Weniger Jobs für Trollhättan. Mehr für China.

Rückschlag in der Stallbacka. NEVS passt die Produktionsstrategie an, was unmittelbare Auswirkungen auf die zukünftige Beschäftigung in der ehemaligen Saab Fabrik haben wird. Nach der Sommerpause war die Einstellung von 200 weiteren Mitarbeitern und der Start des Presswerks und der Lackierstrasse geplant. Dazu wird es nicht kommen.

NEVS Logo
NEVS Logo

Geplant war in Tianjin der Bau eines reinen Montagewerks, welches von Schweden aus mit lackierten und teilweise vormontierten Karosserien beliefert werden sollte. Der finale Ausbau zur vollwertigen Fabrik sollte über einen längeren Zeitraum hin erfolgen.

Heute meldet das Schwedenradio P4 Väst eine Änderung der Pläne. NEVS wird ein komplettes Werk und nicht nur ein Montagewerk in China errichten. Für Trollhättan bedeutet die veränderte Strategie weniger neue Jobs und weniger Produktion. In diesem Zusammenhang ändert sich der Zeitplan; die ersten NEVS Elektroautos auf Basis des Saab 9-3 werden nicht im 2. Quartal 2017 vom Band laufen. Über die Dauer der Verzögerung und über die zusätzlichen Investitionen gibt es keine Angaben.

Verschärfte Bedingungen in China

Als Hintergrund können die sich seit Jahresanfang veränderten Rahmenbedingungen in China gelten. Um eine der begehrten Produktionslizenzen zu erhalten,  genügt der Administration der Bau eines Montagewerks nicht mehr. Auch Volvo hatte, als ausländisches Unternehmen, entsprechende Startschwierigkeiten,  und es dauerte mehr als 1 Jahr,  bis man die entsprechende Genehmigung in den Händen hielt.

Ziele nach unten korrigiert

Aber es scheint, dass sich die Rahmenbedingungen in China für Startups zusätzlich verschärft haben. Die Administration möchte die Flut neuer Anbieter für Elektroautos eindämmen und schraubt aus diesem Grund die technischen Anforderungen nach oben. Geht man nach dieser Bloomberg Meldung, dann wird nur ein sehr geringer Prozentsatz der rund 200 neuen Unternehmen die Chance haben,  um überhaupt auf den Markt zu kommen.

Gleichzeitig entwickelt sich der Absatz von Elektroautos nicht so gut wie erwartet. Zwar wächst der Markt dynamisch, auch auf Grund massiver Subventionen. Aber das Jahresziel von 700.00 “New Energy Vehicles” im Jahr 2016 wird sich wohl nicht halten lassen. Die China Association of Automobil Manfacturers korrigierte letzten Freitag die Zahl auf 400.000 Einheiten.

26 Gedanken zu „Weniger Jobs für Trollhättan. Mehr für China.

  • 15. September 2016 um 11:08 AM
    Permalink

    Ich war ja was NEVS betrifft immer schon skeptisch.
    Vor allem jetzt wo die großen Automobilhersteller wie z.B. VW oder BMW forciert im Bereich der Elektomobilität forschen und investierten sehe ich für NEVS keine Chance.
    Die großen Autohersteller haben wesentlich bessere Rahmenbedingungen um die Entwicklung von Elektromobilität voranzutreiben.
    Dazu kommt noch die das jahrelange unprofessionelle Auftreten von NEVS.
    NEVS sollte komplett aus Trollhättan verschwinden, dann wäre ein halbwegs modernes Autowerk
    wieder zu haben und auch der Markenname SAAB.
    Darauf hoffe ich…

    • 15. September 2016 um 2:38 PM
      Permalink

      Genau so ist es!

    • 15. September 2016 um 11:16 PM
      Permalink

      Der Markenname ist das entscheidende Asset / er muss gehuetet werden wie ein Schatz

  • 15. September 2016 um 11:12 AM
    Permalink

    Mhh…hoffentlich bleibt der Standort TH erhalten. Nicht, dass man nun auf die Idee kommt, die Maschinen nach China zu verfrachten.

    Oder man ändert den Plan und produziert Fahrzeuge für Europa/Nord-Amerika…wie wäre es damit?

    • 15. September 2016 um 11:20 AM
      Permalink

      In Trollhättan sollten erst die Karossen für China, später neue Fahrzeuge für Europa gefertigt werden. Zumindest den zweiten Punkt hat man noch nicht kassiert. Aber das erste NEVS EV soll erst 2019 kommen, bis dahin fehlen dringend benötigte neue Jobs. Denn die Arbeitslosigkeit unter den früheren Produktionsmitarbeitern ist immer noch höher als im Durchschnitt.

  • 15. September 2016 um 11:16 AM
    Permalink

    Das ist hart. Ich warte jetzt nur noch auf die Kommentare von denen die es schon immer gewusst haben wollen. 🙁

  • 15. September 2016 um 11:24 AM
    Permalink

    Nun, man muss es nicht “immer gewußt haben”, um eine solche Entwicklung im Blick zu haben. China wird hart umkämpft und ist kein leichter Markt mehr. Aber vielleicht haben auch andere noch 9000Cds Gedanken? Ich drücke die Daumen für ein E-Mobil mit dem Spirit den SAAB ausgemacht hat und einer Produktion in Schweden.

  • 15. September 2016 um 11:36 AM
    Permalink

    In Trollhättan wird man nichts abbauen. Wann wurde das letzte Mal in das Werk investiert? Wahrscheinlich 2007/08 oder so. Seit März 2011 steht es still, sieht man von den 300 9-3 ab die NEVS gebaut hat. Das sind 5 Jahre ohne Investition!
    Wahrscheinlicher wird man sich irgendwann komplett trenne, denn wenn 2020 irgedwas gebaut werden soll muss vorher noch mal kräftig investiert werden. Ausserdem wenn NEVS in China scheitert, dann ist die Story so oder so Vergangenheit.

  • 15. September 2016 um 11:51 AM
    Permalink

    Das wars dann mal wieder. Am Ende wird Trollhättan ein reiner Entwicklungsstandort werden.
    Obwohl Nevs in dieser Richtung auch noch nichts Präsentiert hat was mir das Gefühl gibt irgendwann mal von diesem Unternehmen ein Auto kaufen zu wollen.

  • 15. September 2016 um 12:02 PM
    Permalink

    Mal schauen ob es in einem Jahr noch mehr als einen NEVS-Briefkasten in Trollhättan gibt. Traurig aber vorhersehbar.

  • 15. September 2016 um 12:09 PM
    Permalink

    Why not make EVs for the rest of the world instead? Forget China and produce cars for your loyal customers!!!!!

    • 16. September 2016 um 9:46 AM
      Permalink

      Eigentlich haben Sie volkommen Recht; entwickle ein EV fuer Europa und USA und produciere diese Wagen in THT. Aber es muss noch vieles Wasser fliessen bevor dies Wahrheit werden kann. Entwicklung !!!!!

  • 15. September 2016 um 1:01 PM
    Permalink

    Diese etwicklung in Trollhättan wundert mich leider überhaupt nicht.
    Bin diesen Sommer in Trollhättan gewesen.
    Das Saabwerk ist einfach nur noch ein trauriger anblick,ich denke da wird nie mehr ein Auto gebaut!?

  • 15. September 2016 um 1:37 PM
    Permalink

    Bedanken darf sich die Region Trollhättan bei der unfähigen schwedischen Politik (in Bezug auf SAAB / NEVS) – große Unterstützung ist seit Beginn der Achterbahnfahrt von dort nicht gekommen. Ebenso bei der SAAB AB – wieso sollte sich NEVS in Schweden ins Zeug legen, wenn man nicht mal die Namensrechte bekommt?

    Für NEVS hoffe ich, nach den ganzen Anstrengungen, dass von China aus ein florierendes Unternehmen entsteht. Die Weichen wurden ja entsprechend gestellt und die komplette Fertigung von Fahrzeugen wird dort ohnehin deutlich kostengünstiger ablaufen als in Schweden. Die schwedischen Rahmenbedingungen sind global gesehen nun wirklich nicht gerade förderlich – diese nimmt man als Unternehmer wohl nur auf sich, wenn man andererseits auch Voteile und Unterstützung (Beispiel: Namensrechte) für seine Sache erhält.

    Man kann es drehen und wenden wie man möchte – Verursacher dieses Dilemmas ist nicht NEVS allein.

  • 15. September 2016 um 2:32 PM
    Permalink

    Man hat gehofft das es nicht so kommt aber irgendwie war es trotzdem vorher zu sehen. Wird wohl bald die nächste Namensänderung fällig . Aus NEVS wird NEVC

  • 15. September 2016 um 3:45 PM
    Permalink

    Was bleibt noch in THT? Tesla geht auch nach china.

    • 15. September 2016 um 4:58 PM
      Permalink

      So lange Tom nicht nach China geht kann ich damit leben 😉

      • 16. September 2016 um 4:11 PM
        Permalink

        genau!!!

  • 15. September 2016 um 8:54 PM
    Permalink

    Schade! Abgesehen von den Arbeitsplätzen verliert NEVS Zeit die es eigentlich nicht hat. Investitionen in China für Presswerk, Karosseriefertigung und Lackiererei müssen vorgezogen werden. Viel Geld und Zeit muss investiert werden. Schade – weil in Trollhättan steht alles da was es braucht. Das muss man also Firma erst ein einmal verdauen.
    Viele ausgebildete Fachkräfte sind noch in Trollhättan vor Ort die wissen wie man das ganze ins Laufen bringt.
    Die großen bekannten Marken schlafen nicht. Das Zeitfenster und der Vorsprung der eventuell da ist schmilzt. Ich hoffe NEVS packt es trotzdem.

    • 15. September 2016 um 9:08 PM
      Permalink

      Wie du gesagt hast. Die Anlagen sind da! Nur am falschen Standort .
      Vielleicht aber auch bald nicht mehr

      • 15. September 2016 um 9:26 PM
        Permalink

        Genau richtig. 200000 Karossen nach china mit Zug war Wahnsinn .Verkaufen sollte nevs ,besser fur die arbeit. Saab trollhattan ist ein still up to date carplant.

        • 18. September 2016 um 1:27 PM
          Permalink

          Ist kein Wahnsinn . BMW macht es nicht anders. Und nicht nur nach China !

          • 19. September 2016 um 3:41 PM
            Permalink

            Wir sprechen hier “von car body in white” was das auch bedeutet. Genau wissen wir nicht was tht richtig transportieren will. Was wir wissen ist das diese project still liegt .

  • 15. September 2016 um 9:22 PM
    Permalink

    Hoffentlich nicht! Wenn NEVS anfängt die Stallbacka auseinanderzunehmen ist es vorbei.

  • 16. September 2016 um 3:15 PM
    Permalink

    Es war gut das die SAAB AB die weitere Nutzung der Namensrechte für NEVS verweigert hat !

  • 16. September 2016 um 5:23 PM
    Permalink

    …Zitat: seit Jahresanfang veränderten Rahmenbedingungen in China gelten.
    Sobald die “spezielle chin. Politik” die Finger mit im Spiel hat, wird es “kompliziert”…
    Das NEVS-Kartenhaus könnte schneller zusammenfallen als gedacht… Für die Menschen in Trollhättan eine neue Hiobsbotschaft, wenn das oben beschriebene Scenario Realität wird. 🙁

Kommentare sind geschlossen.