Nachrichten vom Rallye Saab R900

Vor fast 4 Jahren trafen wir den Saab R900 in einer Garage in Oberfranken. Sein damaliger Eigentümer war auf der Suche nach einem Käufer. Der Zustand des Gruppe A Sportwagens war erbärmlich und unsere Hoffnung war es, dass er irgendwann zurück auf die Rennpiste kommen würde.

Der Einsatz wurde mit einem… Bild: J. Grobusch

Diese Hoffnung wurde erfüllt, und im vergangenen Jahr war der R900 mit Jürgen Grobusch und seinem neuen Beifahrer J. Blum im Motorsport unterwegs. Die Saison begann im März mit Schnee und Eis und mit dem Einsatz bei der Rallye Kempenich. Das Team und der Saab R900 schlugen sich wacker; Schnee und Eis sind die Domänen schwedischer Autos. Das Engagement wurde belohnt, und 6 anspruchvolle Wertungsprüfungen später fuhr das Team den Klassensieg ein.

Was schön begann,  hätte auch erfolgreich weiterlaufen können. Einen Monat später traten Jürgen Grobusch und J. Blum bei der Rallye Westerwald an. Nach 5 Wertungsprüfungen führte der Saab in seiner Klasse, und mit der letzten Prüfung wäre der Klassensieg sicher gewesen. Aber in einer Rechtskurve brach die Antriebswelle,  und die Veranstaltung war für den schnellen Schweden vorbei.

Ein Sperrdifferential unterbricht die Saison

Beim folgenden Zerlegen der Antriebseinheit und des Getriebes kam als eigentliche Fehlerursache das Sperrdifferential ans Licht. Sämtliche Zahnräder des ZF Differentials waren gebrochen, und ein zu Rate gezogener Getriebespezialist ordnete das Differential als unterdimensioniert ein. Der Umstieg auf eine größer dimensionierte Sperre scheiterte an der fehlenden Kompatibilität zum Getriebe des Saabs, eine individuelle Lösung musste gefunden werden.

Mit einigem finanziellen Engagement wurde eine neue, robustere Differentialsperre für den Saab R900 maßgefertigt. Und der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben!

Genau vier Tage vor dem Start zur Köln – Ahrweiler Rallye 2016 war das Team bereit für den neuen Einsatz. Das Getriebe und das neue Differential waren montiert, und ohne vorherige Probefahrt ging es zum Rallyezentrum nach Mayschoß und zum Start. Der November sorgte für rauhe Wetterbedingungen; am ersten Tag gab es einen ungemütlichen Mix aus Schneeregen und Nebel. Vor allem der Nebel habe den Teilnehmern zu schaffen gemacht,  erzählte Jürgen Grobusch, und das Team ließ es langsam und umsichtig angehen. Denn man wollte den R900 nicht schon am ersten Tag in einen Graben fahren.

Ein historischer Sieg für den Rallye Saab

Am Sonntag, bei schönstem Sonnenschein, war die Strecke immer noch nass und extrem rutschig. Große Traktionsprobleme beschäftigten das Team, die Auswahl der Reifen war nicht besonders glücklich gewesen. Und trotzdem, der Triumph war zum Greifen nahe. Denn nach 13 Wertungsprüfungen fuhr das Team Grobusch / Blum im Saab R900 als Klassensieger der Gruppe A bei den CTC und CGT-Fahrzeugen über die Rampe in Mayschoß.

Es war der erste Sieg überhaupt, den ein Saab auf der seit 1971 stattfindenden Rallye einfahren konnte.

Das Resümee der Saison 2016: Alles richtig gemacht!

4 Gedanken zu „Nachrichten vom Rallye Saab R900

  • 16. Januar 2017 um 1:10 PM
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    Solche Artikel liebe ich. Gern mehr davon. Glückwunsch an das Team Grobusch / Blum.

  • 16. Januar 2017 um 4:19 PM
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    Toll mal wieder was von einem Saab im Rallyesport zu hören!

  • 16. Januar 2017 um 5:44 PM
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    Weiterhin toi toi toi! 🙂
    Gut pflegen ist ja selbstverständlich….solche Rallyteile gibt´s ja nicht ohne Ende…
    Toller Bericht! Weiterhin viel SAAB-Erfolg!

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