Eine Party für Victor. Und Motoren von Koenigsegg.

Die Frage, warum Saab stets eine loyale Anhängerschaft hatte, lässt sich nicht so einfach beantworten. Einer der Gründe wird sein, dass kleine Gemeinschaften dazu neigen, einen starken  Zusammenhalt zu entwickeln.

Autosalon Genf, Victor Muller und Christian von Koenigsegg enthüllen den neuen Motor. Foto: Spyker

Victor Muller. Part 1.

Das ist verstärkt dann zu beobachten, wenn diese Gruppen unter Druck geraten. Der gemeinsame Kampf um das Überleben schweißt zusammen und verbindet für den Rest des Lebens. Letzten Mittwoch wurden Victor Muller, Jan Åke Jonsson und Christina Geers in das Saab Museum “gelockt”. Es war der vorletzte Tag des Prozesses vor dem Landgericht in Vänersborg,  und die drei erwarteten einen kleinen Umtrunk mit maximal 20 Personen.

Aber keine Saab Party. Was dann geschah, war eine Demonstration von Saab Spirit und Loyalität, wie man es nur bei dieser kleinen Marke finden kann. 200 ehemalige Mitarbeiter der Saab Automobile AB waren gekommen, um ihren ehemaligen Chefs Verbundenheit und Sympathie zu erweisen. Muller, Jonsson und Geers zeigten sich überwältigt,  weil ihr Kampf nicht vergessen ist. Und Muller betonte, dass er immer wieder so handeln würde.

Eine Party im Saab Museum am 14. März 2017. Foto: Facebook

Für die Fans und die ehemaligen Angestellten ist Muller immer noch ein Held – vielleicht mehr denn je. Das Gericht in Vänersborg wird am 7. April über das Handeln des Saab Managements sein eigenes Urteil fällen. Nach 4 Jahren Ermittlungen, die eine Million € an Steuergeldern gekostet haben sollen, zeigte Ankläger Olof Sahlgren eine überraschend schwache Leistung. Große Enthüllungen blieben aus, Zeugen konnten nicht präsentiert werden, und zum Schluß mussten sogar Fernsehbilder als Beweis herhalten.

Victor Muller Part 2

Muller ist weiter mit Spyker aktiv und geht einen spannenden Weg. Statt von Audi werden in Zukunft die Motoren für die Spyker Sportwagen von Koenigsegg geliefert. Der Spyker C8 Preliator und seine offene Version werden von einem 5 Liter V8 aus Ängelholm angetrieben. 600 PS Leistung, 600 Nm Drehmoment, gekoppelt an ein manuelles 6 Gang Getrieb versprechen exquisite Fahrmomente.

Zwischen Victor Muller und Christian von Koenigsegg gab es in den letzten Jahren immer wieder Kontakte. Koenigsegg war vor der Übernahme von Saab durch Spyker als Käufer im Gespräch; der schwedische Hersteller von Supersportwagen macht immer wieder durch Innovationen auf sich aufmerksam. Steven Wade, der Gründer von Saabsunited, erster und einziger offizieller Saab Blogger, ist der Autor des informativen Blogs von Koenigsegg.

8 Gedanken zu „Eine Party für Victor. Und Motoren von Koenigsegg.

    • 22. März 2017 um 4:04 PM
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      Geschmack ist immer relativ, aber aus meiner Warte her stimme ich mit mac9-5 überein: Das “Ding” sieht aus wie eine aufgepumpte Kröte. Würde ich mir sicher nicht kaufen, auch wenn ich das Geld dazu hätte.

  • 21. März 2017 um 12:55 PM
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    Ohne VM hätte es keinen 9-5 II und 9-4x gegeben. GM hätte SAAB einfach so geschlossen und Muller hat gekämpft. Das ist in Trollhättan unvergessen!

    • 21. März 2017 um 2:17 PM
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      Ich bin ja eigentlich kein so ganz großer VM-Fan.

      Aber aus den von dir genannten Gründen muss ich VM dann ja sogar noch “etwas dankbar” sein. 😉

    • 21. März 2017 um 3:55 PM
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      Bin es voellig einig mit dir. Im Gegensatz vonmac9-5 , hierunter, bin ich noch immer ein grosser Fan von Victor.
      Zumindestens jemandem die es versucht hat mit alle Mittel den er zur verfuegung haette.
      Man braucht mehr von diese Leute.

  • 21. März 2017 um 3:41 PM
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    VM konnte sein SAAB-Team begeistern! 🙂
    Und das ist, glaube ich, der Hauptgrund, weshalb ein Teil der Belegschaft weiterhin VM “verehrt”.
    Wer nicht kämpft, hat schon verloren!
    Unter den bekannten Bedingungen einen SAAB 9-5 NG incl. Sportkombi, einen SAAB 9-4x und 365 schicke SAAB 9-3 Cabrios produzieren zu lassen ist schon klasse! 🙂
    Das dabei Lieferanten “unter die Räder” kamen ist natürlich der unschöne Teil der Geschichte… 🙁
    Die Welt wird sich erst einmal auf unbekannte Zeit ohne SAAB-Neuwagen weiterdrehen… 😉
    Das VM immer noch automobil vertreten ist, ist schon beachtlich… Er muss also Vertrauen genießen, wer als Sponsor und wo auch immer dahinter steckt.

  • 21. März 2017 um 5:23 PM
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    VM hat gekämpft, ja. Für ihn selbst hat sich das gelohnt, mindestens in finanzieller Hinsicht.
    Für jemand mit seiner Vita ist es schon mehr als ungewöhnlich, sich einer verschuldeten kleinen Automarke anzunehmen, die ihn vorher nie interessiert hat.

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