Die Saab 9000 Saga

Erinnert Ihr euch noch an Euren ersten Saab? Mein erstes Auto aus Trollhättan war ein Saab 900S, aber der allererste Saab meines Lebens war ein 9000. Ein fabrikfrischer 9000 CS, den ich 1992 für einige Wochen als Mietwagen fahren durfte,  bis mein 900 geliefert wurde.

Saab 9000. So ähnlich sah mein allererster Saab aus.
Saab 9000. So ähnlich sah mein allererster Saab aus.

Eigentlich war der CS nicht besonders aufregend. Er war rot mit depressionsgrauem Stoff, und als Motor gab es noch nicht einmal einen Turbo. Der 2.3 Liter Motor mit 145 PS genügte damals aber für souveränes und entspanntes Fahren. Und ich fuhr ihn gerne, obwohl ich als Alternative einen Dienstwagen mit den vier Ringen hatte.

Der 9000 blieb irgendwie in meinem Kopf hängen. Auch später noch, nach 3 Saab 900 und unzähligen weiteren Fahrzeugen aus Ingolstadt. Irgendwann trennten sich dann unsere Wege, die Marke mit den Ringen fand nie mehr den Weg in meinen Carport, die Saabs aber blieben. Und es wurden immer mehr. Ein ganzes Rudel 9000 hat sich in den Jahren angesammelt. Ein 89er 9000 CC, ein 92er CS, zwei Anniversarys. Schuld an dieser Zusammenrottung ist vermutlich dieser eine rote 9k von 1992.

Wie wichtig war der 9k für Saab?

Für Saab war der 9000 ein wichtiges Auto. Vielleicht das Innovativste der ganzen Firmengeschichte. Wir haben es mit den Jahren nur vergessen, wie bedeutend der 9k war. In den letzten Wochen habe ich Saab Literatur gewälzt, alte Pressemitteilungen und Tests gelesen, mit Saab Menschen gesprochen. Ich bin eingetaucht in die alten, teilweise verrückten Zeiten, als die Turbos bei einem der kleinsten Hersteller das Fliegen lernten. Das 30 Jahre Jubiläum des Talladega Long Runs war der Anlass, mich intensiv mit den 80er und 90er Jahren zu beschäftigen – der Zeit des Saab 9000, seiner Vorgeschichte und seiner Rolle für die Marke und die Saab DNA. Und mit seiner Ausstrahlung weit über das Produktionsende im Jahr 1998 hinaus.

Der Oktober wird ganz im Zeichen der Saab 9000 Saga stehen. Eine Artikelserie wird uns zurück in die Zeit vor über 30 Jahren reisen lassen. Während ich über die Vergangenheit schreibe,  geht Thorsten auf die Reise nach Trollhättan. Mit seinem wunderschönen 9000 CC Turbo, den er in den vergangenen Monaten mit viel Herzblut zum Fliegen gebracht hat. Aus dem Rhein-Main-Gebiet über Dänemark geht es nach Schweden. Zurück an die Geburtsstätte seines Saabs, und er wird ab Mittwoch über seine Reise berichten.

Mark und ich starten dann in zwei Wochen nach Norden, besuchen das Museum, treffen Thorsten, und haben Verabredungen mit einigen Saab Persönlichkeiten.

Wird es langweilig auf dem Blog? Werden wir etwa einseitig? Nein !  Allen Lesern, die mit nicht mehr ganz so jungem Schwedenstahl nicht so viel anfangen können,  liefern wir natürlich die nötige Abwechslung. Noch sind einige Lesergeschichten unserer Saab Summertime Aktion nicht veröffentlicht,  und Paul, unser Projektsaab,  wird weiterhin eine Rolle spielen. Die Zukunft bei NEVS, die Perspektiven der ehemaligen Saab Fabrik, wird uns ebenfalls beschäftigen. Der Oktober wird aus automobiler Sicht sehr spannend. Das Blog Team verspricht viel Lesespass.

11 Gedanken zu „Die Saab 9000 Saga

  • 4. Oktober 2016 um 11:15 AM
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    Freunde sagen immer, sie hätten ihren 9k nie verkaufen dürfen. Er war das beste Auto das SAAB gebaut hat. Ich freue mich auf die Storys!

    • 5. Oktober 2016 um 10:24 AM
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      Hallo Frankentroll, ich habe meinem 9000 CD ewige Treue geschworen (1. Hand), seit Mai 95 leben mein CD FPT und ich in trauter Gemeinschaft mit immer anderen Begleitern, z.Z. sind dies ein 9000er CD 2,3 i aus 90 und ein 9,5er Kombi aus 00. Da mein 95er CD nie den Halter wechselte ist er in einem sehr schönen Zustand. Hüten werde ich ihn wie meinen Augapfel und irgendwann an meinen Enkel (Saabinfinziert) vererben. Bis dahin hoffe ich auf weitere entspannte Kilometer mit dem “Schwatten”

  • 4. Oktober 2016 um 11:30 AM
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    Ich erinnere noch ein ADAC-Heft mit einem 9000 AERO im Test.
    Dort wurde viel über die angeblich enorme Größe des Turbolochs und dessen Durchzugsschwäche fabuliert.

    Im gleichen Heft war ein Vergleichstest MB 300E vs. Audi 100 2,8E. Der Audi wurde viel gelobt und sei auf Augenhöhe angekommen. Beide Motoren begeisterten die Tester.

    Richtig lustig war es …

    … zwischen beiden Tests hin und her zu blättern und die Messwerte der drei Fahrzeuge zu vergleichen. Der AERO unterbot die beiden deutschen im Verbrauch und von 0 auf 100 deutlich!
    Im Durchzug spielte er gleich in einer gänzlich anderen Liga. Schwäche? Ha ha ha …

    Lustig? Nein, ehrlich gesagt habe ich mich damals ziemlich über das blöde Heft geärgert.

    • 4. Oktober 2016 um 12:04 PM
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      Der Audi 100 2.8E war mein letzter Audi. Bei weniger als 1000 Kilometern auf dem Zähler fuhr er auf dem Abschlepper in die Werkstatt. Geplatzte Vakuumpumpe, Öl auf dem Hof. Der 2.8er war lahm, behäbig, und verbrauchte Öl in Massen. Der 9000 war im direkten Vergleich ein Sportwagen.

  • 4. Oktober 2016 um 11:43 AM
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    Geile Kiste. Was war ich enttäuscht, als der langweilige 9-5 erschien. Kleinerer Innenraum, nicht schneller, keine Heckklappe.

  • 4. Oktober 2016 um 4:02 PM
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    Seit rund 10 Monaten bin ich Saabfahrer. Meinen 9000 CC habe ich in dieser Zeit sehr zu schätzen gelernt, auch wenn er ohne Turbo auskommen muss. Nach einem ordentlichen Service und etwas optischer Aufarbeitung bereitet er viel Fahrspass – und wurde letztens an der Tankstelle für einen Neuwagen von Saab gehalten… schön wärs…

    Von daher freue ich mich natürlich sehr über die «Saab 9000 Saga»!

  • 4. Oktober 2016 um 4:58 PM
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    Ich glaube das Saab mit die heck klappe vorlauer war fuhr die SUV. Die Modelle ohne oder mit war ein Fehler. Die klappe von der CC waren der erste Jahren nicht wasserdicht.

  • 4. Oktober 2016 um 6:26 PM
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    Mein erster SAAB war auch ein 9000 Bj. 1991 mit 145 PS. Zwischendurch durfte ich mal einen 88er 9000 Turbo fahren und von da an wollte ich keinen Einspritzer mehr 🙂 . Under ADAC? Als ich diesem Verein gekündigt hatte, frug mich ein Vertreter nach den Gründen und welches Auto ich denn fahren würde. damals war es ein 95er 900 SE. Er meinte dann, ah ein SAAB, fährt mein Sohn auch. Dann brauchen Sie wirklich keinen ADAC mehr. Und meine 9-5er sind schon öfters als “noch relativ” neu begutachtet worden 😉 – Mein derzeitiger 9-5 Aero mit 275 PS/400 Nm hat mir letzte Woche auf der Reise nach DK so viel Spaß gemacht, den werde ich sicher noch lange fahren …

  • 4. Oktober 2016 um 6:31 PM
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    der SAAB 9000 ist für mich nach wie vor das Referenzmodel der gehobene Mittelkasse. Die von thylmuc geschrieben Gründe haben uns 1996 bewogen den 9000er zu kaufen und nicht den neuern 9-5. Der 9000 ist noch in unserem Besitz und wartet auf seine Sanierung

  • 4. Oktober 2016 um 10:48 PM
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    Der 9000er war während meines Studiums schon mein Traumauto, ich konnte ihn immer beim Saab-Händler um die Ecke stehen sehen – leider viel zu teuer damals…. seit drei Jahren habe ich endlich einen 96er CSE, schwarz, Leder… und ich bin jeden Tag froh, dass ich mir diesen Traum erfüllt habe…. der 9000 ist ein ganz besonderes Auto, irgednwie sehr souverän und völlig entschleunigend obwohl er ja nicht lahm ist.
    Ich freue mich auf weitere Berichte und vielleicht auch ein paar Tipps zur Pflege, Ersatzteilen und Werterhaltung!!!

    • 5. Oktober 2016 um 12:18 PM
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      Schau dich wegen Pflege usw. mal hier im Blog unter Stichwort Youngtimer um oder gehe in ein Forum deiner Wahl, in dem über fast alle Saabs vom 95/96 und Sonett aufwärts bis zum letzten 9-5 deren Besitzer und auch Schrauber schreiben. Ich kenne zwar eines, möchte das aus Gründen der Werbung hier nicht nennen….

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