Bilder aus Trollhättan. Ende und Aufbruch.

Das Flugfeld Trollhättan Vänersborg. Gerade eben ist eine Saab 340 gelandet, die Wintersonne strahlt und alles scheint so wie immer zu sein. Doch das ist es nicht. Die Bilder aus Trollhättan zeigen die letzten Tage einer 69 jährigen Tradition.

Eine Saab 340 ist gelandet. Im Hintergrund das Werk. Jetzt mit NEVS Schriftzug.
Eine Saab 340 ist gelandet. Im Hintergrund das Werk. Jetzt mit NEVS Schriftzug.

An den Fabrikgebäuden sind die Saab Schriftzüge bereits verschwunden, nur an der nördlichen Zufahrt zum Werk steht noch das bekannte Schild. Seit 1947 wurden hier Autos mit dem Saab Markennamen gebaut. Es gab in der Stadt die Initiative,  eines der Schilder zu bewahren und es am angestammten Platz zu belassen. Dieses Vorgehen, vielleicht im Verbund mit einer Informationstafel für Besucher, wäre ein angemessener Umgang mit der Geschichte gewesen. Aber die Idee konnte sich nicht durchsetzen.

NEVS zeigt Verantwortung

Immerhin beweist NEVS einiges an Verantwortung, und für einen der Schriftzüge ist der Fortbestand gesichert. In den kommenden Tagen wird das Saab Zeichen der nördlichen Zufahrt in einer Zeremonie an das Museum übergeben. Dort soll auch sein zukünftiger Standort sein. Eine gute Alternative mit Symbolkraft. An den Wasserfällen begann die industrielle Entwicklung Trollhättans. Auf dem jetzigen Museumsgelände wurden früher Turbinen und Lokomotiven gebaut, und die Saab Ausstellung ist einer einstigen Produktionshalle untergebracht. Das Auslaufen der einen Technologie war in der Stadt immer mit dem Aufbruch zu etwas Neuem verbunden. Das, was jetzt passiert, erlebte Trollhättan in den vergangenen Jahrzehnten einige Male.

Nach 69 Jahren

Was bleibt für uns nach 69 Jahren jenseits unserer Autos, die wir mögen und pflegen? Die immer mehr zum Ausdruck automobiler Individualität werden? Letztendlich ist es die Hoffnung, dass es noch nicht für alle Zeiten vorbei ist. Dass es erneut zu einem Aufbruch kommt.

Saab kommt 2017 als Systemlieferant zurück in die Autoindustrie. Und bei NEVS besteht mehr als die berechtigte Hoffnung,  das Denken hinter der Marke zu bewahren. Unser Besuch beim R & D Center im Oktober zeigte viel Neues, aber auch erfreuliche Kontinuität. In den neuen Modellen, die für 2019 oder 2020 angekündigt sind, soll nicht nur visuelles Saab Erbe stecken. Zusammen mit modernster Technik und neuen Mobilitätslösungen könnte es zum Aufbruch kommen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Was gibt es an Neuigkeiten vom ehemaligen Saab Werk? Der Zertifizierungsprozess für China läuft. Der Erhalt der Lizenz für das Werk in Tianjin und der Start der Produktion des NEVS Elektroautos wird für die weitere Entwicklung große Bedeutung haben. Bleiben wir gespannt.

4 Gedanken zu „Bilder aus Trollhättan. Ende und Aufbruch.

  • 5. Dezember 2016 um 12:59 PM
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    Die Demontage der Schilder sorgt für die nötige Klarheit. NEVS ist NEVS und muss zeigen dass man es kann. Es ist schade um eine lange Tradition und die Nutzung des SAAB Zeichens hätte NEVS sicher geholfen.
    Allerdings verkaufen sich hervorragende Produkte unter jeden Namen gut und genau da liegt die Herausforderung für NEVS solche zu bauen.

  • 5. Dezember 2016 um 2:30 PM
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    Es ist natürlich schön dass NEVS die Schilder nicht schrottet und Verantwortung für die Vergangenheit tragen will. Auf der anderen Seite hat NEVS auch die SAAB Zukunft ein großes Stück weit vermasselt.
    Ich sehe schon die ehrliche Bemühung, aber glücklich macht NEVS mich noch nicht!

  • 5. Dezember 2016 um 3:25 PM
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    Was bleibt ist die Erinnerung… und die z. Zt. auf den Strassen befindlichen SAAB´s. Das Grüßen der SAAB-Fahrer/Innen ist gefühlt deutl. weniger geworden…. 🙁 . Schade.
    Zu NEVS: Bleibe ich gespannt und drücke die Daumen für die Produktionsfreigabe der EL-Fahrzeuge.
    DANKE für diesen Bericht mit den tollen Fotos! 🙂

  • 5. Dezember 2016 um 4:56 PM
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    Wunderbar.

Kommentare sind geschlossen.