Opel, GM und das Déjà-vu

Manche Saab Fahrer fühlten sich bei den Schlagzeilen der letzten Tage an das Jahr 2009 erinnert – als GM beschloss, Saab endgültig zu schließen. Ein Déjà-vu? Nur vordergründig, denn 2017 ist nicht 2009,  und die Dinge haben sich grundlegend geändert.

Opel, GM und das Déjà-vu

GM 2017 ist nicht GM 2009

GM ist nicht mehr das Unternehmen, welches es im Jahr 2009 war. Damals agierte man am Abgrund, heute handelt man aus einer Position der finanziellen Stärke. Das alte, traditionelle Denken, auf jedem Automarkt der Welt vorne mitspielen zu wollen, gilt nicht mehr. Fast unbemerkt hat sich GM von Märkten gelöst, die keinen Ertrag einspielen. In Russland, Australien, Indonesien und Thailand wurden die Aktivitäten heruntergefahren. Die Investitionen in Indien und Brasilien stehen auf dem Prüfstand.

Die Strategie, zurück zur finanziellen Stärke auf der einen Seite, nicht mehr überall um jeden Preis mitzuspielen auf der anderen, zeigt Erfolge.  GM CEO Mary Barra verdoppelte von 2014 bis 2016 nahezu den Ertrag auf eingesetztes Kapital. Dass man sich von Opel zurückziehen will, nach fast 20 Jahren mit durchgehenden Verlusten, ist da nur konsequent.

Opel. Umparken im Kopf. Aber wohin?

Man kann Opel nicht vorwerfen,  die Chancen seit 2009 nicht genutzt zu haben. Es gab gute Ansätze. Die Umparken im Kopf – Kampagne zu Beispiel. Sie startete recht fulminant und hätte der Auftakt zu einem Comeback sein können. Aber auch bei Opel konnte letztendlich niemand erklären,  wohin man was oder wen umparken wollte.

Opel hätte ein neues Image gebraucht. Aber woher nehmen bei einem Hersteller,  der zwar alles machen will, aber das auf Grund fehlender Ressourcen niemals so richtig toll machen kann. Die Autos sind gut, sie sind zuverlässig. Aber sie begeistern nicht, sie sind Durchschnitt. Und wenn doch einmal etwas Pfiffiges die Opel Werkshallen verliess, dann sah man die Chancen nicht.

Bestes Beispiel ist der Kleinwagen Adam. Alles richtig gemacht. Im Prinzip !  Aber wo andere Hersteller aus einem Verkaufserfolg eine ganze Kleinwagenfamilie erschaffen, blieb es bei Opel bei einem Modell. Fiat zeigt mit dem 500,  wie es gehen könnte, am anderen Ende der Preisliste zelebriert BMW den Mini.

Während GM sich änderte, Sentimentalitäten zur Seite legte und sich auf Profitabilität verordnete, fiel Rüsselsheim zurück in alte Gewohnheiten. Auf der Liste der Eigenzulassungen belegt Opel permanent die ersten Plätze. Fast 50%, jeder zweite Opel, wird als Eigen- oder Händlerzulassung in den Markt gedrückt. Gesund ist das nicht, und der Weg zur Erholung der Marke schon mal gar nicht. Was nutzt es, wenn man Oberklasse-Features auch in der Kompaktklasse anbietet, die dann aber billig verschleudert ?

Opel wird aufgerieben. Auf der einen Seite räubern die Premium-Hersteller mit günstigen Leasingraten im Revier der Marke mit dem Blitz. Auf der anderen Seite greifen die Koreaner an. Mit Technik, die längst moderner ist als das angegraute Mittelmaß,  was Opel in den Regalen hat. Und mit Garantien und Preisen, denen man nichts entgegenzusetzen hat.

Das Vauxhall und Brexit Problem

Firmen, die vom Markt verschwinden, haben Ausreden parat. Es liegt dann stets an unvorhergesehenen Ereignissen, die plötzlich und unerwartet auftreten, die schwache, angeschlagene Marken besonders hart treffen. Eines dieser Ereignisse ist der Brexit.

Opel betreibt zwei Vauxhall Werke auf der Insel. 4.500 Menschen stehen auf der Lohnliste, 85 % der in Großbritannien gebauten Fahrzeuge werden exportiert. Verlässt die Insel die EU mit dem angekündigten harten Brexit, dann werden für die ertragsschwachen Kompaktwagen beim Import in die EU 10% an Abgaben fällig.

Die Opel Schwestermarke Vauxhall ist mit 10% Marktanteil die Nummer 2 in Britannien. Seit dem Brexit Votum schwächelt der Markt, der Absatz geht ständig zurück, im Gegenzug steigen die Rabatte.

Der Ausstieg. Fragen und Risiken.

Opel verantwortet im GM Konzern 12% der jährlichen Entwicklungsleistung. Welche Auswirkungen der Verkauf von Opel, bei diesem relativ hohen Anteil, haben wird,  ist schwer einzuschätzen. Wahrscheinlich werden, wie damals bei Saab, offene Aufträge zu Ende gebracht. Dann wird die Beziehung beendet.

Auf der Produktionsseite sieht es für GM entspannt aus. Die wirklichen Erfolgsmodelle im Konzernmix kommen nicht aus Opel-Werken, sie rollen aus koreanischen Fabriken. Der Opel Mokka ist ein Buick Encore aus Korea, der in China und Nordamerika für riesige Stückzahlen sorgt.

GM kann sich bequem zurücklehnen, denn sämtliche Patente und Rechte,  die Opel nutzt, sind jenseits von Rüsselsheim in einem eigenen Unternehmen geparkt. Wir erinnern uns an Saab, an die Rechte am 9-5 NG und 9-4x. Die Lage bei Opel ist in dieser HInsicht vergleichbar, und es wird nicht uninteressant sein zu sehen,  wie die Lösung für den PSA Konzern als potentiellen Käufer aussehen wird.

Profiteure und Verlierer

Mit dem Einstieg von PSA könnte es zum Kahlschlag in den deutschen Werken kommen. Der teuerste Standort bei Opel ist das Stammwerk in Rüsselsheim. Mit über 50,00 € pro Stunde und Mitarbeiter ist die Produktion teurer als in allen anderen Werken, auch teurer als in den französischen PSA Fabriken. Relativ günstig ist England, mit etwas über 20,00 € für die Lohnstunde. Trotzdem gilt es als ausgemacht, dass eine der beiden Fabriken abgewickelt wird.

Kaum Sorgen machen müssen sich die Mitarbeiter in dem polnischen Opel-Werk. Die Lohnstunde liegt knapp unter 10,00 € und ist die günstigste im europäischen Vergleich.

Findet der Verkauf statt, nichtoffizielles Datum ist der 9. März 2017, dann könnten zu den  Gewinnern zwei Unternehmen zählen. GM müsste keine Verluste mehr ausgleichen,  hätte pro Jahr eine runde Milliarde € mehr in der Tasche. Die könnte man an die Aktionäre ausschütten. Oder man könnte, wie Branchengerüchte sagen, bei FCA (Fiat Chrylser) einsteigen.

Extrem ruhig verhält sich ein anderer Akteur. Dongfeng ist mit 14% bei PSA beteiligt, eine deutsche Marke wäre den Chinesen sicher nicht unrecht. In Rüsselsheim könnte man dann für China entwickeln. So wie es frühere Saab Ingenieure in Göteborg bei CEVT tun. Oder bei Dongfeng, im Innovatum in Trollhättan. Womit sich fast schon wieder der Kreis schließen würde. Denn Dongfeng wurde in den letzten Tagen als möglicher, weiterer Aktionär bei NEVS gehandelt.

Ein Gerücht natürlich, vielleicht auch ein Déjà-vu. Und auf jeden Fall unbestätigt.

22 Gedanken zu „Opel, GM und das Déjà-vu

  • 21. Februar 2017 um 1:14 PM
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    Sehr gut! So viel zum Thema Opel stände gut da. Bei den Eigenzulassungen ist man Monat für Monat auf den vorderen Plätzen und meistens die Nummer 1. Sehr guter und fairer Artikel!

  • 21. Februar 2017 um 1:18 PM
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    Super interessante Hintergründe, die ich als Laie nie auf dem Schirm hätte.
    Das könnte den europäischen Markt etwas aufmischen.

  • 21. Februar 2017 um 1:23 PM
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    Man darf gespannt sein was PSA mit Opel vorhat.
    Das es leider zu Werksschließungen und Entlassungen kommen wird,dazu muss man wohl kein Prophet sein.
    Auch darf man gespannt sein wer für GM der neue Technologielieferant sein wird ohne Opel…
    Wie ist gehen kann zeigt Geely mit Volvo.
    Hach ,es wird Zeit das jemand SAAB wiederbelebt,
    das würde mehr Sinn machen als PSA und Opel.

  • 21. Februar 2017 um 1:54 PM
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    Vielen Dank, Tom!

    Das war unerwartet – sogar unglaublich – schnell und ist ein sehr gehaltvoller Überblick geworden.

    Man darf wirklich gespannt sein, ob diese Fusion zu einem Ende gebracht wird und wie genau diese dann
    aussieht. Oder wo sie perspektivisch hinführen könnte. Schwer, das alles derzeit einzuordnen und abzuschätzen.
    Zu viele Player, zu global und auf europäischer Ebene (GB & EU) zu unsicher …

    Genau genommen weiß ich jetzt gerade aufgrund des guten Artikels gar nichts. Ein Widerspruch? Nein, denn dem Artikel sei Dank, weiß ich jetzt immerhin, was ich alles nicht weiß und wieso …

    Das ist viel mehr, als ich gestern darüber wusste!

    • 21. Februar 2017 um 2:02 PM
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      Gerne! Unser Einblick in die Welt von PSA ist natürlich zu gering um zu analysieren wohin das Unternehmen möchte. Spannend ist zu sehen, dass PSA nicht nur in Deutschland auf Einkaufstour ist. In Malaysia steht Proton und damit auch Lotus auf der Liste. Woran auch Geely/Volvo interessiert sein soll. Die Branche steht vor großen Veränderungen.

      • 21. Februar 2017 um 3:34 PM
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        Wo sind denn global gesehen erfolgversprechende Märkte für Lotus und Proton?

        PSA sollte sich lieber um die Markenrechte für SAAB bemühen und bei Erlaubnis durch die SAAB AB möglichst viele ehemalige SAAB-Fachleute in den Konzern aufnehmen – man hätte eine Premiummarke und der weltweite ehemalige SAAB-Kundenstamm hätte Nachschub.

        Auch ohne Fusion mit NEVS gäbe es vielleicht die Möglichkeit die Werkshallen in Trollhättan für die Produktion künftiger SAAB-Fahrzeuge zu nutzen. Dies wäre für NEVS eine weitere Einnahmequelle – eigene Premiumfahrzeuge made in sweden sucht man nach dem derzeitigem Stand der Dinge bei NEVS vermutlich in einigen Jahren noch vergebens. Sollte es doch anders kommen, wäre es natürlich zu begrüßen.

        • 21. Februar 2017 um 8:08 PM
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          Proton wäre eine weitere Expansion nach Asien und sinnvoll auf wachsenden Märkten. PSA kann davon nur profitieren.

          • 22. Februar 2017 um 9:15 AM
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            Eine weitere Expansion nach Asien hört sich erstmal gut an – andererseits gibt es sog. Massenware (Proton ist keinesfalls Premium) für die asiatischen Märkte mittlerweile in Hülle und Fülle.

            Nach wie vor fehlt dem PSA-Konzern eine brauchbare Premiummarke sowohl für die europäischen als auch für weitere globale Märkte – selbst mit der bescheidenen Citroen-Qualität käme man hier doch nicht weiter.

  • 21. Februar 2017 um 4:16 PM
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    1. Warum sollte R’heim geschlossen werden, wenn Eisenach nur wenig ausgelastet ist? Das letzte Planspiel von GM war den Corsa aus Eisenach abzuziehen und den Mokka komplett in Eisenach zu fertigen. Da die Kooperation von Opel und PSA nun schon in Saragossa läuft, kann man das dortige Werk als gesetzt sehen.
    2. Die englischen Werke stehen beide nicht besonders da. Ellesmere Port baut nur den Astra, den man prinzipiell auch komplett in Polen bauen könnte. Preiswerter sind die Polen auf jeden Fall. Das Thema Importsteuer wäre damit auch gelöst. Luton als zweites Werk baut nur den Vivaro, der auf Renault-Basis steht. Ich gehe davon aus, dass beim Thema LCV die derzeitige Renault-Allianz nach Auslauf beider Modellreihen gelöst wird und bis dahin ein neuer großer und mittlerer LCV auf PSA-Basis folgt oder die schon kleine Allianz mit FCA ausgebaut wird. Produktion von LCV dann höchstwahrscheinlich in PSA-Fabriken. Luton wäre damit raus.
    3. Adam und die fehlende Familie. Der bisherige Plan sah einen 4-Türer für 2018 vor und 2019/2020 die Modellerneuerung inklusive eines CUV. Ich gehe davon aus, dass man bei Opel vom Erfolg des Adam selbst überrascht war, es aber in den letzten Jahren einfach zu wenig Mittel um die Reihe auszubauen, weil man andere Baustellen hatte, die dringender abgearbeitet werden mussten (Astra, Insignia). Was von der bisherigen Planung bis 2020 übrig bleibt, wird die Zeit zeigen.

    • 21. Februar 2017 um 4:31 PM
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      Sehr feiner Artikel!

      Rüsselsheim wird sicher als Entwicklungsstandort überleben. Das aufwändig im letzten Jahr umgebaute Testzentrum in Dudenhofen ist nicht weit entfernt.

      Und mit den Engländern muss man sehen wie hart die ihren Brexit wirklich durchziehen.

      Was den Adam betrifft werden die Plänen spätestens beim Verkauf für 2020 reif für den Papierkorb sein. PSA hat die größere Kleinwagen Kompentenz, die brauchen keine Opel Plattform. Der nächste Adam erscheint auf einer Basis aus Frankreich.

      • 21. Februar 2017 um 11:23 PM
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        Plattformen sind Plattformen. Das ist erst einmal nicht markenspezifisches. Der VW-Konzern zeigt sehr gut, wie man auf Konzernplattformen diverse Modelle in unterschiedlichen Abstufungen entwickeln und auf den Markt bringen kann. Ich gehe natürlich stark davon aus, dass mit dem Auslaufen der aktuellen Opel-Modelle dann gemeinschaftliche Plattformen entwickelt und genutzt werden. Ansonsten hätte die Verbindung keinen größeren Zweck, wenn man nicht ein paar Euro sparen wollen würde. Und im Prinzip interessiert nur die Petrolheads, welche Plattform/Basis von wem kommt und von wem genutzt wurde. Das hatte nach 2009 sogar GM mitbekommen, dass statt 17(?) weltweit unterschiedlicher Plattformen auch 9 reichen. Den Otto Normalverbraucher interessiert das auch nicht. Hauptsache das Preis-Leistungsverhältnis stimmt und im gefällt es. Alles andere ist Schall und Rauch. Selbst Fahrzeugnamen sind prinzipiell überbewertet. Was war das Geschrei groß, als der damals neue Kleinwagen Adam heißen sollte. Oder Mokka… 😉

  • 21. Februar 2017 um 10:03 PM
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    Erst hat GM Saab in die Pieite gefahren , ,jetzt ist Opel dran . Die GM – Manager sind einfach Spitze.

  • 22. Februar 2017 um 9:42 AM
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    Sehr guter Artikel – und auch ich bin gespannt was PSA überhaupt an Opel interessiert. GM wird wohl allerhöchstens eine leere Hülle übergeben, bei der sogar die Fertigungsroboter nur unter Lizenz laufen. Bleibt nur der schnellere Marktzugang nach Osten als Vorteil für PSA übrig. Und dazu braucht man weder ein Werk in Rüsselsheim noch das dortige Entwicklungszentrum – zumal es im PSA-Konzern an Entwicklungsimpulsen offensichtlich nicht mangelt und Ideen zügig und recht pfiffig umgesetzt werden. Auch an den hier herumfahrenden Prototypen aufgeblasener Schräghecklimousinen à la viertürige Opel Monza wird PSA kaum Interesse haben. Der Adam war tatsächlich der erste Lichtblick aus Rüsselsheim – einen Kleinwagen so ganz ohne virtuellen Vorgänger auf den Markt zu bringen, daran hatten die wohl tatsächlich selbst nicht geglaubt…

    • 22. Februar 2017 um 3:32 PM
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      Was PSA mit Opel will? Die Antwort ist einfach: Marktanteilssteigerung von knapp 10 % auf knapp 17% und damit wieder zweiter Platz mit großen Vorsprung auf Renault, die mit 10% dritter sind. Reduzierung von Kosten ist ein positiver Nebeneffekt, der sich dann aber erst später einstellt.

  • 22. Februar 2017 um 3:41 PM
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    Ja ist wirklich spannend und ich bin gespannt, welche Auflagen GM an PSA weitergibt. Da wird es sicherlich noch schwer werden mit der Technik. Interessant wird es bei den Kleinwagen in dem neuen Konzern. Peugeot und Citröen haben hier ja einiges zu bieten lediglich zur Oberklasse tut man sich in Deutschland schwerer, hier könnte man ggf. von Opel etwas profitieren (wenn es GM zulässt). Ich denke zunächst wird es heißen alle Werke bleiben bestehen aber in zwei drei Jahren wird sich hier sicherlich was tun und man wird einige Werke dicht machen. In England stellt sich dann die Frage, ob sich ein Werk hier wirklich noch lohnt oder ob man das nicht komplett dicht macht. Auch in Deutschland wird es schwer werden alle Werke zu halten.
    Der Trend zeiht doch eher in den asiatischen Raum und ich denke mal nicht, dass man die Werke in Europa kaum nutzen wird um dann nach Asien zu exportieren. Da wäre Malaysia sicherlich ein interessanterer Standort.

    Für Opel wird es aus meiner Sicht mittelfristig schwer. Kleinwagenkompetenz liegt eher bei PSA, für den asiatischen Raum eher zu teuer und nicht exclusiv genug. Citroen hat speziell mit den DS-Modellen in China einen besseren Ruf während man Opel dort nicht kennt. Es wird dann denke ich fast davon abhängen, ob man in Deutschland Opel weiterhin als deutsche Marke anerkennt oder nicht. Aber vielleicht lässt PSA, den Ingenieuren ja mehr Freiheiten die man nutzen kann.
    Für Opel fände ich das gut.

  • 22. Februar 2017 um 10:12 PM
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    Also ich glaube, dass eine Übernahme von Opel durch PSA durchaus mehr positive als negative Seiten hat.

    Es gab Zeiten, da hat Opel durchaus davon profitiert, dass sie zu GM gehörten. Das war allerdings in den 50er, 60er und 70er Jahren, als aus den GM-Designstudios immer wieder geniale Impulse kamen, die von Opel mit Modellen wie dem Rekord C, dem GT oder auch der KAD-Baureihe umgesetzt wurden. Irgendwann kam allerdings das Problem, dass das einzige was vom Mutterkonzern kam, Kostendruck war, der sich in immer schlechterer Qualität der Fahrzeuge bemerkbar machte.

    Ein weiteres Problem, dass ich sehe, ist dass das Management bei GM irgendwann Europa und die anderen Ansprüche an Fahrzeuge nicht mehr verstanden hat bzw. schlicht und einfach keine Lust hatte sich damit auseinanderzusetzen. Das konnte man ja auch bei Saab gut beobachten. Der große Konzern konnte oder wollte es nicht einsehen, dass Marken ihre Eigenheiten behalten müssen um sich am Markt behaupten zu können. Es wurden amerikanische Meinungen den europäischen Marken aufgepfropft und basta.

    Da PSA ein Konzern ist, der zum einen immer wieder mit interessanten Ideen um die Ecke kommt und zum anderen die europäischen Ansprüche an Fahrzeuge deutlich besser einzuschätzen weiß, sehe ich es eher als Chance denn als bedrohliches Ereignis für Opel, wenn die Übernahme so zustande käme.

  • 27. Februar 2017 um 10:03 AM
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    Danke an den Blogger für den informativen Bericht, den ich erst jetzt nach dem Urlaub lese konnte. Fühle mich gut informiert. Für PSA wird die mögliche Übernahme eher ein “Gewinn” werden, OPEL hat dann langfristig ein Problem mehr… Wo steckt die OPEL-Kompetenz???

    • 27. Februar 2017 um 9:58 PM
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      Warum hat Opel dann ein Problem mehr?

  • 27. Februar 2017 um 2:33 PM
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    Wie in der Tagespresse zu lesen ist gibt es wieder die üblichen Zankbereiche wenn GM etwas verkaufen will. GM möchte viel Geld für Opel bekommen. Zusätzlich soll PSA für die aktuelle Fahrzeugflotte teure Lizenzgebühren (wie gehabt gehören alle Lizenzen GM und nicht Opel, auch wenn dort entwickelt) bezahlen, bzw. soll PSA nicht alle Lizenzen bekommen können, und natürlich möchte GM die Vermarktung der Marke Opel in verschiedenen Märkten wie Amerika, China oder Russland künftig verbieten. Also alles wie gehabt. GM möchte mal wieder eine relativ leere Hülle sehr teuer verkaufen. Ich denke da ist es abzusehen, dass PSA bald einen Rückzieher macht. Mal sehen wie dann die Opelgeschichte weiter geht

  • 27. Februar 2017 um 9:49 PM
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    Ein sehr guter Artikel!
    Im Grunde genommen braucht Opel niemand, weder in Bezug auf Technik noch Design noch Lebensgefühl. Und ob der Durchschnittsbürger die Marke Opel tatsächlich noch als “deutsches” Unternehmen ansieht, wage ich zu bezweifeln; derzeit werden, wenn ich richtig sehe, lediglich drei Modelle in D gefertigt (“montiert”) – der nicht konkurrenzfähige Insignia sowie der Zafira in R’heim sowie der Adam in Eisenach.
    Solange Opel eine 100%ige GM-Filiale ist, würde für mich der Kauf eines Opels aufgrund der Saab-Vorgeschichte – da bin ich sehr nachtragend – nie und nimmer in Betracht kommen.
    Auch wenn es schon oft gesagt wurde: Wenn man sich ansieht, wie Volvo und Jaguar einen zweiten Frühling erleben, möglicherweise demnächst auch Alfa Romeo, und was auf der anderen Seite GM bei Saab “fertig gebracht” hat, kommen einem die Tränen.
    Kurzum: Die bei GM können es einfach nicht, zumindest nicht in Europa. Und deshalb wird Opel unter GM-Fittichen ein Trauerspiel bleiben.

    • 28. Februar 2017 um 11:49 AM
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      Wenn es allein nach “(…) Bezug auf Technik noch Design noch Lebensgefühl.” ginge, bliebe auf dem europäischen Markt nicht mehr viel übrig.

      • 28. Februar 2017 um 12:24 PM
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        So isses.
        Womit wir wieder bei der untergegangenen Marke aus dem hohen Norden wären…

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