Saab 900 II. Schweden Promo 1993.

Vor 24 Jahren war bei Saab die Welt noch in Ordnung. Fast zumindest ! Immerhin war es die Zeit der Hoffnung und des Stolzes. Ein komplett neu entwickelter Saab 900 II rollte von den Bändern, die Ambitionen waren hoch gesteckt.

Saab 900 II V6. Bild: Saab Automobile AB

Saab 900 II. Ein V6 Motor soll für Renommee sorgen.

Die Entstehungsgeschichte des 900 II, die Herausforderungen, Hintergründe und die kleinen Dramen, sie waren spannend. Seit Wochen schreibe ich an einem Mehrteiler, der die damalige Situation wieder aufleben lässt. Bis die Artikelserie fertig ist, wird noch etwas Zeit vergehen.

Als kleiner Teaser fährt heute ein neuer Saab 900 II durch Schweden. Im grünen Farbton der Presse- und Erstauslieferungsfahrzeuge –  und natürlich mit einem V6 unter der Haube. Vom ersten 6-Zylinder in einem kompakten Saab versprachen sich die Schweden viel Renommee. Und tatsächlich wurde er anfangs gut verkauft,  und Saab eroberte ein neues Klientel. Traditionelle Kunden ignorierten den starken und angenehmen Motor mit englischen Wurzeln. Sie griffen lieber nach wie vor zum Turbo, der mit 185 PS für standesgemäße Beschleunigung sorgte.

Leider holten Qualititätsprobleme sehr schnell die großen Pläne ein. Saab musste dringend nachbessern,  und der 900 II reifte in Kundenhand. Er wurde im Laufe seiner Bauzeit ein richtig gutes Auto, allerdings war dann der Ruf schon erheblich ramponiert.

Der Film stammt aus dem umfangreichen Fundus von Saab Deutschland. Er wurde im September 1993 veröffentlicht, ist etwa 3 Minuten lang und Entspannung pur. Er führt uns durch typische schwedische Landschaften. Wo gefilmt wurde,  ist leider nicht dokumentiert. Auffällig ist, wie zeitlos schön ein Saab 900 II ist. Er führt die klassische Linie fort und war der letzte große Wurf mit dem traditionsreichen Fließheck. Damit hätte er mehr Beachtung von der Fangemeinde verdient,  als er zur Zeit bekommt.

Natürlich digitalisieren wir weiter. Saab Geschichte muss erhalten und lebendig bleiben. Es ist spannend zu entdecken,  wie die Marke vor 20 oder 30 Jahren tickte,  und welchen Luxus sich Saab Deutschland erlauben konnte. Dass wir diese Zeit noch einmal erleben können, verdanken wir Saab Service Frankfurt. Gerard Ratzmann hatte die Zeitzeugnisse aufbewahrt, wir dürfen sie für unsere Leser digitalisieren.

17 Gedanken zu „Saab 900 II. Schweden Promo 1993.

  • 21. Juni 2017 um 11:39 AM
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    Genau so sah damals mein erster Saab aus. Qualitätsprobleme hatte ich nie mit diesem Fahrzeug. Leider erfüllte der Motor nicht meine Erwartungen, er lief doch recht rauh für einen Sechszylinder. Gut 20 Jahre später – der 2,8 l im 9-3 war ein Traum. Vom Saab-Fieber gepackt, überzeugte mich allerdings der Vierzylinder im ersten 9-5, mit Hirsch-Tuning und 230 PS, der auf den 900 folgte. Leider war der Einstieg von GM der Anfang vom Ende.

  • 21. Juni 2017 um 12:03 PM
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    Superschön! Danke! Zweifellos wurde das an der Schwedischen Westküste gedreht, nicht weit von Trollhättan. Vielleicht auf Orust / Tjörn.

    In einem Punkt möchte ich Dir, Tom, aber widersprechen: Der 9-3 I war/ist als Schrägheck auch gelungen!

    Ich bin gespannt auf die Fortsetzungen 🙂

    • 21. Juni 2017 um 12:24 PM
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      900 II und 9-3 I sind in meinen Augen ein Entwurf. Das Design wurde nur minimal geändert und ist beim 9-3 I etwas cleaner. Mir gefällt der 9-3 I natürlich sehr, ich bin Fan der Baureihe!

  • 21. Juni 2017 um 12:21 PM
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    … auch wenn viele den 900II nicht sonderlich mögen … mir hat er optisch immer gefallen und tut es auch heute noch. 🙂

    Der kam gerade ungefähr zu meinem bestandenen Führerschein raus und wär natürlich ein (unbezahlbarer und unrealistischer) Traum damals von mir gewesen. Der kleine Händler hier vor Ort hatte ein paar schöne auf dem Hof stehen. 🙂

    Statt dessen “musste” ich dann aber zuerst mit einem uralten “gammeligen” 3´er BMW mit Automatik meines Großvaters (mit “Senioren-Taxi-Verpflichtung”) und danach mit einem Fiesta mit 46PS und stufenloser Automatik rumdüsen.
    Naja, als Jungspund und Schüler/Student ist man ja froh über jedes Auto … da musste es (noch) nicht unbedingt ein eigener Saab sein (gab ja zum Glück Vater). 😉

  • 21. Juni 2017 um 7:58 PM
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    Hallo Tom, ich bin richtig gespannt auf Deine Serie.
    Nach dem schönen Film habe ich meinen heute auch mal wieder ausgeführt,
    hat Spaß gemacht 🙂

  • 21. Juni 2017 um 8:30 PM
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    Danke für diesen Film. Der Ort wo der 900 am Ende durchfährt kann nur Fjaellbacka sein. Da war ich vor 1 Woche selbst nach dem Trollhaettan-Treffen.

  • 21. Juni 2017 um 9:07 PM
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    “Damit hätte er mehr Beachtung von der Fangemeinde verdient, als er zur Zeit bekommt.”

    Ich bin natürlich nicht so dicht dran wie DER SAAB-Blog überhaupt, aber genau dort lese ich ja mit …
    Und ich habe schon den Eindruck, dass die Fangemeinde die Bedeutung 900 II und 9-3 I – also von SAABs letztem Fließheck – quasi täglich einen Stück höher schätzt, als noch am Vortag.

    Das Auto scheint mir auf dem besten Wege!

  • 21. Juni 2017 um 9:31 PM
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    Sehr schöner Film. Der Schluss ist wohl in Fjällbacka, nordwestlich von THN, der Rest könnte auch in der Umgebung sein.

    • 22. Juni 2017 um 11:12 AM
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      Danke für den Hinweis!

  • 21. Juni 2017 um 11:12 PM
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    Danke auch von meiner Seite.
    Der 900 II bzw. der 9-3 sind auch in meinem Leben intensive Erinnerungen. Ich habe das Glück gehabt beide Flugzeuge mein Eigen nennen zu können. Technisch waren sie nicht überzeugend, aber die Emotionen sind bis heute geblieben. Insbesondere die ausgereifte Form des 9-3 (Letzte Ausführung der ersten Bauserie) finde ich wunderschön. Da kann jeder erzählen was er will, dass ist einfach ein super Chassis. Einar Hareide hat hier ganze Arbeit geleistet.
    Ich freue mich auch auf die Fortsetzung.
    Danke vorab und ein schönes Wochenende.

  • 22. Juni 2017 um 12:16 AM
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    Sehr schöner Film, Danke Tom!
    Mein “Alltagswagen” 902 (MY96, Le Mans-blau, 299tkm) bekam heute viel Zuwendung, und erstmalig neuwertige Elchschaufeln montiert: ein echter Traum von einem zeitlosen Auto.
    Das ganze war längerfristig geplant, Dein Film heute morgen war Appetizer und Bestätigung zugleich..!
    Außerdem schließe ich mich an: 902 und 931 sind optisch ein Wurf, der 931 etwas moderner (v.a. mit Viggen-Trimm), der 902 auf Dauer zeitlos schöner, und ich habe sie beide.
    Ich freue mich auf Deinen Mehrteiler!!!

    • 22. Juni 2017 um 12:35 AM
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      Und noch etwas: Bei Minute 1:28, 1:37 und 2:27 hängt der rechte Scheinwerferwischer etwas schräg…
      Es ist also kein mangelhafter Bosch-Motor! Es ist serienmäßige Schrulligkeit, mit der Saab offen geworben hat… Danke allein schon dafür!

  • 22. Juni 2017 um 8:00 AM
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    Mein Auto, meine Farbe! Für jeden Tag der Woche. Im Oktober wird er 24 und fährt uns zuverlässig und ohne größere Probleme. Mit Automatik, Klimaanlage, Sitzheizung etc. pp. – fremde Mitfahrer sind regelmäßig begeistert vom Preis-Leistungs-Ausstattungsverhältnis…wir haben vor 3 Jahren eine Gasanlage eingebaut – funktioniert tadellos.
    Wie man vielleicht merkt: ich liebe ihn! 😉

  • 23. Juni 2017 um 3:02 PM
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    Ich weiß nicht aber der 902 wirkt auf mich immer wie ein Prototyp des 9-3I. Optisch eine Katastrophe und an Spießigkeit kaum zu übertreffen. Erst durch die Neugestaltung der Schweller, Stoßfänger und der der Heckklappe beim 9-3I SE ist das Modell endgültig richtig schön geworden. Ich habe jetzt schon eingies von Saab gefahren, den 902 würde ich selbst geschenkt nicht haben wollen. Aber glücklicherweise sind Geschmäcker verschieden und ich muss mich mit den 902 Besitzern nicht um gute 901, 9000 u.a. Angebote streiten 😉

  • 24. Juni 2017 um 8:48 AM
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    Werde mich jetzt von meinem 902 nach 20 Jahren trennen. Es war ein angenehmes Familienfahrzeug mit prima Sitzen und einem Kofferraum, dessen Größe man von aussen nicht vermutet. Ich fand die Form zeitlos schön, würde durchaus ein modifiziertes Fahrzeug wieder in diesem Design kaufen. Allerdings weist der 902 doch in einigen Bereichen eine schlampige oder billige Verarbeitung auf. Hatte mir vor wenigen Jahren mal einen Saab Sportkombi angesehen, hatte das Gefühl , dass der Einsatz von Billigplastik dort teilweise noch gesteigert wurde, was zur Preisgestaltung im Vergleich zu hiesigen Hochpreisfahrzeugen einfach nicht passte. Aber irgendwie hat man diese Schwachpunkte Saab irgendwie nicht böse genommen, zählte mich auch dazu..Allerdings empfand ich als den größten Schwachpunkt in der Saab-Welt den Vertrieb und die Vertragswerkstätten gerade im Raum Bonn-Köln. Probefahrten mit Fahrzeugen mit gewünschten Motorisierungen waren teilweise nicht möglich, weil die entsprechenden Saabs nicht verfügbar waren und auch in ” naher Zukunft” so ein Händler nicht reinkommen werden…oder der Wagen nur für den Ausstellungsraum zur Verfügung stehe…
    Mit den Leistungen dieser Werkstätten war ich auch alles andere als zufrieden, war froh bei mir im Umfeld eine kleine Werkstatt zu haben, deren Besitzer sich mit Saabs sehr gut auskannte. Unabhängig von gescheiterten Versuchen den Beifahrerairbag abzuschalten gab es bei einer Rückrufaktion wegen Problemen im Bereich der Lenkung schon mal den Hinweis, dass man längerfristig keinen Termin freihabe, wenn keine anderen Leistungen wie eine Inspektion in Anspruch nehmen möchte…Nun geht es zu einem Fahrzeug, bei dem die Ersatzteilversorgung noch nie ein Problem war, egal wie alt die Fahrzeuge waren oder werden.
    Fazit zum 902: Alles hat seine Zeit

    • 25. Juni 2017 um 11:10 PM
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      Den größten Schwachpunkt teile ich: die Vertragswerkstätten.. Nun hätte ich zwar immer gedacht, der Köln-Bonner-Raum wäre gut versorgt, aber zumindest weiter in der Provinz ist das Problem der Vertragswerkstätten teilweise schon länger eklatant: Opel Händler, denen (und nur so kann es gewesen sein) unter Androhung von Gewalt Saab aufgezwungen wurde. Unfähigkeit einen 902 zu bewegen (nach 7-mal Abwürgen durfte ich ihn auf die Bühne fahren), 20 min mit zuletzt 3 Mann, um allein die geknickte Antenne zu wechseln (Selbstversuch mit Bruder, keine 10min), etc.. pp., ich war ebenfalls bereits lange bei einer freien, reinen Saab-Werkstatt, als Saab den Betrieb einstellte.

      Und hier ist weiter das Hauptproblem: Ich finde es toll, daß die Ersatzteilversorgung heute besser organisiert ist als vor 10 Jahren, ORIO sei Dank, auch die Saison-Aktionen passen, allein, der nächste mir bekannte ORIO-Partner, der nicht gezwungen wurde, ist weit weit entfernt. Aus dem Blog kenne ich Kiel, Frankfurt, Bamberg, persönlich noch Dortmund, alles super, weiterhin dürfte Heuschmid eine Adresse sein, aber für mich sind alle genannten für den Sevice viel zu weit.

      Es bleibt der freie SaabSpezialist, der jemanden kennt, der wiederum jemanden kennt, der von ORIO Teile beziehen kann. So sehr ich Tom und seine Unterstützung für ORIO schätze, für mich ist der örtliche ORIO-Partner der sicherste Weg, um meine Saabs in die Verwertung zu geben.

      “Alles hat seine Zeit”, und zwanzig Jahre mit ein und dem selben “Familienauto” sind heutzutage sehr stolz! Ich wünsch viel Freude mit dem (vermuteten) Zuffenhausener…

      • 26. Juni 2017 um 10:18 AM
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        Mit den Jahren wird es immer schwieriger werden ein gutes Werkstattnetz zu erhalten. Wichtig ist, dass wir die Werkstätten unterstützen, die gute Arbeit abliefern. Ich könnte mir vorstellen, dass Empfehlungsberichte aus der Community sehr hilfreich wären.

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