Die Geschichte einer unvergesslichen Urlaubsreise, einer Restauration oder einer anderen Begebenheiten im Leben mit der Kult Marke aus Trollhättan?

Was immer es ist, schreibt uns. Wir freuen uns darauf!

20 Gedanken zu „Saab Leidenschaft. Genug ist genug. Aber wann?

  • 17. August 2017 um 12:19 PM
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    Danke für den sehr interessanten Artikel! Da kann man nur hoffen, daß die Pechsträhne bald endet und durch eine lange Zeit problemlosen Fahrens mit diesem sehr schicken Saab abgelöst wird!

  • 17. August 2017 um 12:30 PM
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    Schöner Beitrag. Allerdings sehe ich das nicht ganz so eng mit all den Reparaturen. Ein neues (gleichwertiges) Auto hat in der gleichen Zeit mindestens genauso viel Wertverlust. Klar ist neu immer irgendwie “schicker”, aber langfristig gesehen tut man sich und der Umwelt mit der längsmöglichen Nutzung eines Automobils einen grösseren Gefallen.
    andere Frage: mag mir der Autor irgendwie zukommen lassen, wo er den neuen Kat inkl. Einbau für 300,-€ bekommen hat? Steht bei mir leider auch an … 🙂

  • 17. August 2017 um 12:41 PM
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    Der Kollege oben hat recht – auch wenn die Liste lange ist, die Teile in der Summe liegen immer noch unter dem Wertverlust eines vergleichbaren Neuwagens, welcher wohl weniger Esprit, Charme und gutes Aussehen hat, als die SAABs aus Schweden. Ich fahre meinen auch nach dem Motto: die paar Ersatzteile kosten weniger als der Wertverlust und ich hoffe das bleibt so. Trotzdem: die Welt braucht neue SAABs !

  • 17. August 2017 um 12:51 PM
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    Da könnte man so einige Sachen 1:1 auf meinen 9-5 aus 2002 übertragen. 🙂

    Von den normalen Sachen, die nach fast 230000km halt mal fällig sind wie Riemen, Rollen, Spanner Querlenker usw. habe ich auch das Problem mit der Batterie, es dürfte jetzt schon die vierte sein.
    Wobei ich vier nach 15 Jahren(12 davon in meiner Hand) nicht als viel empfinde habe ich doch den Eindruck, dass die Batterie nur kurze Zeit mit voller Leistung den Saab startet, nach einem halben Jahr fühlt es sich zäher an.

    Die D1S habe ich auch schon zweimal ersetzt, Hinterachslager wurde nach fast 9 Monaten Ursachenforschung auch Ersatz, Benzinpumpe auch die zweite drin, Rost wurde Fachgerecht vorm Urlaub entfernt und alles in dem Bereich der hinteren Radläufe ordentlich Konserviert. Von der Substanz her, war der Lackierer aber mehr als zufrieden.

    Der Auspuff hat hier im Orginal auch bis 180000km 2015 gehalten, das fand ich auch sehr gut.
    Auch bei meinem ist ein Fremdanbieter(kein billig Teil) zum Zug gekommen, ganz einfach eine Kostenfrage. Ob der so lange hält werden wir sehen. 🙂

    Und ich glaube, mein Motor muss auch mal auf Ölverust untersucht werden.
    Gerade wenn der neu gefüllt wurde, duftet es ab und an nach Reiswaffel,
    wie unser großer immer sagt. 🙂

    Dein Blinker vorn rechts, war das ein Schaden oder hat deiner wie meiner einfach Wasser gezogen?

    Aber wenn man in seinem 9-5 drin sitzt, dann willst du eben keinen anderen haben also müssen wir damit noch paar Jahre leben. 🙂

    Schöner Bericht und sei weiterhin tapfer. 🙂

  • 17. August 2017 um 1:56 PM
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    Hallo Matthias
    2 schöne SAABs hast Du in der Garage stehen. Unterhalt von einem SAAB sei es 9-5er oder wie bei mir 9000er fordert schon seinen Tribut in der Kasse….bei einem vergleichbaren Neuwagen (in der Region 70tCHF) hättest Du jährliche Abschreibungskosten von 7tCHF…und Du wärst bei weitem nicht so stilsicher und individuell unterwegs!
    Eine Frage noch zum Kriechstrom: was war nun die Ursache? Zusammenhang mit dem KAT?
    Keep SAABing, Daniel

  • 17. August 2017 um 2:54 PM
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    Reparieren ist immer billiger als der Wertverlust eines Neuwagens. 10.000 Franken klingen erstmal fürchterlich, aber wenn man sich mal überlegt welches Auto man dafür bekäme… ist man ganz schnell wieder kuriert.

    PS: Es hilft dem Familienfrieden ungemein, wenn im Freundeskreis der Ehefrau neue Autos anderer Marken gefahren werden… und diese Freundinnen sich über die exorbitanten Kosten dieser Autos beklagen.

  • 17. August 2017 um 6:55 PM
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    Hallo Matthias, es waren bei mir auch immer wieder mehr oder weniger gewisse Kleinigkeiten, die regelmäßig den Gedanken eines Fahrzeugwechsels befeuerten. Aber irgendwie hat man zu Saab auch eine großzüge Toleranz gelebt, weil es eine etwas andere Beziehung zum Wagen war als bei den meisten anderen Fabrikaten. Aber in diesem Jahr ist es halt soweit gewesen, dass der Markenwechsel vollzogen wurde und ich muß gestehen, dass es im Schwabenland schon Fortschritte im Autobau gegeben hat…und wie gut die Werkstatt über alle Details der Fahrzeuge informiert ist.
    Was mir aber für den sogenannten Alltagsgebrauch am meisten auffällt, sind die Entwicklungen beim Licht. Da finde ich es beeindruckend wie gut ich abends wieder die Fahrbahn sehen kann und wie gleichmäßig der Sichtbereich ausgeleuchtet wird.

  • 17. August 2017 um 6:56 PM
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    Das Dilemma kommt mir bekannt vor. Tritt mal wieder ein Defekt auf, ist der erste Reflex: Jetzt reicht´s, jetzt kommt er weg. Aber dazu sollte er erst repariert werden. Aber dann läuft er natürlich wieder so schön! Und außerdem: Was wäre die Alternative? Eine fabrikneue Datenkrake, die mindestens so viel Wertverlust produziert wie ein Alter an Reparaturkosten?
    Dann doch lieber den charmanten Alten mit all seinen Schrulligkeiten.
    Ob das rational ist, mögen andere beurteilen.

  • 17. August 2017 um 7:18 PM
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    Ich finde die Menge an Reparaturen bei dem Kilometerstand und Alter vollkommen OK. Man muss halt wissen auf was man sich einlässt und damit klar kommen. Du scheinst ja vom Fach zu sein…. wieso machst du dann nicht das meiste selbst? Ist doch kein Hexenwerk. Du kannst natürlich auch einen Golf fahren, aber dann fährst du eben nur einen Golf. 😉

  • 17. August 2017 um 9:00 PM
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    Auch wir haben 2 9-3 II. Einen 2010 9-3X mit 100tkm und einen 2006er 19 TID SC mit 200tkm. Beide stets gepflegt. Obwohl beide Scheckheftgepflegt (u.a. Im. Himberg) macht uns der Diesel im Moment massiv Probleme. Während bis 200tkm nur die üblichen Verschleißteile (Koppelstangen, 1x Feder vorne, Batterie, Bremsen, LiMa und die typischen Dieselprobleme AGR und die Klappen) fällig waren mutiert er jetzt zum Roulette. Jede zweite Ausfahrt ist was hin. Kein Scherz! Zahnriemen gerissen weil Wasserpumpe stecken blieb, dann der Dieselfiltersensor gebrochen (was einen Feuerwehreinsatz wegen ausrinnenden Diesel erforderte), dann Notprogramm wegen vollen DPF, dann Ladeluftkühler hin. Nun steht er wieder weil er auf Standgas läuft und Kein Gas annimmt. Wir sind echt verzweifelt weil ihn mein Sohn (noch ohne Job) für den weg zur Uni (Ca 120km pro Richtung) benötigt und als Diesel halt super günstig ist. Habe schon schlechtes Gewissen meinem Sohn gegenüber weil er sonst sehr zuverlässig war. Und er liebt und hegt ihn stets. Denken jetzt an Verkauf (unabhängig vom Dieselgate) weil er mittlerweile so unzuverlässig geworden ist. Jede zweite Fahrt steht er…Traurig, aber die Tage scheinen nun gezählt zu sein… und ich Angst habe das er zum Faß ohne Boden wird (bei dem was wir in den letzten Monaten investiert haben). Vom gerechtferigten Meckern meiner Frau im Moment ganz abgesehen… Meinen 9-3X sehe ich dadurch nur sehr selten und wenn dann am We wenn mein Sohn daheim ist…. fahre halt den Smart Diesel meiner Frau… wenigstens ein Cabrio :-). Hoffe Ihr habt mehr Glück mit euren 9-3 II

    Update: heute wieder alles geprüft. Motorchecklampe ursprünglich an, nach gründlichen Motorcheck samt aller Stecker ging Lampe irgendwann aus und geht wieder wie ne eins… zum verrückt werden…. aber mein Sohn ist happy das ist wichtig. Hoffentlich für länger…

    Ich versteh den Beitrag voll und ganz….

  • 17. August 2017 um 9:59 PM
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    Du bisst nicht alleine. Ich habe ein Komplett restauration gemacht, such mal auf project Paul the Netherlands. Warum? Nur Leidenschaft

  • 17. August 2017 um 10:30 PM
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    Genauso ist es – Leidenschaft, wie schon im Titel erwähnt. Hobby kann man auch dazu sagen. Und das ist auch alles sehr gut so. Aber, so eine Leidenschaft mit rationalen Argumenten zu begründen, ist für mich nicht überzeugend. Z.B. sehe ich nicht den Zusammenhang zwischen Wertverlust eines Neuwagens und den Reparaturkosten für ältere Autos. Und Wertverluste sind keine Kosten – Reparaturkosten aber durchaus. Es ist ganz normal, dass Gegenstände im Laufe der Zeit an Wert verlieren und das passiert auch dann, wenn die Gegenstände in Schuss gehalten werden. Auch die meisten älteren Autos verlieren weiter an Wert (und Kombis sind in der Regel nicht die Autos, die als Oldtimer-Wertanlage passen). Meinen 9-5 SC TiD habe ich im Februar 2016 für 114.000 kr gekauft und im Juli 2017 (und 25.000 km später) war er 1/3 weniger wert. Und auch günstigere 9-5 verlieren weiter an Wert, zumindest in Schweden. Einen Saab wie den im Artikel kann man in Schweden für ca. 25.000 kr kaufen. Und letzte Woche traf ich in Polen jemanden, der kürzlich in der Schweiz einen 2002-er Aero für umgerechnet 2.500 Euro gekauft hat – gleiches Preisniveau. Die Reparaturkosten bekommt man nie wieder (Scheckheft wird vom Käufer eher vorausgesetzt = Hygienefaktor), die Zeit schon gar nicht – allerdings kann so ein Auto für einen Saab-Fan ein guter Kauf sein. Daher, am besten behalten und erhalten, solange es zeitlich und finanziell geht. Und bitte auch nicht mit Umweltschutz argumentieren – durch Autofahren schützt niemand die Umwelt (nicht mit einem 15 Jahre alten Saab, nicht mit einem neuen Euro-6-Diesel und mit einem Tesla auch nicht), das macht man eher durch ÖPNV, Fahrradfahren, zu Fuß gehen oder zu Hause bleiben. Siehe auch meine Kommentare zu CO2-Ausstoß in meinem Artikel neulich. Auch auf das Risiko, dass ich kontrovers erscheine, aber ich hoffe, ich sehe die Dinge, wie sie sind. Nochmals viel Glück an den Autor – hoffentlich werden die schönen Stunden mit dem Wagen überwiegen!

  • 18. August 2017 um 2:04 PM
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    Nach den teils negativen Erfahrungen muss ich mal eine Lanze für unseren 9-3 II SC aus 2009 brechen. Bis auf die vordere rechte Feder und neue Bremsscheiben bei 80.000km sind wir vom Fehlerteufel verschont geblieben. Nur der durch. Verbauch von ca. 8,0l entspricht trotz Automatik nicht mehr unbedingt den Verbrauchsvorstellungen.Bislang haben die knapp 100.000km viel Spaß gemacht!

  • 18. August 2017 um 4:18 PM
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    Hallo Matthias, toller Beitrag. Gibt uns natürlich schon zu denken, aber eben, es war schon immer etwas teurer einen besonderen Geschmack zu haben…..
    Apropo Neuwagen, den 70000.- CHF/Euro Neuwagen der im ersten Jahr nur 7000.- Verlust hat möchte ich sehen!
    Wie auch immer, fahren und Freude haben. Dein 95er ist ein Prachtstück und das 900er Cabrio auch!
    Ich habe übrigens 5 Saab die alle eingelöst sind. Da ich aber mit jedem nicht soviel fahre, fahren kann, halten sich die Unterhaltskosten in Grenzen.
    Allzeit gute Fahrt
    Hans aus Basel

  • 18. August 2017 um 6:37 PM
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    Hallo Matthias,

    ich verstehe das Problem nicht so ganz. Du fährst den schicken 9-5 nun fünf Jahre und hast ca. 10.000 reingesteckt.
    Das sind rund 170/Monat! Dafür bekommst kein entsprechendes Auto rundum-sorglos geleast und von Wertverlusten
    reden wir lieber gar nicht. Sicher ist es ärgerlich, wenn Fehler wiederholt und in kurzer Abfolge auftreten, aber unsere
    Autos sind nun mal in einem Alter, wo sie durchrepariert werden müssen, wenn sie täglich im Einsatz sind.

    Ich habe das mit meinem Arbeits-9000 (Joe) auch durch und liege in knapp fünf Jahren bei einer ähnlichen Summe.
    Jetzt wird es aber deutlich weniger und er hat uns noch nie im Stich gelassen. Dabei hat er gelegentlich Arbeitstage,
    wo am Abend mal 800-900Km mehr auf der Uhr sind – kein Problem, er hat jetzt 235.000 gelaufen.

    Ganz anders steht mein anderer 9000 da. Der ist noch 1.Hand und hat natürlich einen anderen Pflegezustand.
    Manchmal benehmen die beiden sich allerdings wie Zwillinge 🙂
    Der hat in 19 Jahren 14478€ an Service und Reparaturen gekostet, 64€/Monat bei jetzt 210.000 🙂

  • 19. August 2017 um 2:38 PM
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    Ich finde so einen ungeschminkten Beitrag richtig gut ! ! !

    Hut ab vor dem ehrlichen Gastautor und den mutigen Machern dieses Blogs. ALLERDINGS …

    … ist die Veröffentlichung bei näherer Betrachtung so mutig dann doch wieder nicht. Soll heißen, dass dem Fahrzeug und der Marke ja gar nicht viel anzulasten ist.

    Etwa Ölverluste im September, Oktober, November und Dezember 2016. Und da war nie ein Schwitzen und die Schläuche nicht schon vorher als porös zu erkennen ? ? ?
    Natürlich ärgert man sich öfter und zahlt in Summe mehr, wenn die Werkstatt es nicht einmal und in einem Rutsch richtig macht.

    Oder auch Radlager und Querlenker im Abstand von 5 Monaten? Querlenker bzw. deren Buchsen verschleißen und altern ja auch nicht plötzlich von heute auf morgen. Das hätte man also zusammen machen können – hätte man zusammen machen müssen.

    LEID & FREUDE …

    … können bei SAAB eng zusammenliegen. Eine gute und kompetente Werkstatt hält beides auf Abstand zueinander.

  • 19. August 2017 um 4:33 PM
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    Leider sind in allen Fahrzeugen ab ca 1994 schon zuviel Elektronik und Technik verbaut die man eigentlich nicht braucht.
    Mein 1996 902 Cabrio hatte auch schon einige Reparaturen und jetzt ist auch schon die Zylinderkopfdichtung leicht bedient.
    Bei einen Wert von ca 3000€ stellt sich die frage ob sich das noch auszahlt?? weil einmal leuchtet Vereck überprüfen, dann wieder Check Engin und sonst noch einige Kleinigkeiten. Mein 900 CC 1992 mit 240000 KM macht keine Probleme, Hat in einem Jahr 10000 km ohne Probleme abgespult, einen kleines Service gemacht und jetzt den Kühlwasserausgleichsbehälter wechseln um 40€ und weiter fahren.

  • 20. August 2017 um 1:59 PM
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    Danke all derer die mir Mut zusprechen. Bin ich doch nicht der Einzige mit Problemen hin und wieder. Übrigens, er ölt schon wieder. Nur leicht. Diesmal wohl der Kurbelwellendichtring Riemenseitig. Na ja, irgendwann ist er durchrepariert.

    P.S, der Kat kam von ATP Auto-Teile.de aus 92690 Pressath (D) und funktioniert tadellos.

  • 22. August 2017 um 4:56 PM
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    Schöner 9-5 ! Der Ferrari-Aufkleber stört allerdings gewaltig … Stilbruch !

  • 22. August 2017 um 5:41 PM
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    Ja, eine sehr berechtigte Frage! Auch ich fahre einen 9-5 kombi. Allerdings aus 2009 als 1,9 TID mit Automatik. Alles wunderbar! Aber ich brauche den Wagen als Alltagsauto – derzeit mit Wohnwagen in der Bretagne. Prötzlich Motorsteuerung Lampe an, Leistung weg. Beim zweiten Neustart ales ieder bestens, dann Qualm beim Beschleunigen, schlechte Leistung. Meine Diagnose: Druckschlauch am Lader hat Riss o.Ä. SAAB-Werkstatt? In der Bretagne? Vergiss es. Ein freundlicher Renault-Händler hilft weiter. Ja es ist der Schlauch, aber: trotz Bemühungen in Frankreich nicht zu bekommen. Wird nicht mehr hergestellt. In Deutschland werde ich auf die Schnelle (sprich: Internet) nicht fündig. Nicht lieferbar! Der freundliche Renault-Händler formt über Nacht einen passenden Schlauch und alles ist wieder prima! Für sogar kleines Geld. Alles gut gegangen. Aber frage ich mich etwas beklommen: Was passiert, wenn ein Teil nicht mehr lieferbar ist? Brasuch ich mindestens zwei Autos? Oder gar für verschiedene Staten unterschiedliche? Das kann ich mir leider nicht mehr leisten…

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