IDA sucht PAUL

Der Bestand an SAAB-Autos und auch einige Zahlen unserer geliebten Ersatzteilsparte geben nicht nur Anlass zur Freude. SAAB-Fahren wird immer mehr zum Hobby, da die Autos immer älter werden und keine Neuwagen mehr in Sicht sind.

Ursaab im Saab Museum. Bild: JFK

„Wenn man sich hilft wird die Welt doch gleich viel einfacher“, sagte Hakon, ein pensionierter Deutschlehrer zu uns, stieg fröhlich in meinen SAAB und fuhr mit uns drei Blocks weiter zu unserem Parkhaus, nachdem wir uns in Göteborg trotz Navi völlig verfranzt hatten.

Worum es an dieser Stelle geht ist, dass die SAAB-Community in nicht ganz einfachen Zeiten weiter zusammenhält. Das gelingt ja eigentlich auch gut gelaunt und robust. Trotzdem ist es meiner Meinung nach an der Zeit etwas gegen den schrumpfenden Bestand zu tun. Zu viele SAABs werden als Verbrauchsautos verramscht und gehen so für immer verloren.

Einen spannenden Ansatz bezüglich solcher Problematiken verfolgt ein kleiner aber feiner Autohersteller aus dem Vereinigten Königreich. Es handelt sich um die Marke BRISTOL. Auch BRISTOL musste vor Jahren die Produktion einstellen (inzwischen läuft ein Neustart). Dort ging man dazu über gebrauchte Fahrzeuge in der Fabrik in Neuwagenzustand zu versetzen und dann wieder in Kundenhände zu übergeben. Dabei wurden sogar gezielte Verbesserungen an den Fahrzeugen vorgenommen wie z.B. Fahrwerksoptimierungen, der Aufwertung des Innenraums oder der Einbau aktueller Radios mit Freisprechanlage usw.

Es gibt keine SAAB-Fabrik mehr…. und Catherina muss dringend generalüberholt werden…

Aber die SAAB-Community hat das SAAB-Museum mit Werkstätten, die alte Fabrik in Norrköping und die ehemaligen Vertragshändler mit exzellenten Werkstätten. Insbesondere für das Museum könnte auf diese Weise seine angespannte Gesamtsituation deutlich verbessern.

Leuchtendes Vorbild hierfür ist die alte Land-Rover Fabrik in Solihull. In ihr werden gebrauchte Defender heutzutage wieder in nahezu fabrikneue „refurbished“ Fahrzeuge verwandelt. Von der brillanten Qualität der Restaurierungen des SAAB-Museums kann man sich am besten vor Ort einen Eindruck verschaffen. Einst bewegten Journalisten den SAAB 99 turbo Prototyp etwas zu ambitioniert. Leider überlebte das Auto diese Ausfahrt nicht. Vom Museum wurde aber eine grandiose Neuinterpretation hergestellt.

Auch der historische Rennwagen vom Mats Fägerhag kann als Beispiel für die herausragenden Arbeiten vor Ort herangezogen werden. Sicherlich würden sich auch ehemalige SAAB-Mitarbeiter gerne bei so einem Projekt engagieren. Vielleicht könnte dann auch die schwedische „arbetsformedlingen“ noch Mittel für Langzeitarbeitslose beisteuern. So könnte ein Museums-Workshop kreiert und in Trollhättan endlich wieder SAAB Autos „produziert“ werden.

Es gibt viele reiche Amerikaner, Japaner und Europäer….

Auch beinhaltet das Thema Old- und Youngtimer für unsere geliebte Ersatzteilsparte erhebliches Potential. Aus schwedischer Perspektive heraus sind die Bitten aus Deutschland etwas befremdlich, da der Bestand an alten SAAB in Schweden zurück geht und die Autos im Västra Götaland in der salzigen Luft schnell rosten. Doch die großen Premiumhersteller aus Deutschland haben ihre Aktivitäten in diesem Bereich in den letzen Jahren stark ausgebaut. Dies spricht dafür, dass sich die Angebote der Hersteller in diesem Bereich rechnen.

Das SAAB 900 Cabrio ist einer der modernen Klassiker schlechthin. Die solvente Fahrerschaft und nicht nur die freuen sich über fabrikneue Kotflügel und Wartungsteile in Erstausrüster-Qualität. Einen ersten Schritt in die richtige Richtung hat Orio mit dem Sponsoring von Historischen Rallys bereits gemacht.

Auch stellt der SAAB-Blog und seine Community mit seiner Reparatur- und Verbesserungskultur eine Art nachhaltiger Gegenentwurf zur klassischen Autoindustrie dar. Denn für ein neues Auto wird noch immer rund 1 Tonne Stahl benötigt. Bei der Reparatur ist der Ressourceneinsatz deutlich, geringer, nachhaltiger und damit umweltbewusster.

Beim Thema Nachhaltigkeit spielt auch der Kraftstoff eine wichtige Rolle. So kann man z.B. mit Triboron seinem Zweitakter das Qualmen abgewöhnen. Welches Potential dieses Thema noch beinhaltet, zeigt die fast rauchfreie Fahrt der Stena-Fähre von Göteborg nach Kiel. Insbesondere bei Old- und Youngtimern lässt sich ein ähnlicher Effekt auch auf den Automobilbereich übertragen.

Auch in der Marke selbst schlummert erhebliches Einkommenspotential für Orio und das Museum. Orio hat bereits mit einem Marken-Shop begonnen. Das Museum selbst betreibt einen kleinen Shop mit Webangebot. Etwas vernachlässigt wird dabei das klassische SAAB Sport + Rally Logo. Merchandise in diesem Bereich erfreut jeden SAAB-Racer.

Es steckt noch viel Feuer in der Glut dieses kleinen legendären Autoherstellers aus dem hohen Norden. Miteinander können wir noch einiges erreichen. Einige SAAB-Werkstätten „refurbishen“ schon seit langem. So meint Jörg Gaworski vom SAAB-Service-Gaworski dazu: „Diese Autos sind absolut erhaltenswert!“

Ein kritischer, nachdenklicher Artikel zum Thema Saab und der aktuellen Lage der Marke von JFK. Wie denkt die Community darüber? Sind Nachhaltigkeit und die Schonung von Ressourcen ein Thema für uns?

38 Gedanken zu „IDA sucht PAUL

  • 23. Mai 2017 um 10:56 AM
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    Ich fand das IDA Projekt von Orio als der richtige weg. Leider kam dann nichts mehr. Warum eingentlich? Eine SAAB Manufaktur in Schweden könnte ich mir gut vorstellen.

  • 23. Mai 2017 um 10:58 AM
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    Hallo, also wir sind bei diesem Thema ganz nah dran. Mein alter 9000er Anniversary wurde ja schon aufgearbeitet und fährt (ohne Winter) jeden Tag. Der 9-3 Aero MY 2001 vom Sohn ist gerade bei der Frischkur und danach kommt unser 9-5 Aero MY 2003 dran. Und natürlich kostet das auch …. aber neue Autos oder Leasingraten sind auch nicht umsonst. Und das kommt ja eben nicht dieses Saab-Gefühl auf…..
    Und wenn man heute sieht wie lange, besser wie kurz, neue Auto gefahren werden, ist doch jegliche Diskussion über Ressourceneinsparung, sei es Produktionsmaterial, Vermarkungswege oder Treibstoff reine Volksverdummung ……Solange es geht, bleiben wir mit unseren alten Fahrzeugen dabei !

  • 23. Mai 2017 um 11:01 AM
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    Hej,
    ich finde der Artikel kommt zur rechten Zeit und sollte in einen Aufruf münden.
    Von den Aktivitäten bei Bristol und Range Rover hatte ich neulich gelesen und fand diese großartig. Vielleicht gibt es neben Norrköping auch in Finnland bei Valmet “alte” Experten, die Lust auf Serien-Restauration des 900 Cabs hätten…
    Da muss doch was gehen!

  • 23. Mai 2017 um 11:29 AM
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    Ja, auf jeden Fall. Natürlich kann man als Originalutätsfetischist bei einem zB refurbished Saab 99 Turbo unterschiedlicher Meinung sein was grundlegende Eingriffe im Motor, Getriebe und Fahrwerk betrifft. Ansonsten ein interessanter Ansatz sofern die Außenansicht gleich bleibt. Ok, was gar nicht geht (nach meiner Meinung) wär ein Multifunktionslenkrad eines 9-3 im 900 Turbo 16S

  • 23. Mai 2017 um 11:41 AM
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    na ja, so richtig springen die Hersteller nicht darauf an. Grad kurz recherchiert. Eigentlich nur Mercedes und Jaguar/Landrover bei wenigen Modellen. und was ich mir jetzt bei Mercedes angesehen habe, klingt einfach so, als wenn sie Gebrauchte mit geringer Laufleistung ohne Renovierung anbieten.

    Die Idee ist nicht schlecht, es ist aber die Frage, was es am Ende kostet.

    Ich verlulvere gerade beliebige Beträge in einen 9-5 TiD, um ihn am Laufen zu halten, bei 268000 km jetz Getriebereparatur für 4000 Euro gemacht, davor schon ein paar Tausend für andere Motorteile. Es läppert sich.

    Wie soll ein 9000 gut instandgesetzt werden, wenn Orio die letzten Blechteile verschrottet? wurde doch neulich berichtet.

    Ich wäre ja schon mal froh, wenn Orio für den Wagen eine elegante Tagfahrlichtlösung anbieten würde, zB in Form einer H7-Umrüstung fürs Fernlicht, bei der einige der LEDs zugleich als Fernlicht einsetzbar wären. Oder die schönen, klaren Rückleuchteneinheiten vom Biopower aus dem Museum.

    • 23. Mai 2017 um 3:25 PM
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      Mercedes baut seit Jahrzehnten Klassiker neu auf. Das Center befindet sich in Fellbach und liefert auf Wunsch “besser als neu”. Wie es gehen könnte zeigt die Marke mit dem Stern eindrucksvoll auf ihrer Website.

      • 23. Mai 2017 um 4:27 PM
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        Hallo.

        Die Erhaltung unserer alten Saab ist für uns in Deutschland meist selbstverständlich.
        Die Briten haben ebenfalls diesen gewissen Fabel.
        Nur würde eine Firma allein von Restaurierungen überleben können?
        Saab macht jedenfalls nichts mehr in Richtung Automobilbau. Also müsste man quasi eine neue Firma gründen.
        Wenn man gen Norden oder Osten schaut, zeigt sich dem Saab -Fan oft ein grausiges Bild.
        In Finnland und Schweden werden alte Saab bei Stok-Car Ralleys zu Schrott verarbeitet. Und in Polen Tschechien und Ungarn sind Saab zwar wegen ihrer Langlebigkeit beliebt, aber geschont oder besonders gepflegt werden die meisten nicht!
        Die moderne Wegwerfkultur macht meiner Meinung nach eine Firmengründung zur Restaurierungen nur von Saab unrentabel.
        Da muss viel Eigenkapital und Hetzblut investiert werden, denn großen Profit wird man nicht machen.
        Zumal hier noch gesagt sein soll, dass die Auflagen vom Staat in Deutschland ganz andere sind als in England.

        • 23. Mai 2017 um 4:57 PM
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          In Skandinavien ist es wirklich grausam was mit alten Saabs passiert. Nicht immer, nicht überall. Aber oft. Der 9000 wird, bis auf wenige Ausnahmen, immer noch verbraucht bis nichts mehr geht. Saab hatte in Schweden nie den Stellenwert wie in den Niederlanden, Belgien oder Deutschland und der Schweiz. Aber gerade diese Länder haben eine hohe Saab Affinität und könnten der Zukunfstmarkt für Restaurationen sein. Die Niederlande haben ja bereits ein Unternehmen, das alte Saabs herrichtet und als Leasingfahrzeuge anbietet.

        • 26. Mai 2017 um 1:08 PM
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          Also das die Saabs in den genannten östlichen Ländern nicht besonders gepflegt werden, wäre mir neu. Die die sich bewusst Saabs gekauft haben, gehen mit den meisten ihrer Fahrzeuge besonders sorgsam und pfleglich um, so gut sie können. Habe einige kennen gelernt, die vier, fünf Saabs besitzen und manchmal wird einer von denen als “Baustellensaab” genutzt, die anderen jedoch werden besonders gepflegt.

  • 23. Mai 2017 um 11:57 AM
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    Apropos Getriebe, das getauscht wurde (s.o.). Das ist ein Fünfganggetriebe, das von Saab selbst stammt und anscheinend großflächig eingesetzt wurde. Nicht mehr alle Teile sind lieferbar und auch die Anzahl von Ersatzgetrieben scheint begrenzt. Also ist dort irgendwann das Ende erreicht, es sei denn, jemand schafft es, ein Fremdgetriebe anzupassen.

    • 23. Mai 2017 um 3:27 PM
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      Das Getriebe wird in China von BAIC weiter gefertigt. Getriebe zu überarbeiten, oder Repair Kits sollten sich bei entsprechender Nachfrage organisieren lassen.

  • 23. Mai 2017 um 12:16 PM
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    Nachhaltigkeit und die Schonung von Ressourcen ein Thema für uns?
    Für mich ja.

    Ist nun für mich aktuell, da mein 9-5 2.3t 2002 nun in den hinteren Radkästen saniert wird.
    Alles andere ist rostfrei.

    Es lohnt sich allemal, da ein neuer Motor schon drin ist.

  • 23. Mai 2017 um 12:17 PM
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    Grossartige Idee, langfristig SÄÄBE zu retten!
    Doch wie immer spielt der Preis eine Rolle…
    Mit der Antwort “gibt´s nicht mehr” ist häufig der Weg vorgezeichnet… 🙁
    Wäre schön, wenn dazu “Alternativen” gäbe! 🙂

  • 23. Mai 2017 um 12:31 PM
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    Das mag bei Mercedes funktionieren, bei Saab allerdings nicht. Allein schon deshalb weil Fahrzeuge von Saab niemals in die Preisregionen von MB vorstoßen werden. Sääbe sind gebraucht immer noch vergleichweise billig und für die Breite Masse ist der 901 der einzig bekannte Wagen der Firma. Mecedesfahrer resaturieren noch Fahrzeuge die bei Saab schon 2x in der Schrottpresse gelandet wären weil es sich nicht mehr “lohnt”. Mal im Ernst und Hand aufs Herz, würde wirklich jemand 25-30000 Euro für einen “refurbished” 9-3I LPT auf den Tisch legen?

    • 23. Mai 2017 um 1:08 PM
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      eben. Das würde vllt Sinn machen dem 9000, geniale Konstruktion, aber selbst da müsste man vermutlich erst vermitteln, dass man Oberklasse in der Größe einer Mittelklasse bekommt (Stadtauto), und bei Saab-Fans ist das ja nicht so ein richtiger Saab.

  • 23. Mai 2017 um 2:09 PM
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    Die meisten Leute fahren Massenware (wie es die Bezeichnung eben auch aussagt – Massenware halt).

    Ein kleine Gruppe von Autofahrern kann mit Massenware aber nichts anfangen (Massenware taugt in den meisten Fällen ohnehin nichts und ist schon überhaupt nicht langlebig). Fast alle SAAB-Fahrer zählen wohl zu dieser kleinen Gruppe und würden ihre Fahrzeuge gern über lange Zeiträume bewegen. Aus diesem Grunde wäre eine Verfahrensweise wie bei BRISTOL auch für SAAB-Automobile eine gute Sache – möglichst auch noch einschließlich eines Neustarts, ähnlich wie bei BRISTOL! Die SAAB AB sollte mal in sich gehen und der weltweiten SAAB-community diese Freude bereiten – vielleicht klappt das mit dem Neustart mittlerweile ja sogar zusammen mit NEVS.

  • 23. Mai 2017 um 2:32 PM
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    Die Frage ist doch, wie lange wir uns die Verschwendung von Rohstoffen überhaupt noch leisten können. Irgendwann in den 70er Jahren gab es bei Daimler mal das Projekt eines Langzeitautos. Das wurde aber recht flott beerdigt. Mit dem Argument, das Kunden sich so was nicht wünschen würden.
    Das Bewusstsein fehlt auch 40 Jahre später völlig. Wie sonst könnte man auf den Zug der Elektroautos aufspringen, ohne das nachhaltige Konzepte für den Umgang mit dem späteren Sondermüll und seiner Zuführung in einen neuen Produktionsprozess vorliegen würden?

  • 23. Mai 2017 um 3:05 PM
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    Moin,

    ich finde die Idee gut. Gebrauchte Saabs billig auf zu kaufen, und entsprechend neue daraus zu machen, Technikupgrades zu installieren und das Ganze zu entsprechenden Preisen könnte funktionieren, wenn man sich mit anderen Herstellern zusammen schließt. Für SAAB alleine wird es vielleicht schwer. Aber warum nicht kooperieren. Der Vertrieb über die vorhandenen SAAB Zentren ist gesichert und ich bin sicher, wenn Kunden in die SAAB Show Rooms kommen und einen fast neuwertigen SAAB erwerben können, wird der eine oder andere zugreifen. Was für eine schöne Vision. Und ich hätte für mich kein Problem einen schönen 93 1 SE mit Technik Upgrades für bis 20.000 € zu erwerben.

    Ich hatte meinen 900 Sedan vor 1 1/2 Jahren komplett aufbereiten, durchchecken und herrichten lassen. Nach Beendigung der mehrwöchigen Aktion habe ich mein Fahrzeug im Auslieferungsbereich SAAB Neuwagen bei meinem SAAB Zentrum des Vertrauens wieder entgegengenommen. Der Wagen sah aus wie neu und es war ein Hochgefühl, diesen wieder entgegen zu nehmen. Das könnte ich mir schon noch mal vorstellen und ich würde nicht davon zurück schrecken, dies auch für meinen dienstlichen genutzten Wagen in Anspruch zu nehmen und den jetzigen Elch aus dem anderen Lager gegen einen Fast Neu Wagen von SAAB zu tauschen, wenn die Rahmenbedingungen entsprechend wären.

    Ich gehe sogar so weit, dass ich mich für die Umsetzung engagieren würde.

    Beste Grüße vom Erik

  • 23. Mai 2017 um 4:36 PM
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    Die Idee der refurbished SAABs find ich grundsätzlich klasse. Tatsache aber ist, dass für ein von Grund auf aufgebautes Fahrzeug (Motor, Getriebe, Fahrwerk, Lack etc. ) ruckzuck fünfstellige Beträge weg sind. Bei einem 900/1 vielleicht noch vorstellbar, aber bei einem 900/2 auch? Oder anders formuliert, wer würde denn für ein Fahrzeug wie “Paul” am Endes des Tages einen fünfstelligen Betrag auf den Tresen legen? Ganz ehrlich, ich nicht. Ich habe vor ca. 2 Jahren für einen 900/1 fast 20 Riesen verbraten und so ist er jetzt auch. Meinem 9-5 Kombi, der gerade die 400.000 km knackt und ohne Zuwendung den nächsten TÜV nicht packt, würde ich das nicht zugestehen. Der Wagen hat im Moment einen Marktwert im unteren dreistelligen Bereich und eigentlich sollte man ihn bis zum nächsten TÜV fahren und dann Tschüss, denn die nächste Plakette wird mehr kosten, als ein im Vergleich besseres Fahrzeug auf dem freien Markt. Und was werde ich tun ? Ihn mittelfristig wieder fit machen lassen, weil es ein tolles treues Auto ist. Aber alles in Maßen und nicht für einen fünfstelligen Betrag.

    • 23. Mai 2017 um 4:54 PM
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      Die Zeiten ändern sich. Vor 10 Jahren sah man den 900 in einem ganz anderen Licht und in 10 Jahren von heute an wird man 9-3 i und 902 ganz anders bewerten. Der ganze Prozess wird sich beschleunigen, um so mehr Autos digital sind. Analog ist dann plötzlich, aber nicht unerwartet, angesagt.

      • 23. Mai 2017 um 8:51 PM
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        Ich wünsche uns allen und unseren Autos, dass Du Recht hast.

  • 23. Mai 2017 um 5:36 PM
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    Es gibt speziell bei Mercedes Restauratoren, die auch neue Technik beim Motor einbauen. Das mag schon irgendwann interessant sein. Leider ist ja der Saab H-Motor nicht mehr in den Genuss einer Direkteinspritzung gekommen, aber könnte uns BAIC auch da evtl helfen?

    Verbesserungen an der Aerodynamik würde ich auch begrüßen, wobei es da vermutlich zu viele Modelle gibt.

    • 25. Mai 2017 um 11:45 AM
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      Ich würde nicht auf BAIC setzen. Nicht im Moment. Die Kontakte zum Importeur sind etwas zäh.

  • 23. Mai 2017 um 7:49 PM
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    Zahlt es sich überhaupt aus einen fünfstelligen Betrag in einen fünf Jahre alten Auto zu investieren und das Pech zu haben von einen anderen Autofahrer abgeschossen zu werden? Die Versicherung bestätigt den Totalschaden und überweist 500 €. Ist mir schon einmal passiert.

    • 26. Mai 2017 um 9:22 PM
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      vor sowas würde ich mich auch sehr fürchten.

  • 24. Mai 2017 um 10:30 AM
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    Ein guter Bericht zur richtigen Zeit !

    Oft habe ich mich schon gefragt wie wohl die Zukunft aussieht, denn wir alle wollen SAAB fahren, und ein Verschleiß ist da nicht ausgeschlossen. Die Idee das man alte/schrottreife Saabs aufarbeitet und im Leasingmodell wieder auf den Markt wirft halte ich für einen sehr guten Ansatz und keiner anderen Marke würde das so gut stehen wie SAAB. Verbindet man doch in erster Linie die Langlebigkeit mit den Autos aus dem hohen Norden. Gepaart mit den zeitlosen Designlinien, würde man auch in Zukunft schick und modern durch die Lande reisen.

    Wäre es da nicht grade für das Museum eine gute Alternative um ein zweites Standbein zu eröffnen ?Dauerhaft vom Museumsbetrieb zu leben stelle ich mir schwierig vor, mit einer “refurbished” Werkstatt könnte man so weiterhin (fast) fabrikneue Saabs fahren. Nachhaltig für uns Fahrer, nachhaltig für die Region, nachhaltig für die Marke. Da stellt sich mir zum Schluss nur die Frage: Hatte NEVS sich nicht versprochen das Erbe von SAAB weiter zutragen und in Ehren zu halten ? Wie es zur Zeit scheint, wird das Werk langfristig keine Auslastung mehr erfahren wie noch zu glorreichen Saab Zeiten, könnte man sich nicht so der Marke nachträglich verpflichten ? Quasi als Dienstleistung, in welchem Segment sich NEVS ja am ehesten zuordnen will ? Alles in allem ein spannendes Thema, welches ein wenig zum träumen einlädt.

  • 24. Mai 2017 um 11:13 AM
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    Hallo noch mal,

    wenn ich vor die Wahl gesetzt würde, einen 93-1 im quasi Neuwagenzustand mit eventuellen Technikupgrades zu erwerben würde ich das jedem Golf, Astra, oder anderem im Preissegment vergleichbaren Fahrzeug vorziehen. In wie weit das realistisch umsetzbar wäre, weiß ich nicht. Aber ohne entsprechende Kooperationen wird so ein Weg nicht gangbar sein. Eine Aktivierung einer solchen “Produktion” hat vielleicht auch einen positiven Einfluss auf die Wertentwicklung dieser Fahrzeuge. Es wäre ein SAAB typischer Weg. Wieder einmal aus der Not geboren eine innovative Entwicklung. Also träuma auch ich ein wenig weiter.

    Grüße vom Erik und einen schönen Feiertag

  • 24. Mai 2017 um 12:12 PM
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    I can concur about the situation in Scandinavia. The offer I get when looking at other cars (yes I need a new car soon) is so low that I’m not willing to let the car go. I’ll rather put it in a barn and let it rot. So the prices are way too low, and by that it’s a risk in keeping it in a working order. That will cost a lot more than the insurance will cover it.
    In 10-15 year my car might be a collector car and the price might go up and the willingness to invest in the cars might also go up. But by then the part situation will most likely be very bad.
    I have finally after 2 years of struggling got my NG9-5 into an error free car again. It feels great and I will take the car for a 3000 km spin in a few weeks.
    It is still my daily driver, but as there is no garage around here capable of servicing the hole car (I need to get to other locations 200 km away for specific works), the day as a saab driver will come to an end.
    And as times fly by the car will most likely just vapour away. But, I can still call myself a saab owner! 😀

  • 24. Mai 2017 um 3:29 PM
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    Ein wirklich interessanter Gedanke. Ob Trollhättan hier helfen kann, weiß ich nicht. Aber vielleicht lässt sich ja eine nationale Lösung finden. Ein Verbund saabiger Betriebe, die sich auf gewisse Standards einigen und gut aufbereitete, aber nicht totrestaurierte Autos unter einem gemeinsamen Label vermarkten. Ob es hierfür einen ausreichend großen Markt gibt, wage ich allerdings trotzdem zu bezweifeln. Meine aktuellen Bemühungen, einen guten, aber bei weitem nicht perfekten 900 I zu verkaufen, sind jedenfalls ernüchternd. Das Angebot ist klein, die Nachfrage ist es aber auch.

    • 24. Mai 2017 um 11:17 PM
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      Das ist genau der Punkt, zur Zeit ist der SAAB-Markt ziemlich tot. Wenn man die einschlägigen Seiten und auch die Blog-eigene beobachtet, verharren die Angebote dort weitgehend bewegungslos. Das ist nicht alles Kernschrott und an den Preisen liegt es auch nicht immer.
      Vielleicht ist unsere Stammkundschaft gesättigt und der Rest der Welt interessiert sich nicht dafür, also das Angebot ist noch zu groß – ich weiß es nicht???
      Zur Zeit ist einfach gute Pflege/Konservierung angesagt, denn das größere Problem werden Teile sein. Das beginnt dank der Verschrottungen in Schweden nun schon beim 9000!
      Ein Auto ist leider ein Wegwerfartikel wie ein Handy geworden, eine unglaubliche Verschwendung an Energie und Rohstoffen. Aber da man inzwischen einen gut ausgerüsteten Passat für 250€ leasen kann, braucht keiner mit Restaurationen um die Ecke kommen, wenn die Objekte man knapp im Youngtimeralter sind. Das wird kaum jemand bezahlen wollen. In diesem Stadium sind unsere moderneren SAAB “noch” nicht.

      • 25. Mai 2017 um 11:42 AM
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        Der Markt ist seit Monaten sehr ruhig. Sammler haben sich die letzten Jahre bereits eingedeckt. Einige würden gerne kaufen, wenn sie ein Upgrade zu ihrem aktuellen Saab finden würden. Also besser, weniger Kilometer, jünger, bessere Ausstattung. Aber das Angebot ist mager und die Preise stimmen vermehrt nicht.
        Für 2008er Modelle werden Kurse verlangt wie für 4-jährige, ohne dass Zustand und Laufleistung passen würden. Die bleiben dann stehen, weil keiner bereit ist dafür zu zahlen. Ausserdem bekommt man Neuwagen zu extremen Konditionen, bei Volvo -27%, bei Ford -35% Abschlag zum Listenpreis. Dazu die Diesel Unsicherheit, die Gebrauchtwagen in einem gewissen Alter fast unverkäuflich macht.

        Das alles wird sich ändern, aber nicht so schnell. Was geht, sind Saabs die rar sind. Mein 2001er Aero könnte ich jedes Jahr ein paar Mal verkaufen. Zu steigenden Kursen. Weil er selten ist, und weil er optisch und von der Technik sehr gut ist. Aber der ist und bleibt unverkäuflich 😉

  • 26. Mai 2017 um 1:17 PM
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    Ich denke mir die Wertsteigerungen werden noch kommen, zwar nicht so wie bei einigen anderen Marken, aber doch. Bei einigen Modellen sieht man das ja schon langsam, nur braucht ein Saab Verkäufer meist noch Geduld, was aber für uns Fans manchmal von Vorteil sein kann, wenn man noch etwas sucht.
    Wir die bewusst Saab Fahren, werden hoffentlich unsere Fahrzeuge so gut es geht, weiter erhalten, wenn die Möglichkeit besteht, sie vielleicht auf Wechselkennzeichen zu setzen und für den Alltag eine andere Marke bewegen. So können wir unsere Saabs schonen, schauen, dass sie dann (hoffentlich) im Wert steigen.
    Die Leute die zufällig Saab fahren, denen ist das egal, was mit den Saabs geschieht, die werden schlecht gewartet irgendwann einfach abgestoßen. Leider sieht man das schon jetzt und manchmal sind das auch sehr schöne seltene Saabs. (9-3I, 9000 ganz schlimm und auch 9-5NG) So minimiert sich die Anzahl der guten Saabs noch weiter und unsere die in den Händen von uns Fans sind, werden dann die wenigen gut erhaltenen sein. Dafür wird dann sicher mal ein Markt sein. Auch wenn es vielleicht nur unter uns Fans sein wird

  • 27. Mai 2017 um 8:35 PM
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    Nach dem Lesen des Artikels, einer längeren Pause des Nachdenkens und einer Fahrt in den Urlaub mit unserem 9.3 Coupé von 2001, auf der wir wiederum gut ausschauende Saabs auf LKW Richtung Südosten fahren sahen, halte ich die Idee der runderneuerten Saabs für gut. So gut, dass ich grundsätzlich bereit bin, mich ideell und finanziell an einem solchen Unternehmen zu beteiligen. Ein Unternehmen ist stets ein Risiko, so auch dieses, Die Chancen jedoch sind erheblich, insbesondere dann, wenn wir rechtzeitig – d.h. bald – anfangen, exportbedrohte Fahrzeuge unserer Marke zu erwerben und zumindest b.a.w. einzustellen, um sie späterhin zu retten.

    • 28. Mai 2017 um 9:56 AM
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      ….. ideell und finanziell… zu beteiligen….
      Das ist eine spannende Aussage und lässt meine Gedanken weitertreiben. Warum also nicht eine Art Crowd Funding von uns SAAB-Verrückten für uns SAAB-Verückte?Mit engagierten Werkstätten an der Seite und Orio u/o dem Bilmuseum im Rücken?
      Das hätte mal was. Der Synergieeffekt dürfte erheblich sein.
      Wann also geht es los?

  • 28. Mai 2017 um 10:21 AM
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    Ich liebe mein Dasb 9-3 Turbo. Sonderausstattung. Er hat 300.000 km/h hinter sich. Nun bin ich als Frau nicht so richtig kompetent in Fragen Ersatzteile,Repartur, Service. Gibt es bittejemanden unter euch, der mir mit Rat und Tat zur Seite stehen
    kann? Mir steht nämlich kein kompetenter Mensch zur Seite, den ich bei Problemen fragen kann.
    Gabriele

    • 28. Mai 2017 um 10:23 AM
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      Ich meinte selbstverständlich Saab 9-3

      • 29. Mai 2017 um 2:21 PM
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        Hallo Gabriele,
        wo bist Du denn mit Deinem 9-3 Turbo zuhause, damit wir wissen, wo Du Unterstützung benötigen kannst?

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