Die Sehnsucht nach (dem) Schweden?

Es war im Sommer 1980. Im Sommerurlaub auf der Insel Rügen stand als Höhepunkt der Besuch des Aussichtscafes im Hotel Saßnitz an. Chic angezogen machten wir uns im Trabi auf den Weg. Oben angekommen verlangte ich, an der Seite mit Ausblick zum Fähranleger zu sitzen. Dort kamen Sie aus dem unerreichbaren Norden an, die Volvos und Saabs. Gefallen haben mir am Anfang beide. Hauptsache Schweden sollten es sein.

Saab 9-3 Cabriolet von Jörg
Saab 9-3 Cabriolet von Jörg


Auf der Rückfahrt überholte uns ein 900 i Sedan in schwarzer Färbung. Lässig steuerte ein graumelierter Herr das edle Gefährt über die Autobahn. So ein Auto wäre und bliebe wohl ein Traum, dachte sich der damals neunjährige Schreiber.

Dann, selbst im autofähigen Alter angekommen, gab es den ersten selbstaufgebauten Trabant. 1993 mit einem schnittigen Ford Sierra Coupe der erste Westwagen. Diesem folgte noch ein roter Sierra II Coupe und 1999 ein Mondeo. Nun sollte zum 30. Geburtstag der erste Neuwagen angeschafft werden. Die Farbe? Natürlich rot. Und das Auto?

Ein Saab 9-3 I Coupe 2,0t SE. Ein Traum stand mit Schleifchen am Geburtstag vor dem Haus. 3 Jahre ging alles Gut. Leider war die damalige Saabvertretung in Freital bei Dresden eher eine Garantieabwehrorganisation. Als ich dann im Winter mit ausgefallenem Heizungsgebläse keinen zeitnahen Werkstatttermin bekam, wurde in einer Nachtaktion der Saab gegen einen neuen BMW 520i ausgetauscht.

Aber der Saabvirus war nicht auszumerzen. Nach 7 Jahren diverser BMW besaß ich nun ein 1er BMW Cabrio, obwohl ich vorher noch den Saab 9-3 II Cabrio Probe gefahren war und als das für mich bessere Auto erkannte. Nach der Probefahrt hatte ich dem Händler signalisiert, das ich das Auto nehme und (wieder an meinem Geburtstag) vorbeikomme, um es zu kaufen. Als ich dann pünktlich 9 Uhr ankam, wurde mir eröffnet, dass dieses Auto nun zum Einbau eines speziellen Navis in der Werkstatt stünde und an mich nicht verkauft werden könne.

Toll. Nun fuhr ich also weiter BMW Cabrio. Glücklich war ich damit nie. Warum? Farbe und Sitze sowie äußere Erscheinung waren durchaus toll. Aber der Motor, ein 2,0 Sauger mit 143 PS einfach unterirdisch. Als dann diverse Mängel auftauchten (es war im April 2010) und die Saabkrise sich zuspitzte, war ich fest entschlossen, wieder Saabianer zu werden.

Im Autohaus wartete auch schon mein Saab 9-3 2,0T Cabrio Vector in Schwarzmetallic mit nahezu Vollausstattung (außer elektrischer Sitze), Innenausstattung in beige. Er wurde mir zur Probefahrt überlassen und die Sache war erledigt. Ein paar Saabfelgen noch für den Sommer dazuerhandelt und seitdem fahre ich meinen Traumwagen mit 210 PS, welche auch völlig ausreichend sind. Wie es mit dem Saabvirus weitergeht?

Das folgt in Teil II…

Danke an Jörg  für seine Saab Summertime Story! Habt auch Ihr etwas zum Thema Saab zu erzählen?

 Die Geschichte einer unvergesslichen Urlaubsreise, eine Restauration, der erste Kontakt mit der Marke aus Trollhättan oder einfach warum Saab zum automobilen Leben dazu gehört…

Was immer es ist, schreibt uns. Wir bedanken uns, unterstützt von der Orio Deutschland GmbH, mit Saab Literatur und saabigen Kleinigkeiten für jeden veröffentlichten Artikel!

2 Gedanken zu „Die Sehnsucht nach (dem) Schweden?

  • 29. September 2016 um 4:42 PM
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    Fortsetzung erwünscht! Wie geht es weiter?

  • 29. September 2016 um 11:33 PM
    Permalink

    Hallo zusammen, ich hab mal eine Frage:

    Mein AERO Kombi von 2006 mit knapp 270tkm hat gel. das Problem, dass er sich ,,gehemmt” im 4. und 5. Gang fährt, ziemlich genau bis knapp an die rote Turbogrenze, hingegen im 2. Gang regelrecht ,,explodiert” und eine solche Kraft entwickelt, die ich vorher so nicht gekannt habe. Das ist unter LPG in den letzten Wochen aufgetreten (Prins V1 mit digitaler ValveCare-Pumpe, seit 85tkm ohne Probleme), schalte ich auf Benzin um, kann man das Problemchen noch spüren, aber etwas weniger stark. Ich bin kein Heizer, LPG i.d.R. nur bis 150km/h. Die Beobachtung mache ich auch nicht immer, erst recht nicht, wenn ich mit dem Wagen schon 30 Minuten Autobahn hinter mir habe. Ich fahre den Wagen schon 8 Jahre (232tkm), mit engen Serviceintervallen (um 10tkm), etc. Vielfahrer (80tkm pa). Vergleiche ich die rote Turbozone zu meinem Viggen Cabrio, dann ist er oben rum komplett anders gezügelt als jener Viggen von 1999 mit 306 PS – das dürfte aber am Motormanagement (und Laufleistung: hier nur 80tkm) liegen.

    Hat irgendjemand eine Idee? Turboschläuche alle dicht, Magnetgentil habe ich schon getauscht. Sind das Vorzeichen einer Turboschwäche? Eine originale Turbine habe ich noch.

    Danke für alle Kommentare,

    Wolfgang

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