Unterwegs im Saab 9-5 Vector Griffin

Hallo zusammen,

Mein Name ist Arndt, geboren 1973 in Oldenburg in Niedersachsen und seit 2003 wohnhaft in Solna, Schweden. Für Autos interessiere ich mich schon seit vielen Jahren, seit meinem Umzug nach Schweden auch vermehrt für die beiden grossen schwedischen Marken. Das Interesse liegt wohl in der Familie – mein Vater wollte sich Anfang der 90er Jahre einen Saab 9000 kaufen, dann wurde es aber ein Audi 100. Mein Bruder fuhr zwischen 1986 und 1988 einen roten Saab 99, das war schon etwas Besonderes: Sommerreifen im frostigen Winter, automatische Sitzheizung, Wischer für die Scheinwerfer, wer hatte das schon?

Saab 9-5 TID Griffin. Bild: Andt Mitwer
Saab 9-5 TID Griffin. Bild: Andt Mitwer

Mein erstes Auto hab ich mir erst im Alter von 27 Jahren in Frankreich gekauft, ein Citroen Saxo. Damals in Südfrankreich und als Single wäre ich nicht auf die Idee gekommen, ein grosses und teures Auto wie einen Saab zu kaufen. Ein paar Jahre später (und nach Schweden umgezogen) stand aber die Frage nach dem Autokauf wieder im Raum. Dann mit Frau und Hund (aber noch ohne Kind) und mit dem Saxo, der immer anfälliger wurde – warum nicht einen schwedischen “Lifestylekombi” kaufen? Volvo V50 1.6 DRIVe oder Saab 9-3 TiD waren die Kandidaten.

Das war 2009, als Saab schon zum Verkauf stand und die Schliessung der Firma kurz nach der US-Finanzkrise nicht unwahrscheinlich erschien. Der 9-3 war für mich damals klar das schönere Auto. Nicht nur der – auch die anderen Saab-Modelle. Die sieht man in Schweden zwar noch häufig, aber ich hatte besonders oft das Vergnügen, da wir gleich um die Ecke eine Saab-Werkstatt haben, wo oft schöne Autos vor dem Haus parken.

Trotzdem, Schönheit ist nicht alles – nach dem Vergleich der Angebote war klar, dass wir uns für den Volvo entscheiden. Fünf Jahre Steuerbefreiung als “Miljöbil” (Umweltauto mit CO2-Ausstoss geringer als 120 g/km), geringerer Verbrauch, mehr Auto fürs Geld. Bei vergleichbarer Ausstattung hätte der Saab 50.000 SEK mehr gekostet als der Volvo. Dabei hatte der Volvo noch ein paar Dinge, die Saab gar nicht hatte: Start/Stop-System, Kompass im Innenspiegel, Keyless Entry, noch was vergessen? Die Zukunftsaussichten von Saab spielten für mich keine Rolle, denn auch Volvo stand damals zum Verkauf durch Ford und wurde danach an Geely veräussert, mit unklaren Aussichten damals. Heute steht Volvo glänzend da, und Saabs Erbe wird von NEVS weiterentwickelt.

Die Geschehnisse um den Verkauf durch General Motors (Koenigsegg, dann Spyker) habe ich genau verfolgt – ein interessantes Kapitel der schwedischen Wirtschaftsgeschichte und ich kann mich noch an viele Medienberichte erinnern. Heute kann man sagen, dass es klar war, dass Victor Muller scheitern würde. Er hat vieles falsch eingeschätzt, aber unter bestimmten Voraussetzungen hätte es die Firma schaffen können. Auf jeden Fall sollten wir ihm dankbar sein für das, was er versucht und erreicht hat. Der 9-5 II ist meiner Meinung nach eine der schönsten Limousinen überhaupt. Ohne Spyker wären diese tollen Autos nie gebaut worden.

Vor drei Jahren spielte ich mit dem Gedanken, doch noch einen 9-3 Kombi zu kaufen und hab eine Weile lang Annoncen gelesen. Aber kein Kauf….Diese Jahr dann haben wir beschlossen, den Citroen zu verkaufen – eine gute Gelegenheit, danach vielleicht einen Saab zu kaufen? Der Volvo V50 hatte uns im kalten Winter im Stich gelassen – der Motor ging aus nach sehr kalten Nächten. Später fand ich heraus, dass das am verstopften Kraftstofffilter lag, aber wir dachten dennoch daran, den Volvo zu verkaufen. Also begann ich, wieder an Saab zu denken. Oder vielleicht den Volvo behalten? In dem Fall macht es mehr Sinn, den grösseren 9-5 Kombi zu kaufen.

Zahlreiche Angebote in Schweden, und viel Auto fürs Geld. Also fing ich wieder an, Annoncen und Kaufratgeber zu lesen. Bei Blocket in Schweden tauchen jeden Tag 5-10 Annoncen für 9-5 auf, aber in gutem Zustand sind die oft nicht mehr. Gebrauchsautos für preisbewusste Familien, die nach 6-10 Jahren verschlissen sind. Habe einen 2.3t mit Handschaltung probegefahren, die Schaltung war schwammig und der Motor ausgelaugt. Wenig später sah ich die Annonce für KNT180, einen TiD Griffin mit Automatik und ca. 100.000 km. Die Probefahrt war ein ganz anderes Erlebnis – die Automatik passte wunderbar zu dem Auto und er fuhr sich wie ein Neuwagen – sah auch fast so aus. Der musste es sein und wir kauften ihn von einem Händler in Uppsala.

Der 9-5 (besonders nach dem Facelift) ist vielleicht nicht das Lieblingsauto vieler Saab-Fans, aber das stört mich nicht. Er ist wohl der Saab, der heute am meisten fürs Geld bietet und das Design gefällt mir sehr gut, besonders als Vector Griffin in bestimmten Farben. Wie ich mal las, wollte man mit dem Facelift das Design des nächsten 9-5 vorwegnehmen. Ob das stimmt oder nicht – auf jeden Fall sieht das Auto unverwechselbar aus, speziell in der Griffin-Ausführung mit matten Chromleisten.

Saab hat in seiner Geschichte viele markante Autos gebaut. Es lohnt sich, diese Geschichte zu bewahren – die Autos, die noch in gutem Zustand sind, sollten erhalten werden. Gut, dass Saab Parts / Orio in guten Händen ist (die Firma gehört dem schwedischen Staat), so dass noch für lange Zeit Neuteile da sind. Hoffentlich werden die Saabs zu den “Vintage Cars” gehören, die noch in vielen Jahren auf der Strasse zu sehen sind – wenn die meisten anderen Leute dann ganz vernünftig (wenn nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln) mit selbstfahrenden Autos durch die Gegend schweben, oder in anonyme Carsharing-Fahrzeuge steigen, wie sie in Stockholm mehr und mehr zu sehen sind.

Dann werden sich Einige daran erinnern, dass es mal eine kleine Marke aus Schweden gab, von der diese schicken Autos kamen. Saab – das ist selten, und es ist etwas Besonderes, nicht nur wegen des Designs. Auch, wenn die Qualität der Autos nicht immer im Einklang war mit dem Anspruch – das ist aber auch bei anderen kleinen Marken so (Aston Martin, Lotus) und gehört dazu, oder? Man kann nicht alles haben im Leben, und auch die Saab-Leute mussten viele Kompromisse eingehen und konnten nicht immer das realisieren, was sie gerne gemacht hätten. Aber das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen.

Also, einsteigen und “Move your mind”!

Herzliche Grüsse aus Schweden, Arndt

Danke an Arndt  für seine Saab Summertime Geschichte! Habt auch Ihr etwas zum Thema Saab zu erzählen?

Die Geschichte einer unvergesslichen Urlaubsreise, eine Restauration, der erste Kontakt mit der Marke aus Trollhättan oder einfach warum Saab zum automobilen Leben dazu gehört…

Was immer es ist, schreibt uns. Wir bedanken uns mit Saab Literatur und saabigen Kleinigkeiten für jeden veröffentlichten Artikel!

19 Gedanken zu „Unterwegs im Saab 9-5 Vector Griffin

  • 12. Juli 2016 um 10:58 AM
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    Tolle Saab Geschichte, vielen Dank!

  • 12. Juli 2016 um 11:14 AM
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    Ja, die Chrombrille. Sie wurde und wird viel disputiert. Als ich sie damals erstmalig sah, war ich regelrecht entsetzt und abgestoßen …

    Es dauerte aber gar nicht lange, bis ich realisierte, wie frisch und zukunftsweisend das Design ist und großen Gefallen an dem Facelift fand. Es hat dem 9-5 zu einem neuen Standing und einem Erscheinungsbild verholfen, das noch immer ziemlich modern aussieht und zugleich eigenständig. Eben echt SAAB!

    Ich finde ihn wunderschön!

    • 12. Juli 2016 um 6:18 PM
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      Ja, komischerweise beschwert sich beim 9-5 II niemand über den Chrom.

  • 12. Juli 2016 um 12:34 PM
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    ..ging mir auch so, hab mich richtig erschrocken als ich die Chrombrille zum ersten mal gesehen habe. Ich dachte damals eine alternde Diva mit zuviel Rouge, jetzt finde ich sie gut!

    …aber warum fährt man eine 99er im Winter mit Sommerreifen?

    • 12. Juli 2016 um 6:16 PM
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      Würde ich niemandem empfehlen. Aber er hatte damals neue Sommerreifen und probierte einfach mal, die im eisigen Winter zu fahren, was evtl schon damals nicht erlaubt war. Traktion war gut. Auf jeden Fall verglichen mit dem VW Käfer, den er davor hatte 🙂

  • 12. Juli 2016 um 4:02 PM
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    Schöner Beitrag, schönes Auto!
    Mein Sohn und Freundin haben sich vor zwei Wochen eine Chrombrlle gekauft.
    Schwarz und innen hellbeige. Sieht super aus. Das Schöne ist auch, dass man die Chrombrlle sehr selten sieht.

  • 12. Juli 2016 um 4:36 PM
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    Also ich kann den Erwerb der 9-5er Chrobrille nur befürworten und der Motor passt mit Automatik ganz bestens zu dem Trum. Wir hatten den Motor in unserem ersten 9-3er Cabrio auch zusammen mit der Automatik. Fazit: keinerlei Ausfälle und viele schöne Fahrten bei einem “Durchschnitts-Echtverbrauch” (immer vollgetankt und dann den Dreisatz) von 6,66l. Wie immer ist das Bessere des Guten Feind. Unser aktuelles Aero TTID Cabrio (auch mit AT) nimmt sogar nur 6,32l/100km. Gut ich bin kein Raser und fahre ausgesprochen viel Langstrecke. Stadtbewohner/Stadtfahrer verbrauchen da sicherlich mehr.

    Jetzt im Juni hat es mich dann endgültig gepackt. Habe die “Aeroflotte” jetzt noch um eine 2006er Kombi-Chrombrille vergrößert. Ist ein Beziner mit Automatik und kann bei meinem Strecken- und Fahrprofil wohl sicher unter 9,5l/100km gehalten werden. Langzeitwerte liegen mir allerdings noch nicht vor. Bei meinem 9-5er muss noch ein wenig gemacht werden, aber trotzdem waren die ersten 4Tkm schon sehr sehr angenhem. Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist der aktuelle 9-5er mein 23. oder 24. Auto (viele Marken waren dabei auch die sogen. Premiummarken) und als Gesamtfazit kann ich festhalten, dass ich die angenehmsten und schönsten Fahrten mit den SAABs gemacht habe und hoffentlich noch lange machen werde.

  • 12. Juli 2016 um 5:54 PM
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    Ich habe mich vor einigen Wochen bei meinem Saab Händler nach einer jungen Chrombrille erkundigt, da ich von meinem 2005er 9-5 (vor dem Facelift) umsteigen möchte. Dort wurde mir dringend vom Kauf abgeraten („Behalten sie bloß ihren Alten!”), da wohl gerade die letzten Produktionsjahre der Chrombrille unter massiven Qualitätsproblemen (Fahrwerk/Achsen/Materialien im Innenraum usw.) leiden. Gibt es da Erfahrungen?

    • 12. Juli 2016 um 6:14 PM
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      Hab von solchen Qualitätsproblemen nach dem Facelift nichts Genaues gehört. Aber ich las mal, daß das Drosselklappenproblem mit dem TiD bei den letzten Jahrgängen nicht mehr auftrat. Sicher kann man einen älteren 9-5 kaufen, aber dann hat man andere Probleme, eben wegen des höheren Alters, weniger Fahrzeuge mit Xenon, unnützes Cassettendeck (mir gefällt der CD-Wechsler sehr gut), Oil Sludge bei den Benzinern…

    • 13. Juli 2016 um 5:06 PM
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      Ich hatte einen 86-er 9000, den ich mit gegen 300’000 km verkauft habe, dann einen 9-5 er SC in LPT-Ausführung aus Jg. 1999 und einen voll-ausgestatteten 9-5 Aero SC mit Chrombrille in blau mit beigen, zweifarbigen Sportsitzen und Schiebedach aus 2007. Beide 9-5 mit Automat. Bei keinem gab es technische Probleme.

      Der 9-5 er Jg. 99 war gehirscht mit Stage 1, den habe ich mit 255’000 km verkauft weil ich den Aero wollte, der die Traktionskontrolle und ein um Welten besseres Fahrwerk, Bremsen und Sitze hatte. Vor allem die Sitze des Aero sind bis heute das beste, was ich je gehabt habe.

      Der Aero war ein Top-Fahrzeug. Damit habe ich auch einen Wohnwagen über alle Berge gezogen, dieser wurde im letzten Dezember als 1. Hand-Fahrzeug mit lückenlosem Serviceheft mit 314’000 km verkauft und durch einen Neuwagen ersetzt. Am Fahrzeug lag’s nicht.

      Orio war leider nach mehreren Anläufen, fairem Schriftverkehr und viel zu viel Zeitaufwand von meiner Seite nicht in der Lage, mir eine funktionierende Benzinpumpe einzubauen zu lassen und die damit zusammenhängende Tankanzeige zum Stimmen zu bringen. Bei Beschwerden war die Antwort von Orio ich solle mich an den SAAB-Stützpunkt wenden, der heute Skoda verkauft und die SAAB-Kenner verloren hat, im Stützpunkt hat man die Schultern gezuckt und gesagt, von Orio käme Nichts anderes. Das sei wohl so, dass bei Problemen mit der Benzinpumpe gleich der ganze Tank ersetzt wird und dass dann die Tankanzeige wegen Problemen mit dem Poti an der Pumpe nach dem Wetter funktioniert. Das könne auch auf die Lieferantenwechsel nach dem Konkurs von SAAB zurückzuführen sein. Der Grund ist mir heute völlig egal.

      Nach dem ich dann mitsamt Wohnwagen auf der Autobahn ohne Benzin stehen geblieben bin, musste ich akzeptieren, dass SAAB im Einsatz als Alltagsfahrzeug vorbei ist, habe dem Gebastel ein Ende gemacht und den Stecker gezogen. Das war dann auch das Ende meiner langjährigen SAAB-Geschichte. Auch wenn Orio der schwedischen Regierung gehört, muss man dort wohl noch lernen, dass man profitable Geschäfte nur mit der realen Erfüllung von Kundenbedürfnissen machen kann. Da helfen auch die regelmässigen Newsletters Nichts mehr, da der SAAB nun weg ist. So viel ich weiss, läuft er nun in Rumänien oder sonstwo im Osten weiter. Ich bin kein Sammler und brauche auch keine 2. Familie sondern hätte ganz einfach ein zuverlässiges Fahrzeug für den geschäftlichen Alltag gebraucht.

      Qualitativ hat das Armaturenbrett beim Aero mit Chrombrille tatsächlich einen sehr billigen Eindruck hinterlassen, der weder zum Preis noch zur ansonsten guten Qualität des Fahrzeugs gepasst hat. Da war der Jg. 99 klar besser. Geklappert und geknirscht hat nur die Hinterachse. Ich habe diese mehrmals prüfen lassen, es war jedoch alles fest. Auch die Fahrzeugprüfung wurde mit 260’000 km problemlos bestanden.

      Mechanisch gab es Nichts zu bemängeln, auch der Verbrauch nicht, der zwischen 7.5L auf Langstrecken und 8.5L lag. Im Gegenteil, dieses Modell war meines Wissens das erste, bei dem das Problem mit dem leidigen Oelschlamm gelöst und eine Service-Intervallanzeige eingebaut worden ist. In der Praxis haben sich Intervalle von knapp unter 30’000 km ergeben. Der Motor und das Getriebe liefen beide einwandfrei.

      Lästig und unverständlich war allerdings, dass man in der Chrombrille bis 2010 ein Navi eingebaut hat, wofür es ab Mitte 2010 keine Karten-Updates mehr gab. Man hat es halt gemerkt, dass die Chrombrille ein 2. Facelift einer bereits veralteten Grundkonstruktion aus den 90-ern ist. Wer das Navi anrührt oder ersetzt, hat anschliessend Probleme mit dem BUS-System des Fahrzeugs. Investitionsschutz und Pflege von Bestandeskunden sieht anders aus.

      Fazit: Als Youngtimer, Hobby oder als SAAB-Fan mit mehreren Fahrzeugen und der Bereitschaft, etwas Zeit zu investieren immer, als Alltagsfahrzeug würde ich die Finger davon lassen.

      • 14. Juli 2016 um 10:42 AM
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        Danke dafür, dass du in ungeschminkter Wahrheit hier über die aufgetretenen Probleme berichtet hast. Je älter ein Saab wird, um so eher wird er ein Objekt für Selbstschrauber, die sich gebrauchte Ersatzteile vom Schrottplatz holen. Für die alten Modelle wie Saab 96 gibt es bei Orio sowieso nichts, für den klassischen 900 wohl auch nicht viel.

        • 14. Juli 2016 um 10:00 PM
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          Man kann sicherlich nicht erwarten, daß Orio für so alte Modelle wie den 900 noch eine große Anzahl von Ersatzteilen bereithält. Vielleicht machen das die dt. “Premiumhersteller” für ihre Autos aus den 70ern/80ern noch, keine Ahnung. Aber selbst in Schweden sieht man so gut wie keine Saab 900 mehr, noch ältere noch seltener. Ab und zu noch 9000, dafür die neueren 9-3 und 9-5 natürlich sehr häufig. Für alle diese Autos (und generell für alte Autos) ist so eine Seite wie bildelsbasen.se sinnvoll, wo viele/alle Schrottplätze/Autoverwerter in Schweden ihre Teile anbieten. Weiß nicht, ob es sowas auch in anderen Ländern gibt.

      • 14. Juli 2016 um 11:06 AM
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        Traurige Sache, eine kompetente Werkstatt hätte das Problem wohl fixiert. Eigentlich ist der 9-5 ein robustes Fahrzeug für die Ewigkeit 🙁 An ORIO würde ich das Problem nur bedingt festmachen, sie sollten sich einfach von ein paar wenig kompetenten Partnern trennen und schon wäre die Welt eine bessere. Scheinbar scheut man die Konsequenz, obwohl es angebracht wäre, und uns würde es einiges an Frust ersparen.
        Updates für das NAVI hätte es übrigens in der Bucht gegeben, für kleines Geld und ohne Beanstandung funktionierend.

        • 15. Juli 2016 um 9:31 AM
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          Ja, das mag sein. Ich will hier in keiner Weise die Qualitäten des 9-5 negieren. Diese sind unbestritten.
          Ich habe SAAB ja selber lange “die Stange gehalten” und sogar noch ein Neufahrzeug gekauft als absehbar war, dass es schwierig wird. Das Fahrzeug hat mir nach wie vor gefallen. Man hat ihm die Kilometer in keiner Weise angesehen. Ein Langzeit-Fahrzeug ist es auf jeden Fall.

          Ich war mit dem SAAB auch mehrmals im Ausland in verschiedenen Werkstätten. Da gibt es tatsächlich grosse Unterschiede, Leidenschaft für die Marke und Kompetenz ist an einigen Orten durchaus vorhanden und zu spüren.

          Ein Fan mit genügend Zeit und Geduld hätte das Fahrzeug mit Sicherheit und einem überschaubaren Aufwand wieder in Stand gestellt. Mir ist es einfach zu viel geworden.

          Ich kann nicht jedesmal 800 km fahren, wenn mit dem Alltagsfahrzeug etwas los ist und das mehrmals bis das Problem dann aussortiert und gelöst ist. Und die Gleichgültigkeit von Orio (ich bin ein fairer Sportler und habe rechtzeitig und mehrmals schriftlich kommuniziert, es geht mir nicht darum nur zu motzen), das hin und her zwischen Orio und dem Stützpunkt mit Kostenfolge für mich ohne das Problem zu lösen und das völlige Fehlen einer Perspektive für die Marke haben das Fass zum Ueberlaufen gebracht. Nach Updates für das Navi habe ich übrigens bei Orio und beim SAAB Stützpunkt jahrelang gefragt es gab zu dieser Zeit offiziell Nichts.

          Ich habe einen anstrengenden Job und mag mich nicht jahrelang mit einer konkursiten Marke und den daraus folgenden Konsequenzen beschäftigen.

      • 14. Juli 2016 um 9:54 PM
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        Danke für den Kommentar, interessant! Mal sehen, welche Erlebnisse uns mit dem Wagen noch bevorstehen. Zumindest haben wir um die Ecke eine der ältesten Saab-Werkstätten in Schweden, und da arbeiten einige Experten. Interessant auch Dein Navi-Kommentar. Ich hätte den Wagen auch mit eingebautem Navi gekauft, bevorzuge aber den CD-Wechsler (hätte das Navi wohl ohnehin kaum benutzt). Wg Alltagsfahrzeug – ist glaube ich möglich (hoffentlich ist die Sache mit der Kraftstoffpumpe ein Einzelfall, und der TiD wird auch eine andere haben), aber im Laufe der Zeit wird man sicherlich mehr Zeit und Geld investieren müssen, um diese Autos schön und fahrbereit zu halten.

        • 15. Juli 2016 um 11:05 AM
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          Mit einer kompetenten Werkstätte um die Ecke sieht die Sache sicher anders aus.

          Uebrigens: Das Problem mit der Benzinpumpe wäre durchaus lösbar gewesen: Ein SAAB Stützpunkt in Deutschland hat testweise eine gebrauchte aus einem 9-3 eingebaut als ich auf der Durchreise war. Diese hat einwandfrei funktioniert. Wieder zurück in der Schweiz habe ich dann eine neue bestellt, die aber auch nach mehrmaligem Austausch und nach dem Wechsel des ganzen Tanks (vermutlich wollte Orio das Lager räumen) nicht zum Funktionieren gekommen ist. (Darüber hatte ich oben schon genügend geschrieben).

          Als Konsequenz hätte ich auf den Schrottplatz gehen und mir eine gebrauchte Pumpe holen und noch eine zweite zur Sicherheit zur Seite oder in den Kofferraum legen können.

          Und damit fängt die Youngtimer-Geschichte an……..ich will kein aus alten Teilen zusammengebasteltes und mühsam am laufen gehaltenes Fahrzeug sondern eines für den Alltag.

    • 14. Juli 2016 um 11:25 AM
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      Ja, Erfahrungen gibt es. Unsere “Chrombrille” 2,3t (Ottomotor) Jg. 2010 mit erst knapp 80 tkm läuft wie am ersten Tag und verbraucht um die acht Liter je 100 km. Wir fahren jedoch wenig in der Stadt. Gern bestätige ich, dass Motor und 5-Stufen-Automatik ganz prima harmonieren. Im Unterschied übrigens zum 9-3 SC Jg. 2007, den wir zuvor hatten; er schaltete ständig hin und her und wirkte dadurch nervös. Die Verarbeitung des 9-5 ist vielleicht nicht ganz so gut wie bei unserem 2001er 9-3 Coupé (176 tkm). Dort klappert nichts, bei dem 9-5 hören wir selten etwas aus der Fahrertür. Dennoch ist er ein exzellenter Reisewagen. Er soll im Herbst dieses Jahres eine neue Hohlraumkonservierung und einen umfassenden Korrosionsschutz erhalten, damit er bleibt wie er ist.

  • 12. Juli 2016 um 8:19 PM
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    Glüchwunsch nach Schweden zum 9-5 Griffin, Arndt!
    Wir haben fast den gleichen (dunkelblau-metallic, beiges Leder, Zierrat klavierlack schwarz – ein Traum!), nur TiD mit Schaltgetriebe. Nach 230.000 km ist alles noch tip- top, nach der Pflege steht er da wie ein Neuwagen. Und wir werden ihn fahren, so lange es geht. Die Chrombrillen-Diskussion ist lästig, die Qualitätserfahrungen individuell verschieden, Hauptsache, Du bist jetzt Mitglied der Saab-Fangemeinde!
    Wir sind in 4 Wochen in Schweden, ob wir uns begegnen werden ?

    • 12. Juli 2016 um 8:37 PM
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      Danke für den Kommentar! Treffen gerne, falls ich da bin. Schick mir am besten ne Mail, thearndt bei hotmail.com

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