Eines von 400. Saab 900 Cabriolet 1986 sucht Käufer.

1983 war das Saab 900 Cabriolet der große Star der IAA. Ein vorsichtiger Test, denn das Management hatte etliche Vorbehalte,  einen offenen Saab in das Programm zu nehmen. Aber die Reaktionen des Publikums waren vielversprechend, und im April 1984 gab es grünes Licht für die Produktion.

Saab 900 Cabriolet MY 1986. Bild: Saab Automobile AB

Der Bau des ersten offenen Saabs seit der Sonett I sollte in Finnland erfolgen. Dort wurden bereits der Saab 900 CD/Finlandia hergestellt. Doch es sollte noch bis zum Jahr 1986 dauern, bis endlich das 900 Cabriolet von den Bändern rollte.

Das erste Modelljahr umfasste nur 400 Stück, und alle gingen in den Export nach Nordamerika. Die Jahresproduktion für das folgende Jahr betrug 2.500 Einheiten. 2.000 gingen in die USA, mit 500 Stück musste der Rest der Welt zufrieden sein. Wer im Herbst 1987 beim Saab Händler für ein 900 Cabriolet unterschrieb, der musste sich mit der Auslieferung bis zum Jahr 1989 gedulden.

Saab 900 Cabriolet. Lieferzeit mehr als 2 Jahre.

Verrückte Zeiten. Das Cabriolet gab es zunächst nur in kleinsten Dosierungen für die Kunden. Der offene Saab und seine Nachfolger sollten mit ihrem Erfolg die Marke Saab auf Jahre hinaus prägen. Dabei wäre es fast nicht dazu gekommen, hätte sich nicht ein gewisser Robert (Bob) J. Sinclair mit Beharrlichkeit gegenüber dem Management durchgesetzt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Eines dieser 400 Saab Cabriolets des Modelljahrs 1986 steht jetzt in den USA zum Verkauf. Sein Zustand ist weit entfernt von alter Schönheit. Der Saab benötigt viel Arbeit, ist es aber schon alleine auf Grund seiner extremen Seltenheit wert. Aufgerufen werden 2.000,00 US Dollar, was für eine Restaurationsbasis nicht zu viel sein sollte. Im neu aufgebauten Zustand wird der Wert um ein vielfaches höher sein.

Der Standort ist Denver, eine Kontaktaufnahme sollte über die lokale Anzeigenseite möglich sein. Vielleicht holt jemand dieses einzigartige Stück Saab Geschichte zurück in die europäische Heimat?

7 Gedanken zu „Eines von 400. Saab 900 Cabriolet 1986 sucht Käufer.

  • 20. Juli 2017 um 2:21 PM
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    Heute schwer nachvollziehbar,

    dass tatsächlich mal jemand aus dem Management Vorbehalte gegen die Produktion von SAABriolets gehabt haben sollte. Die 900er sind Kult und die Linie des Coupés für Cabriolets prädestiniert …

    Auch der 9-3 II läuft erst als Cabriolet so richtig zu seiner Höchstform auf. Bei weitem nicht so praktisch wie die Kombis, aber die definitiv formvollendetste Variante. Kein Wunder, es gab ja kein Coupé mehr …

    • 21. Juli 2017 um 9:21 AM
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      …also das Cabrio wurde erst auf Basis des vielfach ungeliebten Sedan möglich. Das traditionelle Combi-Coupé hatte nicht einmal ansatzweise das Zeug dazu als Basis für ein Cabrio herzuhalten. Aber egal wie: das 901er Cabrio ist ein echt genialer Entwurf – zeitlos und langlebig. Aber gerade das zeitlose und fast schon elegante Design kommt aber eher in den späteren Baujahren heraus. Ein Cabrio aus 1986 mit US-Steili-Front hat sicherlich Seltenheits- und Sammlerwert, aber aktiviert zumindest bei der Cabrio-Fraktion nicht so sehr den Habenwollen-Reflex. Im Falle eines CC oder auch Sedan sieht das sicherlich anders aus. Vielleicht findet sich aber auch durch diesen Artikel jemand dem das Cabrio genau so gefällt und es ohne Rücksicht auf den möglichen Wiederverkaufswert aufbaut. Gibt in der Saab-Welt ja genügend positiv “Verrückte”…

  • 20. Juli 2017 um 2:40 PM
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    Immerhin hat der Wagen schon mal einen neuen Fahrersitz bekommen 😉 Sonst eher ein (Voll)restaurationsobjekt

  • 20. Juli 2017 um 2:45 PM
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    2000 war auch mein Einstandspreis … ist aber schon fast 5 Jahre her. Danach mit Freude ein Jahr viel bewegt und seitdem nur noch mit Investitionsbedarf in der Garage. Würde es gerne wieder auf die Strasse bringen, allein weil es davon so wenig gibt und die Historie speziell der Steilschnauzer kaum bekannt ist. Aber andere Dinge haben zur Zeit mehr Priorität.
    Zum Beitrag oben: ich bezweifle, dass der Wert nach einer Restauration “um ein vielfaches höher sein” wird. Ja, sicher mehr Wert als vorher, aber nicht so viel wie ein gutes Schrägschnauzer-CV in gleichem Zustand/Ausstattung. Die Steilis sind nicht so populär, weniger bekannt und sie wirken auf viele CV-Fahrer wohl irgendwie “antiquierter” durch ihre Steili-Front. Ein Steili-CV zu verkaufen scheint mir reichlich schwer, es gibt dafür nur einen ganz kleinen Markt. Der oben angesprochene Wert ist dann also eher ideeller Natur, aber nicht in monetäre Werte umsetzbar.

    • 20. Juli 2017 um 5:26 PM
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      Hallo Andreas,
      meine Erfahrung deckt sich mit Deiner. Die Gradschnauzercabrios, die ich in den letzten Jahren in natura gesehen habe, wurden alle zu relativ fairen Preisen angeboten und nur sehr sehr schleppend (oder gar nicht) verkauft. Die Autos sind rar und das ist es dann auch schon. Ich hatte selbst mal eines dieser Cabrios, gekauft in USA. Leider war der Wagen viel schlechter als beschrieben, womit ein Grundproblem amerikanischer Fahrzeuge (es macht vor SAAB leider nicht halt) angeschnitten wäre. Die Amis können und dürfen wohl ihre Autos fahren, solange sie nicht von alleine zusammenfallen und das tun die Amis auch. Und ein 30 Jahre altes Auto würde ich dort niemals ungesehen kaufen, man braucht Leute vor Ort. Ich kenne sehr wohl auch Gegenbeispiele, wo jemand für eher kleines Geld ein richtig gutes Auto geschossen hat, allerdings mit besagtem Risiko.
      Deshalb denke ich, dass jemand, der rare SAABs sammelt und ein bisschen Geld zuviel hat, sich für zweitausend Dollar solch ein Cabrio kaufen kann, Potenzial sehe ich bei diesen Autos eher keines.

      • 24. Juli 2017 um 12:41 PM
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        Hallo fami,
        danke für deine “Bestätigung” 🙂
        Ich hatte damals glücklicherweise jemanden vor Ort in den Staaten, der sich den Wagen angeschaut und für kaufenswert befunden hat. Sonst hätte ich das nicht gemacht. Aber trotzdem muss ich ehrlicherweise schon gestehen, dass ich bei Ankunft in D ein wenig enttäuscht über den Zustand war. Blech-Substanz ganz ok, aber Lack und Innenraum quasi komplett tauschwürdig. Naja, ist auf Fotos halt schlecht dokumentierbar (damals war das noch nicht so en-vogue mit FullHD Fotos usw.). Es bleibt also viel zu tun.
        @Bajuware: 20k empfinde ich als sehr sehr optimistisch. Die letzten (unrestaurierten, aber trotzdem gutem Zustand) sind nicht mal für 1/3 davon weggegangen. Wenn überhaupt … Wie schon erwähnt: sie fallen mit ihrer “rustikalen” Front nicht in das Suchraster für ein elegantes Cabrio. Umbau auf EU-Scheinwerfer macht es ein wenig besser, aber ist ja trotzdem noch ziemlich “kantig” 🙂

  • 20. Juli 2017 um 6:12 PM
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    Es gibt eben sehr wenig Steilschnautzer weil nur wenige gebaut wurden und der große Teil in US verschwunden ist. Klar hat sie keiner in seinem Such-Profil, wenn er an Cabrios denkt. Eine gute Restauration fände ich aber interessant und irgendwo zwischen 20 bis 30k wert.

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