Saab und die Chinesen – Praktische Erfahrungen

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich schäme mich ja so. Es fällt mir wirklich schwer, es auszusprechen, und ich bin mir der Tragweite dieses Geständnisses durchaus bewusst:

Ich bin schuld, dass heute keine Saab mehr produziert werden.

Saab 9-3 ePower von Jörg. Realität oder Fiktion?

Es ist schon viele Jahre her, dass ich beruflich im Außenhandel tätig war. Der Reihe nach: Nach meiner ersten Karriere als Drogenhändler Betäubungsmittelkaufmann habe ich Bananen aus Südamerika importiert, deutsche Autos nach Russland exportiert (nein, nicht bei Nacht mit Vollgas über die Grenze, ganz offiziell). Später, als es nicht mehr so gut lief, habe ich immerhin noch Kondome in den Vatikan verkauft (Alleinvertretung). Aber dann gab es dort einen neuen Chef. Der war sehr fromm, mein Geschäft brach zusammen.

Etwas Neues musste her. Ich habe dann Möbel aus Indonesien importiert, welche zwar aus hochwertigem Teakholz, aber von schlechter Bauqualität waren. Bevor die Reklamationen mich in die Tiefe rissen, konnte ich noch auf den Import von Bambusparkett aus China umschwenken.
Der aufmerksame Leser erkennt, langsam komme ich zum Kern der Geschichte.

Ich war also wieder einmal auf Einkaufstour und lernte in Hongkong im Hotel an der Bar einen Investor aus Peking kennen. Er war ziemlich deprimiert, weil die Saudis ihm ein großes Aktienpaket vom Daimler weggeschnappt hatten. Das Politbüro in Peking hatte ihm wegen des riesigen Exportüberschusses den Auftrag zu Investitionen in Europa gegeben. Ich stellte ihm Hilfe in Aussicht, wir tauschten mit großem Ritual unsere Karten.

Zwei Wochen später rief ich ihn an und habe ihn zur Einkaufstour nach Europa eingeladen. Sein Hauptinteresse galt der Automobilindustrie. Wir bemühten uns um eine Beteiligung bei MAN, Ferdinand P. war schneller.

Ich schlug ihm dann das Opelwerk in Bochum vor, das sollte eh weg. Er schaute mich an, als hätte ich ihm überlagerten Frischfisch angeboten.
Wir sind dann nach Turin geflogen, wegen Fiat. Leider hatten die Amerikaner das vermeintlich bessere Gebot abgegeben.

Auf dem Rückweg zum Flughafen nahmen wir durch einen unglaublichen Zufall im einzigen Saab – Taxi weit und breit Platz. Ein folgenschwerer Geistesblitz durchzuckte mein Hirn. Was ist eigentlich mit Saab? Ich nahm Kontakt mit GM auf, die Verhandlungen begannen. Der Deal kam zustande.

Das Ergebnis kennen wir alle.

Die Folgen für mich waren dramatisch: Der Saabclub hat mich im hohen Bogen rausgeworfen, bei meiner langjährigen Saabwerkstatt habe ich lebenslanges Hausverbot, meine Frau (sie fährt nach wie vor einen 900I) hat mich verlassen.

Heute bin ich heimlich in einem 9-3 mit Elektroantrieb unterwegs, welcher Teil meiner Provision war, mir jedoch keinerlei Freude bereitet.

Ich vermisse den Turbo. Im nächsten Leben mache ich alles anders.


Natürlich ist Jörgs Geschichte nur erfunden. So wie “Saab im Alkoholbetrieb“, “Saab im Winterbetrieb” und “Saab im Anhängerbetrieb” völlig fiktiv waren.

Danke an Jörg  für die Saab Story! Dafür geht eine unserer exklusiven Saab Bordmappen auf die Reise. Habt auch Ihr etwas zum Thema Saab zu erzählen?

Die Geschichte einer unvergesslichen Urlaubsreise, einer Restauration oder einer anderen Begebenheiten im Leben mit der Kult Marke aus Trollhättan?
Was immer es ist, schreibt uns. Wir freuen uns darauf!

6 Gedanken zu „Saab und die Chinesen – Praktische Erfahrungen

  • 6. Juni 2017 um 11:31 AM
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    Heftige Geschichte, ich musste aber trotzdem lachen! Danke!

  • 6. Juni 2017 um 12:45 PM
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    Très intéressant, je pensais au début que c’était vrai!!! super les préservatifs au Vatican!

  • 6. Juni 2017 um 5:55 PM
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    🙂 🙂 🙂 …wunderbar!

  • 6. Juni 2017 um 6:51 PM
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    Tolle Geschichte, könnte man fast glauben

  • 8. Juni 2017 um 8:13 PM
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    Bei der Frau wurde ich stutzig und bei der Provision war mir dann klar, dass es sich um eine lustige Geschichte handelt.
    Eine Familie aus SAAB-Fahrern – ob mit Turbo oder Batterie – hätte SAAB sicherlich besser untergebracht.

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