Saab Markenrechte als Zukunftsfrage?

Die Autobranche definiert sich neu. Weg von Hardware, hin zur Software. In Zukunft wird man nicht mehr über Autohersteller, sondern  über Mobilitätsanbieter sprechen. Die Branche muss sich neuen Themen stellen. Digitalisierung ist eines der wichtigsten Schlagwörter und steht für eine unendliche Fülle von Möglichkeiten, von denen viele gerade erst erdacht werden.

Saab Hauptportal mit Turbo X
Saab Hauptportal mit Turbo X

Als wäre das nicht genug Herausforderung, verändern sich auch die Antriebskonzepte radikal. Der Diesel steht schwer unter Druck, einige Hersteller werden zukünftig komplett darauf verzichten. Stattdessen setzen sie auf Plug-in-Hybride mit Benzinmotoren oder auf reinen Elektroantrieb. Das eine ist Evolution, das andere Revolution.

Es geht heute nicht darum,  ob Batterien der Umwelt zuträglich sind und Plug-in-Hybride zu komplex sein könnten, oder ob Wasserstoff die Option der Zukunft ist. Es geht um die Saab Markenrechte. Eine Marke, die weder digital, noch Elektroauto, noch Plug-in Hybrid war. Es gab Ansätze, die nie verwirklicht wurden. Zuvor erlosch das Licht in den Werkshallen.

Ist man gut beraten,  eine alte, große Marke neu zu beleben?

Oder soll man – unbelastet –  mit einem weißen Blatt Papier neu beginnen?

Es war eine Frage der Zeit, bis wir uns zu dieser Frage durchgekämpft hatten. Sie mag als ketzerisch gelten. Ich befürchte,  wir haben mehr als 5 Jahre dazu benötigt, aber sie ist unvermeidlich.

Wie man verschwundene Marken zu beleben versucht, zeigen aktuelle Experimente. Das wahrscheinlich traurigste erlebt die berühmte Marke MG, die unter chinesischen Farben in England mit langweiligen Produkten von vorgestern antritt. Erfolgversprechender könnte die Auferstehung der Sportwagenmarke Alpine sein, an der Renault feilt. Vollkommen jenseits der Spur läuft das merkwürdige Borgward Projekt, das mit jeder Faser chinesisch ist, aber um jeden Preis deutsch sein möchte.

In Trollhättan wären die Voraussetzungen für ein Comeback der Marke gegeben. NEVS besitzt die Saab Fabrik, auf der Gehaltsliste stehen mehr Menschen denn je mit Saab Vergangenheit. Die Lebensläufe ähneln sich. Saab Automobile AB, dann eine der Neugründungen in Trollhättan oder Wechsel zu Volvo PV oder Volvo Trucks. Gar nicht so selten ging es nach China. Qoros als Arbeitgeber ist auch schon wieder Vergangenheit, die Karawane zieht es heim nach Europa. Und Qoros könnte ein gutes Beispiel sein, wie es nicht funktioniert. Man nehme viel Geld, hochbezahlte Veteranen,  die ihre letzte Schlacht suchen, und erfindet einen Markennamen,  der für nichts steht. Heraus kommt ein anerkannt gutes, gleichzeitig aber beliebiges Produkt. Weder spektakulär, noch besonders innovativ, keine Story dahinter, und keiner kann erklären,  warum man es kaufen sollte. Qoros existiert noch, aber der Plan zur Eroberung der Welt wurde in die Unendlichkeit vertagt.

Der Blick zurueck, und diesmal in die Zukunft. Bloggers Rueckspiegel
Der Blick zurueck, und diesmal in die Zukunft. Bloggers Rueckspiegel

In der Stallbacka wüsste man sehr genau, wie man einen Saab bauen könnte. Weil die Belegschaft viel Erfahrung hat, weil Autos von Menschen erdacht werden. Ausserdem hätte die Marke viel zu erzählen. Entertainment ist wichtiger denn je. Eine gute Geschichte kann mehr wert sein als 1.000 Fakten, selbst der mündige Kunde möchte begeistert, eingebunden und mitgenommen werden.

Aber da gibt es diesen Bruch – seit dem Jahr 2011. Und es winkt die verlockende Chance auf das leere Blatt Papier. Unbelastet, frei von Traditionen und Verpflichtungen, etwas komplett Neues zu beginnen.

Als Blaupause könnte Tesla gelten. Eine neue Marke, ein neues Produkt. Tesla hat das Elektroauto nicht erfunden, aber für die Luxusklasse neu definiert. Mit dem Model 3 könnte die Revolution in der oberen Mittelklasse gelingen. Viel spannender aber ist der Vorschuss an Vertrauen, das Tesla bei jungen, technik-affinen Menschen geniesst. Welches ausgeprägt genug ist, dass man 1.000,00 € für ein unfertiges Produkt anbezahlt.

Es mag manchem Leser wirklich ketzerisch erscheinen, wenn ich als Saabist das Comeback der Marke in Frage stelle. Wenn ich laut überlege, ob die Schweden mit einem kompletten Neustart nicht besser beraten wären. Ich hoffe man akzeptiert das, und kündigt nicht umgehend die Freundschaft. Die nächsten Beiträge werden traditioneller…

Lassen wir die Gedanken weiter frei fliegen, ohne Anspruch auf eine Lösung, dann könnte man eine weitere Frage in den Raum werfen. Wer verfügt hier eigentlich über welche Option? Die Saab AB, die sich in einer Position wähnt,  um Markenrechte handeln zu können?

Oder ein Unternehmen, das mit viel Saab Hintergrund und langer Erfahrung ein starkes, neues Produkt entwickeln könnte. Das als schwedischer Tesla-Jäger möglicherweise so innovativ wäre, dass es als Botschafter nationaler Ingenieurskunst dem Land alle Ehre machen würde? Und das unter jedem Markennamen Erfolg haben würde?

Natürlich sind das nur belanglose Gedankenspiele und ohne konkreten Hintergrund. Trotzdem, noch einmal die Frage:

Ist man gut beraten,  eine alte, große Marke neu zu beleben?

Oder soll man – unbelastet – mit einem weißen Blatt Papier neu beginnen?

Mich würde brennend der Standpunkt der Leser interessieren. Und ich bin sicher, mindestens zwei gewisse schwedische Firmen lesen mit. Hier geht es zur Abstimmung, Kommentare sind ausdrücklich erwünscht.

Ist NEVS gut beraten mit der Marke Saab neu zu starten?

  • Auf jeden Fall! (85%, 450 Votes)
  • Ein neuer Markenname wäre die bessere Option! (15%, 78 Votes)

Total Voters: 528

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39 Gedanken zu „Saab Markenrechte als Zukunftsfrage?

  • 18. April 2016 um 10:29 AM
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    Ich traue NEVS nicht deshalb ist momentan meine Meinung dass man nicht mit dem Namen Saab beginnen sollte. Der wurde durch die Chinesen schon öfters missbraucht so wie es damals GM getan hatte

    • 20. April 2016 um 8:57 AM
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      Genau das denke ich auch. Ich wäre unbedingt für einen Neustart von Saab als Autohersteller aber NICHT unter NEVS.

      • 20. April 2016 um 4:39 PM
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        Das sehe ich genau gleich.

        Bei einer Firmenübernahme bezahlt man ja nicht nur für Produktionsmaschienen, Fabrikhallen, Vorratslager etc. sondern – manchmal sogar noch in viel grösserem Ausmass – für den sogenannten Goodwill. Im Fall von NEVS erschliesst sich mir dessen Übernahme von “SAAB” nach wie vor nicht, hat NEVS doch nicht ansatzweise verstanden, wie man aus einem bestehenden Vertriebsnetz und einem treuen Kundenstamm Nutzen ziehen kann.

        Da NEVS die Markenrechte am Namen SAAB aber vorenthalten bleiben, bleibt zumindest ein kleiner Funken Hoffnung, dass vielleicht doch irgendwann einmal noch ein Autohersteller (im Idealfall ohne chinesische DNA) auf den Plan tritt dessen Produkte sich wieder SAAB nennen dürfen.

  • 18. April 2016 um 10:34 AM
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    Ich denke NEVS sollte einen kompletten Neustart wagen. Mit SAAB Ingenieuren im Hintergrund sollte Tesla doch einzufangen sein, oder was? Das Produkt macht die Musik, und wenn es gut ist wird es zum Erfolg.
    Beim Neustart mit SAAB Namen sehe ich das Problem daß altes Pressegelaber erneut anfängt. Dann kommt die GM Vergangenheit, Muller, bereits gescheitert und so in Deutschland aus Endlostape. Hatten wir schon, brauchen wir nicht mehr.

  • 18. April 2016 um 10:39 AM
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    Gewagt gefragt… Ich bin mir unsicher was besser wäre, obwohl ich mir einenn neuen SAAB vorm Haus schon wünschen würde. Alleine schon die Tatsache dass sich in Troll Town was tut und Tom und Mark darüber schreiben rettet mir den Montag. Optimismus ist zurück. Danke!

  • 18. April 2016 um 10:56 AM
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    Da wurde jetzt ein wunder Punkt getroffen. Einerseits will man natürlich ein Automarke SAAB in neuem Glanz, wie ein Phoenix aus der Asche, neu auferstanden wissen. Andererseits hat sich mit der GM-Aera auch eine Skepsis gefestigt ob da nicht mit fremden Federn ein durchschnittliches Produkt vermarktet werden soll. Der Markt erschwert eine hohe Fertigungstiefe und man würde wohl auf ein Joint-Venture angewiesen sein… Mein Bild von SAAB steht für hohe Sicherheit und geniale Turbos, wenn es gelingt einen gleich emotionalen E-Antrieb zu entwickeln, hohe Sicherheitsstandards zu setzen und mein heißgeliebtes Night-Panel zu beleben, dann ist mir der Name fast wurscht. Denn ich weiß, im Herzen ist es ein SAAB.

  • 18. April 2016 um 11:03 AM
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    Tradition kann man für kein Geld der Welt kaufen. Genau so wie Zeit. Wenn man beides sinnvoll einsetzt kann in Schweden etwas großes entstehen. Man sollte nur auf die potentiellen Kunden zugehen und ihnen nicht ein fertiges Produkt vor die Nase setzen in der Hoffnung das es gekauft wird.

  • 18. April 2016 um 11:07 AM
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    Ich pers. würde mir natürlich eine “rosige Zukunft” für SAAB wünschen!

    Aber für ein NEVS ohne Saab hab ich auch irgendwie mittlerweile fast sogar so etwas wie Verständnis, da – glaub ich – ausser uns “Freaks” eher wenige je etwas mit Saab richtig anfangen konnten.
    Und ob ein NEVS-Saab zukünftig noch das wäre, was ich an Saab mag/mochte, weiss ich momentan auch nicht so ganz.

    Wenn ich mich z.B. mal in meinem Bekanntenkreis umschaue, ernte ich eigentlich immer eher nur Kopfschütteln (auch wenn alle die Wagen von Leistung und Innenraum immer “heimlich” beneidet haben; und das ist schon solange wir als “Familie” Saab fahren)!

  • 18. April 2016 um 11:14 AM
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    Ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Wiederbelebung einer Marke; Triumph Motorcycles . Tot im Jahr 1983 nach einer Reihe von lebensrettenden Versuche, im Jahr 1989 als eine moderne Motorradhersteller wiederbelebt . Heute ist einer der Top-Motorradmarken der Welt. Kann auch mit der Marke SAAB passieren.

    • 19. April 2016 um 9:51 PM
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      Der fundamentale Unterschied liegt nur darin, dass Motorräder (wie auch LKW) aus gewissen persönlichen Überzeugungen gekauft werden, und nicht überwiegend deshalb, weil man endlich mit dem Nachbarn gleichziehen möchte – bzw. es so über die entsprechenden Marketingabteilungen indoktriniert bekommt.
      Deswegen erzielt z.B. auch die andere Marke mit dem Greif nachwievor, trotz Premium-Produkten, überaus beachtliche Marktanteile im ZWEIstelligen Prozentbereich.
      Außerdem ist die Entwicklung eines Motorrades mit weitaus niedrigeren Kosten verknüpft, als die eines Autos.

    • 18. April 2016 um 6:51 PM
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      Ganz meine Meinung. Saab holt sich die Lizenzen von GM zurück, lässt die GM Technik von seinen Ingenieuren veredeln und verfeinern und gibt die Auftragsfertigung in die heiligen Hallen der Stallbacka. Wir und die Händler bekommen wieder richtige Saabs wie wir sie lieben und kennen. Ich kann meinen Volvo wieder verkaufen und mir dafür einen 9-5 NG Kombi kaufen und NEVS kann mit neuem Namen sein Stromsüppchen kochen. Alle werden glücklich.

  • 18. April 2016 um 11:27 AM
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    Es hängt wohl davon ab, ob man den Spirit der Marke in die neue EV Welt adaptieren möchte und kann. Wenn SAAB draufsteht sollte auch SAAB erkennbar sein, trotz neuer Besitzer und Antriebskonzepte. Im Prinzip ist die Herausforderung, die alte Kundschaft vom neuen Produkt zu überzeugen. Das setzt natürlich auch bei “uns” eine gewisse Offenheit für etwas Neues voraus, wenn “wir” immer nur den alten Modellen, also der Vergangenheit nachweinen (die ja nun mal Vergangenheit sind), dann hat die zukunft keine Chance.

  • 18. April 2016 um 11:47 AM
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    Im Beispiel der Triumph, hatten die neuen Motorräder von 1989 nichts mit dem alten Triumphs zu tun, sondern mehr mit Kawasaki und Yamaha. Erst nach 10 Jahren im Jahr 1999 gab es einen neuen Triumph Bonneville, die wie die alten Triumphe sah. Heute wird es sowohl moderne Triumph Motorräder und “retro”, mit großem Erfolg verkauft. NEVS kann mit dem Verkauf von modernen, elektrischen SAABs beginnen, die nicht so viel mit der alten SAAB zu tun haben, aber der “Geist” lebt weiter im Technic, Marke, Denken… Dann, nach einigen Jahren, wenn sie einen Markt gekriegt haben, kommen die neuen SAABs, die zurück zu den alten SAABs horcht – von Design, Features, intelligente Technik, Leistung, Sicherheit …. Liste geht weiter, Sie wissen es alle. Dies ist eine Änderung der Zeiten, wie es von Zweitakt auf Viertakt war, wie es vom Vergaser auf Turbo war … dieser mal wird es von Turbo auf Elektroauto sein. Und das Elektroauto der Zukunft hat wenig mit der heutigen “limited edition” Batterieautos zu tun. Wenn die Autos SAAB genannt werden, werde ich sehr begeistert sein – wenn nicht, dann will ich ein ohnehin kaufen werden, wird es sicherlich sowieso die beste Alternative zu den anderen Marken sein – zumindest wird es der einzige Automarke mit ein bisschen “SAAB Geist “.

  • 18. April 2016 um 11:53 AM
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    ….das weiße Blatt sollte nur für das Auto gelten, die Marke ist nach wie vor gut bekannt und für ihre innovativen Lösungen bekannt. Die Angst die ich hier bei vielen Kommentaren herauslese ist das es ein Produkt gibt was nicht SAAB entspricht. Das darf natürlich nicht passieren. Ob es da gut ist den E-Antrieb in die alte 9-3Form zu packen darf bezweifelt werden, ein weißes Blatt sieht anders aus.

    • 18. April 2016 um 11:58 AM
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      In China wird der 9-3 Elektro gut genug sein, um eine Cash-Flow zu schaffen, die in die Entwicklung der nächste Generation elektrischer SAABs gehen. Die muss wahre SAABs sein, um in der weite Welt gut zu verkaufen.

  • 18. April 2016 um 11:54 AM
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    Ich glaube, dass es egal ist was letztendlich auf der Motorhaube für ein Logo ist – solange das Produkt und das Marketing funktionieren. Es muss nur ein “Haben-Will-Effekt” enstehen. Den hatte ich bisher noch bei keinem Elektroauto. Bei einem BMW I3 oder einem Renault ZOE frage ich mich jedes mal, warum muss ein Elektroauto eigentlich hässlich sein? Leuchtende Augen bekam ich erst bei Tesla und bei der Porsche-Studie.

    Hinzu kommt, und das macht Tesla sehr eindrücklich vor, die Infrastruktur um das Produkt herum muss einfach stimmen. Sie setzen ihre Idee von einer funktionierenden Elektromobilität konsequent um. Und zwar unabhängig von anderen Herstellern. Wärend andere noch Studien präsentieren und labern was jetzt das Beste wäre, macht man in Amerika einfach Nägel mit Köpfen. Das funktioniert aber nur, wenn man einen Visionär an der Spitze des Konzerns hat. Elon Musk. Steve Jobs war aus dem gleichen Holz geschnitzt und hat mit Apple die Welt verändert.

    SAAB war immer eine sehr innovative Marke. Wenn SAAB jetzt als Hersteller für Elektromobilität auftritt, dann müssen sie dem Namen SAAB auch gerecht werden und einen absoluten, revolutionären Knaller bringen. In jeder Hinsicht. Mit durchschnittlichen Produkten (siehe der NEVS-Elektro-SAAB) haben sie schlicht und ergreifend zu starke Konkurenz. Am Ende des Tages sind das nämlich nicht nur die traditionellen Automobilhersteller sondern auch Technologiekonzerne wie Google, Apple, Samsung, etc…

  • 18. April 2016 um 12:10 PM
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    Wenn ein vorhandenes Vetriebs/Logistiknetz genutzt werden soll, ist eine vorhandene Marke sicher hilfreich, denn Autokauf ist mindestens Emotion und Vertrauen. Beides ist einfacher wenn man den Namen und den Händler schon mal gesehen hat.

  • 18. April 2016 um 12:31 PM
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    Großer Erfolg braucht eine Marke, Tesla funktioniert weil die Marke Elon Musk funktioniert. Nevs hat niemanden, der als Marke funktionieren könnte. Natürlich kann Nevs bei Null anfangen, aber eben nicht als Volumenherstersteller. Heute werden doch keine Autos mehr gekauft, die gibt es an jeder Straßenecke, die Leute kaufen eine Geschichte mit der sie sich identifizieren. Die Technik gleicht sich immer mehr an, es ist die Geschichte hinter dem Auto, die zählt. Und da hat der Markenname SAAB einiges zu bieten.

  • 18. April 2016 um 12:36 PM
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    NEVS war vor Jahren von den Insolvenzverwaltern als Retter der Automobilmarke SAAB auserkoren worden. Dies sollte von der SAAB AB auch mit bedacht werden. Der Fehlstart durch NEVS war zwar unschön – but nobody is perfect (dies trifft auch auf die SAAB AB in der Vergangenheit zu).

    Wie es jetzt aussieht, ist NEVS auf dem richtigen Wege und sollte von der SAAB AB hinsichtlich des Markennamens entsprechende Unterstützung erhalten. Hierbei hätten doch alle involvierten Gruppen ihre Vorteile – NEVS, SAAB AB,verbliebene gute SAAB-Stützpunkte bzw. Händler weltweit und auch die gesamte SAAB-community.

    Voraussetzung sind natürlich hochwertige Produkte, die den Namen SAAB auch wirklich verdienen – dies ist wohl nicht nur für die SAAB AB erstmal ein Fragezeichen und wird daher in den nächsten Monaten unter Beobachtung bleiben. Bei weiterer positiver Entwicklung spricht aber in meinen Augen nichts gegen die Verwendung des Namens SAAB und hätte, wie bereits erwähnt, Vorteile für alle Beteiligten.

  • 18. April 2016 um 1:13 PM
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    Sorry, wenn meine Ansichten vielleicht ketzerisch klingen. Aber ich bin wohl auch etwas weniger von der “glorreichen” Saab-Historie beeinflusst.
    Als beginnender DDR-Teenager hatte ich mich in den Saab 99 verliebt. Er ist für mich “der” Saab schlechthin, aber ich fahre und liebe meinen 9-3SC aus GM-Zeiten. Soll heißen, dass ich nicht zwischen Vor- und Während-GM-Saab unterscheide. Wenn Saab drauf steht, ist für mich auch Saab drin. Wer dahinter steckt, ist mir grundsätzlich erst einmal egal, wenn das Auto dazu passt, was die Marke ausmacht. Und damit bin ich an dem Punkt, der für mich zählt: Was macht einen Saab aus?
    ?? Saab ist ein Auto mit Turbo-Motor! ??
    … und was ist mit den Diesel-Saab? Zählen die auch?
    Seit ich Auto fahre fahre ich Diesel-PKW, deren Kraft und Verbrauch haben mich immer fasziniert. Also, was ist Saab für mich?
    Wenn ich die Saab-Geschichte betrachte, steht Saab für Innovationen, für Neuerungen oder Bestehendes anders machen. Den eigenen Weg zu gehen und nicht mit dem Mainstream zu schwimmen hat man in Schweden auch während der GM-Zeit beibehalten (… ganz Gallien…?). Fehler haben fast alle Autobauer irgendwann gemacht, die Frage ist nur, wie man damit umgeht.
    Wenn ich das berücksichtige, ist sogar die Pause seit 2011 für die Marke nicht unbedingt schlecht. NEVS hat, man mag zu Chinesen stehen, wie man will (ich mag sie, wirtschaftlich gesehen, auch nicht unbedingt), vieles richtig gemacht. Wenn ich an die Muller-Zeit denke, als Diskussionen vor allem über die Presse geführt wurden und das Unternehmen von großen Ankündigungen lebte, verstehe ich nicht, was viele daran so toll finden. NEVS hat bestimmt viele Fans vergrault, weil sie nicht jeden Schritt und jede Überlegung immer und sofort veröffentlicht haben. Sie haben, meiner Meinung nach, mehr in “Hinterzimmern” gearbeitet und verhandelt, bis sie ein tragfähiges Konzept erarbeitet hatten, und das setzen sie jetzt zielstrebig um. Ich hatte immer das Gefühl, dass NEVS vom damaligen Zuschlag genau so überrascht war, wie die Meisten, die sich Gedanken um Saab gemacht hatten. Und diese Chance, die eigentlich keine war, haben sie genutzt. Warum hat Schweden Saab nicht unterstützt? Waren “die Trolle” zu eigensinnig oder war man der Meinung, dass Schweden nur eine starke AUtomarke braucht? Keine Ahnung! NEVS hat geschaftt, was keiner geglaubt hat. Sie haben ein großes Netzwerk aus den verschiedensten Technologie-Partnern geknüpft und damit die Grundlagen für ein Auto 3.0 (oder wie auch immer man es nennen will) gelegt. In China wird getestet, was machbar ist und der Rest der Welt kommt dran, wenn das Konzept aufgeht. Wie man die Marke in China nennt, ist dort scheinbar ziemlich egal. Der Rest der Welt kennt Saab und erwartet von dieser Marke Innovationen, das das Geld meist aus China kommt, daran hat man sich schon gewöhnt.

  • 18. April 2016 um 2:54 PM
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    Da weht richtig Zukunft durch die heiligen und virtuellen Blog Hallen! Ich sags mal so: Ich kauf ein Auto von NEVS, egal was draufsteht. Hauptsache es ist was gescheites und der Blog bleibt dabei. Letzteres ist Hauptbedingung! Die tägliche SAAB, oder auch NEVS Lektüre möchte ich nicht missen.

  • 18. April 2016 um 9:39 PM
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    Wenn die Chinesen es schaffen einen eine echten SAAB zu bauen , dann o.k. Habe aber echten Zweifel.

  • 18. April 2016 um 10:02 PM
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    Ich finde mittlerweile, dass SAAB auch nicht korrekt wäre. Manchmal reicht auch ein Detail um sich zu distanzieren, z.B. SAAB cars wäre eigentlich korrekt. ( so wie ja auch die Seite von Anfang an heisst. ) Trotzdem wäre alles ohne SAAB irgendwie mega schade und traurig…

    • 18. April 2016 um 10:17 PM
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      eigentlich SAAB EV für Europa und USA, alles andere NEVC, oder nur NEV, sicherlich NEVW auch denkbar 🙂 .

  • 18. April 2016 um 10:21 PM
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    Egal ob Saab oder Nevs. Ohne Turbo, ohne mich. E Autos wird es für mich in naher Zukunft (15Jahre) nicht geben. Ich brauche diesen ganzen Elektronik,Softwaremüll nicht. Ich will Auto fahren.

  • 19. April 2016 um 10:53 AM
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    Letztlich geht es um sehr viel Marketingzeugs. In meinen Augen wird SAAB/NEVS der ruhmreiche Eintritt in die Automobilbranche nur mit einer Revolution gelingen: Es muss ein neues Antriebskonzept her. Das würde ich sogar auch befürworten, denn der Gedanke an einen schwedischen Tesla-Jäger ist schon recht heiß…
    Wenn man aber an die Umsetzung denkt bzw. NEVS mit dem Denker und Lenker Elon Musk vergleicht. Spätestens dann ist der Traum vorbei. Zu groß sind bei NEVS auch einfach finanzielle Abhängigkeiten, Profitdenken. Elon Musk hat jedoch viel Leidenschaft einfließen lassen und seine Ideen rigoros umgesetzt. Und das ohne den ständigen Gedanken, dass der Cash-Flow stimmen muss.
    Die Messgröße bei dem E-Konzept wäre nun mal einfach Tesla. NEVS vs. Tesla, Traum vorbei

  • 19. April 2016 um 11:43 AM
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    Gute Frage gestellt. Resultaten zeigen das der Merhheit eine deutlichen Band mit Saab haben will.
    Fuer mich darf es unbedingt 100% Electrom=nisch sein, aber mit den uns bekannten Saab Ideeen.
    Nicht folgen was anderen tun aber neue und nuetzvolle entwicklen den jeder die etwas individual eingestellt ist schaetzen kann. Auch schoene Modellen und nicht diese bisweilen schrecklichen Kisten (Tesla S ist eine selltsame Ausnahme im Elektra Wagen).
    Dann hat der Nahme Saab doch direkt ein wertvollen Beitrag an diese Entwicklung, nich?

  • 19. April 2016 um 6:59 PM
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    Ja, um diese Frage haben wir uns lange “gedrückt”…
    Ich für mich bin durch. Fahre SAAB jetzt.
    Was kommt und SAAB heissen soll, MUSS die skandinavische DNA beeinhalten.

    Sollte “Beliebigkeit” draus werden, bitte neuen Markennamen suchen.
    Bei den Antrieben sollten Hybride und EL-Versionen angeboten werden.
    Der Umweltverträglichkeitsgedanke MUSS stark ausgeprägt sein!
    Vielleicht hat der SAAB-Turbo seine Zeit gehabt…, komme ich doch lt. TESLA in ca. 4 sec. auf 100 Km/h. Also Schub ist reichlich (!) vorhanden, wenn ich es möchte. An der max. Reichweite muss bei den EL-Versionen gearbeitet werden. Reelle 300/400 km würden mir pro Tag reichen.Kann ich doch beim Geschäftstermin “schnell” Energie tanken. Dann reicht´s auch zurück.
    Wenn in spe die PKW´s wandelnde PC´s werden, bin ich sowieso raus. Ich möchte lenken, bremsen, aufpassen, den Scheibenwischer betätigen und das Restaurant aussuchen.
    Ich hab´kein Interesse an weiterer Abhängigkeit von Konzernen.
    Ich möchte mobil sein, Besitz vor der Tür ist weniger wichtig.
    So glaube ich, ist ein Neuanfang von NEVS das Beste. Mit eingenem neuen Markennamen.

  • 19. April 2016 um 10:36 PM
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    Also, ehrlich, auf Leute, die einen SAAB (nur) wegen der Marke kaufen, kann zumindest ich vollkommen verzichten.
    Diese Spinner können meinetwegen doch genausogut einen Tesla oder “Was weiß ich” fahren…

    Was EINDEUTIG fehlt, sind PRODUKTE, die an die glorreiche Zeit der Achtziger-Jahre anknüpfen, als wir in (W.-)Deutschland noch Marktwirtschaft hatten und nicht in Richtung Kapitalismus abgedriftet sind.
    Ich sage nur ein 900 Convertible, was diese Bezeichnung auch verdient und gewissermaßen seine eigene Produktkategorie DEFINIERT. Oder endlich wieder mal ein Auto, dass “auf langen Strecken zu Hause” ist, ganz im Stil meiner “alten Dame”, wo man selbst nach 1000 km ein wenig unglücklich darüber ist, dass es nicht noch 200 km mehr hätten sein können.

    BTW: Auf eine Neuauflage des 9-5 mit Chrombrille (und Hartplastik ;-)) kann zumindest ich gänzlich verzichten.

  • 20. April 2016 um 8:41 AM
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    Schwierige Frage. Um als weißes Blatt zu starten und Tesla zu verfolgen, müssten Marketing und Kommunikationsschritte erfolgen, die ich aus Schweden noch nie wahrgenommen habe. Den bekannten Namen an ein Produkt zu schreiben, funktioniert meiner Meinung nach nur, wenn das Produkt wirklich atemberaubend ist. Vielleicht hat der Name Saab noch Potential für einen Schuss, aber wenn der nicht sitzt, stelle ich es mir schwierig vor, die Marke zu halten.

    Ich denke, ein neuer Name, aufgebaut auf skandinavischen Wurzeln mit Verbindungen in die alte Saab Welt wäre meine Lösung. Daraus lässt sich eine Geschichte bauen, die Potential hat. Diese Geschichte müsste allerdings auch bald beginnen, um ein Umfeld zum Produktionsstart (von was auch immer) zu schaffen. Alles, von dem NEVS für die Zukunft ausgeht, ist eine große Wette, ein großes Pokerspiel (nicht negativ gemeint). Dazu passt ein neuer Name meiner Meinung nach besser.

    Saab Automobile ist am Ende -so hart es auch klingt und so ungerne ich es auch schreibe- mehrmals gescheitert und schließlich einmal auch final. Manchmal wünscht man sich auch einfach nur zurück, was man verloren hat.

    • 20. April 2016 um 9:38 AM
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      Gut formuliert. Vielleicht nicht mehrheitsfähig, siehe Abstimmung…

      • 20. April 2016 um 3:18 PM
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        Wenn man die Kommentare durchliest ergibt sich für mich ein anderes Bild als das Ergebnis der Umfrage. Den Kommentaren nach würde ich sagen 50:50 mit leichter Tendenz zu einer knappen Mehrheit für einen neuen Namen. Aber vielleicht sollte man diese Frage auch mit einer zweiten Frage verknüpfen. Nämlich die Frage, möchten wir in Zukunft fahrende Computer haben, die unsere Mobilität fremdlenken, oder möchten wir noch selber Herr der Dinge sein und Spass haben am Auto fahren

        • 20. April 2016 um 3:59 PM
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          Das mit den fahrenden Computern entscheidet der Markt. Wir können entscheiden ob wir das kaufen, oder ob wir weiter selbstgesteuert fahren möchten.
          Was das Bild der Abstimmung angeht denke ich ist es einfacher zu voten als Diskussionsbeiträge zu formulieren. Diese Entscheidung ist ja auch nicht so leicht.

  • 20. April 2016 um 12:28 PM
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    Ich bin hier hin- und hergerissen. Einerseits hat Saab ja im Prinzip z.b. beim Turbo ja kräftig an diesem Erfolg beigesteuert, als noch niemand großartig daran dachte, da wäre dann im Hinblick auf E-Mobilität schon wieder ein gewisses Vertrauen da, dass man das auch vernünftig umsetzen kann. Ich denke aber, durch den chinesischen Einfluss wird sich der Schwerpunkt aber eher in Richtung asiatischen Raum verschieben und die Autos ggf. in eine andere Richtung laufen.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass es dann eben nur noch E-Mobile geben wird, keine Saabs mit Turbo und wenn man sich die Kommentare so anschaut, sind denke ich viele dabei, die bei Saab immer an den Turbo denken. Daher wäre es m.E. wohl besser einen neuen Namen zu bringen.

    Ich denke wenn der Neuanfang klappt, dann wird es – speziell im Hinblick auf die chinesischen Anforderungen – nur E-Mobile geben, keine Turbos und damit ist die Verbindung zu Saab nicht mehr so gegeben.

  • 20. April 2016 um 12:31 PM
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    Das berührt verschiedene Fragen. zB 1. handelt es sich um eine Art “Geschäftsübergabe” von Muller an NEVS, sprich es gehen die Assets über? und 2. kann eine “Good will”-Übergabe beim Kunden erreicht werden, d.h überträgt er in seiner Wahrnehmung das, für was das alte Unternehmen stand, auch auf das neue?

    Zu 1.: Primär vermutlich nicht, da alles drüber und drunter ging, nicht einmal mehr das Werk gehörte dem Restunternehmen, und damit auch nicht NEVS. Aber es ist viel in der Richtung getan worden, was Rechte, Know How, Personal und Infrastruktur anbelangt, so dass ich jetzt denke, dass Punkt 1 erfüllt ist.

    Punkt 2 dreht sich dann um die Frage, ob der Good Will nur mit oder besser mit der Beibehaltung des alten Namens übergehen wird. Und hier glaube ich, dass bei geschickter Kommunikation der Zusammenhänge den meisten Kunden der Name letztlich egal ist, jedenfalls nicht so wichtig wie das Team und das Werk. Es gibt dafür einen Präzidenzfall, nämlich das Unternehmen Rolls Royce. Bekanntlich heißen die jetzt nach Namensstreit Bentley, und das stört die Kunden nicht die Bohne.

    Von diesen Aspekten her glaube ich, spielt es keine große Rolle, ob der Laden Saab oder NEVS heißt.

    Als Ballast würde ich den Namen Saab jedenfalls niemals auffassen, also im Sinne von besser ganz neu starten; trotz der Insolvenz.

  • 20. April 2016 um 1:42 PM
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    Eine Marke neu zu erfinden hat noch nie richtig funktioniert. Und komplett neu anzufangen hat mit einer Marke oder deren Zugehörigkeit (gefühlt) nichts zu tun. Ein Dilemma! NEVS hat mit Saab (wie wir es kenne und lieben) nichts zu tun. Ich meine das Saab nur noch eine Chance hätte, wenn man an alte Tugenden anknöpft, aber die Moderne der automobilen Zukunft nicht ausklammert. Eine sehr schwierige Aufgabe, aber machbar. Anderweitig ist und bleibt Saab tot. Ich würde mir keinen neuen NEVS oder wie die Dinger immer heißen mögen kaufen, und immer darauf verweisen, das es ja eigentlich ein Saab sein sollte.

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