Saab 9-3 Griffin ePower (Bilderrätsel Auflösung)

Am Freitag suchten wir nach einem Saab, den es eigentlich gar nicht gibt. Wahrscheinlich waren aus diesem Grund viele Antworten sehr nahe an der Wahrheit, aber nicht zu 100 % korrekt. Dass es vom Saab 9-3 Elektroauto auch eine Griffin Version gab, ist nicht vielen Menschen bekannt.

Batterieladung, Stromverbrauch, Reichweite im Kombi-Instrument.

Saab 9-3 ePower Premiere auf dem Pariser Autosalon.

Rückblende: 2010 stellte Saab auf dem Pariser Autosalon den 9-3 ePower Sportkombi vor.  Ein durch die serienmäßige Klimaautomatik mit Luft gekühlter Lithium Ionen Akku mit 35,5 kWh Kapazität sollte für eine Reichweite von 200 Kilometern sorgen. Die Batterien fanden ihren Platz hauptsächlich in einem modifizierten Mitteltunnel, aber auch dort,  wo früher  Tank und Abgasanlage zu finden waren.

Saab 9-3 ePower, kein Griffin. Pressebild 2010, Saab Automobile AB

Der Elektromotor mit 184 PS sollte den Kombi in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 befördern, seine Ladezeit wurde mit 3 bis 6 Stunden angegeben. Eine Schnelladung war möglich, Daten dazu gibt es keine. Das Konzept der Luftkühlung soll gut funktioniert haben. Ausserdem senkte es sowohl Kosten als auch das Gewicht. 2011 sollte eine Testflotte mit 70 Fahrzeugen in einen Feldversuch gehen, und hier beginnt sich die Spur des Projekts zu verlieren.

Wer kennt den Saab 9-3 Griffin ePower?

Um so aufgeregter waren wir, als uns beim letzten Besuch in Trollhättan der Saab 9-3 Griffin ePower vor die Kamera kam. Da er zu diesem Zeitpunkt ausgerechnet im Workshop des Museums stand, und man dort nicht fotografieren soll, weil immer etwas zu sehen ist,  was keiner sehen soll, gibt es nur Detailfotos. Der 9-3 Griffin ePower wurde als 9-3 Griffin Linear im April 2011 (!) gebaut – zu einem Zeitpunkt, als die Bänder eigentlich still standen. Im Werk existierte zu diesem Zeitpunkt ein Band für die Vorserie und den Bau von Kleinserien. Dort wurde aus dem Diesel in Handarbeit ein Elektroauto.

Der Elektro Saab, im Griffin Trim, überrascht positiv. Der Innenraum sieht wertig aus und ist mit Premium Leder ausgekleidet. Die Karbon Applikationen kennen wir bereits von anderen 9-3 Modellen; was auffällt,  sind die kleinen Unterschiede. Der ePower Schalthebel kennt nur die Stufen P-R-N-D, das Getriebe ist fest übersetzt. Es gibt eine elektrische Feststellbremse, eine elektrischhydraulische Servolenkung, und eine elektrische Klimaautomatik. Statt der Turbo Anzeige entdeckt man Anzeigen für Verbrauch, Ladezustand und Reichweite.

Ein Saab Elektroauto Cabriolet wäre der Imageträger gewesen.

Das alles sieht gut aus, macht echt Lust auf mehr, und scheint bereit für die Serie gewesen zu sein. 200 Kilometer waren 2011 eine Ansage. Durch Fortschritte in der Batterietechnik hätten es später 300 Kilometer werden können. VW stellte den eGolf erst 2017 (!) von 200 auf 300 Kilometer Reichweite um.

Da stellt sich die berühmte Frage, was wäre gewesen wenn…

Der 4 sitzige Saab 9-3 Saab Griffin ePower Kombi hätte das Saab Image als technologisch fortschrittliche Marke poliert. Was man nicht aus den Augen verlieren darf: es gab mindestens ein 9-3 ePower Cabriolet, dessen Existenz verbürgt ist. Mit einem elektrischen Cabriolet wäre Saab Avantgarde und ganz vorne dabei gewesen.

Es kam nicht soweit, wie wir heute wissen. NEVS hat zwar rund 10% des geistigen Eigentums der Saab Automobile AB erworben, das ePower Konzept scheint aber nicht dabei gewesen zu sein. Zu vermuten ist, dass Patente von Boston Power und GM den Kauf verhinderten. In wenigen Tagen werden wir sehen,  was NEVS als Elektroauto auf der CES präsentiert. Der Rückblick in das Jahr 2011 war daher interessant und auch nicht ganz zufällig unser Thema.

Auch wenn keiner unserer Leser die Frage zu 100% beantworten konnte, so waren doch viele mit Saab 9-3 ePower ganz dicht dran. Über die Druckausgabe der Saab Inside, dem Kundenmagazin der Orio Deutschland, dürfen sich deshalb folgende Kommentatoren freuen:

  • Markus
  • Jan
  • Greatotto

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10 Gedanken zu „Saab 9-3 Griffin ePower (Bilderrätsel Auflösung)

  • 29. Mai 2017 um 11:30 AM
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    Das ist wohl eine typische SAAB Geschichte. Das Werk steht still, da bauen sie trotzdem noch Elektroautos. Spirit pur….

  • 29. Mai 2017 um 11:37 AM
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    Weiß man was das für eine Mittelarmlehne ist? Griffin? Oder etwas spezielles?

    • 29. Mai 2017 um 12:54 PM
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      Speziell. Der Mitteltunnel wurde geändert und das Ablagefach unter der Lehne entfiel.

  • 29. Mai 2017 um 11:47 AM
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    Schade das diese Entwicklung keine Durchstart erleben koennte. Was Saab da Alles entwickelt hat in 2010 ist richtig wahnsinnig.

  • 29. Mai 2017 um 12:34 PM
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    ….und das ganze 2010 als e-Cabrio auf den Markt gebracht, schade!

  • 29. Mai 2017 um 12:47 PM
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    Von dem Wagen gibt es z.B. bei Youtube doch auch kurze “Fahrvideos” u.a. auf dem Werksgelände, oder?
    Ich fand das damals richtig interessant.

    • 29. Mai 2017 um 1:01 PM
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      Genau so ist es. Steven Wade hatte auf dem Werksgelände einen Video gedreht. Es könnte genau dieser Elektro Saab gewesen sein. Der Film ist immer noch online.

      • 29. Mai 2017 um 1:20 PM
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        Hi Tom.

        Ja, genau das meinte ich u.a.! 🙂
        (danke für die schnelle Verlinkung)

        Und das gabs ja auch noch:
        https://www.youtube.com/watch?v=qNviw_gnWuA
        Und darin kann man auch die Mittelkonsole drin sehen.
        Mist, hätt ich mich nur früher daran erinnert … 😉

  • 29. Mai 2017 um 1:32 PM
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    Grossartige Geschichte, wenn es nicht so traurig wäre.
    SAAB in typischer Art u. Weise: innovativ u. der Zukunft zugewandt. Die Realität ist immer noch bitter.
    Ein E-SAAB als Cabrio…phantastisches Kopfkino pur! 🙂 Der 9-3 als E-Sportkombi wäre meiner geworden…
    Danke, auch für den Film-Link!

  • 29. Mai 2017 um 3:24 PM
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    Tolle Geschichte, die irgendwie auch mich traurig macht. Ich hätte mir so einen gekauft. Bleibt die Frage im Raum stehen, was uns NEVS demnächste zeigen wird?

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